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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Kirchspiel

Kirchspiel

, n., selten m.

zunächst am Niederrhein in der Form ki(e)rspil, kirspel, im südwestdt. Raum als kilchspel, kirchspel begegnendes Wort, das in der Folge im gesamten deutschen Sprachraum belegt ist, aber im ostmd., bair.-österr. und schweiz. Sprachgebiet gegenüber regionalen Wortbildungen (Kirchfahrt II, Kirchhöre, Kirchmenge) oder dem Lehnwort Pfarre stark, zT. völlig zurücktritt; gegen ältere etym. Erwägungen (DWB. V 825) hat sich die Ableitung des Grundworts aus ahd./mhd. spel(l) "Rede, Bericht, Botschaft" wie bei ,Beispiel" durchgesetzt: Kirchspiel ist somit der "Bezirk, in dem ein Pfarrer predigen und die kirchlichen Amtsgeschäfte ausüben kann" (Kluge20 370). Entsprechend der Entwicklung vom Personenverband zum Flächenverband und angesichts der engen Verbindung zwischen kirchenrechtlicher und politischer Gemeindeorganisation bezeichnet Kirchspiel zunächst den (meist mehrere Siedlungen umfassenden) kirchenrechtlichen Personalverband, der sich dann allmählich flächenhaft verfestigt und teilweise (insb. im Norden Deutschlands) mit der politischen Gemeinde identisch wird, so daß in der Wortbedeutung entsprechend der lokalen Entwicklung der Schwerpunkt auf dem kirchlichen oder dem politischen, dem personalen oder dem räumlichen Bereich liegen kann (vgl. HRG.1 II 834-837 mit Lit.)
bdv.: Barche
Sachhinweis: Nachweise über weitere Fundstellen in Weistümern: GrW. VII 302
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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