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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): 1Muße/2Muße

1Muße

, f.

ahd. Glosse zu: otium, licentia 
freie Zeit, Freiheit, Möglichkeit, Ruhe, Untätigkeit; vom Richter: in Mußen sein bereit sein, Gehör zu schenken; zu des Herren Muße wenn es dem Herrn gelegen kommt (in mnl. Quellen bezogen auf Termine, vgl. MnlWB. IV 1824)
  • daer men die waerheit doen sal van cleinen stucken ochte van groeten, die moet men gebieden tsondachs in die kerke, ende die sal die here doen doen na den maendach, te siere moeten 
    1284 BelgMus. 6 (1842) 301
  • daz er reht für die porten ûz / gestôßen werde od in die mûs, / in ein prisûn gesenket
    2. Viertel 14. Jh. Beringen,Schachged. V. 8221
  • legghen te dachvaert na den maendach in de weke t's heeren moete ende noemen dach, tyt ende te wat steden
    1361 Diericx 20
  • de bailliu ... noemt den dach, wanneer hij den keure doen zal ... ende voort moet den maendach liden, ende daeromme zeechtmen naer den maendag: tsheeren moete 
    1436 CoutAlost 492
  • [Redner:] herr richter, seit ihr in müsen. andwort der richter. ihr sehets
    2. Hälfte 16. Jh. Fischel,Komotau 160
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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2Muße

, f., Muß, n.

Mahllohn (I), der Anteil an Getreide, der für das Mahlen entrichtet werden muß
vgl. Mußnapf
  • es sol auch nit mer korns geualln in der muͤl ze muͤss dem muͤlhern dann daz fuͤnfzigist korn
    1407 Westenrieder,Beitr. VI 164
  • von der muozze 
    1423 Schmeller2 I 1678
  • die mülner sollen zu mues nemen von ainem metzen korn ain gefächts mäsl
    1503 KitzbühelStR. 89
  • welcher aber sein getrayd lieber auff die můß vnd nit auff die bestimbt anzal will maln lassen, dem soll es der müllner auch stat thůn vnd nit mer dann den dreissigistn thail an getrayd vnd nit an mel dauon zůlon nemen
    BairLO. 1553 V 8 Art. 6
  • ainem yeden ist frey, sein traid auf die waag oder gemaine muß malen zulassen
    TirolLO. 1573 VI 39
  • von dem getrayd, so auf die gemain muß ... zumalen geben wirdet, solle der müllner alßbald nach seiner gethanen reutterung vnd seuberung von yedem staͤr ain gestrichen maͤßl nach dem verzaichneten mußmaß, deren zwaintzig an ain staͤr geen, für sein muß dauon nemen
    TirolLO. 1573 VI 65
  • es hat ain stär weitzen ungever 50 ℔, davon soll die mueß geben werden 2 ℔
    um 1618 Tirol/ÖW. II 26
  • dieser [muͤller] muß, wenn man ihm seine mitz, oder das sogenannte muß in geld bezahlet, von 100 ℔. korn 98 ℔. roggenmehl und kleyen liefern
    1774 Wagner,Civilbeamte II 287
  • soll sich ein ieder müllner ... der uralten billichen mueß gebrauchen und daran benüegen lassen
    18. Jh. (Hs.) Salzburg/ÖW. I 271
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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