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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Knecht

Knecht

, m.

aus dem westgerm. *knehta "Knabe, Jüngling"

I (insbesondere jugendlicher) Mensch männlichen Geschlechts

I 1 Knabe (I 1), Knappe (I 1) 
I 2 (insbesondere jüngerer) 1Mann, Junggeselle (II), wie Knabe (I 2), Knappe (I 2) 
  • ein guot chneht. unde ein erlich maget
    12. Jh. Hochzeit 21
  • ich bin noch ein iuͤnger kneht, und die mich gerne neme, der enwil ich niht, und die ich gerne neme, die wil min nit
    3. Viertel 13. Jh. Berth.v.Regensburg(Kling) 80
  • ist er ein wirt, der die notnumpht begangen hat, dem sol man ze sime huse furgebieten; ist ez ein kneht, der die notnumpht begangen hat, so sol man im furgebieten zem ersten male bi swem er gewaesen ist, unde diu andern zwai furgebot sol im der vogt tun an dem gerihte
    1276 AugsbStR. Art. 31 § 1
  • nach 1302/03 Nürnberg/SchrrBayrLG. 55 S. 95
  • 1401 LünebStR. 66
  • es sol ain iglicher richter ... beschauen und erfaren in seinem gerichte umb die ledigen knechte, die nicht dienst haben noch beraite arbait, noch tagwerker sind, noch dhainen erbern versprecher hand; denselben knechten sol der richter das gericht verpieten
    1420 Schwind-Dopsch 320
  • wo zwei ledige knechte und jungfrauwe zu samen werden geben oder zu samen komen in der heiligen ee
    1440/59 Miltenberg 348
  • biederbe unversprochen knecht 
    1445 Obergrombach 985
  • ledig knecht, die mogen ausslauffen vnnd ein lauffen [in d. Stadt], wan sie wollen, das es an irem burger rechten nicht schaden soll
    15. Jh. (Hs.) BambStR. 25
  • welcher zu ainen hüeter gesezt, der ain lediger khnecht ist, der soll khain schlaffweib haben ... in der hütten
    1575 NÖsterr./GrW. III 708
  • 1643 NÖsterr./ÖW. VII 577
  • daß kein lediger knecht kein schwehrt noch langes messer ... tragen soll, allein ein taschenmesser, das einer span lang ist
    1667 NÖsterr./ÖW. VII 655
  • es sollen die underthonen ohne vorwissen ... der obrigkeit ... ledigen knechten und diernen nit hörbrig geben
    1671 Salzburg/GrW. VI 159
II Standesbezeichnung

II 1 in Glossenhandschriften
II 2 Unfreier in unterschiedlichen Abhängigkeitsgraden
  • nuͤ du hetest einen kneht oder dierne, die din eigen wern, und dir voͤr eigen dienen musten
    3. Viertel 13. Jh. Berth.v.Regensburg(Kling) 72
  • niemen sol den laeuten geleich puezze ertailen. daz man dem chnechte puezze als dem herren ... daz ist weder gotes reht noch lantreht. man sol den man puezzen nach seiner wierdichait
    um 1275 DspLR. Art. 102
  • we eynen ffrygen vorkofft vnde eme weder macketh to eynen knechte oder to eyner mageth, de sal der stath beteren x mark sulffers effte syn leffenth
    1279 RigaStR. 36
  • de sassen hadden an irme volke vier hande underscheid: edele lude, vriherren, vrie lude unde knechte 
    13. Jh. SächsWChr. 264
  • de edele man neme en edele wif, ... unde de knecht neme de dernen
    13. Jh. SächsWChr. 264
  • wer aber der selbe, der alsus ab miner vogteie zuge, min eigen kneht, der sol mir dienen von sinem libe und niht anders
    1305 ZürichUB. VIII 55
  • vor 1309 BruggStR. 16
  • doch so ist des kaisers recht, daz sein gevangen aigen chnecht werden, so er selber vicht
    um 1400 Wittenweiler,Ring(Wießner) V. 8480
  • der knecht ist darumb vorpoten [als Zeuge vor Gericht aufzutreten], wann er ist einer snoden achte, umb das er eigen ist
    um 1400 Zycha,BöhmBgr. II 261
  • 1410 FreiburgÜÜbers. 79
  • 1469 AdelsheimStR. 632
  • ob ain knecht vnsers closters mit ayner fremden frawen ..., die süst ledig vnd fry ist, ... mit enander zů der ee griffen, die selben kinder gehören nach rechter aygenschaft zů vnserm closter, die sie bey enander gewynnent
    15. Jh. Graubünden/GrW. I 184
  • leibeygene knecht werden entweder geborn oder werden sunst. sie werden geborn auß vnseren leibeygenen dienstmaͤgden ... auß vnseren beyschlaͤfersen. sie werden aber sonst auß der voͤlcker recht, das ist durch gefencknus
    1566 Göbler,Hdb. 86
  • ein leibeigner khnecht ist welcher aus einer diern geborn wirtt
    16. Jh. Raymundus I 21
  • 1616 Henisch 827
II 3 a Ritter, ritterlicher Eigenmann (I), Dienstmann (B), Ministeriale
II 3 b Kämpfer, Held
III
Bezeichnung der Stellung im Beruf

III 1 Dienstbote, Gehilfe uä.
-- übertragen auf den Notar 
  • in was namen wirt genent ein notari ... in kaiserlichem rechten wirt er genent mit mangerlai namen. wann er wirt genent ein offner knecht. nit das er ein knecht sey. dan ein knecht mag nit sein ein notari. aber darumm, das er allen dienet ... dem armen alls dem reichen
    1502 NotariatNürnb. Kap. 3
III 2 im Handwerk Geselle (IV 1), seltener Lehrling
-- Lehrling
  • sol man lonen ... dem knehte, der ein lere knehte ist, daz erste iar funfzehen hellere fuͤr rehtes ane koste oder aber sehs hellere unde sinen kosten
    1342 SpeyerUB. 423
  • 1347 MünchenStR.(Auer) 416
  • so ein meister wil auffnemen ein leerjungen, der sol in versuchen vierzehn tagk unnd der knecht sol auff das wenigste vierzehn jahr altt sein
    1498 ZMährSchles. 13 (1909) 177
III 3
Zuarbeiter im Bergwerk, auch (Berg-) Knappe (III 3) 
III 4 Kriegsknecht, Knabe (III 2) 
III 5 Amtsgehilfe unterschiedlichen Ranges mit unterschiedlichen Aufgaben
IV
Verschiedenes

IV 1 des Reichs Knecht Schutzjude, Kammerknecht (I) 
IV 2 des Kaisers Knecht, 1Bote (I) am Reichskammergericht
  • wer hat die commission bracht, als sich gebürt in solchem recht? pedellen noch des keysers knecht ward mir nie kund in bottenschein
    1453 HomeyerFestgr. 54
IV 3 von Knecht zu Knecht formelhaft im Zusammenhang mit dem Einlager (I) 
  • scholl er ... daselbst [offen wirts haus, darein er ... geweist wirtt] laisten nach gastrecht von knechten zu knechten, von pferden zu pferden und aus der laystung nicht chomen als lang, biß dem egenanten herrn H.H. ... vollenfurtt wirdt nach lawt und ußweisung des brieffs und darumb er gemant ist
    1440 VerhOPfalz 63 (1911) 22
  • auf die erst manung ... in eins offen wirtshausz ... ein gewönlich leystung halten ye von knecht zu knecht und von pferden, so oft das not thutt
    1465 StuttgartStArch.
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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