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I I. Verbreitung. Das Wort erscheint zuerst in einzelnen Hss. der LSal. (Tit. 50, 2.3; 51, 1; 52; 53, 1; 56; in Tit. 60 liegt Verschreiben statt ambulare im Cod. 10 (Hessels-Kern, Sp. 385) vor, ebenso DecrChild. in Cod. 1 und 5 (Hessels). Da, wo ältere Handschriften (Hessels Cod. 1-6) sämtlich oder zum Teil attmallare schreiben, findet sich in anderen dafür mallare oder mißverständlich ad mallum. Umgekehrt steht in Tit. 50, 2 nach Cod. 7-9 admallare, während Cod. 1-6 ad mallum manire schreiben. Durchweg steht admallare nur in Tit. 50, 3. Später folgt LexRib. Tit. 32, 3, wo die jüngere Handschriftenklasse B durchweg admallare schreibt, die ältere Klasse A mit admallum, ad mallum mannire und ad mallatum mannire wechselt. Ferner kennen das Wort in Formulae Andec., Turon. und Sen. rec., die LexRomRaetCur., ein CapitAquisgr. von 809, eine Urkunde Ottos II. f. Trier von 973 (MGDipl. II Nr. 52), eine Urk. Ottos III. f. Trier von 988 und der Quadripartitus. - Ausgangspunkt ist das fränkische Rechtsgebiet, die zeitlichen Grenzen geben die Abfassungszeit der Lex.Sal. und die Urkunde von 988
II Herkunft. Entweder latin. aus fränkisch atmallôn Grimm,Gr. II 822; Graff III 523; van Helten in PBB. 27, 454; oder hybride Bildung aus lat. ad und aus mallon latinisiertem mallare (Kern, Glossen in der Lex Sal. 133; Müllenhoff bei Waitz, Das alte Recht der salischen Franken 276).
III Bedeutung

mallare

, v.
I jemanden gerichtlich belangen, Klage erheben gegen jemanden, ein Gerichtsverfahren einleiten
II jemanden vor Gericht laden
I eine Sache vor Gericht vertreten, Einspruch erheben
II (sich) verteidigen
III anklagen