Frau

gekürzte Formen ver, vor, vir
vgl. Fer, Weib
I allgemein weibliches Wesen
I – formelhaft
  • durffer die dar zu gehorich sint, ane eynich underscheit ain ban man und frauwen am gerichte
    1441 Lothringen/ZBergGesch. 7 (1871) 176
II Ehefrau, verheiratete Frau
  • swelich vrowe ane man kusclike levet na ires mannes dothe
    1227 BrschwStR. § 35
  • syner eldern, siner vruwen, syner kindere und syner erven sel
    1353 MansfeldKlUB. 444 Faksimile
  • sin eliche vrouwe
    1386 BrüxStB. 54 Faksimile
  • een vrouwe mach oer morgengave behalden
    1417 CleveStR./ZRG. 9 (1870) 435 Faksimile
  • welicher meister aber zu den gedingen nit möchte komen von siner not wegen, derselb sol ... sin frowen hin senden
    1429 ZürichOffn. I 270 Faksimile
  • wer der ist, der unser antwerk oder stubereht hat, nymet der ein frowe, so git er den gesellen fünf schillinge pfennige
    1445 Schmoller,StraßbTucherZft. 56 Faksimile
  • das keine frauwe, die do got berit mit einem kinde, sall haben zu der taufen sechs frauwen, zu den drien wochen xii frauwen ..., zu deme kirchgange sall sie haben vi frauwen
    1455 KahlaUB. 92 Faksimile
  • es sol ouch kein frow in den genanten gerichten in harnasch noch in buwgeschyr kein eerecht nit haben
    1468 GrW. I 42 Faksimile
  • stervet oick de weert, soe sal de vrowe dat halve ampt beholden
    1491 OstfriesUB. II 334 Faksimile
  • de frouwe mit dem manne beervet
    15. Jh. Hach,LübR. 575 Faksimile
  • se schal sine echte unde rechte frouwe syn
    1593 JütLow.³ I 27 § 1 Faksimile
  • der frauen vormund ist ihr ehemann so lange er lebet
    1603 HambStR. 33 Faksimile
  • mann und frau in dem ehestande zusammen kommen
    1611 DithmUB. 395 Faksimile
  • geit man dem richter ... die frau mit der spindlen ain pfenning
    1782 Tirol/ÖW. III 178 Faksimile
II – Gegenüberstellungen
III
III 1 Herrin, Gebieterin, Edelfrau
Sachhinweis: Gegensatz wip W. Kotzenberg, Man, frouwe, juncfrouwe ... (Berliner Beiträge zur germanischen und romanischen Philologie 33; 1907) 70ff.
III 1 – Fürstentochter
  • frouwe und juncfrouwe bedeutet zunächst Herrin und junge Herrin, Edeldame
    oJ. W. Kotzenberg, Man, frouwe, juncfrouwe ... (Berliner Beiträge zur germanischen und romanischen Philologie 33; 1907) 124
  • W. Kotzenberg, Man, frouwe, juncfrouwe ... (Berliner Beiträge zur germanischen und romanischen Philologie 33; 1907) 61f.
  • W. Kotzenberg, Man, frouwe, juncfrouwe ... (Berliner Beiträge zur germanischen und romanischen Philologie 33; 1907) 68
  • Schiller-Lübben V 541 Faksimile
III 1 –
  • stirbet der man, das wip sol über alles das ir man het gelassen ... die wile si ane man ist frouwe sin
    1410 FreiburgÜÜbers. 62
III 1 –
  • du solt gewaltic vrowe sin über allez, daz da heizet min
    1280 Pleier 177 Faksimile
III 2 höfliche Anrede meist bei adligen Frauen
  • wir frouwe vir Agnes; kuniginnen vrowen virn Menen ettewanne eliche wirtin
    1316 WiesbadenStArch.
  • hern Heinrich des iungen Sinzenhouers erben und auch ver Elspeth
    1317 MBoica 24 S. 66 und 91
  • ver Hailbich mein wirtinne
    1318 Rockinger
  • ver A. mein wirtin
    1344 Rockinger
  • sein müter ver Ann
    1352 Rockinger
  • ik ver Ilzebe van B. ichteswanne eghelke husvrowe Olrikes van B.
    1390 Scheidt,Mant. 654
  • vor Alike, syn echte husvrowe
    1402 OstfriesUB. I 160 Faksimile
  • vor, vhor, vhoer Ehrentitel der Priorin des Nonnenklosters St. Maria in Bergen auf Rügen
    16./17. Jh. J. Grümbke, Gesammelte Nachrichten zur Geschichte des ehemaligen Cisterzienser Nonnenklosters St. Maria in Bergen auf der Insel Rügen (Stralsund 1833) 15f.
  • W. Kotzenberg, Man, frouwe, juncfrouwe ... (Berliner Beiträge zur germanischen und romanischen Philologie 33; 1907) 68f.
  • Kotzenberg/W. Kotzenberg, Man, frouwe, juncfrouwe ... (Berliner Beiträge zur germanischen und romanischen Philologie 33; 1907) 115
  • J. Wackernagel, Kleine Schriften III (Göttingen 1979) 404
  • Lexer III 540 Faksimile
  • SchwäbWB. II 1706f. Faksimile
III 2 –
  • gar sumerlich ew stöllet, ir ritter und ir frawen
    14. Jh. NeithartFuchs 117
  • die hochgeborne mein gnedige fraw ... hat ... zwo bitte an mich gethan
    16. Jh. Leichenpredigten/Mathesius I 13
III 3 galante Dame, Gesellschafterin beim Mahl
  • E. ... hat empfangen 42 ß ... dortzu alle jare eine atzung mit 12 pferden, dortzu ein gut mal, den 11 pferden soll man geben 11 metzen habern und dem 12. pferde 2 metzen habern, einem habich soll man geben ein hun, dreyen winden soll man geben ein brey, dortzu eine schone frawen, auf gutern, heusern und hofreiten zu R.
    1479 ArchUFrk. 37 (1895) 170
  • ArchUFrk. 37 (1895) 166
  • ArchUFrk. 37 (1895) 177
  • Zepernick,Samml. III 139
  • Zepernick,Samml. IV 320
IV Klosterfrau
IV – Äbtissin
  • so ist ze eröffnen auch, daß unser gnädigen frowen, der aebbtissenen und des gottshus ze D. grächtigkeit ... ist
    1469 Schauberg,Z. 2 (1847) 75 Faksimile
  • vermerkt die freihait, die die frau im markt hat zu sant Jacobstag und des sontags vor weinachten
    16. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 31 Faksimile
V Weib mit schlechtem Ruf, Dirne (VI)
VI Schwiegermutter
  • hversa thi sun dad slaith then feider ... ieff thi mon sin wiff ief thi swager [Schwiegersohn] sinen here ieff sin frouwe
    oJ. vanHelten,OstfriesLex. 145
VII Himmelskönigin, Maria
Sachhinweis: Ehrismann/ZWortf. 7 (1905/06) S. 189
  • mit ir ayd auf v̈nserr frawn alter ... mit den rechten, als ain priester schweren sol
    1343 Indersdorf I 75 (nr. 161) Faksimile
  • si is vrowe und wi sint knechte
    15. Jh. Theoph. 36
  • der straß nach uf unser Frauen Zell
    1593 Strnadt,Grenzbeschr. 670
  • man, frouwe, juncfrouwe
    W. Kotzenberg, Man, frouwe, juncfrouwe ... (Berliner Beiträge zur germanischen und romanischen Philologie 33; 1907) 61f.
  • J.Grimm,KlSchr. VI 241