Hohn

ahd. hōna, mhd. hoene, md. hône, sämtlich f., ab Mitte 14. Jahrhundert hôn m.
I Erniedrigung, Schmach, Schaden, später auch Spott
I 1 allgemein
I 1 a bei Erklärung (besonders Gefährdeeid), durch die Anspruchsberechtigter Nichtvorhandensein einer Schädigungsabsicht versichert
  • dat se de claghe unde ladinge ... ghedan hebben, umme ere recht witlik to makende ... unde nicht deme erwerdighen vader to smaheyt edder to hone
    1405 LübUB. V 127 Faksimile
  • de cleger [mod] eme [dem Schuldner] recht wesen dat he eme der ansprake nicht to hone ghe dan [!] hebbe
    15. Jh. HannovStR. 421 Faksimile
I 1 b übertragen der Gefährdeeid selbst?
  • de hone, den men sweret, de en zal den gherichte nicht gheven
    1391 MGroning. IV 731
I 2 Bestrafung
  • koft he gut up dem vrien markede, unde betuget he dat up dem markede, he en lidet dar kein hon umme, men dat gelt heft he vorlaren, dat he darvör gaf
    14. Jh. Bunge,Rbb. 127 Faksimile
I 3 immaterieller Schaden, in Geld gewürdigt
I 4 insbesondere bei Verbrechen gegen die Sittlichkeit
I 5 materiell
  • dede emants beest emande verdriet ..., dat mach he ... van sich slaen ...; des mach die serichde dat beest an sich nemen, of hem belevet, voer syn hoen
    1470 Richth. 267 Faksimile
II Betrug, List, Rechtsverdrehung
  • [dat si] met hore scalker hone dat onrecht maken scone, ende dat recht setten achter
    1345 MnlWB. III 543 Faksimile
III in Verbindung mit Substantiven: Hohn und Schaden, Schmachheit, Spott, Unrecht, Verschmähtheit
IV tschech. hana Tadel, Schimpf, hanba Schande, Schmach, poln. hańba, gańba Schande
Lehnwort im Slavischen