2Kante

zur Etymologie vgl. Kluge²² 352
I Rand, Seite
I 1 Rand eines Stoffes
  • [aus Satzung eines Braunseidenamtes] wenn ein tempell gat offt anders ein gatt im stuckmidden, offt an die kante, sall man von der gat geuen 6 pennongs
    1588 Crone,GildenCoesfeld 67
I 2 Grenzgebiet eines Landbezirks
I 3 als Flurname
I 4 Verwandtschaftsseite
II handgearbeitete Spitze, Zacke als Kleider- oder Stoffbesatz
II 1 allgemein
  • nur das kloppeln der goldenen und silbernen spitzen und kanten kann außer denen fabrikengebaͤuden [geschehen], indem man denen maͤdchen, die sich zu dieser arbeit begeben, buͤrgschaft stellen oder pfand geben lassen kann
    1777 Bergius,NPolKamMag. III 144
  • spitzen und kanten gehoͤren nicht zur waͤsche oder zum weißzeuge, wohl aber zum putze
    1794 PreußALR. I 2 § 26
II 2 in Kleiderordnungen
  • sol ... der weisse flor oder cantin zu den frawenflegen wie auch zu denen uͤberschlaͤgen ... abgeschafft ... seyn, bey straffe drey reichsthaler
    1650 BrschwUB. I 631 Faksimile
  • "wurde die Frau beschuldigt, ein kantchen von 5 Mark die Elle darauf setzen lassen und daß sie die kante nicht allein unten, sondern auch bei Seiten und rings um den Kragen (des Mantels) herum setzen lassen"
    1659 Gutzeit,Livl. Nachtr. II 28
II 3 als einheimisches Fabrikat zu kennzeichnen
  • [Überschrift:] koͤnigl. cabinets-ordre, daß alle kanten und spitzen, welche nicht mit dem siegel der regie gezeichnet und gesiegelt sind, als contrebande betrachtet werden sollen
    1786 NCCPruss. VIII 66 Faksimile
II 4 als Einfuhrgegenstand
III Bezeichnung für Gefängnis, Zwangsarbeitshaus