Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Koch

Koch

, m.

aus lateinisch coquus 

I männliche Person, die berufsmäßig in abhängiger Stellung Speisen zubereitet
  • 1224 ZürichUB. I 305
  • der pfister unn der koch ... dize ambaht lûte lidic sullent sin herbergen, dienezstes unn gewerfez unn allere bette
    1272 Hanauer,Constd'Alsace 202
  • swanne de stat cledet, so scolen se cleden eren scrivere und senne helpere unde dre boden unde enne kock unde nemande mer
    um 1300 Arnecke,HildeshStadtschr. 33
  • sint unse heren und broder e des over en geworden, dat ... se nenerleye spise uthsenden, ok en scal de kock, de unse koste koket, nene spise umsenden
    1334 Kiel/Westphalen,Mon. III 563
  • wan de prester kundeghet en stan, nen mesterman ga ut, bj i marc, nen knecht bi enen verdinge, ane koke und rekelude
    14. Jh.? Nowgorod(7 Fassungen) 133
  • 1436/37 SchlettstStR. 692
  • deme rechten kake hort iiii ß to wynnegelde to vastelavende
    nach 1456 ZHambG. 41 (1951) 174
  • 15. Jh. NrhAnn. 9/10 (1861) 123
  • die koch und keller in furstenkuchen, pottelei, lichtcamer und kellern sollen darin nimants gehen lassen, der darin nit gehort
    1522 Gundlach,HessZBeh. II 50
  • einer löblichen landschaft bestellter koch 
    1649 ZDKulturg.2 4 (1875) 125
  • bey einen grossen hof-staat hat man dreyerley koͤche, den mund-koch, ... den ritterkoch ... und den unter-koch
    1737 Zedler XV 1184
  • es sol ... meiner frauen amptleut, ... ain choch ... in allen steuren unbesteurt beleiben, dann ausgenomen in die rechten herbststeuer
    oJ. Bayern/GrW. VI 183
II seit dem 14. Jh. auch als unabhängiger Gewerbetreibender (in Danzig Angehöriger eines nichtzünftigen Gewerbes um 1370, in München Zunftangehöriger im späten 15. Jh., in Hamburg Mitglied einer Bruderschaft im 16. Jh.), der auf Jahrmärkten und öffentlichen Plätzen kochen und seine Speisen anbieten, auch in seinem Hause verkaufen und Gastung (II 1) bieten darf
  • deme koke zalmen gheuen vi öre
    1341/44 WisbyStR. 156
  • wir gebieten auch vesticlichen allen koͤchen ..., was sie kochen, das suͤllen sie nit mer veil haben dann einen tag zwischen ostern und sant Michels tag. und was uͤbernechtig wirt, des suͤllen sie nimantz zu kauffen geben. und was im winther uͤberblibt uͤber nacht, das muͤgen sie am andern tag wol verkeuffen und das nit lenger halten
    1400/11 WürzbPol. 109
  • es sol auch kein burger, inwoner, noch offenbarer koch eynich betler uber zwen tage nit herberichen noch halten
    1490 WürzbPol. 206
  • heft de rad A. orem ridende koke vorgunnet ... to holdende ene garbrederie, so dat he gare kost mach veigele hebben
    1496 LünebZftU. 69
  • hußlut, varende arbeiter und menglich, so pfligen by den koͤchen zu essen oder fleisch zu holen, [sollen] nicht ubernossen werden
    1515 SchlettstStR. 769
  • sin van dessen ... bröderschop der koeke unnd schlachtere ... nageschrevene articule festiglich tho holdende beschlaten unnd angeordnet worden
    1538/93 HambZftRolle 105
  • mit koͤchen, ... bierbraͤuern und allen andern, so gastungsrecht haben
    1774 Wagner,Civilbeamte II 81
III Henker, Kurzform für Scharfkoch (vgl. Angstmann,Henker 45); Bezeichnung vermutlich von der Bestrafung durch "Kochen" oder "Sieden" abgeleitet (nur für Gent belegt)
  • dienste van den coc die se justichijerde
    1364? Stallaert II 83
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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