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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Land(es)friede(n)

Land(es)friede(n)

, m.

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A auf den 1Frieden in einem Land (II 1) bezogen

A I
A I 1 im Gegensatz zum Gottesfrieden (II) von der weltlichen Gewalt ausgehende, idR. befristete und eidlich bekräftigte Rechtssatzung zur Friedenssicherung (Eindämmung des Fehdewesens, Bekämpfung des Straßenraubs, Verhinderung von Aufruhr uä.) in einem Land (II 1) 
A I 2
einen Landfrieden (be)rufen, gebieten: die Rechtssatzung oder das daraus resultierende Friedegebot verkünden bzw. jem. darauf verpflichten
  • chuͤmpt ... nŷmant, der hincz im [êchter] spricht, so sol im der richter ain landfrid gepieten
    Mitte 14. Jh. SteirLl. Art. 205
  • sull im der waltpot ainen lantfrid ruefen vor veinten und vor lantgerichten
    1446 NÖsterr./ÖW. XI 430
  • zum andern gepieden ich den lantfridt, daz niemt kain unrue anfach bei der leibsstraff
    1565 RaurisLR. 203
  • dem gerichtsdiener zu bevelchen, das er den landfriden berüefe, das auf heutigen tag niemand kain unruehe oder unfrid anfahe
    1624 RaurisLR. 203 Anm.
  • 1684 SchwyzLB. 22
A II räumlicher oder zeitlicher Geltungsbereich des Landesfriedens (A I 1) 
  • es ensol auch niemant weder auf wasser noch auf land dhain maut nemen in einem rechten gesworen landfride, wann wo man ze recht mauten sol, es sei dann, daz im es der landesherre erlaub
    1278? ÖLR. Art. 57
  • diz geschach in eime lantvride, den hât geboten bî der wide ein lewe, der was vrevel genant, gewaltec über daz lant
    Ende 13. Jh. HeinrGlichezare V. 1239
  • alle pfaffen vnd geistlich leůt, ritter, kneht, burger, kaufleůt, pilgrein, gebawͦrn, juden ..., ir leib vnd gůt in disem lantfride, als er begriffen ist, sicher sein sullen
    1353 MWirzib. VI 71
  • dat unse voiget den kummerde mit gerichte unde sprak en an mit gerichte unde in eyme geswornen lantfrede umme eynen rouf, des he kante
    1378 Richter,Paderb. I Anh. p. 54
  • die in dem begriffe und termynen diß landfrieden gesessen sint
    1398 RAbsch. I 99
A III der den Landesfrieden (A I 1) konstituierende Verbund
A IV übtr.

A IV 1 das den Landesfrieden (A I 1) als Rechtssatzung überwachende Gremium, Landfriedensgericht
A IV 2 Landfriedensaufgebot
  • do besamt sich der von Swarczburg mit herren rittern und knechten, und der lantfrid mit im, und wolt fur di stat zu Wirczburg sein zogen
    Ende 14. Jh. NürnbChr. I 32
A IV 3 Mitglied des Landfriedensgerichts?
  • gebieten ... unsern gegenwoͤrtigen und kumpftigen hofrichtern lantrichtern lantfriden und allen die daruber gesaczet sint
    1361 Schwind-Dopsch 207
A IV 4 Ort des Landfriedensgerichts
  • fuͤr uns kome in gericht auf dem landfrid ze Nuͤrenberg die burgermeister, der rat und die burger gemeinleichen der stat ze Windsheim und clagten
    1380 MCastellana 187
A V Friedenszustand
  • ist, das ein burger bei der nacht kombt an die statt in landsfried, man soll ihm einlassen
    17./18. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 612
  • 1829 Josephinismus V 339
B auf 2Friede "Einfriedung" bezogen; "Zaun, der die Landesgrenze oder die Grenze des Landgerichtsbezirkes markiert" (ÖW. XVI 310), Landeswehre (IV) 
  • wo ainer begriffen wurde, der den landfridt eroffnet, den mag man nemben an alle gnadt und unter die lucken hengen lassen
    1. Hälfte 16. Jh. OÖsterr./ÖW. XIV 355
  • frag: wer dem landsfrid zu nachent hulzet, was darumben recht sei
    1570 OÖsterr./ÖW. XIV 294
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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