Lehn(s)ware, Lehnwähre, f.

zur Etymologie des Grdw.s vgl. den Artikel Wahre und Währe (I u. II) in DWB. XIII 754ff.; in der Literatur hat sich Lehnware als Fachwort durchgesetzt
I Verfügungsrecht über ein Lehen, Patronatsrecht, Lehnsbesitz, Lehnsherrschaft
II die aus der Belehnung entspringende Lehnspflicht (I)
  • D. schal vns truwlich denen vnde don ... als eyn leenman syneme ... lehnherren plichtich is to donde ... by syner lenware
    1501 Oldenburg/Schiller-Lübben II 668 Faksimile
III Zahlung beim Mannsfall, insbesondere bei Verleihung eines Lehens außerhalb der Sohnesfolge, wobei die kleine L. auch die Lehnstaxe (I) sein kann
Sachhinweis: HRG.¹ II 1752ff.
  • vortmer vortye wi aller lenware bynnen der muren to O. behalven wurdetyns, de uns unse vader ervet heft vor
    1345 OldenbUB. I 14
  • 1359 MecklUB. XIV 406
  • de paves wolde, dat der papen guͤt scholde vry wesen sunder untfanghinghe der lenwar van werliker haant, als dat vry hadde ghegheven keyser K.
    1386 LübChr. I 211
  • wi hebben ok sy begnadet ..., dat wi ... vor lehnwar ... nicht wen dry virdunge brandenborgischen silvers nemen scolen von en
    Ende 14. Jh. BerlinStB. 42 Faksimile
  • 1404 HalleSchB. II 23 Faksimile
  • 1407 BreckerfeldUB. II 141 Faksimile
  • we hebben one den ... dyk ... geeghent in dusser wiis, dat se den ... diik von nemede mer to lene entfangen dorven unde sek neyner lenware an dem dyke vorsumen kommen
    1417 WernigerodeUB. 179 Faksimile
  • 1453 HildeshUB. VII 82 Faksimile
  • 1470 K. Wagner, Das brandenb. Kanzlei- und Urkundenwesen z. Zeit des Kurfürsten Albrecht Achilles (Diss .phil. Berlin 1911) 29
  • ein ... burger sal dem richter, so er eyn hawß in lehen nympt, dry nuͤwe grosschen zcu lehenware geben
    1470 AltenburgStR. 361 Faksimile
  • 1477 Spittendorff 269 Faksimile
  • so sich lehenwhar, lehenrecht ... zu geben gebueren, nymbt man mit landmüntz bezalt
    1495 ErfurtFreizins 309 Faksimile
  • 1510/47 MittSächsVk. 5 (1909/11) 43
  • 1541 MittOsterland 6 (1863/66) 249 Faksimile
  • 1569 CCMarch. II 5 Sp. 5 Faksimile
  • das ehr [Schulze] undt seine mitbenanten ... die lehne so oft es nötigk in gedachtem ambte mit erlegunge der lehnwahre ... suchen unndt emphangen
    1609 Lieb Heimatland, Monatsbeil. d. Gardelegener Kreis-Anzeigers, 4 (Nov. 1928) nr. 2
  • damit dem ambte an den lehenwahren nichts verschwiegen ... in einen jeden dorffe ... ein verpflichteten lehn richter geordnet, bey dem sich die contrahenten, wenn sie kauffen vndt contracte getroffen, angeben, vndt wie theuer sie geschlossen anmelden, welche dann daruber ein ... verzeichnis fertigen ... damit man ... mit rechnung der lehenwahren ... richtigkeit gehalten
    1625 NMittThürSächs. 21 (1903) 58
  • wenn ein adelich lehen an einem bruder oder vetter eroͤfnet wirdt, so muß er billich davon die gowohnliche lehn wahr geben
    1653 CCMarch. VI 1 Sp. 474 Faksimile
  • 1704 CCMarch. VI 2 Sp. 51 Faksimile
  • 1705 CAug. I 1174 Faksimile
  • 1708 Heinemann,StatRErfurt 235 Faksimile
  • man haͤlt ... davor, daß ... die lehn-waare nur zu zahlen sey, wenn das lehn auf einen fremden gebracht werde, nicht aber, wenn entweder der lehn-herr geaͤndert würde, oder die in der ersten belehnung begriffene lehnsfolger folgeten
    1751 Buder 694 Faksimile
  • was ... vor die vom lehnherren erhaltene belehnung, ausser dem weinkauff und den schreibgebühren ... an denselben bezahlt werden muste, solches heißet eigentlich lehnwaare
    1769 Lennep,LandsiedelR. 252 Faksimile
  • man unter der kleinen lehnwaare die schreibgebuͤhren ... verstehet
    1769 Lennep,LandsiedelR. 272 Faksimile
  • 1785 Fischer,KamPolR. I 306 Faksimile
  • nebst dieser der herrschaft zu leistenden bethaͤtigung auch der lehensdienerschaft bei jedem falle die sogenannte kleine lehenswaare d.i. etwas gewisses unter dem namen der lehens- und diener- auch zuschreibgebuͤhren abgegeben werden muͤsse
    1788 Thomas,FuldPrR. I 279 Faksimile
  • lehnwaare ... ist diejenige durch vertraͤge, gesezze oder gewohnheiten bestimmte summe, welche der vassall seinem lehnsherrn, sowohl bey der ersten belehnung, als bey erneuerung derselben, insonderheit bey veraͤußerungsfaͤllen, sowohl zur anerkennung seines obereigenthums, als fuͤr die aufnahme und belehnung zu entrichten hat
    1793 Scheidemantel,Repert. III 259
  • 1794 PreußALR. I 18 § 714
  • 1798 RepRecht II 83 u. 93 Faksimile
  • 1799 RepRecht IV 169 Faksimile
  • lehnsabgaben ... die gewoͤhnlichsten abgaben der art sind das laudemium oder die lehnwaare
    1801 RepRecht IX 302 Faksimile
  • 1812 Heinke,NÖLehenR. I 145 Faksimile