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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Pferd

Pferd

, n.


I Pferd als Reit-, Last- und Zugtier

I 1 in vielfältigen rechtlichen Bestimmungen, zB. zu Kauf (insb. Gewährleistung), Miete, Leihe, (gemeinsamem) Besitz, Teilungsverbot bei Vermögensauseinandersetzung, Diebstahl, Schädigung uä.
  • swe so en perd oder sines gudes icht sime herren gelegen hevet, oder icht an sime denste verloren hevet dat eme unvergulden is, de wile n'is he nicht plichtich sime herren to denende noch lenrechtes to plegende
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)Lehnr. Art. 4 § 5
  • wert aver eme sin perd oder ander sin gut dufleke oder rofleke genomen in des herren denste, ane des knechtes scult, dat mut eme de herre gelden
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. III 6 § 3
  • swelich man koft en perith. de ander sal ene gewaren. stedeges. stareblindes. vnde vnrechtes ane vanges
    1227 BrschwStR. § 25
  • grifet ein man ein phert an vnde sachet, daz iz ime vorstolen si oder abgeroubet, dar sal her sich zů ziehen, alse recht is
    1261 MagdebR. II 1 S. 8
  • ob ein brûder zu dikeiner ubeltête pfert oder wâpen oder ander helfe wizzentlîche oder mit willen lîhet oder tû
    1264 DOrdStat. 82
  • under sowelekeme manne wirt ein perit anvanghit in dem wicbilde, ne mach he sinis waren nicht hebben, he sal sweren, dat he ne wete sine utfart noch sin invart noch sinen namen, uf he en unbesproken man is
    1279 BrschwUB. II 132
  • leihet ein dem anderen ein phert vmbe lon vnde benennet im die stat vnd nicht verrer waz dem pherde geshiet biz an die selbe stat daz muz er gelden on den gemainen rot
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 206
  • dir ane vanc doet an een pard, an ene coe, of dire ghelike die verboert. tuee. schellinghe
    1289 CorpMnlTekst. I 1343
  • so we en perd huret. vnde dat geergeret wert van welekerhande sake dat si. de dat gehuret heuet. de ne darf it nicht beteren
    Ende 13. Jh. LübMndStR. Art. 82
  • van dem duveden perde 
    Ende 13. Jh. LübMndStR. Art. 126
  • allen iuden ist alleczit vorbotten, daz sy uff kein vich noch uff pferde schullen lihen wenn by tage nach uffganc der sunnen mit wissen iuden und cristen
    1357/58 MeißenRB.(Oppitz) III 17 Dist. 26
  • dryer dinge schol man weren an einem pferde, ob ez einer dem andern vorkauft, ez werde benumet oder nicht. das erste vor unrechtem anvange, daz ander vor starblint, daz dritte vor houbtsich
    1357/58 MeißenRB.(Oppitz) IV 41 Dist. 20
  • wer ein pfert gevangen wil, daz im abgestoln oder geroubt ist, der sich ... mit rechte da czu czihen wil, er schol mit sime rechten fuz dem pferde treten uff sinen linken fuz vorne uff sinen huf und schol mit siner lincken hand dem pferde griffen an sin recht ore und schol begeren der heilgen und dez steberz und schol uff den heilgen dem pferde uber dem houbte sweren, daz daz pfert da sin were, da ez im abgestoln oder geraubt ward, und noch sin sy, als im got helfe
    1357/58 MeißenRB.(Oppitz) IV 41 Dist. 22
  • [Landfriedensbestimmung:] sal die pflug mit den pferden ... veylich und sicher seyn. ouch sullen alle wilde pferde veylich sin
    1372 DortmUB. II 3
  • vnd daz selb ist auch an dem chauffer, der wissenleichen chauffet gůt fuͤr poͤz, alz golt fuͤr mezzink, oder silber fuͤr plei, oder ein gůt pfaͤrt fuͤr ein poͤzz, vnd ein grozz maz fuͤr ein chlainz, vnd dez geleich, da mit der verchauffer wurd betrogen.
    1390 (Hs.) BerthRechtssumme 1346
  • das niemant enkainerlayg gůtz, aͮn pfaͤrit, rinder und schwin, an dem markttag koͮffen sol, e es indrenthalb du̍ tor kunt in die statt
    1399 FeldkirchStR. 153
  • befyndistu eyn pfert, das du anfangen wilt, hiruff setczen etliche vil geplerres, das ist, das her dem pferde sulle treten mit seynem lincken fusze uff des pferdis rechten füs und dem pferde greiffen mit der lyncken hant an das rechte ore und dem pferde die heiligen uff den kop setczen. dis ist zuhalden nach der gewonheit. nach dem rechten aber darff man des nicht, sunder her begreiffe das phert, wo her mak, und beneme is mit seyner farbe. wenne worumme: zotane gewonheit ist allis abegeleyt ut Institu. de legatis §. sed nedum [Inst. 2,20,27?]; ff. eodem titulo l. si in pluribus [Dig. 30,1,107]
    um 1400 LiegnitzStRb. 267
  • off twee eenen eygenen knecht hedn off een peerdt, dit moit men om der deilingen wil niet dooden, want nyemant en sal des anderen dinck verderven om siinre deilingen wil
    1430 KleveÄltStRHs. 39
  • dar en man sin pert bind binnen gudem vrede, unde dat sy dach efte nacht, wert eme dat mit unmynne loset efte vreghet by daghe, is dat bewislik, so schal he betheren deme cleghere viii schillinge unde deme richte viii schillinge
    DithmLR. 1447(Eckh.) § 126
  • was von kappen, hanen ... keß ... gelt oder desglichen zu dem altar geoppert werd, das soll eyns pferners sin ... und was von kuen, schafen, geys und perd oder ander gropvihe wirt, soll des altars sin
    1478 Pfalz/ZRG.2 Kan. 32 (1943) 293
  • ob ainem ain phärt oder ain ander tier ungevärlich zuelauft, so soll er es dem ambtman antworten
    Anf. 16. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 399
  • das er [gebauersmann] auch nicht mechtig, ein kelblein, schwein, schaffe, pferdt adir kuhe ... zuuorkeuffen, er habe jsz den zuuor seinem junghern angesaget vnd vmb halbgelt vorkaufft
    1537 QÄWGMD. II 50
  • verkaufft einer einem andern ein (gebrechlich) pferdt und lobet ihn, daß es ohne mangell sey an lenden und augen, ist er schuldig, dem käuffer solches zu liefern oder wieder an sich zu nehmen und dem käuffer seyn geldt zu erlegen
    Ende 16. Jh. NeumünsterKirchsp. 204
  • verordnen wir ... daß wegen der haupt-maͤngel, als roßig, kollerisch und hartschlaͤgig, die pferde gewandelt werden sollen
    1697 BrschwLO. II 626
  • solle es mit der gewaͤhrschafft also gehalten, und zwar so viel erstlich die pferde anbelanget, fuͤr haupt-maͤngel geachtet werden, wann ein pferd 1.) rotzig. 2.) raͤutig. 3.) haar- oder hertz-schlechtig, schleebaͤuchig, worunter auch lungenfaul gehoͤrig, und dann 4.) kollerend ist
    1738 HohenloheLR. III 4 § 2
  • wir muͤssen uns vor allen dingen in dieser materie um diejenigen fehler der pferde bekuͤmmern, aus welchen der pferde-kauf angefochten ... wird
    1762 Hellfeld IV 2256 [Sachmängelhaftung]
  • wenn ein bauer seinen herrn nichts an arbeit, gerechtigkeit und vorstreckung schuldig ist, so soll er eigenthümlich behalten sein vieh, seine pferde, sein geld ... und alles was er erwerben kann
    1765 Eckardt,Livland 330
  • wir verordnen demnach hiemit, daß die wandelung nur wegen der vier haupt-mängel rotzig, kollerisch, herzschlägig und mondblind statt finden solle, bey einem gestohlenen pferde aber die in den gemeinen rechten auf sechs monate bestimmte zeit der wandelung auf drey monate eingeschränket seyn
    um 1772 Pufendorf,HannovLREntw. Tit. 61 § 37
  • ist ihnen [juden] verstattet mit ... pferden und rindvieh ... zu handeln
    1786 Gadebusch,Staatskunde I 295
  • die naͤhmliche vermuthung [daß ein thier schon vor der uebernahme krank gewesen sey] gillt ... wenn bey pferden und lastthieren binnen fuͤnfzehn tagen nach der uebergabe die verdaͤchtige druͤse oder der rotz ... entdeckt wird
    1811 ÖstABGB. § 925
  • das gesetzlich bestehende verbot: von soldaten pferde, wagen und sonstige effekten anzukaufen, wird in erinnerung gebracht
    1826 Scotti,Cleve IV 2728
I 2
als Bestandteil des Heergewätes, der Morgengabe (I) oder des Erbes
  • alle de van ridderes art nicht ne sin, de ne mogen eren wiven nicht geven to morgengave wan dat beste perd oder ve, dat se hebbet
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. I 20 § 8
  • so scal de vrowe to herwede ers mannes swert geven, unde dat beste ors [Streitroß] oder perd gesadelet, unde dat beste harnasch, dat he hadde to enes mannes live, do he starf, binnen sinen weren
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. I 22 § 4
  • die vrouwe sal geben zů herwete ires mannes swert vnde sin ors oder sin beste phert gesadelet vnde daz beste harnasch, daz her habete zů eines mannes libe, do her starp binnen sinen weren
    1261 MagdebR. II 1 S. 10
  • man ensol an hergewete kein halp pfert geben noch keinerleye ding, das halb eines andern ist, noch an gerad
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) I 14 Dist. 2
  • sechczig feltgenge pferde und ander vye, das zu der gerade gehorte
    um 1400 LiegnitzStRb. 196
  • waz darobir an farnder habe ist, eß sy an getreydich, bachen, pherde, kuhe unde ander desglichen, daz gehort alles zcu erbe
    1474 PössneckSchSpr. I 31
  • da [hergewete] gehoret zcu: des vorscheyden mannes swert unde sin beste phert gesatelt
    1474 PössneckSchSpr. I 109
  • tho den eirsten moiste dat hergewe [!] betaelt sijn van myns gnedigen heren ... wegen nae gewonlicheit, als nemlick sijn beste pert und sijn harrnasch, dat mach myt gelde betaelt werden
    1482 OstfriesUB. II 181
  • do haben wir, das pferde vnd rinder gehoͤren zu dem erbe, vnd nicht zu der gerade (aber nach landrecht gehoͤren die zur morgengabe)
    1561 Rotschitz 152r
  • das heergewedde besteht aus dem beßten pferde, das ein hengst oder wallache seyn muß
    1785 Fischer,KamPolR. I 496
I 3 als Kurmede (I) 
  • stirpt ein man, der unserm gnedigen hern angehort hat, desselben erben mussen verteydingen das best pferd, das er leßt
    1470 SchriesheimW. 91
  • wanne ein ontfangen hant verstorven ist, und der curmode einich ledich wurde ... sullen de ... geswoiren dat beste pert darvan uszeichenen und min frauwe ir beste daermit laissen doin
    Ende 15. Jh. RhW. II 2 S. 42
  • als ein hant versterft, is minre frauwen schuldich zo einre kiermunt, ein dat beste pert ader koe mach der scholtiß van wegen minre frauwen gesinnen in aenverdingen, als dat recht ist
    1503 RhW. II 1 S. 152
  • wenn ein bure erfschichtunge deit, dat schall schen mit der herschop wille; so nimpt de herschop dat beste perd vorut
    1532/38 RügenLR.(Cleist) 261
  • wannehe das perd geschlagen sall werden, so sullen die perd uf den hof in ein rei gestalt werden und der scholtes sall van hinden zu gaen und besehen dieselb und unbetast derselben ein mit der richtlichen roden schlaen, wilch wan beschehen, so ist dem hern datselbt erfallen
    1549 RhW. II 1 S. 174
  • wenn die verstorbene leiche ... nach dem kirchhoff gefahren, soll der abt seinen diener senden, und ... durch denselben die churmoede ausnehmen lassen, und zwarn folgendergestalt: es soll der diener einen weissen stock nehmen und hinterrücks zu den pferden oder kühen gehen, und mit dem stock eins berühren, welches er nun trifft, das gehört dem herrn, weiter nichts
    1569 Westfalen/GrW. III 162
  • wofern dan das erfallene gut pferdscurmutig, soll der halfman, so die guter bauet, schuldig sein alle seine roß und pferd zu B. uf den hof sitzent gerichts ufzuleiten, umb zu besehen, welcher unter denen das beste
    1577 RhW. II 2 S. 178
  • es findet des besthaupt (hoff- und baulebungs-recht) fast allgemein auf dem lande statt. so erhaͤlt z.b. das amt der meierei zu H. nach dem tode eines anspaͤnner, wenn dieser pferde nachlaͤßt, ein pferd, und zwar das naͤchste nach dem besten, unter dem namen des hofknechtspferdes
    1780/1826 Kamptz,PreußProvR. I 390
I 4
bei Frondiensten und Zehntabgabe
  • daz der armste als vil dienen und fronen muße mit pferden und mit sime libe als der richste
    1383 MosbachStR. 558
  • sint aldo 6 dinste, iclicher dynet mit 3 pferden 
    1414/22 DOrdGrZinsb. 14
  • wersz sache, datz eyncherley persone ... unrecht gezehnt hette, es were an korn, habern, an hawe oder susz an andere frucht oder an win, daz derselbe persone were virfallen dem zehender mit pherden und wagen
    1429 Südhessen/GrW. I 507
  • E.F. hat 1/2 hof von der herrschaft ... frönet mit 1 pferd vnd 1/2 wagen, wann man im gepewtet
    Mitte 15. Jh. BayreuthLB. 5
  • sie weisenn zu recht, das ein jeder hubner ii pferdt oder zwei zugknosser haben sall, vnnd eyn lehener der anders ein pferdtlehen hat, ein pferdt vnd ein sielen, damit sie den herren dienen sollen
    1469 Franken/GrW. III 538
  • ein jeglicher armann, der in dem gericht wohnhafftig, der pferdt und geschirr, alßo guth er die hat, soll der herrschafft jahrs eine farth thun gen W.
    1487 PfälzW. I 248
  • des pfaltzgraven riede soll die gemeind uffheben, und sollent die, so pferd haben, hinwegfuren, wo sie hinbescheiden werden. wer viel pferde hat, der soll desto mehr furen
    1571 SchriesheimW. 243
  • der schulze hat sechs freie huefen, dienet zum hause mit pferdt und wagen
    1600 BrandenbSchSt. II 317
  • [von jagd-freveln:] wer mit fuhren zur jagdfrohn bestellt worden, und nicht erscheint, von jedem paar ochsen oder pferd, von jedem tag 3 [fl. kr.]
    1780 Foesser,JagdStrR. 97
  • mehrentheils dienet ... der vollbauer woͤchentlich vier tage mit vier pferden und zwey leuten
    1786 Gadebusch,Staatskunde I 289
  • haben ... die communen, wenn der general- oder spezialsuperintendent dem kirchenrath futter und pferd verrechnet, weder pferde in der frohn herzugeben, noch fuͤr den visitator oder dessen pferde weiter, als das oben bestimmte, zu bezahlen
    1798 Hartmann,WürtGes. IV 171
  • wann der colonus einen spanndienst leistet, ist er in sofern dazu verbunden, daß er jedesmal des abends mit denen pferden wieder nach haus ziehen, und dieselben auf eigenem stalle stellen muß
    1825 Geck,Soest 423
I 5 in Bestimmungen zum Lehnrecht, zur Heerfahrt (II), zur militärischen Verteidigung und zu sonstigen Diensten für das Gemeinwesen, auch als Berechnungseinheit für Verteidigungslasten; auf Pferde setzen (vermögende Bürger) zu einer Kriegssteuer veranlagen
  • wer vircik huben ader mer coufet von vnzeme hus, der sal mit vollem wafene vnd mit eime verdacten rosse ... vnd mit anderen zwen pherden dinen
    nach 1251 Kulm/CorpAltdtOrUrk. I 39
  • soelen dese borghen ... dienen den grave van Hollant ... te parde. of te scepe, na des scraven wille. also langhe als dat orloghe gheduret
    1285 CorpMnlTekst. I 1051
  • alse lange so der man uf ein pert komin mac von eime stocke odir von eime steine, der von der erde in die hohe hat eine dume elin, alse lange mac er len untfan unde lien
    Anf. 14. Jh. GörlitzLR. Kap. 45 § 6
  • wer da pferde hait zu Erffurt, die wil der rathe nicht biten alsoferne sie es bewaren mogen. wurden sie aber ire bedurffen zu nothe vnd werden die pferde verderbet, die wil man williglichen gelden
    1351 ErfurtZuchtbf. 123
  • wenn ein römischer kayser oder könig reisen will über berg, so soll man ihme lehnen das beste ackerpferd, das da in dem gerichte ist, das einen einspänner kann ertragen; kommet das pferde wieder, so soll man es wieder geben deme es gewest ist; bleibt es aber aus, so soll das gerichte ihme das pferd gelden
    1354 Wetterau/GrW. III 410
  • [Kriegssteuer:] der gross raͮt ist in ain komen, das er nach gemainer stett ordnung 200 ross anlegen wil, und das ist den vorgeschribnen sibnen ze tůnd enpholhen. die sont uff 1000 lb. hl. 1 phaͤrit legen beschaidenlich, und sunderlich uff semlich lút, denen phaͤrit an lib und an gůt gemaͤss sind ... wel aber alt sind und denen phaͤrit ze ritend nit gemaͤss sind, die sond phenning da fúr geben
    1388 KonstanzRbfRotB. 46
  • [S.] sal uns ... dienen mit pferden und mit wopen noch des landes gewonheit
    1398 CDPruss. IV 183
  • der von V. hoff sol han ein karch vnd zwey pferde vnd soll vnszerm herren vnd der gemeinden dienen in reißen vnd zu andern sachen
    14. Jh.? PfälzW. I 236
  • da sie auch von reichswegen zu verreisen, so sollen die von Grefenhausen vier pferde geben, zwei den von Heusenstein und zwei den Eulnern, und da Heusenstein seine pferde gezogen und binnen der falthors seulen von den Eulnern betretten wurde, so soll Heusenstein ihnen dieselben folgen lassen u. mit den andern zweien pferden hernacher zihen, doch wan sie wiederkommen, sollen sie den armen leuten ihre pferde wider geben
    1413 Hessen/GrW. I 497
  • [dem Landesfürsten] zu dienen und zu warten mit zwei, drei oder mehr raisigen und pferden 
    1423 Stolz,WehrverfTirol 31
  • sal ... H. ... uf dem slosse Brux czehin reisige pferd und drissig rediliche, werhaftige, gute schutczin ... habin
    um 1430 BrüxStB. 92
  • staruet ... de fruwen irst, so schel ere elike man ... dat beste perd vnd harnisch to vorn vt nemen vnd beholden, er se dat ander gud ... deilen, also bescheiden, dat dat perd vnd harnisch to der heren dinste in der ... stad B. ... schal bliuen
    1433 CDBrandenb. I 19 S. 42
  • ist man eyn geworden, daz iowelch bruwer der stad eyn pfert halden sal von xvi gulden, darczu synen harnsch
    1436 Größler,Eisleben 61
  • dat register, alse de rad unse borger vppe perde satte
    1441 Arnecke,HildeshStadtschr. 135
  • K.G., seine ehlichen geerben und rechten nachkomlingen sollen von dem ... gutte C. mit dreyen pferden und mit einem spisse pflichttig sein zue dienen neben andern unsern landen und mannschafften
    1468 SchlesLehnsUrk. II 66
  • des namiddages gingen de geschickeden ut beiden reden unde de kemerere in den ratstoͤl unde setten dar de gantze stat dorch de borgere unde borgerschen up perde, geachtet das pert up iiijm gulden. dede twe perde helden (was dat alderhogeste) weren twe. dede anderhalf helden, weren ok twe, dede ein heil [ganzes] pert helden, weren teine. so vort wente to einem halven vote. de dar gelt vor geven, was dat pert xl lutteke punt
    1484 Brandis,Diarium 61
  • sollen landhofmaister und canzler ... bi der canzli gegenwertig sein, der landhofmaister mit 12 gerüsten pferiten und der canzler mit zwaien pferiten im hus
    1498 WürtLTA.1 I 53
  • juwen antall perde, knecht und wagen, so thom geschütte und ander nodtorfft tho gebruken denstlich
    1563 Westphalen,Mon. II 553
  • diejenigen aber, so pferde haben, sollen mit pferden und schlitten bey ... poͤn des schleuserechts, wenn ihm angesagt wird, sich einstellen
    1610 HadelnPriv. 178
  • sich mit gůten rüstungen und pferden zeversechen und gerüst zehalten, damit sie ir gnaden im fahl der noht ihre schuldige reißpflicht leisten mögind
    1612 BernStR. VII 1 S. 201
  • denen, so pferde halten und bürgerliche nahrung treiben, bey schwehrer straffe anzubefehlen ist, daß sie ... mit denen stadt-pferden an gewiße öhrter sich einzufinden gehalten, umb die sprützen und waßerküfen fortzubringen
    1724 MittKönigsberg 2 (1910) 202
  • das er uff solche geschene gnedige zusage vnd vortrostung bey vns ... pleiben vnd vns zur not mit einem pferdt trewlich dienen vnd gewertigk seyn sol
    HannovGelAnz. 3 (1753) Sp. 966
  • vermoͤg privilegiums kaiser Ferdinands I. von 1544. muß man in der Lausiz, wenn ein vasall seine ritterguͤter veraͤußern oder auf die tochter vererbfolgen will, den vorritt leisten. das ist, er muß vor dem kursaͤchsischen beamten zu pferde erscheinen, verschiedenemal im kreise herumrennen, den degen ziehen, und damit verschiedene kreuzhiebe gegen die sonne thun, und sich mit behendigkeit vom pferde schwingen
    1785 Fischer,KamPolR. I 64
  • ist jeder landesherr und lehenherr ... berechtiget ... fuͤr die heutzutage unmoͤgliche und unbrauchbare kriegsdienste des adels gewiße steuern und abgaben zu fordern, wobey groͤßtentheils von 10 hufen ein pferd ... gerechnet, und dieses mit 50. thaler zu jaͤhrlicher abgabe angelegt wird
    1785 Fischer,KamPolR. I 487
  • alle zur mobilmachung der armee erforderliche pferde ... sollen von jetzt ab auf den hufen-stand ... repartirt weden
    1801 NCCPruss. XI 200
  • [aus einer Denkschrift Gneisenaus:] jede mannsperson von 17 jahren an wird bewaffnet ... wer ein pferd hat, bringt solches mit und wird kavallerist
    wohl vor 1808 Händel,Wehrpflicht 69
I 6
als Schadensverursacher
  • swes hunt oder ber oder perd oder osse ... enen man dodet oder belemet ... sin herre scal den scaden na rechteme wergelde oder na sineme werde beteren, of he it weder an sine were nimt na deme dat he dat vereschet
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. II 40 § 1
  • hat ein man pert oder einen hvnt oder swaz sines vies ist daz nicht gesprechen ne mach, sprichet her iz ne si sin nicht ob iz ienegen schaden tvͦt, iz ne schadet ime zv sime rechte nicht
    1261 Magdeburg/CorpAltdtOrUrk. I 85
  • stirbet ein pherit oder ein vihe daz man fvͥr gerihte bringen sol. der bvͤrge ziehe die hvt her fvͥr. vnde si lidig
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 267
  • hat ein man shedelich phert vnd weiz daz wol so er dar auf sizzet so shol er die leute uon im heizen weichen vnd shol von den leuten reiten. tut er des nicht welhen shaden daz phert tut den shaden shol er gelden als da uor geshriben ist
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 192
  • ist daz nicht so getane vihe daz erz nicht gevahen mac als wilde ros sein vnd reinishe phert oder wilde daz zam ist oder gense daz shol er in sein gewalt treiben ob erz zv dem richter nicht pringen mac vnd shol ez dem richter kuͤnde
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 198
  • is dat jeniges mannes perd in deme hove loos wert und eneme anderen manne scaden doet oder serichheit, unde is dat also, dat de here des perdes vorsaket unde dat perd sic nicht to ne tyt, so ne sal he vor dat perd nicht antworden, mer dat perd sal hoeren sante Petere unde deme clegere; thyt he aver dat perd sic to, so sal he den broke beteren
    1295 Nowgorod(7 Fassungen) 84ff.
  • stunde aber ein wagen mit pferden ane hute unde wurden die pfert loufen oder gehn mit dem wagene unde teten einen schaden, den muzen di pfert gelden, oder ir meister muste davor antwerten, wolde he sich ir underwinden
    um 1300 FreibergStR. 49 § 11
  • were dat iement dreue enen waghen, worde dar iement af ghe sereghet, wolde den de iene de den waghen dreuen hedde vorstan mit sineme rechte, dat id sunder sine wanhude vnde arghelist ghe schen si, dar vryet he sik mede, so mot de waghen vnde perde den schaden beteren
    um 1348 Hach,LübR. 376
  • xlii. ob ein vih oder pfert schaden tut vnd wirt uber nacht behalden
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) Rubrikenverz.
  • das pfert hot [als Schadensverursacher] das recht alse das vyhe adir das wilt
    um 1394 KulmR. V 25 § 3
  • efft en perd effte en osse edder anders en unweten deer schaden deden, sleit he dat ve quid van sik, so en darf he den schaden nicht beteren
    DithmLR. 1447(Eckh.) § 105
  • ist ein junger knab zu M. ... durch ein pferde geschlagen, daß er ... verstorben, füder gen P. geführt, daselbst begraben; sowohln auch das pferd als der täter dahin gen P. geschickt worden
    Ende 16. Jh. FrkBl. 1 (1948/49) 12
  • wird befunden, daß viehe, etwa pferde einem menschen schaden thut, also, daß der beschädigte mensch dadurch stirbet, auff solchen fall ist daß viehe an die herren verfallen
    Ende 16. Jh. NeumünsterKirchsp. 216
I 7 im Verfahren wegen Sodomie
  • anno 1684 ... wurde ein sodomit zu O. enthauptet, die stutte durch viel kopfschlaͤge erleget, der boͤse mensch unten, und das pferd auf ihn geworffen und also verbrennet
    1697 Döpler,Theatr. II 575
I 8 beim Einlager (I) oder ähnlichen Formen des Herbergsaufenthalts
  • ware oec dat sake, dat heme the gasthus dier ... penninghe hier in binnen niet en goude, soe mach min her W. comen binnen Brusele met tween knapen ende met drien peerden, ende daer ligghen op des gasthus cost totiesmaels dat heme die ... penninghe volgouden siin
    1277 Brüssel/CorpAltdtOrUrk. I 309
  • wer awer das mich oder mein erben edhafte not ierreicht, so sol ich oder mein erben ainen an unser stat in legen mit zwain pherften 
    1240 SPöltenUB. I 337
  • were aber, daz ...unserr bu̍rgen deheiner die giselschaft selber nu̍t leisten wolte ... der sol ... einen andern erbern knecht mit eim muͤssigen pherit an sin stat in dise giselschaft leggen
    1368 BaselUB. IV 304
  • sol ir iͤglicher derselben gemanten buͤrgen einen knecht oder ein pferd schicken vnd antwerten in eins offen wirts hůs
    1386 MWirzib. VIII 4
  • wenn ie eins burgen pfert in der leistung abget oder verleist wirdet, der sol ie als offt des not geschiht ein ander als gut pfert jn die leistung schicken
    1400 MWirzib. VIII 659
  • scholl er ... daselbst laisten nach gastrecht von knechten zu knechten, von pferden zu pferden 
    1440 VerhOPfalz 63 (1911) 22
  • die selben schuldig sin, in unser statt offen wirtshuͥser, jeklicher mit sin selbs libs oder einem erbern knecht an sinr statt und einem můssigen pferd inziechen und daͧselbs offen gewonlich geselschaft halten
    1458 BernStR. VI 1 S. 195
  • do ein gewönlich leystung halten ye von knecht zu knecht und von pferden zu pferden so oft das not thutt
    1465 Stuttgart/DRWArch.
  • woͤlliche also vnder jn gnannt werden, der yegklicher soll ... inn acht tagenn ein knecht oder lastpar pferd inn die laystung schickenn
    1533 Breunle 61r
I 9 als Gegenstand von Bestimmungen zu Zoll, Weg- und Brückengeld
  • vanden eersten daghe vander maerct totien dat die achterste toghedach gheleden es ... gheefmen gheene tolne van perden, van corn no van gherande beesten
    1252 Flandern/CorpAltdtOrUrk. I 45
  • welch gast brengit ungegossin czin vnde blie, das pfert gibt ein halbis scot, vnde das gwt nicht
    1327 BreslUB. 112
  • een pert tho tolne, dat boven twintich mark ghecoft is, twe oͤre
    1368 HannovUB. 476
  • mag ein yglichir burger von der Syttaw syttawisch bier jn vnnd durch die stad Gorlitz zcolfrey furen vngehindert, vnnd sal von einem yglichen pfert zu tzolle geben einen heller
    1414 ScrRLus. II 121
  • ain yeder reyttunder und ain yedes ledigs pherd sullen zwen phenning geben
    1439 WienRQ. 217
  • wie man zu L. zollen solle. nota vom gut, das man furt, wirt nichts genommen allein von den pferden und von fyhe
    1496 KirchheimW. 59 Anm.
  • von einem jeden pferd, welches an einem frachtwagen ... angespannet sich befindet, ... an weg- und bruͤkengeld ein kreuzer ... von einem pferd an einer kutschen ... ingleichem von durchfuͤhrenden pferden, sie seyen ledig oder beritten, nur ein halber kreuzer
    1747 SammlBadDurlach III 90
  • [Weggeld:] von einem pferd, es mag in der kuppel oder einzeln sein, vom stück 2 pfg.
    1757 Gerhard,SaarbrSteuerw. 117
I 10
als Maßstab

I 10 a bei Mengen-, Längen- und (räumlichen) Größenangaben
  • de buͤr van N. scolet maken ... de halve brugke unde vort van der brugke to Bremen wort also lang also eyn waghen van achten voten unde veere perde dar vore
    1398 BremUB. IV 288
  • sol der maister iegleicher haben ein schef an dem urfar das wol getragen mug zwen muttmessig wegen und sechs phert 
    14. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 964
  • des konnigs straten sal wesen also wyt, dat eyn wagen geladen by deme anderen herunter faren moge, eder der konnynck ader sin ambesait dair tho gesat op eyme perde eder ossen sall sitten, ind nemen eyne gleven van xviii voeten to werss vor op den sadel
    15. Jh. Wigand,Femg. 558
  • gehet der faathzingel ... als wie weit einer mit einem pferdt reiten kann und dan furter mit einem huphamer gewerffen kan
    1537 Westerwald/GrW. I 636
  • dat gerichte to B. moet der richter van S. ... an synen seckeren gewonligen richtestoil holden und khan ehr sodanen platz nicht wider fryen oder verdedigen, als syn pert mit einer halteren vor, ime gerichte an den sweertpael gebunden, umbher gaen khan
    1571 WestfLR. 169
  • [den Friedlosen verfolgen] so weit als man ein weiß pferd absehen kann
    1615 Holstein/GrRA.4 I 105
  • die marktfreyheit gehet acht tage vor dem markt an, und währet acht tage nach dem markt, und gehet an von S. bis nach H. ... so weit als man mit einem pferd reiten kann und dann noch mit einem hufhammer fortwerfen kann
    1670 Westerwald/GrW. I 638
  • ich frage: wann ein ehemann nebst seiner ehefrauen sein guth besehen wollte, und bekaͤhme eine lust bey ihr zu schlaffen, kaͤme aber einer mit ein fuder heu drauf zugefahren, wie sich der verhalten soll? antw. wann einer drauf zufahren kommt, so soll er stille halten, und die zwille untersetzen, bis solches vollendet, wann er es aber nicht abwarten kann, so soll er so weit umhin fahren, als man ein weiß pferd absehen kann, auf daß solches nicht verhindert wuͤrde
    1731 Wendhagensches Bauernrecht/Spangenberg,BeitrR. 202
I 10 b für eine Ladung oder Fracht
  • so ist ussgedutschet, waz ein last si, und ist als vil swers, als ein phert gefüren muge
    1417 Hessen/GrW. III 393
  • die von G. ... syllen bürger sin 12 jor on abe sagen ... das sillen sy dienen ... an dem dirtten jor ein pferth geladen glenen
    1469 RappoltsteinUB. IV 514
  • van eenen paerde visch, duerlydende, j d
    1550 AnnFlandre 24 (1872) 458
I 11 im Zusammenhang mit Nutzungsrechten, Versorgung, Verpflegung und Bestallung, sein Pferd an einen dürren Zaun heften keine Verköstigung (durch die Gemeinde) beanspruchen (Beleg 14. Jh.)
  • irleget deme wechverdegen manne sin perd, he mut wol sniden korn unde eme geven, alse verre alse he it reken mach stande in deme wege mit eneme vute; he ne scal it aver nicht dannen vuren
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. II 68
  • jn zente Seuerins daghe es. te uarene de proefst van Zombeke. ofte ziin zeker bode. toete Zondert. met .vi. paerden 
    1266/68 CorpMnlTekst. I 130
  • das mines herren des abbetes knehte sol varn jn die hůbmatten ... vnde sol daz důn mit siben ohsen vnde mit sibendenhalben pherde, vnde sol der pherde eines jn dragen an dem abende, daz die sehse gezzent die naht
    1275 Gengenbach/CorpAltdtOrUrk. I 245
  • ein man sneidet wol seinem muͤden pherde ein futer daz ein phenewert sei ob er fuͤrcht daz ez erligen wil. des muz er swern ob sein iener nicht enperen wil des daz gut ist. er lat auch wol daz phert mit dem fodern fuze treten in den esch vnd lat ez ezzen vnz daz ez wider kvͤmt. er shol des futers nicht dannen fuͤren
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 190
  • wann er [vogt] kumbt zue endhaftem taiding, so sol er sein pfärift heften an ain turren zaun
    14. Jh. NÖsterr./ÖW. IX 409
  • das ein iclich probst und der stifft ... yerlichen sullen haben drew male mit zwelff pferden, mit einem mawle, mit zweyen vogelhunden, mit einem habich, mit zweyen wynden und mit zweyen schönen frawen. den sol man allen genung geben zu eßen und zu trincken
    1413 FrkBauernW. 26
  • pfert mögent vier wuchen im meien gon wo sy wellent und sol inn niemant weren
    1438 Burckhardt,Hofr. 84
  • ein vogt, so der ... zu thedingen ... hat, soll er kommen mit drithalb pferden, nemblich mit zweien pferden und einem mule, soll haben ein habich und dabei einen einaugichten hund, seinen pferden soll man futter geben bisz uber die naszloch, und strohe bisz an die bauch
    1485 Frankfurt am Main/GrW. VI 752
  • es soll ein visitator nicht mehr dan zwei pferde, es were dan, daß er so gebrechlich were, daß er zu wagen mit muste faren, haben, so soll er auch zwei oder drei pferde vor dem wagen haben und daruber nicht
    1531 Hessen/Sehling,EvKO. VIII 73
  • so aver iemandt eyn gebrechlich pert hette, und zu hove wulte stain laissen, sall er dem marschalk ... zurkennen geven, und begeren, den durwerderen und kelner zu bevelhen, im solichs gefodert werd. dan aen bevelh desselvigen sall geyn perd gefodert werden
    1538 Sallmann,VerwJülich 92
  • solle ain yeder pfleger oder richter nit mer dann zway pferd, der gerichtschreiber ains, vnnd der ambtman in des gepiet oder ambt die rechnung geschicht, auch ains ... mit nemen
    BairLO. 1553 II 10, 6
  • es solle auch der herr bischof mit acht, und nicht mehr pferden auf die visitation ziehen
    1568 Preußen/Sehling,EvKO. IV 108
  • darzuo für den herren vnd den dieneren iren pferden nagel vnd issen vnd jedem diener für sin win alletag ein gbz
    1601 Beeler,LandammGlarus 21
  • es solle der dinckhoffsherr dem meyer in den hof kommen geritten mit anderthalb pferd vnd anderthalb mann, ... vnd solle jhm der meyer die pferd in den stall stellen, vnd soll den stall wohl beschliessen
    oJ. Alsatia 1854/55 S. 40
I 12 als Mittel zu Handlungserzwingung und Strafvollzug
  • wurde ouch der schöffele deheiner sumig und keme nut an das gerihte, so het der herre von O. ... gewalt, dem schöffele sin hus abezebrechende untze an die vier posten ... und sol man den schöffeln under der swellen us dem huse ziehen, und in buchelingen uffe ein pfert legen und zu gerihte furen
    1336 Elsass/GrW. I 700
  • mögen unsere richter nach gestalt der verbrechung die lebensstraff in dießem laster wohl schärffen, alß daß an statt des endhaubtens daß viertheylen, mit pferden von einander reißen, greiffen mit glüenden zangen oder dergleichen pöenen erkandt werden
    BadLR. 1588 V 10
  • diser vor zorn verblendte mensch last gleich den stallmaister ... einem pferdt an den schwaiff binden vnd also jaͤmmerlich zu todt schleppen
    1686 AbrahSCl.,Judas I 640
I 13
in Vorschriften zum Haltungsgebot und -verbot und zum Weiden
  • wir wellen ... daz noch dem haweslage vnd noch der meyunge der burgerwesyn daz vnser pfert in den selbin wesin vnd in andir gemeyner weyde der selben burger an eren schaden sullen tryft vnd weyde haben
    1336 CDPruss. II 208
  • daß er [amman] uns ain stenzt pfärdt pey dem parn sol habn und dasselb ros sol 12 schilling pfenig wert sein
    1. Hälfte 15. Jh.? Wilhelm,NBayrRpfl. 10
  • scal de sülve karckhere na lude desser vorsegelden breve holden ein perd, tho behoff des karspels ... dat sacramente buten tho den krancken mede tho vörende
    1481 Westphalen,Mon. II 462
  • welcher ein pferd oder fülhin underschlecht, der geit ein laib und ein viertel korns ungefehrlich, welcher aber drey oder vier underschlecht, der soll geben von jedem ein laib und zway viertel korns und welcher drey tag underschlecht, der ist den lohn verfallen, die pferd und fühlin sollen alle pfrendt geben wie andere vihe
    1490 WürtLändlRQ. I 77
  • es soll auch niemanndts besonnders hueten, denn da der hirtt mit gemeiner hertt gehueten mag, es sej mit welcherlej vieh das sej, ausgenomen pferdt 
    1497 Will,Altdorf 351
  • dass die kothsassen verboten sein solle, pferde zu halten
    1563 Kraaz,FrohndAnhalt 89
  • es soll auch derselbig becker haben ein einiges pferdt, damit soll er den leuten den teig hohlen und das brodt heimführen
    1628 PfälzW. II 600
  • wer ohne befugnuß in einem offenen wald hüthet mit einzelnen stuͤcken, von jedem pferd oder stuͤck rindvieh ... 15 [kr.]
    1785 Moser,ForstArch. III 162
  • den handwerksleuten und tageloͤhnern soll auf 9 stu*ck feld ein zugstuͤck, es sey ochs oder pferd ... zu halten gestattet seyn
    1797 Runde,Beitr. I 10
I 14 in symbolischen Handlungen mit Rechtscharakter oder mit rechtlichen Folgen
  • dem pabst ist gesezzet ze besheidenlicher ze richten auf einem plancken pherde vnd der keiser shol dem pabest den stegereif haben daz sich der satel nicht enwinde. daz bezeichent. daz waz dem pabeste widerstet des er mit geistlichem gericht nicht betwingen mac so shol in der werltliche richter ze echte tun
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 2
  • sal der marcgreue van Gulche up eyn eynoghich wiz pert sitzen, ind sal hauen eynen stocken saedel ind eynen lynden zoem
    1342 Lacomblet,UB. III 304
  • nu ist der keyser pflichtig czu pescheiden cziten wenn der babst wil siczen uff sein planckes pfert, das er im sol halden den stegereiff, durch das im der satil icht entwiche. das ist ein urkunde, das dem geistlichen swert und dem heiligen cristenlichen glauben wider nicht und nicht betwingen mag, das sol der keyser alle tag und alle czit helffen richten und twingen, das (dy) geistliche ordenunge in eren blibe
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) I 2
  • als der keyser und der künig auf dem rathauß warent, was im ein pferd zugericht und für das rathauß auff den placz gefuert. darauf saß er und reyt in den hauffen haberen bis an die prust des pfaerdes und neyget sich auf seinem pferde, maß das silbrin maeß vol haber und streich das ab mit dem silbrin strich und schut das einem, der bei im was, in seym geschür und reyt wider hin in das rathauß. da stund er ab und gieng auf das rathause. das pferd, silberen maiß und striche nam der marschalck von Pappenheym, als sein recht ist
    1468 AachenZ. 64/65 (1951/52) 93
  • [die Amtspersonen] sloegen haer hant an die peerd, ende doe hielden sy die ploegh een stuck weghs, ende ginghen mede om so langh hent al dat lant rondom die voore geëerd was
    1505 Iterson,ZeistDorpsgr.2 27
  • ist auch dieser effect mit eingeschlichen, daß maleficanten sich an des fuͤrsten kutschen oder pferd hangen, wann er den ersten eintritt thut und hiedurch vergebung ihrrs verbrechens davon tragen
    1705 KlugeBeamte I2 614
  • die function ... eines erztruchsessen bestehet darinn, daß er bey der kaiser- oder koͤniglichen croͤnung ein stuͤck von dem gebratenen ochsen zu pferd ablangt
    1770 Kreittmayr,StaatsR. 218
  • erloͤschung des wappens. beym leichenbegaͤngnisse eines edelmanns werden alle wappen an fahnen mitgetragen, oder ihm wenigstens gemahlte ahnen neben dem bloßen degen und dem helme auf den sarg gelegt, und ihm das pferd nachgefuͤhrt
    1785 Fischer,KamPolR. I 507
I 15 zu Amtseinkünften gehörig
  • als der keyser und der künig auf dem rathauß warent, was im ein pferd zugericht und für das rathauß auff den placz gefuert. darauf saß er und reyt in den hauffen haberen bis an die prust des pfaerdes und neyget sich auf seinem pferde, maß das silbrin maeß vol haber und streich das ab mit dem silbrin strich und schut das einem, der bei im was, in seym geschür und reyt wider hin in das rathauß. da stund er ab und gieng auf das rathause. das pferd, silberen maiß und striche nam der marschalck von Pappenheym, als sein recht ist
    1468 AachenZ. 64/65 (1951/52) 93
  • was die amtseinkuͤnfte des erbschenken betrifft, so gehoͤrt ihm nach der guͤldenen bulle das pferd, worauf ein koͤnig von Boͤhmen sein amt verrichtet
    1801 RepRecht VII 84
  • der reichserbschatzmeister wirft zu pferd aus den zu beiden seiten des sattels angebrachten beuteln die krönungsmünzen unter das volk; die pferde und silbergeschirre werden eigenthum der erbbeamten
    1804 Gönner,StaatsR. 142
I 16 als Pfand und bei der Strafbemessung
  • solchi phandunge also man uf der stat grabin von aldir hat gegebin. von vihe. uon pherdin. uon eseln. da suln der burger knehte vur phende
    um 1300 Förstemann,Nordhausen I 1 S. 64
  • wann auch einer ... betroffen wuͤrde, daß er wieder dieser vnserer ordnunge in einem oder dem andern thaͤte, demselben soll nach gestalt der verbrechunge ein pfandt genommen, und solch pfandt, es sey pferdt, ochse, schaafe, schwein ... vom heide-knechte ... in vnser ambt ... gebracht ... werden
    1593 CCMarch. IV 1 Sp. 515
  • greift aber einer darüber hinein auf die freiung, ... der ist verfallen so vil er pferde hat von einem ieglichen roß 32 fl. und von einem zu fuß 10 fl.
    17. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 226
  • daß, wo ein bauer einem burger etwas schuldig, und sein beambter ihme nicht zur zahlung helffen will, dem bauern, wann er in die stadt kommet, die pferd abgespannet oder arrestiret werden
    1705 KlugeBeamte I2 618
  • [Übschr.:] pfaͤndungsrecht. zu verhuͤtung alles feldschadens ist es erlaubt, das schadenthuende vieh, pferde, esel, rindvieh, schaafe, schweine, gaͤnse, huͤhner etc. zu pfaͤnden
    1785 Fischer,KamPolR. II 678
I 17 beim Deutschen Orden im Zusammenhang der Kriegsführung
  • dekein brûder sal rîten selbander ûf eime pferde, ez ensî dan uber ein wazzer oder durch grôze nôtdurft
    1264 DOrdStat. 58
  • der meister sol haben ein ros unde drî bestien, uber daz sô man urlouge hat, sô sal er hân ein celdene pfert oder einen thurkeman, einen prîster unde einen schulere mit drîn bestien, einen heidenisschen schrîbere, einen turkopel, der sînen schilt unde sîn sper vûre
    1264 DOrdStat. 98
  • alle die brûdere, die der wâpene pflegent, die gehôrent zu dem marschalke unde sulen ime undertênic sîn nêhest dem meistere, unde den sal er geben alles, des zu den wâpenen gehôret, pfert unde mûle, wâpen unde coverture, hutten, die dâ heizent gribellure, lederhosen unde meserîne nepf
    1264 DOrdStat. 103
II
hölzernes, hülzen Pferd Holzpferd als Strafinstrument
  • wann zur wacht umbgeblasen und umgeschlagen, ... selbiger aber von den soldaten verseumet, sollen die abwesende verseumer mit dem hültzen pferde oder eysen ... gestraffet werden
    1632 v.Frauenholz,Heerw. III 1 S. 397
  • sollen die anwesende versaͤumer mit dem hoͤltzern pferd, mit eisen und banden ... bestraffet werden
    1672 Emminghaus,CJGerm. II 396
  • [Artikelbrief für die Reichsarmee:] hölzerne[s] pferd 
    1682 ZRG.2 Germ. 69 (1952) 357
  • wer die predigten ... versaͤumet oder mittler zeit sich beym gesoͤffe oder auf spiel plaͤtzen finden laͤsset, sol, wann es ... ein gemeiner ... mit dem picquen-tragen, hoͤltzern pferd, oder pfahl gestrafft werden
    1689 HessSamml. III 336
  • auf der schildwache ... soll kein toback gerauchet werden: bey strafe des hoͤlzernen pferdes 
    1746 HambGSamml. IX 452
  • eine soldaten-strafe ... daß N. W. N. oͤffentlich und zu jedermaͤnniglichem anschauen zwo stunden lang auf dem hoͤlzernen pferde zu reiten schuldig. (es muͤssen auch demselben zwey ziemliche gewichte an die fuͤße wohl gehenket werden)
    1800 Hommel,TFlav. I 290
III Abbild eines Pferdes als Hoheitszeichen
  • der zweete stempel, mit einem pferde, wird gebraucht in rescriptis, befehlen, vollmachten
    1776 BrschwWolfenbPromt. II 591
  • alle die pfeifen von gewoͤhnlicher laͤnge sind ins Hannoͤvrische einzufuͤhren verboten. dehmohngeachtet werden auch diese haͤufig heimlich dahin gebracht, und um sie als auslaͤndische unkenntlich zu machen, an ihrer ferse, statt des hessischen loͤwen, mit dem hannoͤvrischen pferde bestempelt
    1790 Gatterer,TechnolMag. I 33
unter Ausschluss der Schreibform(en):
unter Ausschluss der Schreibform(en):