Pracht, f., m.

etymologisch eins mit Bracht
I Gepränge, verschwenderische Zurschaustellung, Aufwand
  • sunderger kleder edder pracht dorve wi nicht to dusser sake [Gottesdienst]
    1529 Hamburg/Sehling,EvKO. V 503 Faksimile
  • das ... aller hanndt ... uberflüssigkait unnd unordenlicher pomp unnd pracht, fresserey, trunckenhait, klaydungen ... uberhanndt nemen
    TirolPolO. 1573 Bl. 2 Volltext (und Faksimile)
  • [Übschr.:] christenliche ordnung und ansechen wider den hoffahrt und pracht in kleideren
    1621 BernStR. VI 2 S. 864 Faksimile
  • zu dämpffung der kleider-hoffahrt und anderer übermüthigen pracht
    1680 Leipzig/Eisenbart,KleidO. 102
  • nachdem sich der pracht in der welt immer mehr vergroͤßert hat, und die europaͤischen maͤchte ... genoͤthiget worden sind, in bestaͤndiger ruͤstung zu stehen
    1758 v.Justi,Staatsw. I 418 Faksimile
  • unter juwelen sind auch perlen und andre kostbare steine, welche zur pracht getragen werden, mit begriffen
    1794 PreußALR. I 2 § 21
  • zur vollbringung der eigentlichen wahl versammlen sich ... die kurfürsten ... auf dem Römer, von welchem aus ... in höchster pracht die kurfürsten im kurhabit ... in die Bartholomäuskirche sich begeben
    1804 Gönner,StaatsR. 131 Faksimile
II Zeremoniell
  • [daß der Kammerjunker] daran sey, das sie [die edle knaben] ..., in der hofzucht erhalten, des hofes pracht und manir berichtet ... werden
    1559 Pommern/Kern,HofO. I 105
III luxuriöser Verbrauch? Geldmacherei?
  • von einem zur pracht und gewinn außer dem königl. sächsischen boden erhandelten faß-wein sollen bey der einfuhr bey dem thor bezahlt werden fl. 4
    1701 SiebbMunC. 134 Faksimile