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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Rute

Rute

, f., m.
I konkreter Gegenstand: einzelne Rute oder Rutenbündel
II Richterstab; die vom Richter in die Hand genommene Rute versinnbildlicht die Ausübung seiner Rechtsprechungsgewalt und Sitzungshoheit; in einer symbolischen Handlung wird der Gerichtsstab bei einem Todesurteil zerbrochen; die am Gerichtsgebäude ausgesteckte Rute signalisiert die laufende Gerichtssitzung; mit der Münze, die an die Rute gehalten wird, wird die Zuständigkeit des betreffenden Gerichts anerkannt (Beleg 1570); seine Hände an die Rute schlagen etwas gerichtlich verhandeln (Beleg 1411)
III Gerichtsstab, der die offizielle Funktion einer Gerichtsperson kennzeichnet, insb. bei der Pfändung (I) oder 1Ladung (I 1) vor Gericht; durch die Berührung eines Gegenstands mit dem Amtsstab wird symbolisch ein Rechtsanspruch hierauf erhoben
IV Szepter, auch Bischofstab als Herrschaftssymbol
V Rute des Hirten, Hirtenstab (I) 
VI Angelrute
VII Meßrute (II), zB. zum Ausmessen von Land, Faß- oder Visierrute zum Messen eines Faßinhalts; auch die geeichte städtische Meßrute, die das verbindliche Normmaß für alle weiteren Meßruten festlegt (um 1400, 1489); meton.: Grenze
VIII "in den Seegrund eingestossne lange Stange zur Bezeichnung der Grenzen der einzelnen Fischereirechte" SchweizId. VI 1827
IX Galgen, Kreuz; übtr. Kreuzzeichen bei religiösen Handlungen
X Rechtsgewalt über jn. oder etwas; auch im Wortspiel (Anf. 15. Jh.)
XI Gerichtsbarkeit; auch der Gerichtsbezirk; auch als Eigenname (Beleg 1547)
XII das Amt des Gerichtsboten (Beleg 1424); Offizier von der langen Rute, kurze, grüne, rote Rute Bez. für eine Amtsperson, die im Auftrag einer Obrigkeit handelt (das Adjektiv-Attribut kann regional zugeordnet werden)
XIII eine Maßeinheit
XIV im Deichrecht
XV Recht auf das Messen mit der Rute (VII) und die damit verbundenen Abgaben
XVI Einnahmen aus der Akzise für Faßinhalte auf der Grundlage des Meßergebnisses mit der Visierrute
XVII eine Maßangabe bei der Berechnung des Wergelds
XVIII Penis