Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Segel

Segel

, m., n.


I aus starker Leinwand gefertigtes Tuch, das an einem Segelschiff ausgespannt dazu dient, die Windkraft zur Fortbewegung des Schiffs zu nutzen
vgl. Segelbaum, Segelmacher, Takelage
  • verlust men enen mast oder en segel, in der segelinge, van ungelucke des ne dorven nicht gelden, de in deme schepe sint
    1240 Westphalen,Mon. III 656
  • dat use copman van Almanyen in juwme lande ligghende van den juwen rosteyrt ys, also dat eren schepen tho der Zluus ere zegele unde rodere ghenomen synt unde vele der coplude in den steen gesettet synt
    1378 HansUB. IV 255
  • gheen netten, masten, riemen, zeylen noch scipghewant in die kerc te hanghen noch te legghen, op xv sc. item ... gheen zeylen in die kercke te naeyen, die wile dat men godsdienst doet, op xv sc.
    1408/14 NBijdrRgel.2 2 (1876) 91
  • merck, das schiff heißt bestritten, so es bestritten würt oder beraub, oder vndergeet, oder von einander bricht, oder die thuenen übergeben, oder so der segel oder strick brechen
    1436 (ed. 1516) Klagsp.(Brant) 41r
  • vorlüst eyn man ene mast edder ein segel an der segelatzie van vngelucke de en doruen nicht ghelden de in deme schepe synt
    LübR. 1509 Art. 76
  • einen erbarenn rathe gemelter stadt Riga hab altzeit gebuert ... die schiffe oder die personenn, wann sie schon auff gemelten Dunstrome, im grauen, ja auch inn der munde der sehe gelegenn, durch benehmung rudels, ancker vnnd siegel arrestiren [lassen]
    1564 MLiv. IV p. 296
  • dat schipper D. ... synen voorgenoemden boot eerst ende alvooren voorsien hebbende met goeden, masten, seylen, touwen, caebels, anckers, victualie, bootsgesellen
    1585 BronnHandelFrankr. 621
  • verleuret der schiffer seine mast oder seegel in der see, stormbs oder ander vngluͤcks halben, dazu darff der kauffmann nicht antworten
    1614 Pard.,Coll. II 548
  • er [oberhafeninspektor] soll ein richtiges inventarium aller tonnen, eisbojen und ketten anfertigen ... ebenso über segel, taue, anker, stücke, munition und andere gerätschaften auf der herren jagd, schaluppe und boot
    1717 ZHambG. 18 (1914) 90
  • schifskauf: ... man hat einen schriftlichen kaufbrief aufsetzen, und darinn den tackel bemerken zu lassen, weil sonst das thauwerk, anker und segel nicht mitverkauft sind
    1785 Fischer,KamPolR. III 71
II meton.: Schiff
  • also makeden do de stede endrechtliken tho und leden in de zee wol myt hundert zeghelen 
    1430 LübChr. III 252
  • der türck ist ... mit 150 seglen oder schiffen in Hispanien ankomen
    1561 AugsbChr. VII 118
  • sonst heißt auch segel bey den see-fahrenden insgemein ein schiff, denn sie sagen in ihrer redens-art: unsere flotte ist so viel segel, d.i. so viel schiffe starck
    1743 Zedler 36 Sp. 1246
III unter Segel gehen/kommen, zu Segel gehen (mit einem Schiff) abfahren
  • so we huret en schip unde schepet he dar in effte nicht, vnde wil he weder utschepen, er dat schip tho zeghele geit, he schal geven halve vracht
    1303 BremStR. 295
  • de velgeschreuen hollandere [hebben] ... an eynem eren medegeselle ... eren vorbosten willen vnd vntruwe ... bewiset, do he tho schepe vnd to segell gaen sulde, vnde hebben em syn boeth affiaget
    1447 Danzig(Hirsch) 276
  • wenne das schiff szeyne last innehat vnde vnder das zegell kompt, so sal der cymerman vorbas dauon keyne noeth leyden
    1455 DanzigWillk.(Simson) 53
  • ein schipp licht yn der hauen, vorwachtende wedder vnd wyndt, vnde eer men tho segel gheyt, ys de schypper plichtyg, radt tho nemen mit synen schyplueden, vnde seggen: gy heren, wy hebben wyndt tho segelen
    1555 WaterR. A IIIv
  • wann er [kranker schiffman] also zur nothturfft versehen, darff der schiffer mit dem schiff nach ihm nicht warten, sondern mag wol zu segel gehen
    1614 Pard.,Coll. II 556
  • sollen von nun an die monat- und kost-gelder sowohl der capitainen, als der bootsleute, welche erst in dienst getreten, angehen, vier tage ehe dann sie zu segel gehen
    1682 KurbrandenbSeekriegsR. 145
IV die Segel streichen die Segel reffen, aufziehen; als zeremonielle Ehrenbekundung bei der Begegnung zweier Schiffe fremder Nationen auf See (II); auch als Zeichen der Kapitulation bei kriegerischen Handlungen
  • de spaniger ... schoten one dorch de segele und wur se drepen mochten. de engelschen streken ore segele und kemen den spanigern an bort und seden, dat se frunt weren
    um 1563 OldecopChr. 159
  • Seldenus ... saget: daß vor denen koͤnigl. englischen schiffen, aus respect gegen den koͤnig und zur recognition der englischen herrschafft uͤber das meer, aus einer alten gerechtigkeit noch zu seiner zeit die seegel gestrichen worden
    1720 Lünig,TheatrCerem. II 1290
V Tuch zur Bespannung von Windmühlenflügeln
  • jewelic mole mut hebben alle jar XCVI ellen lenwand to de zeghelen vp de molen
    1444 LübUB. VIII 319
VI Flosse eines Fisches
  • sal man den fischenn die czegel nicht abeschneidenn, wenne sie lenger denne VIII tage sein vele gewesen, bey eynner margk
    1. Hälfte 15. Jh. DanzigWillk.(Günther) 14
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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