Topf, m., n.

auch Töpfen, formenreich; auch dim.
I irdenes oder metallenes, auch geflochtenes Gefäß; insb. als Haushaltsgegenstand, zB. zur Aufbewahrung von Lebensmitteln, zum Kochen, als Feuerschale; Teil des ¹Hausrats
  • der ... stockmeister ist widderumb schuldig ... holtz, saltz und duppen zu dienen dem scholteß und den scheffen
    13. Jh. TrierWQ. 216 Faksimile
  • umbe reingheit des irtz, da man duppen pleit ave ze geysen
    1330 KölnZftUrk. I 19
  • dis heysit housrot, alz her noch geschrebin stet: alle tische, stule, scheffele, botin, bile, bartyn, toppe, almeryen, slechtlede castin vnd deme glich manschir hande, als dy lute yn erym huse habyn
    1359/89 MagdebBresl. 190 Faksimile
  • sollen die eulner einem jeglichen inmerker, der döpfen umb sie kaufft, in sein haus zu gebrauchen, zwey pfennig werth, vor vii schilling geben
    1454 AnnNassau 14 (1875/77) 135
  • czu deme haußgerete gehoren kannen, gropen adir toppe, leffel, stule, bencke, tische, die nicht nagelhaft sint
    um 1490 RechterWeg I 519
  • szo er [küchenmeister] ... depff, diegel vnd pfannen annympt, [sal er] auch zusehen, ob sie guth ... vnd solchs alles in seinen inuentarium schryben
    um 1520? Michelsen,MainzErfurt 19 Faksimile
  • wo hinfurter ein frau, magdt, kinder oder sonstig yemant feuer bey einem nachpar holen will, die oder dieselbigen sollen solich feuer in einem duppen mit einem deckell zugedeckt und sonst in keinem andernn geschirr holen und uber die gaß tragen
    1562 RheingauLändlRQ. 79
  • alle mobelgutter zu beweisen, erkent der scheffen zum ersten das bett biss vff den schussen, das leiltuch bis vf den seuen, den kessel bis vf den bant, die pfan bis vf den stil, das dippen bis vf die henck ... so lang als solches zu beweisen ist, so erkent der scheffen solches vor ein hinderfall
    1592 Mosel/GrW. II 308 Faksimile
  • wuͤrde aber einer ... betroffen, daß er fewr ausserhalb des topffs vnterm baum liegen liesse, obs gleich kein schaden thaͤte, der sol dem heideknechte ein guͤlden zu pfandtrecht vorfallen sein
    1593 CCMarch. IV 1 Sp. 516 Faksimile
  • [Beschwerde, dass] die H. nicht allein zeitt der freimerckte ... mit krusen undt döpffen hausiren
    1613 HessBlVk. 57 (1966) 139
  • ullner ..., die tüppen oder krüg machten, die sollen von jeglichem rad ein mark geben
    1623 AnnNassau 14 (1875/77) 135
  • keiner ... soll feur in töpffen oder andern offenen geschirr hohlen, sondern nur in leuchten
    1666 SchleswDorfO. 71
  • für die armen vertriben exulanten uß Frankreich [soll] abgefolget werden ein halb dozet zinnene teller, ein tischlachen, ... in gleichem etwaß an küpfernem, es were an einem tüpfe oder anderm nothwendigen stuck
    1685 SchweizId. XIII 993 Faksimile
  • das meisterstück ist ein topf von vier eimern von zweien stücken; macht er das sträflich, so ist er verfallen in die zech fl. zwei
    1740 ArchSiebb.² 27 (1896) 580
  • und wird für sämmtliches gesinde ein topf von 10 1/2 bresl. quart, ingleichen noch ein topf voll grünzeug von 4 bresl. quarten zum einkochen ... gegeben
    1790 SchlesDorfU. 336 Faksimile
II ein Hohl- und Volumenmaß für flüssige und schüttbare Güter
  • to ghevende ... rossyn by toppen, de vyghen by korven
    1442 HanseRez.² II 494 Faksimile
  • zwei dicppen [entsprechen] 3 vdl.
    1469 SPantaleonUrb. 352 Faksimile
  • [vber der molzeit auffm rothause gehalden] vii toppe malwasier, XIII toppe merisches weins zw x pfennigen, vnd auff den abent in der collation XIII toppe malwasier vnd des andern fünfte toppe ausgetruncken vnd im keller angetzeichendt sein worden, vnd die eldisten herrn eine vormutung gehabt, das solchs nicht recht zugehn muste, vnd das der wein muste abegesatzt ader durch die diener vnd jre weiber sein ausgetruncken worden
    1511 GörlitzRatsAnn. I/II 207 Faksimile
  • zu seltmalen kregen mir ein dupgen drubenkrutz ader ein fesgin weins
    um 1560 BuchWeinsberg II 45 Faksimile
III Glückstopf, Behältnis für Lose beim Topfspiel
bdv.: 1Faß (V)
  • der Niderlender loth, das sie im topff vnd in jr loterey legen vnd den zetel ein loth heissen
    1562 Mathesius,Sarepta 236r
  • spiele, da bey man um einen gewissen preis kaͤmpffet: ... der so genante gluͤcks-topf, da man durch erlegung eines stuͤck geldes eine gewisse anzahl derer in einem topfe liegenden theils bezeichneten, theils unbezeichneten steinlein oder zettelchen an sich loͤset, zu dem ende, daß man dasjenige, worauf die zahl oder uberschrifft weiset, vor sich behalten moͤge
    1691 Pufendorf,Sittenlehre 352
  • eine art der gesellschaften ist ... der glückstopff, da man die in einen topff geworffene beschriebene oder leere zettel gegen eine gewisse einlage herausziehet
    1738 Hayme 244 Faksimile