Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): abbitten/Abbitten

I herausbitten von jemandem
  • 1 einen Gegenstand; übertragen: eine Antwort
    • -- weniger deutlich: einen Eid abverlangen, wohl auch abnehmen
  • 2 eine Person von ihrem Machthaber herausbitten
    • a allgemein: vom Meister; von den Eltern (die Braut verlangen: SiebbWB. I 5), von der Bürgerschaft
      • -- von der Herrschaft
    • b reflexiv: Urlaub erbitten, erwirken
    • c prägnant: einen Straffälligen freibitten
II nahe steht bitten, von etwas Abstand zu nehmen. Daher:
  • 1 um Schulderlaß bitten
  • 2 um Straferlaß oder Verzeihung bitten
    • a intransitiv oder mit dem Akkusativ der Missetat, dem Dativ des Verletzten
    • b mit dem Akkusativ der Person
    • c sich abbitten lassen mit dem Genitiv oder Akkusativ
  • 3 um Vertagung einer Gerichtsverhandlung bitten. Wenigstens paßt dies nach J. Grimms Vermutung (JbGemDR. I 264) auf folgende Stelle
  • 4 bittend, d.i. in milder Form, ablehnen
    • a amtlich: einen Antrag
    • b privatseitig: eine Amtsübernahme
III bitten um Weggang oder Beendigung
  • 1 transitiv: abwendig machen
  • 2 intransitiv: seinen Abschied erbitten; kündigen (und aus dem Amte scheiden)
I Bitte um Verzeihung
II (Bitte um) Verabschiedung