anfangen

ahd. anafangen, mnd. anevangen, fries. onfa; Nebenformen -fengen, -fahen und ähnliche
I beginnen
I 1 transitiv
I 2 intransitiv (und reflexiv)
I 2 a örtlich
I 2 b zeitlich
  • unser klage in jaresfrist volfuren, daz jar sich ane vahen sol an s. Jacobs tage
    1335 Michelsen,Rdm. 511 Faksimile
  • ein anfohende knecht ... der erst her kemme oder anfinge knecht zu siende
    1404 HagenauStatB. 159 Faksimile
  • daz sie irn angefangen Westphalischen rechten füro nachgiengen
    1441 Tomaschek,Wien I nr. 139
  • angefengt werden ,anfangen"
    1466 OStR. I 859 Faksimile
  • uber ain jar uff s. Peterstag mit dem ersten zins anfahen
    1508 SchrBodensee 9 (1878) 118
  • fähet ieder kauf alle zeit an, an welchen tag der weinkauf getrunken wird
    1526 OStR. I 597 Faksimile
  • am monntag und erichtag so sich das recht anfächt
    1533 SteirLRRef. 3
  • sich vor angefangnem gricht mit trinken nit inlassen
    1616 WaadtStat. 10 Faksimile
I 3 Händel beginnen, Urheber sein
I 4 einen Rechtsstreit beginnen, ein Verfahren anhängig machen
II
II 1 etwas ergreifen, als seines ansprechen, in Beschlag nehmen
vgl. aufhalten
II 1 – widerrechtlich
II 2 jemanden belangen
  • so daz si von den Valben iht wurden an gevangen zu Veltkirchen in der schrangen
    1. Viertel 14. Jh. ÖRChr. I Vers 17253
  • swer den andern anvengen wil umbe sin erb
    1326 GrW. III 666 Faksimile
  • ap yemant dy ... ane langete adir ane fangete
    1412 PosenStB. I 78 Faksimile
  • wenn er ... mit klage angefangen würdt
    1561 Rotschitz 192 Faksimile
II 3 jemanden festnehmen, verhaften
II 4 den Anfang (III) (Besitzwechselabgabe) entrichten
II 5 quittieren
  • acceptilare anfanghen
    1474 SspVoc./ZRG.² Germ. 44 (1924) 314