Anwand, Anwende, Anwande

mhd. anwan(d)t, Nebenformen anwende, anawanta, -wend; aneband, -wand, -want, -wende, -went, -winde; annewendt; ainwant; inwendt; ewindt; mnd. a(a)nwenn; ahnewendt, -wenne; an(n)ewende; annenwenn
I ursprünglich das Stück des (eigenen oder anstoßenden) Ackers, auf dem der Pflug umwendet
  • anauuanta versura
    12. Jh. Graff I 762
  • wolt einer ein wisen oder garthen ußer einem ackher machen, ein feld, der soll seinem nachpawren ein anwenden ligen lassen
    1500 Reyscher,Stat. 411 Faksimile
  • wo ackeren anenandern ligend, da sol je ainer dem andern anwand und radwendi und fürfellig geben
    1515 SGallenOffn. II 247 Faksimile
  • soll sich jeder hüeten, daß er die anawend seinen nachbohren mindre
    1715 ÖW. VI 441 [uö.] Faksimile
II Acker, auf dem die Angrenzer den Pflug wenden dürfen, der daher breiter ist, wie Anwander (I)
III Rain, der zwischen einzelnen Äckern oder an Straßen- oder Grabenrändern ungepflügt liegen bleibt, wenn das Übertreten auf fremde Grundstücke nicht gestattet ist. Wird stellenweise zur Weide oder Grasnutzung gebraucht, deshalb in Norddeutschland auch Anweide (II)
IV gleichzeitig Feldweg
V Ackergrenze
  • das man alle jore sol scheiden die anewanden in den gesegten velden
    1406 SchlettstStR. 319 Faksimile
  • kirßbaume einer halben messegerten langk von der anewenden zuschen im und sinen anestoßern setzen
    1428 Wertheim 26 Faksimile
  • ein ruten an der anwenden aufstecken und seinen nachparn die frucht und uberhang herab zu thunen vermanen
    1566 Spessart/GrW. VI 80 Faksimile
  • das gut mit seinen anwanden beschrieben
    1571 SolmsLR. 11 Faksimile
VI Grenze überhaupt
VII Gewann(teil)
  • indem die ackher in allen anwandten des banns ungleich ... seyndt, ja sogar in jeder besonderen anwann die untersteinten ackher einandter in der größe nicht gleichen
    1722 Batzendorf/K. Eiffler, Das Vermessungswesen der Markgemeinden (Strassburg 1895) 75
VII – "Die Gewann ... nach der Dichte des Bestandes der Stöcke in Jöhner oder Anwandte d. h. Streifen eingeteilt"
VIII Landmaß
IX schon frühzeitig als Flurname
IX – Einordnung der Belege zum Teil unsicher