Arm

I beim Schwur
II als Symbol des Schutzes
  • ab derselben fryen leut einer flüchtig wurde vnder eines herrn von Rineck rechten arm, derselbe hat auch fride vnd geleyt gleycher weyss als in dem freyhoffe
    1380 GrW. III 520 Faksimile
  • nimpt er [der Waisenvogt] dasz kind an sein arm, so mag er mit desszelben kinds hand und mit sin selbs mund desz kindts varend gutt vergen
    1435 Binzikon/GrW. IV 273 Faksimile
III bei Haussuchungen
IV Strafe
  • jme den arme vnd hant abehauwen
    1480 MittPfalz 4 (1874) 5
V
  • bracchium saeculare - dieses verfahren wird genennet imploratio bracchii saecularis, die anruffung des weltlichen arm
    1752 Greneck 64 Faksimile
  • den hiezu unumgaenglich nothwendigen weltlichen arm anzurufen
    1768 Balthasar 35 Faksimile
VI als Maß
  • der richtere morgin gave ist ir gebu, pert, swin, rinder und so getan dinch unde swaz er undir sinim arme hin getragin mac, da die brutlouft ist
    Anf. 14. Jh. GörlitzLR. 220 Faksimile
  • ein brodt geben, was einer under seinem arm haben mag
    1590 ArchHessG. 3 (1844) 150
  • GrRA.⁴ I 140 Faksimile
VII über den arm verkaufen hausieren
VIII krummer Arm
  • wanner he sich vorandert in dem hilligen echte ... so schall he geven enen krummen arm, dat schall wesen eyne kost van dree richten myt eyner braden und ene halve tune beers
    1463 PlönUB. 15
  • für den krummen arm soll ein fremder, so aus dem werke freyet, in des werckes lade entrichten 4 fl.
    17. Jh. Rügenwalde 104 Faksimile
  • mit dem krummen arme wandern [Holz stehlen]
    oJ. Lasch-Borchling I 121

arm

fries. arm, erm; ags. earm
I nichtvermögend, bedauernswert (nicht immer scharf zu trennen von arm (IV)
I 1
I 2 substantiviert
II arm und reich substantiviert, dh. alle (Bürger oder Bauern)
III gemein und (oder) arm Paarformel
IV (nicht immer scharf zu trennen von arm (II)) armer man, arm(m)an(n)a unfreier Bauer; später: Untertan
Sachhinweis: ZGO. 41 (1887) 416
IV –
V arme dirne feile Dirne
VI peinlich Angeklagter, Verurteilter
VI – armes männchen