Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): 1Dieb

1Dieb

ahd. deob, dieb, dieph, diup, thiob, thiub; mhd. deub, deup, di(e)b, dieff, di(e)p, diub, diup, düep; mnd. de(e)f(f), deif, dev, d(e)yf, dhef, dief, diff, dyeb; mnl. def, dief.; ags. deof; fries. thiaf, tief. - Kluge11 104.

I
II derjenige, der dem anderen etwas heimlich entwendet

II 1 allgemein
  • gif ðeof sie gefongen, swelte he deaðe
    688 Liebermann,AgsG. 94
  • diep stal diebe
    1190/1230 WaltherVogelw. 105, 25
  • so is hi niar sexasum uppa tha helegum thet god to witane and skethelas wether ti iewane than hi thiaf wesa thorwe
    12. Jh. WestfriesSchulzenr. 197
  • die eenen dief achtervolghet met dieften
    1265 Stallaert I 341
  • der naht frowet sich der dieb, daz er den luten guot verstele
    1293 Langenstein,Martina 519
  • dar en borghere eneme dheue sin gut afiaghet
    1294 Hach,LübR. 282
  • sa hwer sa thi husig enne thiaf hant, deth hi thenne enige monne enigene skatha er hi ebunden werth
    13. Jh. Richth. 123
  • so muz he den dip volbrengen selbesibende
    um 1300 FreibergStR. XIX § 14
  • wiert auch der sun ein diep oder diepez gesel ..., so hat er nimer tail an seines vaters guet
    um 1330 BrünnRQ. 401 [und öfter]
  • ander guet dat dey deyf by sick heft
    14. Jh. Dortmund/Dreyer,Neb. 420
  • welk man de dar eyn deff edder eyn drel gewest hefft, ... de ... bliue buten der gilde
    1407 RevalStR. II 22
  • ist aber der dewp ... ain frembde person und thut schaden im unserm aigen
    1434 Kaltenbaeck I nr. 18
  • dar scholen se van holden [von den eingehenden Strafgeldern] in A. en guden man myt twen knechten, de schalken unde deven sture
    1438 OstfriesUB. I 440
  • ist das rauber ... verkernnt jr gewannt vnd verpergent sich vnnter den augenn das man sy nicht erkennen mag wo der ainer gefanngen wirt den sol man richttnn als ein dieb vnnd nicht als ain rauber
    1473 Ruprecht 270
  • sol ... der schöpff sprechen, ... ich ... pit gerichts zu dem diep der do gegenwurtig stet
    1485 NürnbHGO. 538
  • welk stolen gudt in unser stadt erschene efte gefunden worde, edder eyn deyf myt düffe, dar boret dem voghede de drudde penningh von
    15. Jh. Höxter/Wigand,Beitr. 153
  • dath hüe ohnn bij nachtßlapendere tyde by syner wyse inn synen huße alße eynen dyff gefunden heth
    1505 ZerbstFemb. 3
  • wen der dieb seinen dewbe vnd diebstal erboetig were widerzugeben
    1511 GörlitzRatsAnn. I/II 193
  • ob jemand etwas gestolen oder entfremdt ist und bei den dieben, entfremdern oder an andern enden befunden wirt
    1519 Unterengadin 237
  • 1520 GlarusLB. I 159
  • stelt einer garvenkorne im velde ..., men magh den deef töven ... ane unrecht
    vor 1531 RügenLR. Kap. 120 § 7
  • dy diff 
    1536 SiebbWB. II 40
  • up dat de deive gein orsake, ere haeve und gut dardorch to stellen
    1550 WestfLR. 136
  • stehet es bei dem gericht, ob dieselb dem teup mit ihnen abkommen wollen lassen
    1598 ÖW. VI 382
  • wer haimblich oder offentlich stillt, es seye ... gelt, viech, oder andere fahrnuß ..., der ist als ein dieb landtgerichtlich zu bestraffen
    NÖLGO. 1656 II 84 pr.
  • worauf ich geantwort, er seye unehrlich, man liesse keinen dieb schweren
    1670 Abele,Unordn. I 30
  • 1696 Tessin/ZSchweizR.2 29 (1910) 154
-- oft auch in literarischen Quellen
  • ist diz von Troie Paris, der uns verstal in diebes wis Helênen von dem lande
    nach 1281 Konr.v.Würzb.,Troj. V. 34792 [und öfter]
  • scachære unt diube suln fride haben
    oJ. Kchr. V. 2171
  • oba ther man westi ther heime ist in ther festi, ... wio ther thiob quami: er wacheti ... dribi then thiob thanana uz
    oJ. Otfrid5 IV 7, 56
II 2 Dieb und Räuber 
  • wan mort und schach sol man sparn dieben und roubæren
    um 1230 HeinrTürlinCrône V. 19150
  • ist ... daz der der rovber oder der divp daz gvͦt angrifet, ... si mvͦzen zwivalt gelten
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 42
  • also [richten] tuet man auch dem, pei dem man gerauptes oder gestolens guet vindet, daz er mit wizzen behalten hat den raubern oder den dieben 
    um 1330 BrünnRQ. 399
  • de eed, den disse man nu swor op dissen deyf efte rovere, de is reyne unde nicht meyne
    1355 DortmStat. 83
  • unrecht guͤt laßt uch nicht gelibe, roubere und dybe schult ir in uwir acht tuͤ
    14. Jh. Mone,AltdSchausp. 96
  • huuersa ma ene rawere ieftha ena thiawe sin god binome
    14. Jh. Richth. 240
  • 1627 BöhmLO. T 31 (Überschrift)
II 3 in Verbindung mit anderen Verbrecherarten
  • daz ir deheinen lantmorder, lantrouber, gemeine und offenlich diebe, nahtbrenner oder echter nút schútzen ... súllent
    1373 SchlettstStR. 77
  • unze openbare vyande, kerkenbrekre, mordre, velschere, deve de myd den openbaren schyne erer undaet begrepen vorden
    1382 BremUB. IV 12
  • item auf einen dybe, auf einen rauber, auf einen verreter auf einen lantwinger schol man ir yglichem auf binden ein hanthaft von cleydern
    2. Hälfte 14. Jh. (Hs.) BambStR. 42
  • diebe vnd rawber vnd vngetrewe lewte haben die gewonheit, das sie bei der nacht den juden pfant zutragen
    14. Jh. IglauOberhof 368
  • von roubern von diebin von czouberer von velschern von wucherer vnd von rechtelosen
    14. Jh. MagdebSchSpr.(Gaupp) 228
  • alle schaͤdliche luͤte, mortbrenner, rauber, diebe oder wie die genannt sint
    1401 Biberach 189
  • [Geleit zu einem Fürstentag wird gewährt allen] ane deyve, mordere, mordbrenere
    1409 GöttingenUB. II 17
  • ain diep oder mörder oder andern schedlichen man
    1412 NÖsterr./ÖW. VII 378
  • belumbte, vbeltetige vnd schedlich lüte [mit namen rauber, morder, dieb]
    1413 Buchhorn/Gengler,CIM. 434
  • were, das jn diszem gericht jemand den tod verschult hette, er were ein morder, keib, dieb ald wie er angefallen wurde
    1414 Zürich/GrW. IV 292
  • [Geleit für Marktbesucher] awsgenomen mürdär, sträsrawber, schachprenner vnd offen dewb 
    1417 Wasserburg 113
  • kain muetwilliger mörder, kein wißentlicher diep, kein offenbarer kirchprüchl, auch kein offenbarer straßenrauber oder prenner hat nicht freiung
    1566 NÖsterr./ÖW. VII 60
  • die ubelthäter werden ... als mörder, dieb, ketzer etc. beschrien
    1575 WürzbZ. I 1 S. 97
  • 1591 Schwanser nr. 605
  • moͤrder deve unde roͤver schoͤlen nuͤmmermehr fredes geneten
    1593 JütLow.3 II 6 § 7
  • bose vrowen, dibe, mordere, kokelere unde allirleie schelke
    oJ. SächsWChr. 294
II 4
mit Adjektiv

II 4 a vgl. "fur manifestus"
öffentlich, handhaft, notorisch
  • das einer verlümdet were für einen offnen diep 
    1348 Argovia 9 (1876) 20
  • dat negheen gheprouveert dief nemmermeer te gheenen daghe werken ne mach
    1360 AardenburgRbr. 145
  • gemeine und offenlich diebe 
    1373 SchlettstStR. 77
  • dieb haimlicher oder offentlicher
    1374 BairFreibf. 27
  • wißentlicher diep 
    1566 NÖsterr./ÖW. VII 60
  • anrichtigk dib 
    16. Jh. Görlitz/NLausMag. 71 (1895) 30
  • 1611 FreiburgÜMun. I Art. 107
  • dergleichen schädliche betrueger sollen schwärer als die offenbare dieb ... gestrafft ... werden
    NÖLGO. 1656 II 94 § 2
  • für ein offentlichen dieb ... halten
    1670 NÖsterr./ÖW. XI 144
  • bey berüchtigten dieben 
    1717 BrandenbKrimO. V § 3
II 4 b Hausdieb
  • P.M. detulit H. de P. thorifici in valore 4 marcarum Sundensis monete; pro eo iustis sentenciis est pro fure proscriptus, dictus rokerech [= räucherisch] dyf 
    1349 StralsVerfestB. 32
  • furtive abduxit unum equum ... domini sui; pro quo delicto ... pro panisco fure, dicto en brodegh [= brotig] def, est proscriptus
    1380 StralsVerfestB. 52
II 4 c nicht ortsansässig
  • so ain varunder deuf in das dorf kam
    1488 NÖsterr./ÖW. VIII 780
  • ist es aber ein streichender diep, den sol man antwurden mit allem dyepigem guett
    16. Jh. GrW. III 691
  • ain streichender deup oder deupin mit entraubter und gestollner hab
    16. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 251
  • wo ein streichender diep auf der herrschaft grunt kombt
    1600 ÖW. VI 221
III Anzeige und Festnahme des Diebs

III 1
  • swelich dief begrepen wert dages oder nachtes
    1227 BrschwStR. § 27
  • wirt di dib mit der duibe begriffen
    1230 MühlhsnStR. 617
  • stelth eyn deff unde werth he mede begrepen
    1279 Hapsal/RigaStR. 29
  • wiert ein diep gezaiget der ein gast ist auf meines herrn gut
    1289 ÖW. VI 526
  • swer einen schedlichen man oder einen diup fur geriht gevangen bringet
    1300 Rockinger,Dm. 75
  • he begrife den dip an hanthafter tat
    um 1300 FreibergStR. XIX § 1
  • wo unser richter des deubes inne wirt ..., den sol er vesten
    1311 BairFreibf. 1
  • begriff ... unser richter ainen deup 
    1311 BairFreibf. 2
  • wann ain dewp an der hanthaft begriffen wirt
    1350 SteirLl. Art. 215
  • dat enich burger eynen dieff ... begrepe yn syner gewoelt
    1371 BeitrWerden 10 (1904) 52
  • begript eyn synen deff 
    um 1400 SchleswStR. 31
  • begreiffet eynn man seynnen dyeb in handthafftigerr tadt
    1. Hälfte 15. Jh. DanzigWillk.(Günther) 16
  • 1462 GraubdnRQ. I 399
  • ob ain dieb ... in unser gebiet ... käme, den möchte ain lantrichter wol besitzen
    1480 NÖsterr./ÖW. VII 486
  • wan ein deop herein kem in die herschaft und kemb einer und frumet in zu vahen
    1500 NÖsterr./ÖW. VII 352
  • ob ain deup in das aigen ... käm, den sol der richter annemen
    1512 NÖsterr./ÖW. VIII 77
  • seu vachn und einnemen auch zu zeytten diep und zaubrerin anfengkhlich
    1515 BeitrSteirG. 14 (1877) 121
  • ob ein schedlicher mann oder dieb an aines schaden begriffen ... wurt
    1530 NÖsterr./ÖW. VIII 1008
  • das ich einen dieb ... gefenklichen habe einzhien lassen
    1560 BrandenbSchSt. III 8
III 2 Verwahrung
vgl. Diebstock
  • in je wederme hove sol sin ein stok diebe ze behietenne
    1286 Hanauer,Constd'Alsace 38
  • wurd der deupp gefanngn, so soll der richter dem gasst leichen stockch vnd eysen, vnd den deupp dem gasst bebaren
    1460 Niederösterreich/GrW. III 696
  • Elsass/GrW. IV 152
IV Gerichtsverfahren gegen Diebe
  • he scrie ine dat gerüchte an unde gripe in an vor sinen dief, also of die dat hanthaft si
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. II 36 § 2
  • wirt die diep mit dir duibi bigrifphin di un dan bigrifit, die sal die duibi cundigi miti giscreigi undi sal umi dan binde di hendi hindir sienin rucki undi die duibi daruf undi sal un dan also gibundin undi givangin undi mit giscreigi vur den richteri vuiri
    um 1230 MühlhsnRb. 102
  • were es, das dass mensch stünde als ein diep mit warzeichen des diebstals vf dem hals vnd die hende hinder dem rücke gebonden
    13. Jh.? Cröv/GrW. II 380
  • he klaget ... uch herre richter uber denselben H. der da kegenwertik stet, sinen dip unde der lantlute dip 
    um 1300 FreibergStR. XIX § 10
  • wann ain dewp die hanthaft auf dem hals hat, so bedarf man der zewgen nicht
    1350 SteirLl. 217
  • dem deup die hanttot, da er mit gefangen ist worden, auf den rugk pinten und schol im di deum pintn mit einem ruchhalbm
    1489 NÖsterr./ÖW. VIII 180
  • ein diep am strang
    Ende 15. Jh. WürzbZ. I 1 S. 497
  • weist man zu recht an diesem gericht die vier rueg meinem gn.h. von Wirtzburg, als nemblich ein ligenden mord, ein dieb an einem sail, einen nachbrand, und welcher frauen oder iungfrauen notzüchtigen wöllen
    1508 GrW. VI 42
  • H.L. claget an T., dat he ys syn rechte deff 
    1518 Magdeburg/Wasserschleben,RQ. 37
  • 1523 Franken/GrW. III 802
  • ein diebb an einem saihl
    1550 Eberstein2 I 166
  • das man ... an der zent uber einen dieb am strick zu helfen und zu enthelfen habe
    1576 WürzbZ. I 1 S. 382
  • 1669 BeitrSteirG. 26 (1894) 135
  • so sol denne der fürspreche sprechen ... ir hapt ainen diep in evrn panden, der ist sin diep vnde dez landes
    oJ. NürnbHGO. 246
V
Bestrafung

V 1 Blendung
  • dem roubare den galgen, dem diebe an diu ougen, dem fridebræchel an die hant, den hals umbe den brant
    1150 Kchr. V. 15144
  • nach 1275 ProsaKaiserchr. 188
V 2 henken
V 3 mildere Strafe
  • die andern zeichen [= Brandmale] gibt man den dyben, die des tagis stelen
    14. Jh. Weichb.(Dan.) 341
  • der dieb halben ist fürgenomen, alle die stelen vnd über 18 jarn alt sind, vnd vnder ainer fart 25 pfund perner oder darunder, der sol an pranger gestellt vnd mit ruten außgestrichen werden
    1499 TirolHGO. 135
  • so der dieb oder diebin vnder vierzehen jaren weren, die soͤlt man vmb diebstal on sunder vrsach auch nicht vom leben zum todt richten
    1507 BambHGO. Art. 190
  • ob wohl der diebstahl insgemein mit strange gestrafft wird, müssen doch allerley umstände, als des diebes alter ... in acht genommen werden. dann wann der diebstal geringe, und besserung bey dem dieb zu hoffen, soll mit dem strange gegen denselben nicht verfahren ... werden
    1599 LauenburgStR. 341
VI andere Verbrecher dem Diebe gleichgestellt

VI 1 Hehler und Diebshelfer
  • wende he is dief oder dieves genot, die der kopinge bekant unde der gewere besakt
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 4 § 2
  • swer devb oder rauber behauset oder si mit helfe sterchet darzů, ..., man sol vber se richten als vber jene
    um 1275 DspLR. Art. 111
  • swer der sinne weldet, daz er den dieb heldet, der ist wol wert der selben veme, die der dieb sal genemen
    1300 EvNic. 5063
  • swer auch der ist, der von der borger chnecht oder diern haimleich icht chauft auz dem haus oder anderswa, ..., den schol man haben an eins diebes stat
    1307 BurghausenStR. 184
  • wer diephait mit wissen halt oder der dieb wizzenleich herberget oder der ainem dieb ain laiter leicht ... oder der, der den dieben ier geczeug machet oder in hilfet, ..., di sint alle hahens wert sam die dieb 
    um 1330 BrünnRQ. 399
  • so en sal nummant deyue efte vnrechte lude halden efte herberghen ... vnde wey dat dede ... dey sal liden de seluen pine mit den ghesten
    1350 Soest/Seibertz,UB. II 391
  • 1374 BairFreibf. 27
  • welcher offizier vom ... dieberey participieret, soll als ein ... dieb gestraffet werden
    1668 Lünig,CJMilit. 102
  • der do verhilt der ist ein dieb als wol, als iener der do stilt
    oJ. GrRA.4 II 194
VI 2 Betrüger mit Maß und Gewicht
  • worde ok en man begrepen mit twen schepelen ofte mit twen verderen, also dat de ene to cleyne unde de andere to grot were, unde mit deme groten inmete, unde mit deme clenen uthmete: dat were ... en recht deef 
    1270 HambStR. 58
  • 1294 Hach,LübR. 312
  • du bist ein diep, wan du gibst der rehten maze niht
    13. Jh. Berth.v.Regensb. I 17, 17
  • worden dhar oc ghewnden twe striscepele ofte twe wiscepele unde dhe ene minre unde dhe andere grottere, dhe sin weren, so is he mit ther mate en dhef 
    1303 Bremen/Lasch,NdStB. 9
  • 1586 LübStR. IV 12 § 1
VI 3 wer auf Befragen einen Fund verschweigt
  • da es [verirrtes Vieh] aber, wenn es wieder gefordert, untergeschlagen oder verhelet würde, ..., der soll derentwegen für ein dieb geachtet und gehalten werden
    1583 HadelnLR.(Pufendorf) 25
  • was eyn man vindet, leuket her seyn wen man dor nach fraget zo ist her eyn dip 
    oJ. Wasserschleben,Samml. 65
VI 4 der sich einer Untreue, Unterschlagung oder Betrügerei schuldig macht
  • oft eyn schipher ... des kopmans gudere ... vorkofte unde darmede wykaftich worde ..., sal men ... en boven alle deve an eyne galghen hanghen
    1482 HanseRez.3 I 310
  • is ok dat en man dre mene ede sweret den mach me bauen ander deue henghen
    15. Jh. Hach,LübR. 372
  • soe wat persoon alhier fugitif wordt, sonder daertoe gecomen zijnde bij nootsaken, men denselven houden ende achten sal t'allen dagen voer dief 
    1515 Antwerpen BankerotteurO./OrdonnPaysBas I 465
  • es soll auch kainer ... geng mit perg nicht versetzen der soll als ain felscher und dieb gestrafft werden
    1532 Salzburg/Lori,BairBergr. 214
  • welcher ... syn rechtshandel mit vngerechter zeügsame behauptet hat ... derselbig practicierer soll ... als ein offner dieb mit dem strick hingericht werden
    1611 FreiburgÜMun. I Art. 107
  • von solcher unthrüw wegen ... als ein dieb und meineydiger ... gestrafft
    1616 WaadtStat. 154
  • wann ... er etwas von diesen guettern betrueglicher weiß wuerde behalten, so solle er fuer einen dieb derselben gehalten werden
    1619 Lazius,Wien II 87
  • [es soll sich niemand unterstehen] des nachts an das gestrandete schiff zu fahren, weniger etwas daraus ... abzuholen; wer dawider handelt, soll als ein dieb bestrafet werden
    1728 PreußStrandungsO. IV 3
  • den dieben sind ... gleich zu achten all-jene, welche durch boshafte raͤnk, hinterlist ... und schelmenstuͤcke ... den leuten ihr geld oder gut ... herauslocken
    1769 CCTher. 94 § 5
  • weret dat jemant gut van eynes anderen wegen hedde, dat he vortherede, tobrechte edder van sich schickede mit vorsate, de ... sall geholden werden vor eynen deeff des gudes
    oJ. HanseRez.2 I 152
VI 5
Feld-, Forst- und Grenzfrevler (besonders bei Nacht)
  • wey des anderen vyssche neme bi naicht ef be daige, daer sol men over richten as over eynen deyf 
    1367 DortmUB. I 609
  • ßo einer einem andern in das sine spyn bie nacht vnd nebel, vnd ime das sin abetzet? vrtheil, ist geurteilt fur ein dip 
    1500 Franken/GrW. III 593
  • 1552 NÖsterr./ÖW. XI 30
  • 1573 NÖsterr./ÖW. VII 851
  • wer ainen pelzpaumb ausgrebt ..., bei tag zu wandel 5 tal. ₰, bei der nacht wiert er fier ain teub geacht
    16. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 246
  • [wer zum dritten Mal statt Gestrüpp Holz haut, soll] das dritte mal darauf ertapt durch den scharpfrichter als diebe gebrandmarket, mit ruten gestrichen und vor ewig verwiesen sein
    1690 RhW. II 2 S. 130
  • GrW. III 302
VI 6 wer verdächtig ohne Weg geht
  • gif feorran cumen man ... buton wege gange ..., for ðeof he bið to profianne
    695 Liebermann,AgsG. 14
VII Schurke, Bösewicht
  • vnd was doch der chnecht ain schalk ain dieb 
    14. Jh. Heinrich der Teichner/Keller,Erzähl. 651
  • 1517 Teuerdank 45, 51
  • ihr möget doch die wippers, die kippers, die schelm, die diebe, die das geldt aus dem lande stelen, an die wipperie straffen
    1621 BrandenbSchSt. II 609
  • der L. hat kürsbeim abgehauwen wie ein schelm und ein dieb 
    1669 BergheimUB. 283
VIII Beschimpfung
  • so we den anderen dhef oder rouere oder mordere oder mendeder scheldet
    1294 Hach,LübR. 282
  • 1296 Nowgorod 26
  • swer owch dem andern an sin ere sprichet und im in ernste giht tieb, oder boeswiht oder ketzer
    1331 Frauenfeld/Schauberg,Z. 2 (1847) 117
  • wer den andern beschalchet mit den fünf worten der ist ains der dem andern spricht du bös wiht das ander du diep das tritt du morder
    1350 DiessenhofenStR. 16
  • welh burger den andern under ogen freuelich beschilt also daz er ain diep ... sy
    1385 SchaffhStB. 2
  • we den anderen def heet of horensone, scallich of menedich, de sal gelden een punt
    1420 AlmeloStR. 6
  • 1450 Wien/GrW. III 704
  • scheldet en den anderen vor enen deff 
    1450 RostockGO. 67
  • das yeman zu dem andern spreche fräuenlich ... disser nachgeschribnen acht wortten theines, namlick ... meineyd, dyeb, bösswicht
    1450 SchwyzLB. 19
  • were sach, das einer ... ein ander ein dip hieß
    1494 WürzbZ. I 1 S. 602
  • de den anderen deff edder rouer eder morder edder meyneder heet
    15. Jh. Hach,LübR. 424
  • oft ein den anderen geheiten ... dieff, schalk, morder of des gelikes
    15. Jh. InfSpecSax. 638
  • soe wie den anderen scelt dief of verrader of moerder
    1500 Fruin,KlSteden II 20
  • um 1500 RottweilStR. Art. 224
  • ob sich zween miteinander schülten, daß dieselbigen scheltwort an ehre unndt glümpf reichen möchten, als: schalkh, dieb, bösewicht, verräther
    1520 ErbachLR. 57
  • 1523 Amersfoort 9
  • so einer den andern ein dieb oder boswicht schilt
    1530 Odenwald/GrW. VI 3
  • die anhever schulde einem vor einen schelm, dief edder droch
    vor 1531 RügenLR. Kap. 94 § 4
  • wan jemandt den anderen op syn eer sprecht ende segt hy waer een dief offt meynedig
    1550 LimbWijsd. 72
  • wenn du das redst, so lügst als ein dieb, schölm, keib, kätzer und dergleichen
    1569 BruggStR. 189
  • so einer den andern schildt vor einen schelm oder dieb 
    1575 Stieda-Mettig 526 (nr. 102, 22)
  • wo einer den andern an sein gerüchte vnd ehre sprechen, und ihnen vor einen dieb, schalck, vorreter, horen shone oder dergleichen schelden würde
    1581 HagenLR. 9
  • welcher ... in einem gähen zorn redt also: du bist ein dieb böswicht verräther
    1604 ZofingenStR. 263
  • welcher den andern ... haist ainen dieb, schelm, mörder, bößwicht, verräther, brenner oder dergleichen schmachwort
    1614 WürtLändlRQ. II 582
  • 1622 BruggStR. 219
  • wo aber einer dem andern .... schälten würde, alß ein dieb, mörder vnndt dergleichen ehrenrührige worth
    17. Jh. ArchHessG. 9 (1861) 147
  • sollte aber einen den andern einen s.v. dieben schelten
    1786 MellingenStR. 471
  • wer och ainem frävelichen spricht: ... moͤrder, dieb, malatz
    oJ. FeldkirchStR. 139
  • so wie den anderen schelt hoerensoon of dief of loesman
    oJ. StaverenStR. 199
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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