1Diebe

ahd. diubja, thiuba und anders; mnd. diüve, duffe und anders; mhd. diube, diuf(e) und ähnlich; obd. teuf(f), tief, tübi, túpe und ähnlich; nhd. deube
I im Ahd.
II
II 1 Diebstahl
II 2 Feld- und Forstfrevel
  • we des nachtes bearbeydet holt oder gras nimt, dat is duve; nimt he dat des daghes, so is dat en rof
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStat. 37 Faksimile
  • wen me darover findet, de ... weme schaden doyt in korne ovete eddir an wynbergen ... schůt de schade by nacht, so willen unse hern daby varen alse by eyner duve
    1370 HalberstUB. I 579
  • 1394 CDWarm. III nr. 282
  • wer ein sneisse zcu walde macht ..., dem sal nimant uf schadin in sine vogel gehin; tud ez darobir ymant her begehit ein dube
    Ende 14. Jh. EisenachRb. 750 Faksimile
  • 1434 DuderstadtUB. 416 Faksimile
  • we deme anderen dat syne uppe den berge ... entfoerde, were dat by dage, so were dat eyn roff, by nachtyden were dat eyn düve
    1458 Goslar/GrW. III 268 Faksimile
II 3 (Fund-) Unterschlagung und Untreue
  • sveme enes anderen mannes have ... in watere to vlüt ... besakt he's, so man dar na vreget, so is it diuvech [andere Lesart dube]
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. II 29 Textarchiv: SspLR. II 29
  • svat si ieman vind, besakt he's, of man dar na vraget, so is it duvech [andere Lesart dube]
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. II 37 § 1 Textarchiv: SspLR. II 37
  • we penninghe verleset unde de swaren ut den lichten tut, dat is en düve
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStat. 38 Faksimile
  • do der burger ... bekante, das her hette behaldin czwo gevolte sparbuchsin und dy dritte dem kunge gab, do was is dube
    1350 MagdebBresl. 74 Faksimile
  • nach 1358 Rb.n.Dist. V 17 Dist. 2 Faksimile
  • wer daz fedirspel vehit in den dren tagen alz ez enphluget, und ez beheldit ... so ist ez ein dube
    Ende 14. Jh. EisenachRb. 749 Faksimile
  • das er an der stadt ammechte ... obirfarn habe ... in deme zcehenden, das er do vone genommen habe 10 ℔ ..., umb diesse geschicht der dube die rette den ... G. georteylt hatten ..., offinberlich zcu vortumene
    1401 MühlhsnGBl. 9 (1908/09) 29
II 4 in Verbindung mit Verben
II 4 a tun
II 4 b begehen
II 4 c jemanden des Diebstahls bezichtigen oder anklagen
  • daz du mich divue zîhest dâuone, daz gîst du mir ze lône
    1120 GenesisM. 62, 9
  • swelich man mit dhuve besproken wert
    1227 BrschwStR. § 28
  • ist auch das iemand ainen ansprichet umb deuf
    1289 ÖW. VI 525 Faksimile
  • die buͤrgere lizen einen pfaffen henge, der was en besagit mit duͤbe
    13. Jh. SächsWChr. 315 Faksimile
  • wirt einer beclaget umb dube
    14. Jh. JurPrut. 16
  • klagt einer eine dube uf einen andern man
    14. Jh. JurPrut. 18
  • claghet he dat vppe důue, me schal dat alzo richten
    1401 LünebStR. 53 Faksimile
  • dat we on vor duve anegrepen hebben
    1403 HildeshUB. III 31 Faksimile
  • hebbe dar mede H. und siner ... husfrouwe neyn dufe edder nichtes unerliken to gelecht effte getegen
    15. Jh. MagdebSchSpr.(Friese) 87 Faksimile
II 5 formelhaft mit anderen Verbrechen verbunden
II 5 a Diebe und Raub
  • de ir recht mit rove oder mit düve verloren hebbet
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. I 39 Textarchiv: SspLR. I 39
  • zu derselbin wise volget man ouch umbe roub adir umbe dube von gegenote zu gegenote, von dorfe zu dorfe
    vor 1320 ÄltpolnRdm. 12
  • beschuldiget ein man den andern umb findunge seines gutes ... und bekennet nicht in der beschuldunge raub oder dube, der man wirt sein ledig ... mit seins selbs eide
    14. Jh. JurPrut. 13
  • geld uth don uppe pande, de mit duve eder mit rove gekregen sin
    1440 HildeshUB. IV 327 Faksimile
II 5 b ("die drei Sachen") Totschlag, Diebe, Notnunft
  • swaz auch von wandeln umb todsleg, notnunft und deuf gevellz, daz scholl man gelich enzvvaitallien
    1290 MBoica XI 262 Faksimile
  • dhain schuld rihten ..., wen alein dise drei sachen, daz ist den totslag, vnd die devf vnd die nothnuft
    1293 Stülz,Wilhering 566
  • die sachhe richten, di an daz leben gent, als totslege vnd tivfe vnd notnuft
    1299 FRAustr. I 283
  • dreu dinch, deu am den dodt geant, notnunft, totschlag und deufe
    1299 MBoica XV 30 Faksimile
  • vir sache ... das sind: totsleg, deuf, notnuft, und lem, di schull wir richten
    1303 SPöltenUB. I 210 Faksimile
  • umb dief oder umb notnuft oder umb todsleg oder waz an den tod gehoret
    1311 MBoica XI 269 Faksimile
  • die drev gericht di zo dem tod ziehent deuf todschlag notnunft strazraub
    1311 MBoica XI 458 Faksimile
  • vmb drey sache, das ist vmb grosser deuf vnd vmb notnunfft vnd den todtschlag
    1321 Neuötting 27 Faksimile
  • die drey sach ... das ist todtschlag nothnufft und dufen und nämblichen die dufen, damit der mann das leben verwürcket
    1324 MBoica XIII 249 Faksimile
  • di drey sache, die ze tot ziehent, daz ist tivf, notnunft vnd totslege
    1330 Indersdorf I 62 (nr. 129) Faksimile
  • 1339 Kogler,Kufstein 53
  • 1345 Burghausen/OÖUB. VI nr. 511
  • 1345 VilshofenStR. 88 Faksimile
  • richten ... umb todsleg, deuf und notzogen
    1387 ÖW. I 4 Faksimile
  • solich schedleich leut die mansleg, notnuft oder tief auf in habent
    1398 NÖsterr./ÖW. VIII 743 Anm. Faksimile
  • die wändl di da werdent von tief und von notnuft und von pluetiger hant
    14. Jh. ÖW. IX 408 Faksimile
  • 14. Jh. Mondsee/OÖUB. I 109 Faksimile
  • die erste sach ist nothaft, die ander deuf, die dritte bluetige hand und waß den tod berürt
    oJ. Niederbayern/GrW. VI 122 Faksimile
II 5 c sonstige Verbindungen
III Diebesgut; das Gestohlene
III 1
  • suaz er da zime diuvene vunte, er wolte des haben scaden und scante
    1060 GenesisW. 44, 25
  • he hat ufgehalden einen dip mit der offenen dube
    um 1300 FreibergStR. XIX § 5 Textarchiv: FreibergStR. XIX
  • ist abir dy deube so cleyne daz man sy czu eynem venster yn gewerffen mag
    14. Jh. GlogauRb. 64 Faksimile
  • ist die dube mynner denne 3 schillinge wert, man richt obir en zu haut und zu hare
    14. Jh. GlWeichb. 341 Faksimile
  • ouch sol dy dube, do men eynen umbe hengen sal, von rechtis wegen, besser zeyn, denne drey scot lotiges sulbers, das machet an gelde XXI geringe scot
    1435/54 DanzigSchB. 44 Faksimile
III 2 mit Verben
III 3 neben "Raub"
vgl. Diebraub
IV "Was die Sennerin von der Butter, die sie ihrem Bauern bringen muß, für ihren eigenen Verbrauch verwendet, nennt sie doib" Schmeller² I 479