Dieberei

mnd. dauverie, deuerie, deuerige, deverey, deverie, diwerie, duberige, duferiyge, duuerighe, duverye, dyfferye, dyfrige; mhd. deibereye, -ry, deuberei, dewberei, di(e)berrey, dieferey, dieperai, diep(e)rei, diewrei,diferye, duberey, -rye, duperey, teuperei, tieperei; mnl. dieverije, dieffverge; fries. deuerie
I Diebstahl als Straftat
I 1 im heutigen Sinne
I 2 andere Vergehen
  • wur ok vuresnod upstunde, ..., unde in den noden yemmet icht van dannen droge unde dat van stunt, alse dat vur gelosschen were, nicht wedder enbrochte, ..., dat schalme vor duͤverye bereyden
    1441 HildeshUB. IV 639 Faksimile
  • is dat een mans wint iaget een wilt, alsoe lange dat he hem mit den winde volget, vinget een ander mit syn winden, dat hoerde den eersten toe; dede hy anders, dat weer deverye
    1470 Richth. 266 Faksimile
  • gehauwen holtz genomen, das ist ein dieberey
    1506 Franken/GrW. V 591 Faksimile
  • wen de vischer im lake up dem verschen sehe, de tuschen beiden sunnenschinen telen scholen, in der nacht vischen, werde vor eine deverie gerechenet
    1532 PommJb. 7 (1906) 262
  • [Fischen] bei tage gesche sei ein gewaldt ..., aber bei nacht sei es ein dieberei
    1561 Freudenstein,WaldSchaumburg 90 Faksimile
  • 1669 BeitrSteirG. 26 (1894) 135
  • damit alle dieberey ... verhütet werde, soll niemand, der etwas von gestrandeten sachen findet oder berget, befugt seyn, selbiges ... in sein haus zu nehmen
    1728 PreußStrandungsO. IV 9
  • soll die hohe dieberey an trauben mit 10 fl. absonderlich die bey der nacht fuͤrgegangen geandet werden
    1736 Reyscher,Stat. 143 Faksimile
I 3 in Verbindung mit Verben
I 4 in Formeln, insbesondere Dieberei als eine der "drei (bzw. vier) Sachen"
  • wir wysen ... unserm gnedigen herrn ... der zent frevel gross und klein, deibery, mordery, nachtbrant etc. und anderes, was den lieb neman mag und was busswirdig ist, zu verbüssen
    1430 ArchHessG.² 1 (1894) 201
  • die hoghesten gerichte ..., nameliken dotslach, mortbrand, deverie unde frouwenkrenkend
    1437 OstfriesUB. I 436 Faksimile
  • vier rug: dieberei, morderei, notzwang, flissende wunden
    Ende 15. Jh. WürzbZ. I 1 S. 498 Faksimile
  • der landrichter hat ... nicht ... zu richten dan alain vierlai sach: raub, prant, dieperei, nottzerrn
    15. Jh. ÖW. VI 302 Faksimile
  • dreirlai, daß ist dieperei, nottzern und pluetigen phening
    15. Jh. ÖW. VI 306 Faksimile
  • die herrn zum heiligen crewtz haben ... umb all handlung ze richten und straffen, alain umb drei ursach nicht: mörderei, prant und dieprei, die gehörn dem landgericht zue
    15. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 460 Faksimile
  • umb dreierlai handlung, das ist umb dieprei und umb notzug und umb den todslag
    15. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 1016 Faksimile
  • ungericht, alss mordt, dieberey, raub, nottzucht
    1562/77 LünebNGO. 347 Faksimile
  • dieperei, eheprecherei, zauberei, mörterei ist dem gericht leib und leben verfallen
    16. Jh. ÖW. VI 338 Faksimile
  • alles so dem malefitz zuegehört, als mörderei, todtsleg, raub, dieperei, zauberei, jungfrauen schwechen
    16. Jh. ÖW. VI 401 Faksimile
  • drey stück, dieferey oder wass bauch vnd haltz antrifft, blodige wunden vnd scheltwort, die an ehr treffen, gnant criminalia, welche in das hochgericht hoëren
    1600 Obermosel/GrW. II 253 Faksimile
  • vier stückh, ...: mordt, brandt, erbberauben, dieberei
    1604 Urbau/ArchÖG. 17 (1857) 54 Faksimile
  • umb dreier ursachen willen, alß morten verrathen dieperei und andern unerbarn inzichten
    1604 NÖsterr./ÖW. VIII 934 Faksimile
  • die drei groß händel oder sach die dan den tod pringen, als dieberei, darumb man den tod verwurkt hat, notnuft oder zwingung und frevenlichen mort
    oJ. Oberbayern/GrW. VI 191 Faksimile
  • allain in dreien sachen, alls mortt, offenlich dieberey unnd junckfraw oder frauen nöttung
    oJ. Kaltenbaeck I nr. 19 § 62
II gestohlene Sache, Diebesgut
  • sal di dube [andere Lesart: deube unnd dieberey] zu im brengen
    um 1300 FreibergStR. XIX § 1 Textarchiv: FreibergStR. XIX
  • dy deuberey auf jn scheuben in allen rechtnn als er dy deuberey bey jm fundenn hiet
    1328 Ruprecht 279 Faksimile
  • werden sy gefangenn mit der dieberey, ist des guets vber 72 dn, es get jn allenn an das lebenn
    1328 Ruprecht 280 Faksimile
  • vindet man dieberei oder raubiges gut in eines mannes gewalt
    14. Jh. Schwabenspiegel/Schwsp. Var./WSB. 75 (1873) 117
  • dieselben person dem lantrichter antworten ... mitsambt der dyberei vnd hanthaft
    1427 SPaulUB. 350
  • eß enwere dan sach, das er das blodt oder diebery ain em hedt
    1462 GrW. II 243 Faksimile
  • wer wissentlich rawp ader dyberey kaufft
    15. Jh. LeutenbergStR. 436 Faksimile
  • wo bey einem dieberey befunden würde, vnd nicht ansagte, wie die an jnen komen were
    1541 König,Proz. 6
  • we sinen deff grippt, de binde sine hende up sinen rüggen und brenge ehn tho dinge unde henge en de devereye up ehme
    oJ. Apenrade/Dreyer,Neb. 181
  • MnlWB. II 184 Faksimile