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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Dienstmann

Dienstmann

, Dienstleute

A in Althochdeutschen Glossen
  • apparitores dienistman(na), dinest(e)man 
    oJ. AhdGl. I 402
  • pedissequos di(o)nostman, dienstman, deinestman, di(e)nistman, dinistmanna 
    oJ. AhdGl. I 441
  • seruientium thionest manno 
    oJ. AhdGl. II 77
  • curiales dienestmanne, dinenstmanni ... dienisman 
    oJ. AhdGl. III 134
  • apparitor vel minister dienisman, dienestman 
    oJ. AhdGl. III 183
  • scalgonzus, cliens dienestman 
    oJ. AhdGl. III 396
  • curiales ... et decuriones administratores curiae dinestman 
    oJ. Gerbert,GlossTheot. 30
B Ministeriale verschiedenen Ranges

B I bloße Übersetzung für ministerialis 
  • homines, cum eadem iusticia, quam illi qui theitonice dienstman vocantur
    1120 Gudenus,CDMog. I 393
  • ab officialibus et ministerialibus seu dienestmannis 
    1276 Tirol/DRWArch.
  • U. clericus et H. fratres eiusdem militis, qui nobis et nostre ecclesie iure ministeriali, vlgo dicto dienstlut, pertinent
    1301 ZürichUB. VII 204
  • ministeriales quod wlgo dicitur dinstlude 
    1317 WormsUB. II 83
B II latinisiert dienstmannus 
in Friaul: Mann mit niederen Diensten, Hintersasse?
  • tradiderunt ..., ut castrum ... et ministeriales utriusque sexus prope centum qui legem et ius Aquilegiensium dienstmannorum eorum collaudatione deberent habere
    1140 SteirUB. I 188
  • juravere fidelitatem domino patriarchae, sicut dienismanni 
    1170 DuCange III 105
  • insuper praefati jugales donaverunt praefato altari Aquilejensis ecclesiae ... ministeriales suos dinismannos ... et major pars dienismannorum et ministerialium, feudum ... a domino patriarcha receperunt
    1170 DuCange III 105
  • faciat ut et nobiles sui et diesmani iurent
    1220 A. Pertile, Storia del diritto Italiano III (Torino 1894) 107
  • in termino vassallorum delesmanorum et ecclesiae Sextensis
    1247 Traversa,FriaulLehng. 5
  • omnes vasalli et danesmanni 
    1252 101
  • in curia francorum et delesmanorum 
    1252 Traversa,FriaulLehng. 5
  • dedit ... quaecumque habebant ... tam [in] castris, quam in villis praediis, dolesmanis, servis et ancillis, et alliis hominibus
    1261 DuCange III 157
  • tamquam alius diesmanus ecclesie aquil, qui esset liber in sua potestate
    1324 A. Pertile, Storia del diritto Italiano III (Torino 1894) 100
  • dalesmanni 
    oJ. A. Pertile, Storia del diritto Italiano III (Torino 1894) 96
B III
Angehöriger eines besonderen, aus der Unfreiheit sich erhebenden Standes, der zu Verwaltungs- oder Kriegsdiensten, meist gegen Lehen, verpflichtet ist

B III 1 Rechte und Pflichten sind örtlich sehr verschieden, da die Ministerialität bereits eine lange Entwicklung hinter sich hat, bis sich die deutsche Urkundensprache durchsetzt
  • durch die manichvalde tveunge irs rechtes so ne spreke ik von irme rechte nicht vorbat, wen under jewelkeme bischope unde abbede unde ebbedischen seget in die dienstmanne sünderlik recht to
    1224/35 (Hs. 1369) SspLehnr. Art. 63 § 2
  • 1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 42 § 2
  • daz ditz bͦch als lvzel seit von der dienstmanne rehte, daz ist da von daz ir reht so manicvaltic ist
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 158
  • sunt aput nos viri spectabiles ... ministeriales scilicet, qui in vulgari nostro nominantur dynstlute, duplicis generis. primi sunt, qui sub se et suo omagio tenent et habent milites et clientes ... alii sunt simplices milites, clientes, famuli, villani, ceterique tales persone seculares
    1369 BreslUB. 215
  • myt vns sytzen tzweygerleye dynstlute. eynerleye dynstlute synt dy, dy rytter tzu mannen haben. werden dy myt vnsir stat richter vf gehalden yn vnsirme rechte, do en durfen sy nicht vor antwerten vor vnseren herren adir vor deme richter den vnsir here aldor tzu richtere gesatzt hot. adir ryttere vnde knechte vnd gebure mussen antwerten vor vnsirme richter
    14. Jh. KulmR. 50
  • MagdebBresl. 52
B III 2 die ursprüngliche Unfreiheit geht hervor

B III 2 a aus der Zusammennennung mit Eigenleuten 
  • stift ich ein gotes gus durch got / und gap ich dran durch sin gebot / dienstman und eigenschaft
    1225 GGerhard 6697
  • hat der vater dienstman oder ist daz er eigen liute hat
    1235 MainzRLFr.(Const.) 251
  • we geistliken lude ... hebben ... de groten dorp unde vile hove, burge unde lant unde vile dienestmanne unde ane mate late unde egener lude vile
    13. Jh. SächsWChr. 116
  • dat de hertoge sine dienestman unde sin egen in der grafschap to S. deme godeshuse to B. gaf
    oJ. SächsWChr. 242
B III 2 b aus der Gegenüberstellung zu den 1Freien 
  • swe an des edeln lantgraven rate si, dur sine hübscheit, er si dienstman oder fri
    1190/1230 WaltherVogelw. 85, 17
  • sweret des grave A. selbe dritte frien older ir dienstmanne 
    1238 FRBern. II 182
  • er waere dienstmann oder fri
    1300 HeinrNeustadtApoll. 18889
  • eyn vrygman offt eyn dienstman 
    1363 Westfalen/GrW. III 153
  • freymann, freygut, dienstmann dienstgut
    1810 Weber,Lehnr. III 55 [Rechtssprichwort]
-- auch in Dörfern
  • wenne des morgens das ding sol sin, so soͤnt beide frilúte vnt dienstlúte, wer in dem dorff gesessen ist, bi den húbern ... schinen
    14. Jh. Elsass/GrW. IV 91
B III 3 in den Rechtsbüchern

B III 3 a zwar unfreien oder minderfreien Standes
  • do man ok rechte irst satte, do ne was nen dienstman unde waren al die lude vri
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 42 § 3
  • dit selve recht hadden ok die denstman ..., dat die sone behilt des vader recht unde die dochter der muder, unde horden na in, of sie dienstlüde waren
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 73 § 2
  • let die koning ... sinen dinstman oder sinen egenen man vri, die behalt vrier lantseten recht
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 80 § 2
  • dinstman ervet unde nemet erve alse vri lüde na lantrechte, wen allene, dat sie buten irs herren gewalt nicht ne ervet, noch erve ne nemet
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 81 § 2
  • alle dienstman die haizzent aigen an der schrift. da von mugen si niht eigener laevte gehaben
    um 1275 DspLR. Art. 61
  • git ein vrier herre sin eigen livte an ein fvrsten ampt, die sint nit dienstman, si sint des fvrsten eigen
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 70 a
  • 14. Jh. NeumarktRb. Kap. 65
  • daz volk verwilkorte em selber, do sie under einander orlougeten: wer den andern vinge, den man nicht mochte gelosen, den behalde er em zu eigen. darumme so sint die dienstluthe mit rechte
    14. Jh. Weichb.(Dan.) 188
  • bischop W. ... verlegede oc dat recht, dat de dienestman bi vrieme wive nene vrie dochter ne machte gewinnen
    oJ. SächsWChr. 234
  • Schwsp.(L.) LR. Art. 68 c
B III 3 b jedoch im sechsten Heerschild
  • dyt is der dynstmanne recht des godeshuses to Magdeborch. dyt ys dat erste, dat dy dinstlude van Magdeborch gewunnen hebben, dat nemen ordele vppe sy vinden en mach, he sy to dem herscilde geboren
    1251 CJBohem. I 125
  • die laien fuͤrsten hevent den dritten, die vreien herren dem vierden, vnd die mittern vreien den fuͤnften, die dienstman den sechsten [herschilt]
    um 1275 DspLR. Art. 5
  • chumbt ain dinstman, der den sechstenn herschilt hebt in ein stat vnd tuet darjnn ein todschlag
    1328 Ruprecht(Kn.) 266
  • Schwsp.(L.) LR. Art. 2
B III 4 er gilt als Freier
  • [als Beklagter hat Frist zur Antwort] die vri scepenbare man over ses weken; die dinstman over virteinnacht, unde andere vri lude
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. II 3 § 2
  • ein vrîe vrauwe mac gewinnen fünf hande kint ... alsô ob ir man ir genoz ist ... ob ir wirt ein mitter vrie ist ... ob si einen vrien lantsaeczen [zuo ir laet] ... [ob si] einen dienstman [zuo ir laet] ... [ob sie] einen eigen man zuo ir laet
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 171
  • dem semper vreien geit man tag vber sechs wochen, den mittern vreien vber vier wochen, den dienstmane vnd allen laeuten vber zwo wochen
    um 1275 DspLR. Art. 95
  • einschiltem ritter ich niht gan / daz er si ein dienstman / ein dienstman sol wesen fri / daz er niht ein grave si
    1299 Helbl. 349
  • hyemannen ... dienstlude ... vulschyrige lude
    1318 Kleve/NrhAnn. 31 (1877) 125
  • he sy en wastinsich eder en denstman eder en vrye unde nicht eghen
    1368/76 HerfordRB.(Normann) Art. 7
  • dienstmannen, wastzinsichen ind eygen luden
    1392 WerdenUrb. I 436
  • daz eyn dinstman nicht eigen ist, daz moget ir mercken doby, wenne der dinstman dinet umme ezwas, daz ist ume daz guth, der eigin abir ume daz, daz er leben moge
    14. Jh. GlWeichb. 193
  • de van M. sin schepenbare vrie u. sin doch der van P. man, dat sin dinstlude 
    14. Jh. SspLR. Glosse zu III 29 § 1
  • eft he were en denstman edder scepenbar edder vry edder eigen edder en vngesundert kint, wente desser iewelk heft sin sunderlike recht
    1410 SspGl./WSB. 101 (1882) 785
  • so waren in dem vorg. lande vonfferleye lüde, eyn ycklich bii syme besunderen rechte ... ind dat waren dienstlüde, burgere, eygenlüde, vryen ind vaitlüde
    1457 Blankenberg in Westfalen/GrW. III 18
  • eyn dyenstman en is nyet eygen, want hie dyent omb wat, dats omb guet, dair syn ampt af is
    15. Jh. KleveStR./MittPreußArch. 14 (1909) 28
  • der frei herre gibet seine weibe, ich mein die fursten, die geben iren frawen zu morgengab das 100 margk sei, ... der mittel frei herre ... 10 margk, ... der dinstman ... 5 marck, ... ein eigen man ritter ... nicht ... danne ein roß oder ein vihe
    15. Jh. Schwsp./WSB. 73 (1873) 454
  • [der im Prozeß gewinnende Teil kann vom Gegner Ersatz der Zehrkosten verlangen] ein schotberman selffs anderde ... ein dienstman selffs darde ... ein riddermaete haeueman selffs soeuende
    1541 Overijssel/Pufendorf IV app. 381
  • 3. Viertel 16. Jh. KampenStROntw. 89
  • Schwsp.(L.) LR. Art. 104
B III 5
Rechte und Pflichten

B III 5 a Treueeid
  • swa eyn furste eynen dyenstman hat, der ym huldet und im swert truwe unde warheyt an ym zo behaldende
    1296 MGConst. III 520
  • 1424 OstfriesUB. I 289
B III 5 b passive Lehensfähigkeit, der Besitz eigener Leute
  • daz manlehen ist gewesen von alter her der dinistmanne 
    1264 WirtUB. VI 148
  • hört ein dienstman an ein gotes haus vnd gicht, er habe aigen laeute, des ist niht, si sint des herren
    um 1275 DspLR. Art. 61
  • 1293 WirtUB. X 180
  • do spreken andere knapen vp dat ghut vnde spreken, se weren denestlude to dem seluen ghoͤde
    1314 MecklUB. VI 125 nr. 3729
  • es leicht ein dienstman ein lehen einem mann ... vnd ein ander dienstman leicht dasselb lehen auch hin und gicht, er sull es leihen
    1328 Ruprecht(Kn.) Art. 183
  • 15. Jh. Schwsp. Var./WSB. 73 (1873) 456
B III 5 c besonderer Gerichtsstand
  • swelich dhenistman enen borgere sculdich is, he sal ine verclagen to dheme marscalke mit wetene
    1227 BrschwStR. § 17
  • es sol auch dehain chleoster, noch dinstman, umb dehain sein altes aigen vor nieman zr reht sten, danne vor dem landesherren
    1299 Kurz,Ottok. II 238
  • es soll auch kein pfaffe noch kein des gotzsaus dienstman ... geladen werden noch antwurten auf der cente
    1333 HohenloheRB. 25
  • 1336 MWirzib. IV 57
  • 1354 KitzbühelStR. 75
  • 1387 BremUB. IV 86
  • een dienstman die sine brieve ghift ende segelt als een coeman, die sal voldoen ende betalen als een coeman
    14. Jh. KampenStR. I 20
  • 14. Jh. Kohler-Koehne,Worms 18
  • 1473 BeitrEssen 20 (1900) 146
  • een ander denstman, de aldus neet gekofft off gelouet hefft wert hy besat, en derff hem neet laten ontsetten, mer sal seggen dat hy een denstman is, neet sculdich en sal wesen toe antwoerdene voerden dachlixschen richter
    oJ. ZwolleStB. 374
-- gekaufter Dienstmann einer, der sich mit Handelsgeschäften abgibt
  • op einen gecofften dienstman moegen giene bestemede leenen op eruen
    1518 Overijssel/Pufendorf IV app. 357
B III 6 unterschiedliche Gruppen

B III 6 a des Reiches Dienstmann 
  • vrie lude unde des rikes dienstman die moten vor me rike wol getüch sin unde ordel vinden, durch dat sie deme rike hulde dun
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 19
  • um 1275 DspLR. Art. 32b
  • vrie lvͥte vnd dez riches dienest man vnd der fvͥrsten dienest man, die mvgen vͥber alle vrie herren vnd vber alle vrie lvͥte wol gezvͥge sin
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 278
  • des rikes dienestman unde andere herren dienestmann wolden ane der herren willen richten an den landen
    13. Jh. SächsWChr. 213
  • R.v.B. unsern und des rychs dinstman 
    1346 HohenloheUB. II 610
  • daz daz selbe gerihte nieman billicher besitzen solte danne ein frye oder einer dez riches dienstman mit guldinen sporen
    1347 MGConst. VIII 245
  • der keiser ... gab in [den Getreuen] ritters namen, vn macht sie dinstlute des riches
    1372 (Hs.) KlKaiserr. III 1
  • dinstmanne des richis sint alzcit gebundin, des richis schadin zcu warnen
    Ende 14. Jh. EisenachRb. 735
  • des rikes densthman muth nicht ouer den vrygen schepenbaren man tuch syn
    1518 Wasserschleben,RQ. 109 (Kap. 388)
B III 6 b des Gotteshauses Dienstmann und ähnlich(es)
  • wan er was ein dienstman der selben stift
    1250 GesAbenteuer IV v. 387
  • 1258 MCarinth. IV 531
  • tuomherren unde gotshus dienstmannen eigenen liute unde gesinde sint dez gewerfes vri
    1260 BaselDienstR. 17
  • mit rate unsers capitels, unsers gotzhus dienstmanne, unsers ratz und unsers gedigens
    1269 BaselUB. I 315
  • 1286 WirtUB. IX 62
  • dü gewonhait ... umb des gotzhuse dienstmanne knehte, das si gewerf niht geben ald stüre dem riche
    1291 SchaffhRbf. 37
  • 1327 HohenloheUB. II 233
  • 1357 Chur/Mohr,Cod. III 103
  • ock schullet gheystlike lude, des stichtes denstman ... tolnen vry wesen
    1386 BremUB. IV 86
  • 14. Jh. OÖUB. II 430
  • wür H. ... bischoff und das capitl gemainlich zu C. ... und wür, die dienstmann und edelleut, all desselben gottshaus, ... bekennen
    1415 Foffa 77
  • was dinstmanne eins stiffts sin .., die sal ein cammerer ... inne unsers erczbischoffa cammern wisen
    1444 MainzKämmW. 169
  • des gottshus R. diensmanne vom adel und andre ritter und knecht
    1550 Tschudi,ChrHelv. I 12
B III 6 c in Österreich synonym mit Osterherr, Steierherr, zuweilen auch Dienstherr und Landherr
  • swer mit den landherren niht envert ... auf des schaden, der den vride hat zebrochen, dem sol der landesherre fuͤr sich gebieten und sol daz rihten gegen einem dienstmanne nach der lantherren rat
    1281 ÖstLFrd./MGConst. III 265
  • swelher vnder den lantheren vz den ratgeben daz hof ist, ... der sol 7 pfaerift haben, ...; so svln zwen vz den dienstmannen ... 10 pfaert haben
    1294 MWittelsb. II 53
  • hie ze lant in O. / nimt sich gar ze maneger an / daz er si ein dienstman / und hat doch einen ritter niht
    1299 Helbl. VIII 474
  • W.v.P., dienstmann in Osterrich [vorher lateinisch ministerialis Austriae]
    1307 ZwettlGründungsg. 315
  • 1312 Kärnten/MGConst. IV 1236
  • alle herren dienstleut und ander edel leut ze C.
    1338 Schwind-Dopsch 177
  • ist er aber ain dienstherre oder ain dienstmann oder von ain schilt
    1357 Herrgott,MAustr. I 228
  • nach rath geistlicher und weltlicher fürsten, grafen, herrn und dienstleut der land O., S., K. und C.
    1610 KärntLHdf. 5 [Übersetzung von comitum, baronum, ministerialium terrarum A., S. et K. et C. (1276 Schwind-Dopsch 106)]
B III 6 d
Inhaber eines Hofamts; die vier Dienstleute
  • na hoverechte sal jewelk dienstman geboren drüzste sin oder schenke oder marscalk oder kemerere
    1224/35 (Hs. 1369) SspLehnr. Art. 63 § 2
  • um 1275 Schwsp.(L.) Lehnr. Art. 111 a
  • hat ein dienstman das er wenet eygen leute die mag er nicht frey gelassen sy bestond in nicht sy seind des herren eygen des er ist one die vier dienstman die disz bůch nemmet
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 308, 1
  • das römisch reich teutscher nation hab ... vier clientes gehabt, das sein dienstleut oder solche, die aim herren oder oberkait, da die schon derselbigen mit diensten nit verpflicht, doch ohne ainiche besoldung guetwillig und gern mitraisen und sich dienstlich beweisen
    oJ. ZimmernChr. I 210
B III 6 e (ein-)geborener Dienstmann, wohl übersetztes Lehnwort ingenuus; ob alle Inhaber von Hofämtern?
  • iren inborenen dinstman 
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. II 42 § 3
  • irn geporn dienstman 
    um 1275 DspLR. Art. 154
  • ir erborn dienest manne 
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 207 b
  • dominus Albertus ... suas patentes literas ... consensum et ratishabitionem hujusmodi continentes per ministerialem qui vulgariter appellatur jungebarer denestman [andere Lesart bei Haltaus 1014: ingebarw denestman], utpote per pincernam, dapiferum, camerarium aut marschalcum ipsius, eidem domino archiepiscopo ... destinabit
    1301 CJBohem. I 437
  • her H. [der vom Reich mit der Grafschaft D. belehnt] en vry geborne denstmanne ... des rikes
    1319 DortmUB. I 258
  • wei O.v.B., ingheborn dienstmann des rikes
    1340 HHalberstUB. III 413
  • sullen czu sammen kumen die 24 man, daz ist mit den uir eldesten uon S. und di uir amechtlute des gotishuses und mit den uir angeborn dinstman und der schultheiz mit den eilif schepfen uf den pfalcz [zu M.] komen
    14. Jh. LeitmeritzStR. 188
  • dat dy heren von R. ... dorch eynen oren ingheboren dinstman edder erffman, dy twischildich sij, sweren laten
    1443 QuedlinbUB. II 209
  • synen jngbaren dienstmann 
    oJ. Königsthal I 1 S. 155
  • sinen ingeborenen denestmanen 
    oJ. RichtstLR. 21 § 2
B III 6 f weltliche und Ordensritter
  • de denstlude vryen unde geistliken [lat. militares et ecclesiatici], under welkeme dele de beseten zint, scholen erer guder mechtig zin to voranderende
    1464 HanseRez.2 V 380
B III 7 formelhafte Zusammenstellungen
  • grâven, vrîen, dienstman 
    1225 GGerhard 3417
  • ein herre von gebürte vri ob der rittr unt kneht, dienestman unt eigen si
    1250 Reinmar v. Zweter 56, 2
  • fvrsten grafen frien / dienstman vnd ritter ein schilte / die dienten ir amien
    um 1270 JüngererTiturel 3476, 1
  • er si phaffe, dienstman, ritter oder kneht oder gast
    1276 AugsbStR. Art. 70 § 2
  • fürsten, graven, dienestman, frîen, ritter, knehte
    1277 Konr.v.Würzb.,Part. 2510
  • von herren, graven, vrigen, dinstman, steten
    1281 MGConst. III 280
  • dez herren gesinde, amtman, burchmanne oder dinstmanne, der der herre gewaltic ist
    1287 MGConst. III 374
  • furste, grave, vrie, ritter, man dinstman, burge, stete, veste
    1287 MGConst. III 376
  • unsere denstmanne und unsere manne, die in unserm rahde sin
    1294 MagdebUB. I 98
  • sie sitzen uf burcrehte, dienstman, ritter, knehte
    1299 Helbl. VIII 158
  • swelk borghere brikt an manne ofte an denestmanne vses herren
    1300 BrschwUB. I 23
  • alle edele lûte graven frien und dienstlúte, die disen friden gesworn hant
    1301 BaselUB. IV 1
  • mit der graueschaf vnd swas darzu höret, mit lehen, mit manlehen, mit mannen, mit dienestmannen 
    1308 Reyscher,Stat. 99
  • niemant sol in der stat B. kein stete wonung han, der des herren man oder sin dienstman ist
    1309 BruggStR. 16
  • graven, freien, dinstmannen, ritteren, knechten und ... allen leuten
    1311 BairFreibf. 1
  • daz alle unser edelleute, dienestman, stet, diener edel oder unedel, ..., unser baider hulde und gnade haben suͤlen
    1315 MGConst. V 229
  • [am Manngericht] voer die dienstluyde ind burgluyde [Recht suchen]
    1317 KölnReg. IV nr. 1004
  • unser man unde unser denestman 
    1319 MGConst. V 443
  • auch wissent die hofeslude vor dem obersten hoffe zu E., das man komen [lies: kommern] mag man vnd burgman in dem gericht zu E. vor schuld; an dienstman, die sol man nit kummern, dan man sal sie wissen an vnsern herrn von M.
    1324 GrW. IV 575
  • denestmanne, borgmanne, unde unser manne, de under uns wonet, ..., ne sal men in nener unser stede to borgeren untfan
    1326 Richter,Paderb. I 134
  • al unse gud und lude ... uzgenomen den kirchsatzt, man und dynstman 
    1332 SiegenUB. I 118
  • do engagen waren fürsten, grefn, vrigen, dienstlut und ritter
    1333 Böhmer-Ficker 510
  • dienstmann, ritter oder chnecht, purger oder pawlauͤt, die zinsguͤt haben von seinem gotshaws
    1333 OÖUB. VI nr. 103
  • alle vnser man, purchman, dienstman vnd purger
    1339 MZoll. III 64
  • 1343 CTradWestf. I 134
  • unser mann, burgman, dinstman oder ůndertan
    1345 ArnstadtUB. 84
  • daz sumlich eygen leut, diener und auch man und bey namen, die do dienstleut genent sint, dem ... abt ... nicht als gehorsam sein, als sie des gebunden sein
    1348 Weißenburg (Elsaß)/MGConst. VIII 500
  • daz dinstman und gelehinte manne [lat.: vasalli et feudotarii] die lehen und die gulte ... uffsagin
    um 1360 GoldBulle 130
  • di gastung, di der ... probst ... hat ...von gräfen, freyen, dyenstläuten, rittern, chnechten, edeln vnd vnedeln, armen vnd reichen
    1364 Indersdorf I 95 (nr. 217)
  • embieten allen fursten, geistlichen und werntlichen, grafen, freyen herren, dynstleuten, rittern, knehten, steten, gemeynden und allen andern unsern und des reichs getrewen unser gnade
    1367 MWirzib. IX 236
  • 1379 BremgartenStR. 41
  • all vnser vnd des heilgen rychs manne, burghmanne vnd dienstlude, in welchme adel oder state sy ... weren
    1379 CDRhMos. III 2 S. 818
  • wir die dienstmanne und edellüt, und ouch wir die lüt alle und iegliche der telr im E.
    1392 Mohr,Cod. IV 210
  • myt vulbord und volginge der man unde denstmanne und vort der gemeynen ummesaten
    1395 Münster/WestfLR. 186
  • wer auch in deme R. siczet, er sy man, burgman, dienstman oder hobisman
    Anf. 15. Jh. GrW. I 531
  • 1402 SchlettstStR. 100
  • unß stichtz manne und dienstmanne und undersaten im gerichte van W.
    1426 WerdenUrb. I 453
  • 1445 QuedlinbUB. I 379
  • unser getruwe edellude und dinstlude, die uns mit manschaf verbunden sint
    1453 Loersch,Ingelh. 360
  • na raide unser edelmann, dinstmann, manscapp und stede in unsen lande und stichte
    1457 Behnes,BeitrMünster 706
  • 1473 OstfriesUB. II 16
  • dass keyner die mann, burgmann, dienstmann, noch ander underthanen des styffts T. gen W. an die frigericht ... laden soll
    1510 Wigand,Denkw. 103
  • ain lehens- und dienstman 
    1524 VeröfflSteierm. 25 S. 48
  • thuet es aber ainer vom adl oder ritterlichen dienstleuten und vertregt sich nicht mit seiner widerparthei güetlich
    1528 ZeigerLRb. 247
  • wan men uns unde unsen stichte gewalt doet, dat sijnt schuldich to keren unse mannen unde denstmannen up unse kost
    oJ. TwentheLR. 20
B III 8
Verhältnis zwischen Dienstmann und Ritter
  • wan der dienstman den sechsten schilt heft und die niderst hant ist an dem lehen und der ritter den sibenten
    1328 Ruprecht(Kn.) nr. 59
  • wir die ritter, dienstman, scheffenin und die gemeinde zůmale der telere zu B. usw. [in der Unterschrift: ritter ... edelknechte ... scheffenen]
    1331 Lamprecht,WL. III 151
  • nieman sal des riches gut zu lehn besitzen dan des riches dinstman [bzw.] sal auch niman des riches gut besitzen von lehens wegen, dan ein ritter, der von dem geborn ist, daz sin stam von allen sinen vier anen hat gehort in des riches ritterschaft
    1372 (Hs.) KlKaiserr. III 2
  • ein dienstman mag ritter werden, unde der eigene nicht
    14. Jh. GlWeichb. 193
  • 15. Jh. KleveStR./Weimann,Minist. 16
  • soe sall elck dienstman in onsen voirgescreuen lande, die syns dienstrechtes genieten will, hem rüstich, enn ten minsten holden ein reysich peert
    1518 Overijssel/Pufendorf IV app. 350
  • [das Wort] dienstman [wird vielfach zur Bezeichnung des Ritters schlechthin]
    oJ. Kluckhohn,Min. 239
  • [in Overijsel, waar] dienstmannen [het nomen generis js geworden voor edelen]
    oJ. TijdschrRG. 7 (1927) 359
B III 9 nicht zum niederen Adel aufgestiegene Dienstleute

B III 9 a waffenfähige Bauern
  • solen dye dynstlude sente Petirs dyenen vnsme heren von T. bit deme lyue vnd sich gewaypint vnd gerieden haldin, darna sye it vermoigen, in des stiftes kost. dy dinstlude aver dye der moygen nit inhaint, dye solen vnsme hern dyenen vf des stiftes kost vf synen vestenin
    1339 Zell im Hamm/GrW. II 83
  • de dienstlude sint van alsulchem rechte ..., were ymantz van yn also vermogen, dat he mit dem lyve, perden ind harnesche gedenen moichte, des sall yn der here laissen gebruychen
    1457 Westfalen/GrW. III 18
  • da [auf der Kirmes] sollen dienstleut sein mit irem gewer und zugehör
    1529 Merzig/GrW. VI 426 [vgl. GrW. II 14]
B III 9 b zu Botendienst verpflichtet (wohl Nachfolger der früheren Scharmannen)
  • es seindt noch etlicher dienstleuth zu L. hinder den hern wohnen vnd dienstgutter in henden hant, seint den hern schuldig so die hern benoit seint brieff oder botschafft vßer dem dorf zu tragen ein meil wegs oder zwo vngefehrlich
    1529 Lessenich (Eifel)/GrW. II 702
B III 9 c mit unbestimmter Dienstpflicht
  • so ist des gozhuses recht: swas vff der dienstman guot luͥte kumet, die hant mit dien vögten nut ze tuͤnne
    1259 ArgauLsch. I 656
  • die voegte enhein dienst nemen suln von dien lüten, die uf dienstman ald dienstwibe gut sizzent, de dienstman gut heizet
    1277 Geschfrd. der 5 Orte 1 (1844) 60
  • dienstlude, die wanent uf deme gůde der voigdie, van deme dinstgůde sint si sculdich zů diene dem apte
    1291 Prüm/Lamprecht,WL. III 97
  • dit [ungeboden ding zu N.] halden mit dinstluden und mit ungnossen glich als mit den eigen luden
    1380 MarburgSalb. 175
  • so sölt ain her von C. niemant kainer me ze dienstmann machen noch sölliche freihait geben, daz ainer ze F. zwüschent den thoren sol ze gericht sizzen
    1427 Tirol/ÖW. IV 357
  • so hait der hoff ze R. drygerley lude, dienstlude geboren hoffslude und inkomende hoffslude
    1449 NrhAnn. 7 (1859) 365
  • 1531 Tirol/ÖW. III 319
  • darnach soll der hauptman sambt den richter und dienstleuten ..., das recht mit rechtsprechern und rednern besetzen
    16. Jh. Tirol/ÖW. IV 338
  • ein hueber oder ein gottshusmann oder ein dienestmann unser frauen zu S. oder ein dienstmann sant P.v.H. sint nit schuldig zu suchen dan dru ungeboden gedingen
    oJ. Limburg (Pfalz)/GrW. V 597
B III 10 freie Dienstleute am Niederrhein und in Westfalen
  • wij ... hebben den ... D. entfangen to enen vryen deynstmanne des guden sente L.s, ind willen eme laten geneten all des vryen rechten, des ander unse vrye deinstlude geneten
    1414 WerdenUrb. I 446
  • 1443 Altenwied/NrhArch. 6 (1868) 255
  • [ein horachtiger man wurde vor mir, dem richter vry gelaten, sodann] nam ick de huldinge van em, de he dede, als he myt rechte zolde, so entfengk ick R. ... vor eynen vryen denstman 
    1447 MeppenUB. 218
  • so hait dat sloss W. syne fryge dienstlude in dem lande van B. und ouch in anderer heren landen
    1449 NrhArch. 7 (1870) 366
  • dat wij H. van der eygenschap ind gehoiricheit vrij gegeven hebn ind hebn oen weder ontfangen vur onsen vryen dienstman 
    1461 Kleve/MittPreußArch. 14 (1909) 49
  • de vryen denstlude zunte P.s sint gheheten geschworne vryen ... darumme, dat se vor sik und vor ere kindere hebt geschworen, dem guden zunte P. und dem bisscope van M. truwe und holt to wesen
    15. Jh. Sommer,Handb. I 2 S. 141
  • frigge deinstmans 
    1564 Diepholz/Nieberding,GeschMünster I p. 51
B III 11
übertragen

B III 11 a Minnedienst
Sachhinweis: vgl. W. Kotzenberg, Man, frouwe, juncfrouwe (Berlin 1907) S. 44ff. 
  • diu selbiu vrouwe sprach, er waer ir dienst man gesin
    1250 GesAbenteuer III nr. 70 v. 159
  • 1280 Pleier 7821
  • 14. Jh. Hartm.,Kl. 1568
  • es stuend ainer frauen vbl an, das sy verschmechet irn dienstman 
    1510 SterzingSp. I VII 86
  • ob ich ir möchte genahen, sie leiblich schauen an und werden ir dienstman 
    1517 Teuerdank 25, 58
B III 11 b Dienstmann Gottes 
  • K., gotes thienestman 
    1130 PfaffeKonrad 55
  • die regele der brudere von deme T. huse sente M. dienestlute 
    1250 DOrdStat. 27
  • N., der gotes dienstman 
    13. Jh. R.v.Ems,Alexander II 590
  • hyr entfeit S.T. to eyne deynstmanne unde secht: nu is de koep dergheganghen, ick hebbe dy to deynst entfanghen
    15. Jh. Theoph. 100
C wer zu Geld- oder Frondienstleistungen an den Leib- oder Grundherrn verpflichtet ist

C I (absichtliche?) Verwechslung mit Zinsmann
  • it ne sal nen tinsman [andere Lesart dinstman] vor sinen herren pand dulden boven sinen tins
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. I 54 § 1
  • etzwa sint lute, die sich annemen, sie sin dinstlute [andere Lesart demplute] der fursten; des enist nit, wan sie sint zinslute
    1372 (Hs.) KlKaiserr. III 6 [dagegen erscheint in der Eschweger Handschrift von dienstluden als Übersetzung von de hominibus servilibus; 15. Jh. KlKaiserr. II 55, Überschrift]
C II überhaupt grundherrlicher Untertan, Frondienstpflichtiger
  • die liede van der prochien moghen quite ende vrilyc huwelyc doen, tenware mine dienstliede oft ander heren
    1234 Stallaert I 345
  • so wat dienstmanne die comt binnen desen scependomme ende daer binnen wille wonen een gheel jaer ende eenen dach ... blyft vri van dienste
    1268 CoutDesseldonc 39
  • nostre serf, les quelles on appelle ... diensliede 
    1275 Wauters,LibCom. Preuves 233
  • dat niemen come wonen binnen vriheden van A., die dienstman es of ten besten hoefde staet
    1338 Stallaert I 345
  • hommes et femmes de serve condition appellez dienstlieden ou eygenlieden dont a leur mort ... nous prennons tous leurs biens meubles
    1402 CoutTermonde 283
  • wismaden, zehenten, perkrechten, weingerten, ekchern, zinsen und anderm irm gut, darauf sy siczent und das sy durch ir selbs dienstleut pawnt
    1442 Passau/ZRG.2 Germ. 26 (1905) 9
  • welcher dienstmann den dienst also nicht ausrichtet, so soll der chamrer den wein nemmen von dem wirt
    15. Jh. Tirol/ÖW. II 134
  • ob ein hold oder dienst-mann ausser des grundherrn zugeben seine erb-güter verkauffen ... möge
    1550 Walther,Tract. VIII Kap. 12
  • die der ... herlichkeit L. eingesessenen ... leibeigene schaaf- und dienstleuth 
    1552 LuxembW. 443
  • dann sall der denstman die haber liebern dem vogt, so vor der hauß schwellen solle stan, vnd der hoffman [d.h. wohl der eben als denstman bezeichnete] darbinnet
    1594 GrW. II 599
  • vermaint ... der unterthan oder dienstman, daz ihme den völligen dienst zu laisten unerschwinglich sei
    1599 NÖLREntw. V 160 § 6
  • sulcke haefdeelige lieden, die geheeten sijn dienstlieden 
    16. Jh. CoutAlost 643
  • dienstlieden ende serfven myns heeren; sulcken volghtmen, ende heeft myn heere de have ende catheyle, ende syn onvry
    16. Jh. CoutAlost 643
  • il y a des gens de servile condition et particuliere, notamment es quartiers allemans, entre lesquelz aucuns se nomment leibeigenschafftleuth, les autres schafftleuth, autres dienstleuth, qui sont tous de basse condition et qualité servile, et ont obligations diverses
    1623 CoutLuxemb. II 5
  • auch sollen die dienstleute in unser stadt und herrschaft sterbende keine hergewaidt bezahlen
    1648 Anholt/Schlüter,WestfProvR. I 512
  • unserer getreuen stände, dienst-, pacht- und zehend-leuthe 
    1650 Culemann,MindenLV. 244
  • wann ein grundherr seine dienst- und grundforderungen über 3 jahr lang ... von dem dienstmann nicht bekommen könte
    1679 CAustr. I 590
  • dafern auf die jagden ... gedient wird, muß die verzeichniß derer bestellten dienstleute und wagen einem von ihnen mitgegeben werden
    1739 KurhessGS. II 114
  • [bei Beratung des TractJurIncorp. Tit. IV § 5 wird vorgebracht, daß] ein ... mit seiner persohn dem grundherrn nicht untergebener emphyteuta nicht ein unterthan, sondern ... bloßer ding ein hold, grundhold, dienstmann, gültmann ... genennet werden [kann]
    1752 Berat.-Protoc. z. tract. de iur. incorp. tit. 4 § 5 S. 5/Chorinsky
  • 1794 PreußALR. II 7 § 322
D Söldner, Landsknecht, Kriegsmann
  • wollt er sie [die Bergleute] ... ferner brauchen, soll er ihnen sold wie anderen dienstleuten geben
    1424 Hüttenberg/ZBergr. 12 (1871) 93
  • so er vns zu betzallung vnserer dinstlewt gelihen hat
    1478 ArchÖG. 3 (1849) 80
  • da kamen vil dienstleute aus E. zu ime
    um 1514 Weißkunig 140
  • van den dienstluydenn. item die genne die wy tott behoeff onses landes gerust holden, als die selue in onses landes dienst syn, soe sullen die selue onse lande sich verplegen
    1518 Overijssel/Pufendorf IV app. 352
  • wo dann ain rittersman [oder] dienstman ... im veld ligt und daselbst ... schadhaft wirdet
    1528 ZeigerLRb. 375
  • unsen dienstmannen und ruiteren
    1541 JülichLTA. I 338
  • ainer lanndtschafft gellt ... zu bezallung der diennstleut 
    1553 FRAustr. Abt. I 1 S. 76
  • vor etwan 15 jaren ist L.v.V. ein deinstmann in andern orten gewesen und sein lehngut im gebrucke nicht gehapt
    1557 PommMbl. 27 (1913) 91
  • so ... ain ritters- dienst- und khriegßman ... ausser der expetition und feldlegers einen lesten willen ... aufrichten wolte
    1599 NÖLREntw. III 4 § 5
E Beamter, Angestellter

E I allgemein
  • wer er aber purger grubenmeister dienstman arzman, wie oder was stands er wer
    1336 ZeiringBO./Schwind-Dopsch 172
  • mit dem worte dinstman saltu vornemen alle ambtlute, voyte, houbtlute, richter, scheppfin, burgermeister, ratlute, schriber, schulmeister, statknechte, zcolner, butel vnd alle ambtlute
    14. Jh. SspGl./WSB. 98 (1881) 73
  • dass namlichen die so sich zu sölchem dienst begäben ... ehrliche dienstlüth söllend geachtett [werden]
    1614 AbhSchweizR. XVI 121
E II
insbesondere niederen Grades wie Gerichtsbote und dergleichen
  • in nullius domum dienstmannum mittent de omni eo, quod ad scabinatum pertinet, nisi per scabinos; et ille erit legitimus dienstmannus 
    1190 CoutFrancBruges II 4
  • de ce ke lidit mayeur et dienstman pour le raison de leur maierie et de leur dienstmanschepe disoient ke il n'estoient mie taillaule
    1287 Furnes/DuCange III 106
  • dat nemme ghene beriders zullens wesen in V. ende dat die here sine boeten inne met ammane ende dienstmanne 
    1324 H. Pirenne, Le soulèvement de la Flandre maritime de 1323 - 1328 (Bruxelles 1900) App. nr. 4
  • desgleichen [mit der Vereidigung] soll es mit allen vnsern amtleuten, hoch oder niedern stands, haussoldner, prouisarier vnd allen dienstleuten gehalten werden
    1525 AmbergKzlO. 25
  • dieselbe ämbter und dinstleüth [sollen] durch gemelte ambtleuth oder schultheissen von wegen meines gnädigen herrn bepflichtet und von der statt besoldet werden
    1540 Eppingen 813
  • soll folgens nach verfließung der 24 stunden der behaffter ... den dienstleuthen überliebert werden
    1585 LuxembW. 34
  • 1643 CoutFrancBruges III 482
F im Haus- und Gewerbewesen

F I allgemein: derjenige, der persönliche Dienste leistet
  • J. io thes sinthes er huatta thes kindes, uuas thionostman guater, bisuorgata outh thia muater
    9. Jh. Otfrid I 19, 2
  • swaz ir gebietet, daz bin ich: iuwer jäger und iuwer dienestman 
    1210 GottfrStraßb. 3373
  • füer mich mit dir von hinnen, min getriuwer dienstman 
    1225 Wolfdietrich I B 126, 3
F II Dienstbote, Knecht, Magd
  • te sancti L. missa ... vi modios gerston thên thienestmannon 
    10. Jh. Freckenhorst/Heyne,AltndDm. 79
  • 1120 GenesisM. 77, 9
  • der guter dinistman [lat. servus bonus]
    13. Jh. HohenfurtBened. 272
  • sin getriuwe dienstlute 
    13. Jh. SPaulPred. 100
  • een knapa and een fanne neer thianslude mughen thiuch dwaen foer hiarra hera
    1447 Richth. 254
  • off die huyshere off vrouwe horen dienstluyden gauen enen slach, twie off drie, dye nyet al te hinderlik waeren, daer en is niet an verboert, hebben syet verdient
    BolswardStB. 1455 Kap. 47
  • 1472 Eyb I 78
  • wer von dienstpotten khaufft haußnotturfft, und west, das die dienstleidt soliches nit gewalt haben zuuerkhauffen
    1515 BeitrSteirG. 22 (1887) 89
  • ehehalten, haußgesindt vnd dienstleutt 
    1573 NÖLTfl. I 3 § 29
  • es sollen ... alle ... frembd herkummend dienst und hanndtwerchslewt, wann sy in stett ... kummen, sich mit diensten ... darinnen niderlassen ... anloben
    TirolLO. 1573 I 3
  • ieder burger inmann pürgknecht und dienstleüt 
    1660 NÖsterr./ÖW. VIII 119
  • ob nit etwan ein ihriger erb, dienstleuth oder auch die eheleüth selber sich in vnzucht vergangen
    1683 BeitrSteirG. 26 (1894) 139
unter Ausschluss der Schreibform(en):
unter Ausschluss der Schreibform(en):