Freimann

Pl. -leute
I freier Mann
I 1 der Vollfreie
I 2 mehr oder minder freier Mann, landschaftlich verschieden
I 2 a Westfalen
  • homines nostros qui vrigelude appellantur
    1291 WestfUB. III 745 Faksimile
  • C.v.V. und D.v.V., vrielüde ... und andere gue lüde
    1367 Steinen,WestfGesch. III 1141 Faksimile
  • 1368 InvNichtstaatlArchWestf. I 177
  • ein freimann 6 sch. sil. [Abgabe]
    1500 CTradWestf. II 61
  • J. to D., ein vreyman
    1532 Diepenbrock,AmtMeppen 735
  • St.H., ein freyman
    1532 Diepenbrock,AmtMeppen 735
  • dat dey hoff to Elmenhorst ist ein frie richshoff und die lude daerin hoerende sin frie richslude und hie in unser statt [Dortmund] tollvrie und moegen voert heben ... alle frieheit, die andere frielude heben
    1547 Steinen,WestfGesch. I 1749 Faksimile
  • wenn ein freimann eines unfreien mannes tochter nimt
    1571 Niedersachsen/GrW. III 245 Faksimile
  • welcher ein freimann ist, der ein freigut hat und sich freies guts in anwartung ist, der soll alsdann gerichte helfen halten
    1571 GrW. III 247 Faksimile
  • ordeillfinders sint neben den allgemeinen borghmans in summa 24 personen frey- und eighenlude
    1571 WestfLR. 173 Faksimile
  • das im amt Unna etzliche hausleute, so freyleute sein, auf anhalten etzlicher vom adel, sofern sie uf die adeliche guetter zu ziehen ... begehren, sich in den eigentumb geben mussen
    1616 Sethe,Leibgewinngüter Anh. 20
  • es finden sich ... in unser grafschaft Mark in der veste Lüdenscheid güter, welche unsers gnädigen herrn freigüter oder frei leibbeddegüter, und die bewohner derselben freimänner genennet werden
    1755 Steinen,WestfGesch. II 178 Faksimile
I 2 b österreichisch
  • swæigam sitam in Pache cum pertinenciis universis ... et specialiter cum hominibus in ipsis bonis residentibus qui vulgariter dicuntur freyliute, ab Ernesto milite nostro de Lvenz et universis heredibus suis conparavit pro marcis decem et septem ad solidos deputatis
    1269 MCarinth. IV 703
  • czu derselben hub hat mein wiert und auch ich [dem Kloster] Hainreichen unsern vreiman ledichleichen gegeben
    1306 Carinthia I 100 (1910) 1 S. 14
  • nota, quod officium in Weltz tenetur vecturas domino quotquod habet necessarias ad Z. et ad Judenburgam et hoc tantum facere debent vraeylevt
    1306 CDAustrFris. III 323
  • des gots hous freylaevt
    1310 CDAustrFris. III 128
  • daz sich Wlreich ... von uns gelöset hat um 3 march aglier unt ist des gothshaus vreimann worten von Gurk
    1312 Carinthia I 100 (1910) 1 S. 14
  • daz wir verchauft haben unsern vreimann N.
    1321 Carinthia I 100 (1910) 1 S. 14
  • er ist seinem herren, des freimann er ist gewesen, nichtz gepunden, er geb im denn 60 phening, und ist damit gar ledig von im
    1325 ArchKärnten 4 (1858) 83
  • 1416 Tirol/ÖW. III 107 [vgl. vreierman 1295 CDAustrFris. I 449] Faksimile
  • was von freyleyten vnder dem gotzhaws sind geborn, die sol ain yeder brobst vnd amptmann versprechen des ersten, daz sew des gotzhaws sein
    1437 BeitrSteirG. 13 (1876) 99
  • L. Hauptmann, Die Freileute/Carinthia I 100 (1910) 1 S. 12ff.
I 2 b –
  • der geistlichkeit und anderen vorberührten frey-leuten [vorher ist die Rede von solchen deß lands inwohnern, welche unter keinem stand begriffen, doch eigne und ohne mittel unter uns ligende höf, gründ und feldgebäu haben]
    1627 BöhmLO. J 5 Faksimile (Abschnittsbeginn)
I 2 c sonstige Gebiete
  • miner oder miner veterren ... oder unserre dienere lüte ... su sin fri oder vogtlüte
    1305 FürstenbUB. II 23 Faksimile
  • ab ein fryman hinder sich sesse vnd nit kommen wolte mutwillichen
    1380 Franken/GrW. III 519 Faksimile
  • das eyn fryman were, der sein jungst kind vss setzt, das es dinsthafft wurd eynem herrn zu R., so ist desselben kindes vatter derselben dryer stewer ledig vnd loss
    1380 GrW. III 521 Faksimile
  • fryleud
    1380 GrW. III 521 Faksimile
  • ob ... eyn fryman zuge ader fure in welche stadt das were, das er doch eym hern zu R. tzu dinste stunde ... so solt in mein her zu R. nit hoer dringen ader schatzen anders, wan mit seiner rechten steuer
    1380 GrW. III 522 Faksimile
  • das kein fryman keym hern zu R. mag entpfarn an keyn stadt in 99 jaren
    1380 GrW. III 522 Faksimile
  • wenne des morgens das ding sol sin, so soͤnt beide frilute vnt dienstlute, wer in dem dorff gesessen ist, bi den hubern in dem ersten dinge schinen
    14. Jh. Elsass/GrW. IV 91 Faksimile
  • welck man heft einen meiger, de ein vrig man is
    1438 BremLGProt. 17 Faksimile
  • es gehörent einem herren vnd dem hus zu K. zebeherrschent vnd zebeuogtent zu jn der graffschafft hochen vnd kleinen gerichten, wo die darinne gesessen sind, frylüt, die lüt, so von eigenschafft wegen an das hus K. gehörent, all vnuerlechnet gotzhus lüt, landtzügling, basthartten
    1439 ZürichOffn. II 20 Faksimile
  • weri, das iemen in dem hoff B. gessessen, der des gotzhus ze E. were, vnd der rechtz vmb eigen oder erb bedörffte, denen sol ein probst von E. richten vnd sol niemen darumb erteilen, den gotzhuslütt von E. vnd frylutt
    1439 ZürichOffn. II 144 Faksimile
  • dat se don scholen plichtigen denst gelick anderen vnsen frigemannen, de wy qwyt vnde frig hebben gegeuen
    1450 Mensing
  • das kein freimann in diesem gericht sitzen soll, er wol dan thun den hernn, was ein ander thut, vngeuerde
    1469 GrW. III 539 Faksimile
  • ein freymann, der sich on verwilligung vnnsers gn. herren von Wurtzpurg verenndert enntpfrembdt, oder sich anderßwohyn verherret oder vereygennt oder sich ires jerlichs zynns vff halten, wue die betretten oder man den slebenn gehabenn mag, dem haben sein gnade vnd nachkomen macht zu bussen nach irem willen
    1500 F.C. Stelzner, Historische Nachrichten über die Stadt Gemünden und die Nachbarorte (Lohr a.M. 1888) ohne Seite
  • wer [der Mörder] ein fryman, so sölt er des lehen, von dem gotzhus innhabende, verwürckt haben
    1500 QFReichenau II 104
  • schall nemand bunden güders und fry landt, wische, acker ... tho praelaten, fry-lüden effte börgern verkopen
    1560 Westphalen,Mon. IV 1964 Faksimile
  • vertekenüß der vom adell vnnd frislüde
    1564 ZSchleswHolst. 4 (1873) 184
  • H.J. tho C. is ein friemann
    1564 ZSchleswHolst. 4 (1873) 185
  • die fur der zaunrutten, so die ermelte pawerschafft, ausgenohmen die zwene freyleutte zue fuhren schuldigk seint
    1576 StArchBresl.
  • ist kein freymann schuldig, hergeweite, baulebung, freuengeräth und ander dergleichen zu geben, sondern freyet sich allein mit dem freyen zinß
    16. Jh. Hessen/v.Minnigerode,Königszins 29
  • dat ener fornemer man vnd enes erlichen geslechtes och ein friman heft ein rofschip togericht
    16. Jh. ZSchles. 8 (1867) 243
I 3 besondere Erklärungen
  • "freier Mann, Arbeiter, Tagelöhner, der zur Miete wohnt und keinem Herrn zur Arbeit verpflichtet ist"
    oJ. Frischbier I 205 Faksimile
I 3 –
  • frajman. fraimanus seu inquilinus
    oJ. KroatRWB. 311
I 3 –
I 3 –
I 3 –
II Scharf-, Nachrichter, Henker
III Abdecker
IV Vagabund
vgl. Freihart
IV – "ein Mann, der die Gesetze nicht achtet"
V Brautwerber, Beistände der Brautleute; "beide Verlobungszeugen heißen freimann, im engeren Sinne ist freimann aber nur der Brautwerber des Bräutigams"
  • was der frayman dem P.K. angezeugt hatt des hoffs halben, das will ich in geweren
    1569 SiebbWB. II 469
  • den herr N. als freymann hab ich zum khönigs richter geschickht
    1574 SiebbWB. II 469
  • freyleyt
    1680 SiebbWB. II 469
  • dass seine braut ... ihr von sich in gegenwart ehrlicher frey-männer gegebenes ja-wort zurücknehme
    1780 SiebbWB. II 469
  • mit dem bräutigam gehen seine freyleute
    18. Jh. SiebbMunC. 173 Faksimile
  • freismann
    oJ. Frischbier I 205 Faksimile
VI "ein Unverheirateter, der auch fri knecht, fri minsch genannt wird" Berghaus I 502
VII "häufig ist die wahrsagende Person der Freimann oder Freiseher, welchr irgend etwas zu sehen bekommen muß, was der Dieb zweifelsohne berührt hat, z.B. die Brieftasche" Groß,UR.⁶ I 545
VIII militärisch: Urlauber
  • "Diejenigen unter der Miliz stehenden Personen, die sich je mit Holz- oder Wildstehlen befaßt haben, sollen während ihrer Dienstzeit nicht dahin als Freileute beurlaubt, noch daselbst während solcher Zeit geduldet werden"
    1758 Notiz aus der Bramfeld-Poppenbütteler Zeitung 1931 nr. 261