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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Freund

Freund

ahd. friunt; mhd. vriunt; nl. vriend; afries. friond; ags. freond; part. praes. zu got. frijon lieben

I
I 1 Verwandter allgemein
  • der richtter mog sein recht weisen mit solichen lauten, die nicht sein sein, oder sein vreunt oder undertänig
    1212 Kurz,Ottok. II 258
  • edir wollin su iz urin armin vrundin bisceide
    um 1230 MühlhsnRb. 134
  • sine vrienden versoenen den doden met x pond
    1265 ChartPierreGand I 343
  • 1270 HambStR. 63
  • nach seiner weisen vrivnt rat
    um 1275 DspLR. Art. 56
  • 1276 MansfeldKlUB. 430
  • so ist das varend guot geuallen dem gotzhus vnd daz gelegen den fründen 
    1287 SchrBodensee 13 (1884) 89
  • Herman vnd ... Ott habent ... gelobt, daz si der frowen gewer wellen sin vmb daz ... guet fur all ir frivnt 
    1290 MBoica XVII 26
  • 1294 RigaStR. 30
  • daz wir mit verdachtem mut nach unser frunt rat hawe wir ze kchaufen geben
    1298 SPöltenUB. I 192
  • uf sinen swager oder uf einen so getanen sinen vrunt 
    um 1300 FreibergStR. 31 § 16
  • offenbaren die freuel oder laidigung die jren freunten geschehen
    1307 Tomaschek,Trient Art. 16
  • uns und allen unsern vorvedern und afterchunften freunten zu einem ewigen selgeraet geben
    1310 Rockinger
  • daz dem gotshaus von meinen gerben oder meinen vriunden vurbaz dehain chrieg auf ste
    1311 OÖUB. V 61
  • gesworent hant uf den heilgen vuͤr sich unde alle ir frunt urvehte
    1315 SpeyerUB. 235
  • er hab e der fründe huld, den der totschlag geschehen ist
    1319 EßlingenUB. I 233
  • des todes frunt 
    vor 1320 ÄltpolnRdm. 14
  • so sal min here, in de eere van den vrienden, stichten eene capelle daer de goede lieden ghesleghen waren ende de vriende van den doeden zullen gheven dese capelrie lii waerven
    1351 CoutGand I 523
  • slet einer den andern czu tode in notwere ... he gibt den frunden das wergelt noch siner geburt
    nach 1358 Rb.n.Dist. IV 6 Dist. 1
  • das ein jglicher mann geweldig sei zu bescheiden ein dritteil von seiner helft zu gottes heuseren ader seinen armen freunden 
    1370 Zips Art. 2
  • waz gudes von dem vater ist komen, daz soelent ouch nemen des vaters frunde, und daz von der mutter ist komen, ... der mutter frunde 
    1372 (Hs.) KlKaiserr. II 95
  • wenne ein mensch stirbt gehling vnd chainen freunt nicht hett, ez sei fraw oder man
    1387 BudweisUB. 235
  • ist das die, die da rechtend, dehainen fründe in ... der gemeind sizen hand, die zu den vierten kindern oder nächer sipp sind
    1395 SchrBodensee 3 (1872) 112
  • 1396 HanseRez. IV 365
  • nach der vreunde rat
    14. Jh. Iglau/LSchrP. 185
  • begripstu ene, so vür ene vor gerichte unde bidde ens rechtes, wo du dinen gemorden vrünt unde sinen morder mit rechte vorbringest
    14. Jh. RichtstLR. 276f.
  • er was von sipp ir beider vrevnt 
    14. Jh. ZwettlGründungsg. V. 106
  • hebbet de kindere nene vrunt, so scal de rad to Sleßwiigk der kindere gut in ore bewaringe entfangen
    um 1400 SchleswStR. 30
  • der kindere vrund 
    1401 LünebStR. 48
  • dz sy von vattermag keinen frúnd nút wúste
    1402 BremgartenStR. 44
  • die kind und ir gut entphelhen der kind frúnde 
    1404 Wimpfen 78
  • 1422 Wetterau/ArchHessG.2 3 (1904) 204
  • als Enno Abekena saligher dechtnisse ghemene vrende de vastinge makeden
    1443 Friesland/LSchrP. 217
  • de sibbesten ses vrenden [die nächsten sechs Verwandten]
    1448 Groningen/Richth. 322
  • 1454 Niedersimmental 270
  • nachgesippt frunde 
    1466 MBoica 22 S. 538
  • der nit geschipter freund oder schweher wer
    1469 AdelsheimStR. 632
  • were sach, das er mit seinen freunden zu schwach were ... so soll die zent beholfen sein
    1494 WürzbZ. I 1 S. 603
  • sein hawsfrawe oder seine kind und sunst kein annder freundt 
    15. Jh. (Hs.) BambStR. 18
  • on irer eltern freund ader furmünden willen
    15. Jh. EgerStG. 20
  • 15. Jh. ÖW. VI 231
  • 15. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 690
  • dem richter sein gutt, den frynden den lip
    15. Jh. SchlettstStR. 593
  • mit sinem anhange vnd frunden 
    1506 KasselGB. 52
  • 1512 BruggStR. 134
  • wann aber der, so den todslag getan hat, ... möcht mit den fronten nicht abkömen
    1512 NÖsterr./ÖW. VIII 577
  • wo aber kainer eelichen freundt, sonder nur ledige kinder verhanden warn, dieselben alsdann erben
    1525 ActaTir. III 45
  • 1528 ZeigerLRb. 344
  • vor 1531 RügenLR. 122
  • 1542 Ödenburg/MHungJurHist. V 2 S. 32
  • vff des mannes freunde vnd nicht vff der frawen erbnamen
    1546 Wasserschleben,SuccO. 146
  • welcher do die unfuge gethon hat, sol schlechtlich mit sim fürsprechen und nit uber sechs seiner freunde für rat gan und sich verantworten
    1551 Schmoller,StraßbTucherZft. 201
  • sein weib, tochter, schwöster, mumen oder freundt 
    TirolLO. 1573 VII 13
  • dero unmündigen freunde 
    1583 HadelnLR.(Pufendorf) 38
  • alles nach erkentnuss der freunde 
    1588 CoutLuxemb. I 142
  • ohne willen ihrer eltern oder freundte 
    1593 ArchHessG. 14 (1875/79) 649
  • van den fruͤnden genochsam bewyset
    1593 JütLow.3 I 8 § 1
  • wo aber vorgeschribne fluͤche vnd gottesschwuͤre von kindern oder jungen personen, so vnter fuͤnfftzehen jahr alt, beschehen, so sollen die eltern, freunde, herrschaften ... dieselben kinder vmb jeden fluch oder gottsschwur von stund an mit ruten ... zuͤchtigen
    1599 OPfalzLO. 8
  • 1599 OPfalzLO. 99
  • die on wissen und willen irer freindt oder vattern wekziechen, denselben soll ir erbschafft von dem herrn verpotten sein
    16. Jh. BeitrSteirG. 22 (1887) 90
  • der frauen freunde 
    16. Jh. BreslStR. 100
  • altyt mogen die broeders metten vrinden op die veede gaen
    16. Jh. CoutLooz I 71
  • der ain weingarten will verkaufen, sollen seinen freunten so er ainen hat anfailen
    16. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 309
  • von meinen dazumalen lebenden freunden 
    1606 QKronstadt I 223
  • die fründ in anderen grad
    1611 FreiburgÜMun. I Art. 39
  • keine schwerdtmagen, freund oder tauffbathen
    1658 GeraStR. 183
  • ettliche freunde uf der seyten verwandt
    1693 BrandenbSchSt. II 665
  • derselbe grund ist der herrschaft heimgefallen vor allen freunden und geltern
    17. Jh. ÖW. VI 97
  • obschon die freunde ausser der herrschaft zu succedieren nicht befugt seynd
    1722 Archiv český 24 (1908) nr. 389
  • kein kind, das unter seiner freund besen stee
    18. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 598
  • freundes blut wallt
    oJ. Graf u.Dietherr 172
  • freundesgut erlebt jeder freund 
    oJ. Graf u.Dietherr 205
  • gif he healt weorð þær motan freond seman
    oJ. Liebermann,AgsG. 7
  • liege ægylde eallan his freodan 
    oJ. Liebermann,AgsG. 244
  • SiebbWB. II 483
  • WienStRb. Art. 53
  • WienStRb. Art. 86 (S. 88)
  • WienStRb. Art. 116
I 2
näher bezeichnet als Blutsverwandter
  • parentes friunt 
    oJ. AhdGl. III 5
  • sinen nächsten erbornen frunden 
    1258 BremgartenStR. 12
  • vier irer geborner frunde 
    1325 Wertheim 9
  • ab im vielleicht seine freunde sein erb abhungern ... wolden, so ist ein fremder das erbe frei zu keufen vor dem gebornen freunde 
    1370 Zips Art. 6
  • 14. Jh. SchemnitzStR. 6
  • di freunde von gepurt und di freunde von weibes wegen
    1400 Zycha,BöhmBgr. II 267
  • anerborn fründ 
    1480 LuzernStR. 54
  • seine angeborne freunde 
    1495 ErfurtFreizins 320
  • agnat ist eyn geblüter freundt in der beseiten linien
    1540 Huge LehnR. 3
  • formunder und blodesgewante frunde 
    1540 RigaErbb. 280
  • vnehelich geboren fründ bis in vierten grad mögend auch zum kaufzug gelangen
    1611 FreiburgÜMun. I Art. 144
  • seinen nächsten blutigen freund 
    1763 Hafner,Schr. I 24
  • GrRA.4 I 644
I 3
I 4
I 5
I 6

I 6 a
  • welcher seine güter wil verpfanden und versetzen, sol dieselben drey sontage nach einander für dem kirchspiel ausbieten freunden und fürnossen
    1583 HadelnLR.(Pufendorf) II 6 [uö.]
I 6 b
II
II 1 wie neuhochdeutsch
II 2 a Zunftgenosse
  • gaffel der freunde vom smithampt
    1547 Köln/NrhAnn. 71 (1901) 203
II 2 b Bundesgenosse, guter Nachbar
  • iren frunden unde iren helfern
    1281 Mainz/Böhmer-Ficker 336
  • bittit ouch vor alle die frunt 
    13. Jh. FreibDiözArch. 16 (1883) 84
  • daz der bischoff vnd die vorbenannten tumherren des stift ze Babenberch guet frunt sullen sein der obgenanten purger vnd der gemein
    1333 HohenloheRB. 24
  • dat wi scolen ire stete gude vrunt bliven
    1353 BremUB. III 35
  • daz weder roup noch brant den frúnden nút geschehe
    1362 BaselUB. IV nr. 264
  • das wir der gemein getreu gut frundt worden sein an all arig list
    1385 Burghausen/Rockinger
  • ez wölt die stat wizzen, ob er ir friuud [!]wolt sin oder nit
    15. Jh. Augsburg/AugsbChr. I 104
II 3 a Geschäftsfreund
  • sin vrund adir sin knecht
    1394 HanseRez. IV 161
  • sendegut ... seynen frunden zcu der hant senden
    1455 DanzigWillk.(Simson) 42
  • es sey dann, daß er seine freunde, die mit ihm bauen wollen, alle beysammen habe
    1614 HansSeeR. I 2
II 3 b (See-)-Schiffsmiteigentümer
II 4 Schiedsrichter, Vertreter
  • sal die stad ir vrond uz irme rade adir irn geswarn baten zu den andirn zwein stedin sendin
    1334 FriedbergUB. I 125
  • dat hiir dey raed er vrunde thovoghen unde dey erffsaten lude und dey ses ghilde ere vrunde dar tovogen
    1393 DortmStat. 212
  • das ir ewre frunde mit voller macht zu uns sendet
    1397 RTA. III 19
  • dat die parthien geswoent werden bij den vrienden 
    um 1415? NijmegenStR. 17
  • frunde, darto beydenhalven gekoren unde vormechtiget
    1486 OstfriesUB. II 242
  • koeren hun vrienden op beyde syden twe oft dry
    oJ. LimbWijsd. 164
  • twee partyen die ... mit orloff weren van den recht gecomen en de saeche verbuntlich weren ende den vrinden overgegeven, ende de vrinden doen uytspraeck
    oJ. LimbWijsd. 219
II 5 a Freund in Gegensatz zu Feind 
  • ouch neme ich on sinen frunden und gebe on sinen finden
    nach 1358 Rb.n.Dist. IV 20 Dist. 1
  • der ist ... seinen freunden verbotten und ... seinen feinden erlaubet
    1374 BairFreibf. 27
  • 1395 EßlingenUB. II 357
  • ob ein man leiblos wird, kömen die freunt ee wan die feint, so sol man den schuldiger ausgeben
    1414 NÖsterr./ÖW. XI 190
  • 1444 Franklin,RHG. II 329
  • roubereye von den vienden unde gedrengnisse von den frunden 
    15. Jh. Rothe,DürChr. 291
  • 1525 WürzbZ. I 1 S. 247
  • ich gebe ihn seinen freunden und nehme in seinen feinden
    16. Jh. BreslStR. 81
  • to demande and to delande tha fiande alsare tha frionde 
    oJ. Richth. 7
  • Frauenstädt,Blutr. 249
II 5 b
  • ist er vriunt worden
    2. Hälfte 14. Jh. Schwsp.(R.) LR. Art. 268
  • der stat gemainglich armen vnd reichen frewnt werdent
    oJ. RegensbFriedg. 81
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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