Gefälle

I Ertrag, Einkünfte; Abgaben
I 1
I 1 a obrigkeitlich, zum Teil Sporteln
I 1 b insbesondere geistlich, kirchlich
  • dieselbe fabrica ... und die gefelle so dartzu gehörent
    1428 ULiebFrauWerkUrk. 12
  • zweyung zwúschend dem pfarrer zu F. und den pflegern des spittals von wegen der gefell ...
    1504 FreiburgHlGeistUrk. III 356
  • das die kirchenpfleger die stöck geoffnet und was darin und die gefell ingenohmen
    1513 Sinsheim 439 Faksimile
  • ist die belohnung des messenerambts 9 gülden und 6 malter korn, von der kirchen und heiligen gefällen zu bezahlen
    1540 Eppingen 814 Faksimile
  • alle die gefell der zweier caplaneyen
    1540 Gengenbach/FreibDiözArch. 6 (1871) 25
  • nachdem der apt viel gefel in dem churfürstenthum hett
    1561 Mone,QS. II 4 Faksimile
  • ain ider thumbprobst ... mög sein jahrlich gefäll wohl seines gefallens nutzen
    1568 Schauberg,Z. 2 (1847) 136 Faksimile
  • der kirchen jerlich gefell
    1599 Wasserschleben,RQ. 287 Faksimile
  • will ich mit ainer ainfachen thumbherrn-pfrient sambt allen derselben ... geföllen begniegen lassen
    1604 MittSalzbLk. 7 (1867) 168
  • von des klosters gefällen
    1630 FreibDiözArch. 23 (1893) 245 Faksimile
  • zumahlen die gefäll der pfarrpflege praecise auff den unterhalt der catholischen priesterschafft gewidmet
    1649 Biberach 205 Faksimile
  • an geistlichen gefällen ... eingenommen
    1655 MBoica 22 S. 761 Faksimile
  • die aempter und klöster, und welche deren gefälle geniessen
    1693 BremPolO. 100 Faksimile
  • hatt er [der Herzog] alle geistliche gefäll an sich gezogen
    17. Jh. FreibDiözArch.² 1 (1900) 166
I 1 c gerichtlich
  • die schlechten friden, deßgleichen die mannenrechtstrafen, wie nit weniger das entschlachgelt aller arresten (welche gfell bißhero in den stockh gelegt ...)
    1604 BaselRQ. I 1 S. 471 Faksimile
I 1 d Lehnsgefälle
I 1 e
I 1 f
  • [in Nieheim sammeln auf Fastnacht die Bäcker-, Müller- und Schmiedegesellen bei ihrer Kundschaft: ich bin des Bäckersmeisters Geselle, ich muß haben mein] gefälle, [kriege ich mein] gefälle [nicht, back ich auch die Brote nicht]
    ZRhWestfVk. 4 (1907) 17
I 2 in Paarformeln
I 2 a
I 2 a – insbesondere Strafgefälle
I 2 b in Aufzählungen
II Erbfall; Erbfolge
  • halbbrudir adir halbswestir habin bessir recht und sint nehir eime gevelle an gute adir an erbe wan wase, oheme adir vetter
    Ende 14. Jh. EisenachRb. 654 Faksimile
  • man unde wip habin ungezweiet gut zu irem libe, dovon keins icht sunderlich geben mag, also ich hoffe, schedelich deme, der daz gevelle wartende ist, an sinen willen, und widir sien wort
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 289 Faksimile
  • ist daz eyn gefelle ersterbet uf eyn geswisterde
    1404 RudolstadtStR. 218 Faksimile
  • zeugen die leibes erben mit einander, das sal man halten nach erbes gefelle
    1534 FrankenhausenStR. 474 Faksimile
  • in solche einsatzung mit gutem glauben als ain erb kommen vnd die fruchtnutzung vnd gefell ... eingenommen
    NürnbRef. 1564 XXXVII 3 Volltext (und Faksimile)
  • wann de erve minnerjärig ist, so kan sik de averblyvende in dat gudt weder bestaden und den erven darin ophecken, maer syn gevel moet erst uytgewyst werden
    16. Jh. Steinen,WestfGesch. I 1573 Faksimile