Gedigen, Getigen

I althochdeutsch
II (ritterliche, kriegerische) Gefolgschaft, Dienstmannschaft
II – Gotteshausleute
  • man [sol] dien gestun zem erst rihtun, darna dien frowen, darna dem gedigun
    1344 GrW. I 311 Faksimile
III Bürgerschaft, nichtedle Einwohnerschaft, Handwerkerstand einer Stadt
  • wir H. ... tun kunt ..., das wir mit rate unsers capitels, unsers gotzhus dienstmanne, unsers ratz und unsers gedigens ... irlouben ... ein zunft
    1269 BaselUB. I 315
  • der rat, die zunftmeister und gimeinlich daz gidigen von B. tun kunt
    1272 BaselUB. II 52 Faksimile
  • do swüren die vom rade ... offenberlich, das daz gediegen zusahe, den eydt ...; darnach gabe herr M. ... den gediegen iren eydt, den sie uff dem kyrchoff ... swuren
    1460 Mone,QS. I 359 Faksimile
  • 12 man, die us dem gedyen gezogen ..., sollen mit dem gericht handlen, was die gemeyn antrifft
    1525 Franz,BauernkrAkt. 191
  • [ein Streit] zwischent den edeln und dem gediegenen zu Strosburg
    oJ. Schmidt,ElsWB. 121
  • die edeln und das gedigene kriegetent umb den gewalt zu Rome
    oJ. Schmidt,ElsWB. 121
  • R. Wackernagel, Geschichte der Stadt Basel, Bd. I (Basel, 1907) 34
  • Heusler,Basel 129
IV (Gerichts-)Bezirk; (Gerichts-)Versammlung
  • ob ... ein pharrer ... die messe liezze abgen ..., daz die pesten vnd die aeltisten des gedigens in der R. gegent vnd auch die aeltisten purger ze R. iehen, iz wer der gotsdienst ze lange lazzen
    1314 AltenburgNÖUrk. 135
  • all die leut, di ... zue dem gedigen gehorent ... mit allen den rechten und nutzen ..., di darzu gehörent
    1344 Rockinger
  • all ungewöndlich zoll ... auf das gedigen zu A. ... widerrüffen
    1374 AugsbChr. I 178 Faksimile
  • wann man das gantz gethihen ... zusammen kommen will lassen, soll dasselbig an keinem orth, dan zu H. geschehen, denn daselbst ist es eben in der mitte im gericht oder gethihen
    1579 Wasserschleben,RQ. 270 Faksimile
  • fragt ... das gediehen ein ambtmann zu G., ob er ... das gediehen bei ihren alten herkommen ... wölle bleiben lassen
    16. Jh. Rheinpfalz/Wasserschleben,RQ. 242 Faksimile
  • Alemannia 1 (1873) 156
V Gut eines Dienstmannes
  • da sind der getigen zwai, aines nempt man Kemnater tigen, das sind die güter ze dem S. vier gut, ze K. zwei gut
    1387 GrW. VI 295 Faksimile
  • DWB. IV 1, 2 Sp. 4387