Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Gewinn

Gewinn


I im Althochdeutschen
  • commodum kauuin, kiuuin
    oJ. AhdGl. I 64
  • quesitio, adquisitio kiuuin
    oJ. AhdGl. I 235
  • reditus giuuin 
    oJ. AhdGl. I 392
  • reditus cavuin nuz
    oJ. AhdGl. I 398
  • questum scaz gwin 
    oJ. AhdGl. I 747
  • quaestus keuuinnes
    oJ. AhdGl. I 797
  • lucrum der giuuin 
    oJ. AhdGl. II 281
  • ih pin sculdic ... in b telenne, in scantlichemo gewinne, in unrehtero welunga, in giricheite
    11./12. Jh. MSD. 297
-- Friede
II
II 1 Gewinn aus Handel und Gewerbe
  • so war is en wedewere odere en wedewe, de kindere hebbet, volt se ghut an van erue, uan gaue oder uan ghewinne, dat scholen se schichten like mit eren kinderen
    1294 Hach,LübR. 264
  • swer der ist, der vor getraid icht chauffen wil ee er iz ze hant wider verchauffe, wil er iz wider verchauffen, so schol er won vier phenning nemen ze gewinne von dem pechen
    1307 BurghausenStR. 181
  • wir wellen geleich teilen allen den gewin, der von muenzwerch, von den smitten und von wechsel allen sachen wirt gewunnen
    1316 RegensbStat. 99
  • (die abessinne) soll werltlichiu chaufmanschaft und werltlichiu handelung, die nach gwinne zug, ... niht treiben
    1324 MBoica XVIII 109
  • wer ... salz von hinnin furit vf gewin, der gibt von dem pferde cin halbis scoth
    1327 BreslUB. 113
  • daz du ... allez daz guot, daz dir zu gesellschaft und ze gewin leit, nach der stat gesetzt versteurt habst
    1346 MünchenStR.(Auer) 179
  • die do wehssel tribent und hant offenlich ... oder úberlút in iren húsern (uf gewin und merschetzen)
    1374 SchlettstStR. 273
  • die do wechssel tribent und hant offenlich oder uberlut in iren husern (uf gewin und merschetzen)
    1374 SchlettstStR. 273
  • wo ein mezger ... ein rind oder schwein kauft ... und ist ein bürger da, der dasselb ... gern hätte ... der soll dem, der es gekauft hat, zu gewinn geben sechs pfenning ... und soll man ihm es lassen
    1388 SchrBodensee 12 (1883) 108
  • der pos lewt auffhielt zu schaden andern durch seins posen gewins willen
    1434 Kaltenbaeck I nr. 18 § 46
  • item an der guss ainem hat der hausgenoss gewin und uberschuss 12 pfund pfennig
    1450 Tomaschek,Wien I nr. 148
  • der wiert mag an yeden stär drey kreitzer zu g ewin nemen aber nicht darüber
    1493 TirolHGO. 152
  • wer uff der tafern hofstatt ... sesshaft ist, der sol haben brot und win feil ... und sol an ieglichem kopff wines nit me gewinnes haben denn ein Züricher pfennig
    15. Jh. ZürichOffn. I 121
  • wieuil gewynn darbey [Salzverkauf] erhallten, khunen wir ... nicht gründtlichen antzaigen noch berichten
    1541 BeitrSteirG. 17 (1880) 85
  • das sie arbeiter und der gmain man mit dem kauf nit beschwert noch über den gesetzten gwin gestaigert werden
    1568 ÖW. X 24
  • waß der hock außmisset mit dem metzen, so sollen sie einen pfenning an einer metzen zu gewin nehmen
    16. Jh. Wertheim 41
II 2 in adverbialen Wendungen
  • swer ze Shaphusen lantwîn uf gewin koufet
    1291 SchaffhRbf. 46
  • hat er 5 pfunt oder ir wert und wil er da mit chauffen oder verchauffen durch gewinnes willen, so sol er gewin und haubtgut verstiwren
    1294 MWittelsb. II 45
  • swer ouch inrent dem vorgeschriben ziln dekein blosses korn uf gewin kouffet hinnan ze dem vorgenanden zile, der git ouch die vorgeseiten buosse
    1332 ZürichStB. I 140
  • wer auf dem marckht khaufft, es sey weib oder man, das burger sind, die es durch gebins willent khauffent, ...
    1353 KitzbühelStR. 72
  • das kein burger keim gast ganz nützit kouffen sol ... vff gewün oder fürkouff ...
    Ende 15. Jh. LuzernStR. 37
  • es soll dasselbig niemant fürkoufen durch gewins willen, also daz es derselbig widerumb wolt verkaufen von teurung wegen
    15. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 733
  • von einem jeden ziger, so vv gün koufft oder durch gfürtt wirtt 1 hlr
    1603 MellingenStR. 485
  • von yedem sack mit rocken ... so sy zu irem hußhablichen gebruch und nit uff fürkouff, merschatz oder gewynn kouffen
    oJ. RheinfeldenStR.(SchweizRQ.) 270
III
III 1 Geldzins
  • beidiu houptguot und gewin 
    1300 Beringen,Schachged. V. 7178
  • es mögent ... die ... juden ir geltschulde alle an höptgüte, an gewinne, an gesuche, an pfendern und an dem zite als es were gestanden, behaben
    1381 FreiburgÜRec. IV 156
  • manen ich üch ... mit disem brief, mich ... miner schulde, hoptguoz, gewins und zinses, nach lute mins briefs in disen nechsten achtagen ... ze bezalen
    1455 Villingen/Privatbrf. I 366
  • umb gewins willen gelt aufbringen noch annemen
    1568 HofkInstr. fol. 3
  • nach dem etlich geytzig leut den armen ... personen auf ligende güeter umb ungebürlich zinß ... und wucherischen gewyn fürleihen
    TirolLO. 1573 VI 26
  • schmid- vnd lydlohn ... das der nit zuo intress gestellt ode sonst vmb gwun borget
    1612 BremgartenStR. 138
III 2
Ertrag aus sonstigem Gut
  • ob ain gast ... ainem purger ain guot laet ... davon der nicht purger ist, gewin wil nemen und daz man im arbait als andrer purger guot, daz selb guot, daz dem, der nicht purger ist, gewinn traet, so sol der purger, der ez arbaitt, verstewren
    um 1365 MünchenStR.(Dirr) 408
  • wann jemand einem andern sein gut, kauffmanns-wahren oder geld ohn einigen vortheil oder gewinn zu treuer hand zuschicket
    1586 LübStR. III 3 § 2
IV
IV 1 Pacht, Nutzung
  • das kein burger odder mitwonner niemant aus seinem gewin oder mitjaer nit auswinnen oder auskaufen soll
    1430 Richter,Paderb. I Anh. 125
  • en sall nemant den andern huis, garden noch lant, dat hie in gewinne heft ... onderwinnen
    1473 BeitrEssen 20 (1900) 162
  • Ludolffs frauwe van Oer tho gewinne gehatt dusse ... hoven, und darvan tor pacht ... 2 molt gersten und 1 swyn
    1487/98 CTradWestf. I 167
  • alle ... die stadtzland in gewynne hebben, noch sollen und moigen datselvige underbeholden viff jar lanck
    1538 HammStR. 75
  • die von Minden ungestrafft hingehen lassen, dass ihre burgere, so vom thumb-capittul ... lenderei ... in schlechten gewin und meierstaedt haben ... dieselben ohne der hern willen ... verkauffen
    1572 Culemann,MindenLV. 118
  • dass niemand unserer bürgere ... dem anderen an seinem gewinn, heur, zeiten oder jahrmalen ... einige eintrag ... zufügen solle
    1592 MünsterPolO. 26
  • Schulten Henrich beym Lechtenberg hat Dappershaus in gewin 
    1680 CTradWestf. VI 56
  • guter, so si von dem erbherren nach eigendommes rechte in pfechtunk und gewin haben
    oJ. GrW. III 128
IV 2 Pachtabgabe, insbesondere bei Übertragung von Erbpachtgütern
  • alios 30 solidos predicte monete de acquisitione vel receptione dicte curtis ratione iuris, quod teutonice dicitur gewin 
    1259 Sloet,OorkB. 804
  • voert vrachden onse vrouwe ... den laeten ... wat haer ... recht weer van der doder ant als van gewyn? dest antworden sy ... wanneer eyn erfthyns of erfpacht des guetz van Bymmen verstorven iss, soe sullent dye naeste erfgenaemen weder wynnen myt vollen pachtthynss end myt vollen erfpacht
    1368 Grafenthal UB. 171
  • soe wie een verwijnn op ennijch goet verkregen off gedaen hefft ende dieselve dan tselve den tijnsheren biedet, dat men alzdan den tijnsheren gheen gewijn dairaff schuldich sijn sall
    1531 NijmegenStR. 248
  • dass ... etliche behandsgutere sich befinden, daran altem brauch nach schuldig, den erben das gewinn zu gestatten ... jedoch dahe die behandung an denen guteren gar ausgestorben, als dan nach getrage des guts ... wird der gewinnspfennig gesetzt
    1602 Rive,Bauerng. 424
  • was obgemelte gütere ... an gewinn, versterf, auf- und niederfall, dienste, schweine, hüner, gensen und dergleichen mehr zu thun schuldig
    1605 Steinen,WestfGesch. III 592
  • damit ihro hochfürstlichen gnaden die fructus servitutis, ihre pfachte, versterb, gewein und freikäufe ... besser geniessen mögen
    1666 Behnes,BeitrMünster 736
  • sollen alle hofhörigen ihr gebüerliches gewinn thun und ohne belieben des hofherrn auf ihre erben oder kott ... nicht heiraten
    1724 Sommer,Handb. I 2 S. 247
V Errungenschaft
  • sij (man ende wijff) en sellen geen ... aenval off samende gewijn aen malc anders hant mogen verbinden ... sij en sellen dairoff betalen alle sculden
    1456 UtrechtRBr. II 256
  • 15. Jh. Gierke,BadStR. 134
VI durch Gewalt erlangter oder erstrebter Besitz

VI 1 Raub
  • welcher einen auff freyer strassen oder anderwärts ... vorwartet oder unter dem schein der freundtschafft denselben gewinß halber angreifft, beraubt und ... umb das leben bringt, soll mit schärpferer straff als ein gemainer todtschläger belegt werden
    NÖLGO. 1656 II 71 pr.
  • welcher einen auff freyer strassen ... gewinns halber angreifft, beraubt und zugleich um das leben bringt, ... der ist ein fuͤrsaͤtzlicher moͤrder und strassenrauber
    1707 SudetenHGO. Art. 19 § 15
VI 2 Kriegsbeute; Kriegsgewinn
  • wanner wi ok de vurscreven unse borchmans bidden laten, na uns te ridene ... unse landt to beschuddene, worden se dan dar over nedergetogen eder perde unde harnsch verloeren, des willen wi ere hovetheren wesen; wunnen se ok dar over, dat gewin salde unse sin sunder ere inseggen
    1461 Engelke,GogerichtDesum 46
  • offte dar wes gewunnen worde, so schal dat gewyn vortgan na geborlicheit
    1473 OstfriesUB. II 18
VII Macht, Gewalt über eine Sache
  • der helle wuohs der ir gewin manchunne al daz vuor dar in
    1064 MSD. 82
  • dat hi met orloghe ende mit sinne Rome brachte te hoghen ghewinne 
    1308 MnlWB. II 1912
  • ein polensch rittir hatte e ... im gelobt an sine hant er wolde die stat gewisse im mit vorretnisse antwortin zu gewinne 
    um 1340 Nikol. v. Jeroschin v. 14919
  • weet so vaste kiste, weet icker enich goet in, in brinct wel in mijn ghewin 
    oJ. MnlWB. II 1912
  • dus quam die stat in onse ghewin 
    oJ. MnlWB. II 1913
VIII Sieg im Prozeß
  • wanne dat ordel zo Gulghe gehoilt sal werden, sal ieder pairtie innelegen drie goltgulden maicht 6 goltgulden, ind we des ordels baeven lit ... aeder gewin erlancgt, deme sal dat wiedderdeil sin bygelaicht gelt wiedder geven
    1516 Montjoie/NrhAnn. 6 (1859) 28
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  • oft dat kindt den vader met getuigen sal gewin draghen? het is gewesen, dat geen kindt synen vader ofte moeder en sal mogen gewin dragen in gereede goeden noch in eeniger erftalen in geender manieren
    oJ. Stallaert I 515
IX zu Gewinn und Verlust 

IX 1 auf das Risiko von Gewinn und Verlust von Besitztümern
  • wer do sad uf dem velde kouft, der sal si koifin uf gewin und vorlust
    Ende 14. Jh. EisenachRb. 741
  • hette er [der Vormund] des mundelin guter mit sines selbist geldis uff ebenteuer unde uff gewyn unde uff vorlust gebuet
    14. Jh. GlWeichb. 304
  • drei man habin geselschaft mit enandir gehabt in koufmanschaz uf gewin und vorlust
    14. Jh. Loersch-Schröder 187
  • ob ain gebaur seze auf ainem gut, daz in ain ampt gehört, daz ain burger in hat ze gewinne und ze verlüste
    14. Jh. NürnbPolO. 19
  • was aber iemand hie zuo Ulme frömder lute guot innhät ... das hie zuo gewinn und verlust gät, der sol das den stueren uff den aide, den er an der stuere schweren wirt, offen
    1413 WürtVjh.2 7 (1898) 23
  • wir sullen Brux und Resenborg mit eynander innehabin und bestellen zcu gewynne und verlust
    1435 BrüxStB. 108
  • daz ich ... enpfangen hab von dem W.R. zu Nurnberg 200 reynisch gulden, die sol ich ihm anlegen zu gwin und verlust auf sein wagnus
    1444 Ruland,Handlungsb. 16
  • wie sie ouch solich gut verseczt ... mit recht oder ane recht, ze gewynne und ze verluste
    1452 FreiburgHlGeistUrk. II 193
  • die vader des samenden guets in notte ind gebruke to gewin ind to verlies sonder enich onderscheit gesteten hed
    15. Jh. Loersch-Schröder 234
  • dargegen aber die kremer und gewerbsleut anzeigent, ir händel werent freye gewerb, die man nit mit der hand sonder in frambden landen zu gewin und verlust trib
    1541 FreiburgZftO. 42
  • welcher dan in acht tage zu ihme kombt und legt sein geldt zu ihme auf gewin oder verlust zue wagen
    1544 FreiburgBallierer 107
  • da ihrer zwey oder mehr sich vereinbahren ... ihr gut, gelt, wahren oder auch ihre müh und arbeit zusammenzuschiessen auff gemienen ghwinn und verlust
    1709 Mutach 105
  • soll sich keiner unterstehen überschickte ... waaren in seinem nahmen abzuschiffen ... er habe sie dann ehrlicher ... weise auf sein ebentheuer gewinn und verlust an sich gebracht
    1715 CCPrut. II 332
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  • alle aenval, dat man ende wijf anvalt, diewile dat sy beide in levenden live sijn ende in meenen boedel zitten te ghewinne ende te verliese
    1405 UtrechtRBr. II 117
  • wan sich ein kind schied von vater und muotter und demnach widerumb zusammen kommend in ein haushab und unverschiedenlich zu gewin und verlust mit einander haushand
    1579 GraubdnRQ. III 310
IX 2 im Prozeß

IX 2 a zur Entscheidung
  • mugent sie aber nit verslichtet werden also, so geben wir in den herzogen Conraden von Tecke zi eimi obmanne und swas der denne nah ir beider rede sprihhet uf sinen eit, ietwederm zuo gewinne oder zuo verluste, das sol si begnuogen
    1288 WirtUB. IX 204
  • das her Peter ... die sache umbe ... Senftlins ... guot ... vor dem rate von der minren Basil ze gewinne un ze verluste gesetzet hatte
    1298 BaselUB. III nr. 405
  • 1298 Urkundio I 41
  • daz si ... vor dem probst ... bei den stiftärn und bi den havsgnozzen das reht nemmen ... solten gen an ander ze gewinne vnd ze fl'uste
    1306 Indersdorf I 50 (nr. 105)
  • wer ain vrtail gedingt, all die weil sich dy vrtail nicht vergangen hat zu verlust oder zu gewin 
    1350 SteirLl. Art. 30
  • do beschyt man yn peyderseyt eynen tag auf der munche gut in ir gerichte czu gewyn vnd czu vorlust
    vor 1368 IglauOberhof 145
  • ist ez aber umb erbe oder umb aigen, dem selben sol man richten, alz sich die richter danne erkennen zuo gewin und ze verlust
    1404 Wimpfen 89
  • darumb ist der gast uf gewyne und verluste gegen dem antworter in recht nach den hawptsachen zu suchen dem vom gastrechten schuldig
    15. Jh. BayreuthStB.1 337
  • wo eyn bergmeister ader bergrychter luten bescheydit uff eynen endehafften tag zcu gewynne unde zcu vorlust unde sy komen beydersyt dahin
    15. Jh. FreibergUB. II 286
  • khain handlung des gerichts ist den partheien höher dann die weisung, dieweil die ganz sach zu gwin und verlust daran hanget
    1528 ZeigerLRb. 175
  • chumpt aber der antwurter für des selben tags und geit dem richter sein wandel oder chumpt sunst zu seinen hulden, so muez der chlager sein antwurt nemen und hören des tages auf fluest oder auf gwin 
    oJ. WienStRb. Art. 4 (S. 48)
IX 2 b als Bevollmächtigungsformel
  • so mag de gast sein recht wol einem andern enphelhen vor gericht in allem dem recht, sam ob er selb da waer ze gewinn und ze flust
    1328 Ruprecht(Kn.) 105
  • ist die vrtail ienem gevallen, der ir gedingt hat, oder ist sy verlorn, des ist er vnentgolten, der dy vrtail enem für hat getragen, wiewol der prüef sagt, er ste zu uerlust vnd zu gewin 
    1350 SteirLl. Art. 10
  • chlagt mit vorsprechen an derselben seiner herren stat, die imchlag heten aufgeben ze vlust und ze gewin 
    1362 Loersch-Schröder 160
  • wer jemans schaffener wil sin, also daz er lute bi uns gesessen von siner herschaft wegen vor unserem geriht beclagen wil ... der sol schaffener sin zuo gewinne und zuo verlust. und ist, daz in jeman von siner herschaft wegen beclaget, dem sol er antwirten und sol nut die schaffenye ufgeben, so er mit gerihte begriffen wird und was im an wirt gewunnen, daz sol er ufrihten, so verre siner herschaft guot gereichen mag gelegen in unserm gerihte
    1374 SchlettstStR. 295
  • [daß Johann Billung die Bürger und Hintersassen gegen Klagen vor dem Rottweiler Gericht] verantwurten und versprechen sol ze gewin und ze verlust
    1385 EßlingenUB. II 251
  • und sal vor dy gemeynde der buger antwortten, uff gewyn unde uff vorlust, der sachen, do man sy umb beschuldiget
    um 1400 MagdebFr. I 1, 22
  • wer ouch furgeladt wirt, wil der sich selb nit verantwurten, der mag sinen vollen gewalt mit sinem offenn besigelten brief geben zu gewin vnd zu verlust ainem der in verantwurte
    um 1430 RottweilHGO.(Irtenkauf) II 12
  • 1453 AktStPr. IV 66
  • darzu dasselb closter ... in unserm und desselben closters costen getruwlich in und ußwendig rechtens vergon, verston, verdretten und in der gutte oder rechtlich nit verlossen, zu gewin, zu verlust und allen rechten
    1535 SchlettstStR. 206
  • jeder, der jemans schulde vogt ... werden wil, der sol ... scheffner sein zu gewyn und zu verlust
    16. Jh. SchlettstStR. 669
  • kan auch der ... beklagte ... einen anwalt, es sey mit der land-tafel oder einem vollmachts-brieff unter seinem oder eines andern insigel, doch auff baiderseits gewin und verlust verordnen
    1627 BöhmLO. F 36
  • FreibergUB. III 365
IX 2 c
im Krieg
  • oirloefde min heer die hertoge ... te oirlogen ... up tie Oistvriesen ... op sins selfs gewinne ende verlies
    1400 Schwartzenberg I 304
  • want onse ritterschaft uns lant alweige gewoenlich geweist sint, iren heren zu helfen ... desglichs si ons ouch vort doen sullen up onse cost, gewin ind verluist
    1423 JülichLTA. I 158
X Gewinn und Schaden 
  • des todin erbin und ouch sin weip, ab des mannes gut uf se kompt, sullen gleich teil leiden an schadin und an gewin fromen nemen under der geselschaft als der tode salde, ab her lebite
    14. Jh. Magdeburg/Loersch-Schröder 187
  • wer einen kauff thuet ummb farund hab ... mit einem gotes pfennig, der selbig kauff musz stetig seynn zu gewyn unnd zu schaden
    1413 OfenStR. c. 375
  • die ehefrauw soll auch sine liegende und farende gütter ... ausnehmen und haben und von schaden und gewünn den dritten teil haben
    1614 GraubdnRQ. V 252
XI Gewinn und Gewerbe 

XI 1 wie Gewinn (IX) und Verlust
  • wo geschwüster ... mit einandern theilen, welche dann zusamen nemen ihren theil ... desgleichen gewün und gwerb, so haben die, so von denen also getheilt haben, nichts zu schaffen mit denen, so zusammen genommen haben
    1602 Wasserschleben,Erbenf. 289
  • jemand der obgedachten castlaneien hinder einer andern derselben gantze bergen und weiden ... oder von und an denselben einiche gnoßsame auf gwinn und gwerb ... hat
    1623 Sanen 124
XI 2 Erwerbsberuf
  • wo ein frow mit irem eman zů gwyn und gwerb statt, daz sy soͤlle gelten, sy widerruͤffe dann das
    1488 ZürichStB. III 236
  • diße nachvolgende ordnung der mülleren halb, so zuo Ahrburg sitzend vnd daselbs gwihn vnd gwern habind
    1534 ArgauLsch. I 82
  • sollte ein meister, so das handtwerk alhie zunftig gelehrnet, da selb handtwerk verlassen, ander gewinn und gewerb anfangen ... so soll demselben hinfürter nit mehr gestattet werden, dasselbig handtwerk zu gebrauchen
    1706 NrhAnn. 25 (1873) 127
  • sollen auch alle auss der statt auf ... gwinn und gwerb führende oder tragende waaren ... verzeichnet ... werden
    1713 BernMand. XII 18
  • wein und früchten ... und nicht zum verkauff oder gewinn und werb erkaufft
    1713 TrierLR. VII § 2
XII Gewinn und Gwerf 
  • proles aut proximior heres ...a dominis nostris ... ille bona ... acceptabit sive acceptabunt in feudum salvis gratia et iuribus ipsorum dominorum adipiscendi et nanciscendi, quod vulgariter nuncupatur gewin und gewerf de ipsis bonis hereditariis dandis et solvendi
    1388 GrW. V 334
  • heef ons landshere gewyst voir recht, dat men die vrouwenpersoen in den gewyn ende gewerff van den lande vurscreven halden sall
    nach 1424 CleveLibSent. 11
  • dat uns syns gotzhuysses verwantten zubehörige luyde, de genant syn de angehörige Werdensche ... van yre selfs gewyn und gewerff ... etlige stuyre und bedege't gegeven haven
    1515 Sommer,Handb. I 2 S. 235
  • das ein jegliches lehen furschreven bezalt obg. kirchen gewin und gewerb also vil, wie sich die jarlige pachte des lehens zudraget und solches durch den nachfolgenden erben
    oJ. RhW. II 1 S. 90
unter Ausschluss der Schreibform(en):
unter Ausschluss der Schreibform(en):