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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Glimpf

Glimpf

I Leumund, Ehre
  • wann es ainen sin glimpf vnnd eer bethräfenn möchte
    AppenzLB. 1409 94
  • wer dem andern frevenlichin redit an seyne eren unde glimpen 
    1420 KamenzUB. 51
  • sulche sachen ... das ich vngehorsame gewest were vnd das ich czwetracht gemacht hette, die langen meyne ere vnde glympen an
    1463 StArchBresl.
  • wenn große schwere sachen fur gericht komen, die erbe und eigen, glimpf oder ere beruhrten
    1473 Würzburg/GrW. VI 85
  • soll inen das an irem glimpff und eren kein verletzung bringen
    1500 SchlettstStR. 737
  • ain ritter solt sein glimpff allein vor ritterlichem rechten verantworten
    Layensp. 1509 B 3r
  • das er einem zugerett hab, das im sin glimpf unnd eer berüre
    1519 SchwyzLB. 63
  • in sachen die den leib ehr oder glimpff berüren sind sie nit schuldig kundtschafft zugeben
    1536 Gobler,GerProz. I 38 a
  • se darmede an orhen erhen und gelimpe tho besmitthen
    1547 KielDenkelb. 103
  • ein clagt criminelich is dat nicht mit gelt vernoegt en kan geworden, als aengaende ehr, gelimp, naem ende faem
    1571 LimbWijsd. 10
  • wuͤrde he oͤverst dem rechte nicht vull dohn, so manen se dat up sine ehre unde gelimpe ... so he nicht tho rechte stahn wil
    1593 JütLow.3 II 18 § 1
  • ain ieder den richter und seine geschwornen erbarlich halten und wider iren glimpfen und ehr nicht reden soll
    16. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 32
  • wellicher nachbaur sich dermassen haltet, daß in das gricht von glimpf und ehren entsetzt
    1614 BergünStat. 255
  • solches dem schuldner an seinem glimpff undt ehren unnachtheilig sein
    1725 SchwyzLB. 192
II Recht, Befugnis, Grund
  • dz wir zu dem selben stuk weder gelimpf noch recht hettin
    1397 ZürichStB. I 327
  • aber von gelimphen und füedrung wegen gibt man in ain trinkchgelt nach dem alten urbarpuch
    1400 GöttweigUrb. p. 132
  • wider den gegenwirtigen brieff weder recht noch glimpfenn haben
    1418 MBoica XVI 471
  • dabei man wol verstünd, wer gelimpf oder ungelimpf hett
    1450 NürnbChr. II 198
  • daz yemant kainer party zu fürnemen und schlagen mit gelimpf noch aincherlay zuschub ainem tail wider den andern nicht tun haimlich noch offenlich
    1459 AugsbChr. II 235
  • die ding von peden teylen irhoret und yders teils gelimpff und ungelimpff furnomen wurde
    1471 HMeißenUB. III 206
  • er wolle vmb glimpfs willen seine gnade vorwisszen
    1509/16 GörlitzRatsAnn. I/II 20
  • die so freventlich austretten und sich thätlicher gewalt und handlung unternehmen wollen, zu ihrem glimpf vorwenden, daß sie etwa von der obrigkeit wider recht beschweret
    1556 Moser,KreisAbsch. I 82
  • sy habe in der sach glimpff oder unglimpff, so sol sy das recht ussführen
    1616 WaadtStat. 408
  • wo deß thäters entschuldigung mehrern glimpfen und grundt dann die vorkommene indicia auff jhnen tragen
    NÖLGO. 1656 I 35 § 5
  • swere deme anderen sine vische ... frevelliche nimmet, der sol uzsere der stat sin einen manod ... und sol gineme sinen schaden abetun nach gelimpfe 
    oJ. StraßbUB. IV 2 S. 10
III Anstand, Ehrlichkeit, Milde
  • die pfleg zu A. mit aller irer zugehörung um vierthalb tausent guldein mit lieb und gelimpfen lösen und bringen
    1408 München/Rockinger
  • welches rechten sie mit gelimpf und bescheidenheit wole uberig gewest mochten sin
    Mitte 15. Jh. MainzChr. I 125
  • dass sie ihren gewerken ... der gebäude und gelegenheit der zechen gründlichen guten bericht mit glimpff thun sollen
    JoachimsthalBO. 1548 II 48
  • daß unbekannte personen mit bestem glimpf und guter bescheidenheit angesprochen ... werden
    1563 Moser,KreisAbsch. I 232
  • wollen sie wegziehen aus dieser herberg, sollen sie vier wochen zuuor dem hauswirtt anzeigen mit bescheidenheit vnd gelimpff 
    1583 Nordhausen/MittSchulg. 2 (1892) 108
  • sollt ihr ihnen mit glimpf zu erkennen geben, daß dies kloster allein auf gewissen einkommen bestünde
    1630 FreibDiözArch. 23 (1893) 238
  • dass obbestimbte bussen ... nicht bezogen vnd den fehlbaren von glimpffs vnd gunsts wegen ... ubersehen werden
    1657 BernMand. 39
  • fürohin dergestalt und pro re nata mit glimpf und straffe ultro citroque solche abhelfung vorwenden
    1670 CDSiles. 27 S. 287
  • ainer der sich zu dem aid peut gegen ainen andern und frumb leut darunter komen und das in gelimphen und min erlegen
    17. Jh. Salzburg/ÖW. I 305
  • daß der angegebene und verdächtige mit glimpff ohne sonderbare gewalt und gefahr dessen lebens zur hafft gebracht werde
    1717 BrandenbKrimO. III § 21
IV
Unannehmlichkeit, Schaden
  • den wir dann umb gelimphs und sunderlichs schaden willen, der dar von komen mochte, vor gerichte nicht wol gewisen mogen
    1455 QuedlinbUB. I 439
  • dieser habe ihm viel gelimps zugezogen und ungebürlichen misshandel aufgeladen
    1462 Scharff,Dreieich 76
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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