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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Gnade

Gnade

ahd. ginada, mnd., mnl. genade, fries. nathe, nethe, nede 
Sachhinweis: vgl. K. Beyerle, Gnade im d. Recht (1910); His,MA. I 384f.; W. Grewe, Gnade u. Recht (1936)
I Gottes Gnade

I 1 religiös
  • seyt got hat die gnade gegeben
    vor 1358 Otto der Raspe 954
  • das wir mit wolbedachtem muote, guter vernunfft und sinne und gesunds lybes von den gnaden gottes, recht und redlichen handt verkaufft ... ein jerliche gülte
    1458 Steinbach/FreibDiözArch. 25 (1896) 215
  • dorch unser sunde wol vele weren wert, datt gott sine gnade van uns kertt
    1500 Neocorus,Ditm. I 505
-- Gnadenerweis, Wunder
  • wart to vullenkamen de capelle tho H., dar dat crütze gnade deyt
    oJ. Mensing
-- Ablaß
  • hat itzt genanter prediger ... der kirchen zwgut ... dye gnade 3 wochen zwstehn ... zwgesaget
    1509/16 GörlitzRatsAnn. I/II 5
  • römische gnad und aplas
    1512 MansfeldKlUB. 69
  • da ist ain riemische gnad zuo Biberach gesin
    1545 FreibDiözArch. 9 (1875) 191
  • da bracht ain doctor ain romische gnad her von Rom
    oJ. SchwäbWB. III 722
  • von der indulgentz, gnad und ablass
    oJ. SchwäbWB. III 722
I 2 in der Demutsformel
Sachhinweis: vgl. Schmitz, Ursprung u. Gesch. d. Devotionsformel bis zu ihrer Aufnahme in die frk. Königsurkunden (Stutz, Abh. 81) 1913; Schröder-Künßberg7 119 Anm. 37
  • wie Albrecht von gotes gnaden lantgreve zu Duringen tun kunt
    1282 MühlhsnUB. 121
  • wir Fridrich, von gottes gnaden römscher kung
    1300 BernStR. I 3
  • we lantgreve Heinrich von godes gnaden herre tzo Hessen
    1303 GöttingenUB. I 41
  • wir Waldemar von der gnade gotes marcgraue tu Brandenburg
    1314 IlsenburgUB. I 180
  • wier Ottacker chunich von gotes genaden czu Pehem
    um 1330 BrünnRQ. 375
  • wy juncher Alf van der gnade godes greve to Holsten
    1360 HamelnUB. I 389
  • Karlus der firde von gunste gotlichir gnade alle zit merer und konig zu Beheim
    um 1360 GoldBulle 119
  • wir Geori von gottes gnaden abt des gotzhus ze sant Gallen
    1361 SGallenUB. IV 9
  • wir Karl von gotes gnaden romyscher keyser
    1366 BrüxStB. 38
  • wir Johans der ander von gottes gnaden byschoff ze Cur
    1383 Mohr,Cod. IV 97
  • wy Heydenrich van godes genaden biscop to Munster
    1385 DortmStat. 206
  • wir Wenczlaw von gotes gnaden romischer kunig czu allen czeiten merer des reichs
    1387 SchlesLehnsUrk. I 78
  • wir Leupolt von gots gnaden hertzog ze Oesterrich
    1399 FreiburgHlGeistUrk. II 1
  • we Eric, van godes gnaden hertoghe to Sassen
    1401 LünebStR. 67
  • we Eric, van godes gnaden hertoghe to Sassen, to Engheren vnd to Westualen
    1401 LünebStR. 67
  • wir von gottes genaden pfaltzgraven und hertzogen bekennen
    1401 BairFreibf. 50
  • wy Bernd van godes gnaden hertog to Brunswik
    1409 HamelnUB. II 4
  • Heinricus van godes vnde pawestliken gnaden bisschop der hilligen kerken to R.
    1438 RevalStR. II 123
  • wir Maximilian von gots genaden römischer kunig
    1506 RadolfzellHGO./Eranien II 80
  • ic Heinric van goddes gnaden Romere bedere, okere
    oJ. SächsWChr. 195
II
II 1 als Titel
  • sin gnoͤde oder sin hauͤptmann dez lantfriden daz an uͤns erfoͤrdert
    1389 RTA. II 181 [hierher?]
  • meins herrn gnad 
    1414 SteirUrb. 531
  • daz hat meins herr en gnade mit rat der burgermeister ... abgetan
    1428 Wertheim 23
  • das er [der Rat] meyns hern genode liesse schreiben, daz sij mynen genedigen hern dy weyle yn seyne czolle nichten hulden
    1455 BrüxStB. 136
  • das er [der Bruder des Kaisers] das kamergericht seiner kayserlichen gnaden besitzen sol
    1458 MIÖG. Erg.-Bd. 7 (1907) 149
  • na lude syner genaden breves
    1458 OstfriesUB. I 634
  • ob sin gnad von der erschetzigen gütter wegen vtzit fund brief, rödel ald anders
    1469 Sankt Gallen/GrW. I 238
  • wollen wir uns zu seinen koniglichen gnaden fugen ... und seinen genaden huld und pflicht thun
    1470 MittDBöhm. 42 (1904) 419
  • syner gnaden praveste
    1476 OstfriesUB. II 69
  • das ihn sein genad des kaufs ... ledig gelassen hat
    1478 Indersdorf II nr. 1080
  • das mich sein gnaden aws vancknuss gelassen
    1479 Indersdorf II nr. 1134
  • leth syne forstlyke gnade den sulven deff yn de ghalghen henghen unde syne gnade stunt alle unghelt
    1515 KielVarb. 71
  • durch seynen fürstlichen und korfürstlichen gnaden geschykten ern Otten Beckmann
    1515 MansfeldKlUB. 72
  • ich hab ganz ein sondere gunst zu euren fürstlichen gnaden 
    1517 Teuerdank 10, 32
  • vor siner gnaden ... rechte bekamen
    1520 PommMbl. 15 (1901) 89
  • sin gnad well gern inen helfen
    1525 SGallenOffn. I 23
  • sein khunigcliche gnad 
    1553 FRAustr. Abt. I 1 S. 93
  • irer fürstlichen gnaden habende regalien
    1553 Zivier,SchlesBgw. 31
  • von zwaien fleischbenken von ieder 7 ℔ unsleit zu dienst dess herrn gnaden 
    1554 NÖsterr./ÖW. VII 47
  • so ire gnaden na ire gned. willen einem armen gibt
    nach 1570 CTradWestf. I 177
  • verklagte denselben vor ihrer fürstlichen gnaden 
    1712 Abele,Gerichtshändel I 69
  • hat meines herrn genad die gerechtigkeit zu dem jahrmarkt, daß ...
    oJ. NÖsterr./ÖW. VIII 100
II 2 Anrede
  • unser willig schuldig dienste si uwern gnaden zu allen ziten bereit
    1403 RTA. IV 114
  • hat ewr furstlich gnad vernomen unsern ratt nach unserr einfalt
    1461 Worms,SchwazBergb. 143
  • ich bit dein kunglich gnat, daz dem kaiser hilff und rat erzaigest
    1462/66 Beheim,Wiener 147, 17
  • bitten wir eur furstlich gnad, ir wellet uns arm leut ... gnediklich bedenkhen
    15. Jh. Worms,SchwazBergb. 109
  • das sein diese mein ler drei, die ich eur gnad hab wollen geben zu verstan
    1517 Teuerdank 10, 127
  • got geb, das dein gnad lanng in gesunndt seye
    1553 FRAustr. Abt. I 1 S. 124
  • die übrigen stiftdamen, welche der oberdechantin und unterdechantin die gnade zu geben [das heißt mit euer gnaden anzureden] schuldig sind
    1765 Herrgott,MAustr. IV 2 S. 154
III
Huld, gnädige Gesinnung

III 1 ahd.
  • ginatha clemencia
    10. Jh. AhdGl. II 585
  • ginadigi vel minna, ginadi humanitatem
    oJ. AhdGl. I 753
  • ginada venia
    oJ. AhdGl. II 166
  • ni funtun ginada niheina
    oJ. Otfrid I 20, 20
III 2 Schutz, Wohlwollen
  • wa ich iu bevilhe mine muntadele ziweren triwon unde ze iweren gnaden 
    12. Jh. Schwäbische Trauformel/MSD. 320
  • sei wir des enein worden durch scherm des landes und ze schaffen vride und gnade, daz wir die stet, ritter und chnappen drittehalb tausent man haben suln ... ze einem scherm disem lantfride
    1281 ÖstLdfrd./MGConst. III 265
  • swoz wir ervaren, daz uns guͤt ist, da fride und gnade von chomen makh
    1299 PassauStR. 177
  • daz her ist komen binnin wicbilde vnd stat, da Cunrat solde haben vride vnd gnade 
    1300 MagdebSchSpr.(Gaupp) 221
  • das der wider unser huld und genad getan hiet
    1310 MBoica XI 457
  • daz wi die burger unde di stat gemeinlich zcu M. habn genumin zcu unsin gnadin 
    1310 MühlhsnUB. 277
  • haben wir daz selbe sieden ze Halstat genomen in unsern scherm vnd in unser gnade 
    1314 OÖUB. V 128
  • daz wir den edelen man greven B. von H. han genumen an unser gnade und habn in gezogen zu unserme raite unde zu unser hemelicheit
    1315 MGConst. V 259
  • dz wir, noch nieman von unsrer stat ... unser hulde und genade versagen, wan umbe totslag und blůtrunse
    1322 FRBern. V 304
  • durch der gnaden und gunst willen, die wir zu der stat und den burgern haben, in ein gnaden getan
    1333 HeilbronnUB. I 61
  • das di chorhern und der stift in des richs gnaden, friedt und schirme sin sollen
    1335 MosbachStR. 545
  • daz die burgere von B. werben súllent umbe unsserz lieben herren dez keisserz hulde und genad 
    1340 FRBern. VI 536
  • wellicher burger unser gnade verluret
    1347 SchlettstStR. 43
  • dat sie dat mene volk wolden to ghenaden nemen
    1360 BremGQ.(L.) 116
  • wann wir schirm, fride und gnade in aller czeit gerne machen wollen
    1364 FriedbergUB. I 237
  • das wir die vesten lute Dobirgasten von der Ost zu sunderlicher gnade und zu dinste genomen haben [wohl: aus Gnade in den Dienst]
    1372 Arnswalde/CDPolon.3 III 389
  • sich frid und gnad allenthalben meret
    1376/1445 UlmRotB. Art. 192
  • von sunderlicher gunst vnd gnade gunne wir den ... vrey schenkerye
    1382 Danzig(Hirsch) 72
  • gebietten vnnsern richtern bey vnnsern hulden vnnd genaden 
    1382 WeilheimStR. 122
  • in ir und aller ir erben und nachkommen sunder genad und schirm genommen
    1392 Mohr,Cod. IV 213
  • bestet und gevestet mit fürstlichen gelübden, genaden und treuen in aides weiss
    1396 BairFreibf. 47
  • das wir allen den, die in dem heiligen romischen reiche under uns gesessen sind, fride und gnade schicken
    1398 RTA. III 29
  • dorum vorsage ich dir mine veterliche genade unde truwe
    1400 Böhlau,NC. 62
  • [die Bürger von Duisburg] in onse gnaide ind gonst weder ontfangen
    1423 Kohler-Liesegang II 67
  • warden ... in genad und frid des kunigs genummen
    1427 Freyberg II 417
  • han ich solichen frevel dem schulteissen von gnaden und gunsten mitgeteilt
    1444 MainzKämmW. 151
  • setzen wir sy hiemit aus vnsern vnd des reichs gnad vnd schirm
    1495 RAbsch. II 5
  • sy zu gnaden und hulden kommen lassen
    1499 Basel/UrkSchwäbBund. I 378
  • vns demü tenklich jn gnad vnd gunst beuelhen
    1499 Urkundio II 2 S. 123
  • wurden jr miner gnaud ermangeln vnd entsezt
    15. Jh. Schwaben/FreibDiözArch. 10 (1876) 61
  • das die in der statt aynn friedenn und gnad an uns begertenn
    1504 FürstenbUB. VII 360
  • sy sollen hier yn vnser gnad vnd huld jn ewigkeit beraubt sein
    1515 Innsbruck/UrkSchwäbBund. II 105
  • ob ainer seiner ehrn und leibsnot halben zu gegenwehr gedrungen, und darauß ain todtschlag folgen wuerde, ... demselben mag ... glait und gnad mitgetheilt werden
    1518 Innsbruck/KärntLHdf. 128
  • (wir) nemen und empfahen sie in vnser vnd des reichs sonder gnad, verspruch, schutz vnd schirm
    1540 Huge 50
  • bei unserer hochen straff und gnad verbotten [bei Strafe und Verlust der Gnade]
    1573 NÖLTfl. II 26 § 10
  • welcher seine bürgerschafft auff gnaden auffkünden [würde]
    1592 MünsterPolO. 23
  • des ganzen hofes gnad vnnd gunst behalten
    16. Jh. Mathesius II 27
  • das die herrn von L. also wider warn zu gnaden kumben
    16. Jh. SteirGBl. 1 (1880) 10
  • wir verbleiben euch in gnaden geneigt
    1653 HammStR. 36
  • hat das spitall gestifftet und solches in die gnad und schirmb gebrüder grafen zu Sch. übergeben
    1747 Hoheneck II 321
  • seindwahn di selben juden hinter unser gnad und sicherhait choemen
    oJ. Altmann,SalzbJud. I 57
  • wer darwider thuet, der thuet gar swerlich wider vnnser gnad vnd wider vnnser huld
    oJ. Herrgott,MAustr. II 1 S. 257
  • minem herren dem hertzoge A. ... der mich enphangen und genommen hat in sine gnade 
    oJ. Kurz,Ottok. II 220
  • durch gunst, truwe und gnade 
    oJ. MansfeldKlUB. 444
  • we se (de burscap) uppe gnade up geve [in der Hoffnung, später in Gnaden wieder angenommen zu werden], deme ot echte not dede, deme mochte de rad gnade don
    oJ. HamelnStat./Pufendorf IV app. 228
III 3 in der Grußformel in Urkunden
  • wir Fridrich von gotes gnaden romischer chunig ... embieten vnsern getrewen lieben dem richter den geswornen vnd den burgern ze Chrems ... vnser gnade vnd alles gůt
    1318 OÖUB. V 217
  • wir Ferdinand embieten unsern underthanen unser gnad und alles guts
    TirolPolO. 1573 Bl. 1/1
  • wir entpieten allen ambtleuthen ... unser genad und alles guets
    1625 Baden-Baden/FreibDiözArch. 27 (1899) 321
  • entbieten allen in unseren ertzhertzogthumb unsere gnad und alles gutes
    1679 TractIurIncorp. Einleitung [zur Herkunft vgl. DWB. IV 1, 5 Sp. 528]
IV
IV 1 gnädige Einwilligung
  • by des graeven ghenaede ende zyne wille
    1285 HollandOrkB. Suppl. 196
  • den muensaern von besundern gnaden erchant ... di recht und gewonhait, di si gehabt habent
    1339 RegensbStat. 122
  • die des riches gut besitzen von des keisers gnade 
    1372 (Hs.) KlKaiserr. II 25
  • mit gnad, verhengnuß und verlaubung unsers gnedigen hern
    1385 Sinsheim 413
  • gerechtekeit die sie do habin von unserer herren gnade 
    1393 CDPruss. IV 165
  • si behalden eris vatir gud von dez richs gnadin 
    Ende 14. Jh. EisenachRb. 649
  • ane sunderliche gnade und willen unsers heiligen vatters
    1403 RTA. IV 95
  • eyn sworn richter van gnaden myns gnedigen heren
    1436 OstfriesUB. I 414
  • wer todfäl und neu stifft schuldig ist, der sol darumb abkommen, als er statt und genad von der herrschafft gehaben mag
    1440 Bayern/GrW. III 668
  • mag ain her von gnaden dem man das bett laussen
    1473 Zürich/GrW. I 140
  • uß sunderlichen gnaden vergunst und gestatet
    1476 FreibergUB. I 290
  • allein von gnaden unnd auf unnser widerrueffen
    1492 Wopfner,Almendregal 53
  • mag er das gůt auß gnaden (beneficiali jure) behalten
    1493 LibriFeud.(Pflantzm.) d II
  • darumme bescheiden nach des heren fulbort edder gnade 
    15. Jh. Beweisung 365
  • ir vriheit von den genaden vnsers herren vnt von der mildekeit des babestes wart gestetiget
    15. Jh. Marienburg/FreibDiözArch. 16 (1883) 75
  • [mit Privilegien] van konningliken gnaden ... begyfftigth
    1513 RevalStR. II 131
  • daruf die us unsern gnaden mit irem vihe waiden
    1526 Wiesloch 711
  • geben wir als lanndsfürst auß genaden zu, daß ...
    TirolLO. 1573 III 3, 8
  • des werd ier mt. in gnaden gegen inen erkennen
    vor 1575 FreibDiözArch. 8 (1874) 94
  • aus landesväterlicher hulde ... ihr beschehenes ansuchen in gnad deferiren
    1577 BremRitterR. 38
  • privilegia, welche die stette nicht aus gnadenn erlangt, sondernn mit vielem gellt an sich gekaufft
    16. Jh. Ellissen,Einbeck 26
  • wird nach den parten ein gewisser termin aus gnad des rechtens (aus woltathen des rechten, ex beneficio juris) mitgetheilet
    BöhmStR. 1614 A 54
  • wir alsolche provision in gnaden annehmen
    1682 Engelke,GogerichtDesum 84
  • aus specialer königlicher gnade 
    1724 MittKönigsberg 2 (1910) 184
  • dat borgerrecht nicht gebruken, it en sy mit ihrer gnaden 
    oJ. Lüdenscheid/Steinen,WestfGesch. II 81
IV 2
auf Gnade dienen ohne festgesetzten Lohn dienen
  • sve uppe gnade gedenet hevet, die mut den erven gnaden manen
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. I 22 § 2
  • we uppe gnade denet sunder beschet de scal sich an der gnade ghenoghen laten, de men ime deyt
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStat. 9
  • dinstbotin adir hantwerkknechte ... dy umme lon dynen adir uff genade 
    1385 CDPruss. IV 36
  • so das kind ... in nymer auf genad dienen wil, so süllen sy es dingen vmb ainen genanten lon
    1485 Indersdorf II nr. 1390
  • wer auff gnade dienet, mus der erben gnade nemen
    1561 Rotschitz 178
  • die nit umb bestimbten lon gedingt, sonder auf gnad dienen
    TirolPolO. 1573 Bl. 23
  • 1586 LübStR. III 8, 7
  • wer ohne bescheiden lohn auff gnade dienet, dem mag man aus gnaden zukehren so viel man will
    1603/05 HambGO. II 9 Art. 6
  • wollen sich nit verdingen lassen sondern auf gnadt dienen
    1724 NÖsterr./ÖW. VII 208
  • dinst poten, dy da lang ader churcz gedynet haben aüff gnad, ich meyn vngedinget
    oJ. OfenStR. Kap. 305
  • Könnecke,RGGesinde 606f.
  • WSB. 74 (1873) 404
IV 3 schützende Aufnahme
  • sineme wechverdigen gesellen unde sime werde dar he geherberget is unde sime gaste unde svie to sinen gnaden vlüt [in sine vir palen vlüt Gl.] deme sal die man helpen weder allir manlikeme
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 78 § 7
  • der zvͦ des wirtes hvse vf gnade flivhet, dem sol der man helfen wider aller manglichen
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 152
  • wer czu des mannes gnade flewt dem sal her helffen daz her sich erwere vnrechter gewalt
    1386 GlogauRb. 61
  • wenn zwen miteinander zu krig werden und der ein in eines manns haus auf gnoden weicht
    1540 Zips Art. 31
IV 4 Geschenk
  • ift de brut unde de brudegam ifte orer eyn des andern frunden de nade geven wil
    15. Jh. Stadthagen 53
V
V 1 (billiges) Ermessen
  • entrinnet im daz mensche, so mvͦz er ienem bezzeren, dez daz mensche waz, nach gnaden 
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 356
  • sol ein jar auz dem lande sin und fürbaz stet ez an des herren genaden 
    1300 Rockinger,Dm. 59
  • slecht ein mann den andern zu todte in der stadt, so ist des leib und gut, der den schaden hat gethan, auf genade in unserer gewalt
    1310 Amberg(Schenkl) I 4
  • wan wer da frevelt, der sol daz bessern nah unsern oder unsers amptmans gnaden 
    1332 FriedbergUB. I 117
  • de broke scolden stan to des rades gnaden 
    1357 HannovUB. 369
  • wer ein wundet in nod, magk her di nodwer bewisen, so mag man on dorumbe nicht bekemphen; mit deme kleger mus he sich berichten noch gnaden 
    nach 1358 Rb.n.Dist. IV 5 Dist. 2
  • betteren na des rades gnaden 
    1370 Höxter/Wigand,Beitr. 144
  • [sie] mussins ablegen noch seinen gnaden 
    1400 Böhlau,NC. 22
  • sulde an der stat gnade sten, wy sy das mit ym halden wolden
    um 1400 MagdebFr. I 1, 15
  • he mach beteren na gnaden 
    um 1400 SchleswStR. 26
  • dat schal stän an dess rades gnaden, wu se dat ohme keren willen
    1426 OsterwieckStB. 24
  • do quam her zu dem konige ... unde gap sich do williglichen yn seyne gnade unde gewalt
    vor 1440 Rothe,DürChr. 270
  • all wändl, die vor in dem register nicht begriffn sint, sulln auf genad stehen
    1493 NÖsterr./ÖW. VIII 989
  • wer ain gelübt ... thuet und helt daß nit, der soll gebessert werden nach gnaden und statten
    1495 NÖsterr./ÖW. VIII 811
  • wer den ambtman veracht, der ist unserm herrn kunig verfallen 60 und funf tal. ₰ und steend nach genaden 
    1495 NÖsterr./ÖW. VIII 900
  • das burgerrecht ... kaufen, wye er stat und gnade an eynem rate gehaben müge
    15. Jh. BayreuthStB.1 274
  • als er stat und gnad vindt
    16. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 712
  • dahe einer den andern vom leben zum tode brächte, stehet leib und gut zu unserer gnaden 
    1648 Schlüter,WestfProvR. I 515
  • wie pandinghe beneemt van diicgelde ... hi salt beteren in tsgraven ghenaden 
    oJ. Bergh II 341
  • daz sol er pezzern nach der burger gnaden vom rat
    oJ. NürnbPolO. 38
V 2
unbeschränkte Gewalt
  • thie heithenen sih tho ergaben in thes keiseres genathe 
    1130 PfaffeKonrad V. 350
  • er sol sich in des gnade ergeben mit sinem libe
    1275/87 Schwsp.(R.) LR. Art. 70
  • zwang ich den ritter J. daz er an min gnade sich ergap
    1314 Joh.v.Würzb. V. 9546
  • gabin sich unde alle ir gut yn seyne gnade unde hende
    vor 1440 Rothe,DürChr. 581
  • T. hait sich in der hern gnade geben, nement ime dann die hern den liep, so sullent sie den erben daz gud lassen
    1444 Loersch,Ingelh. 195
  • prachten die slüssel, also das si sich gaben in gnad 
    1472 FRAustr. 46 S. 184
  • das her sich dem rathe und der stad zcu gnaden habe gegeben
    15. Jh. (Hs.) DresdSchR. 83
  • die das schloss inhettent, gaben sich in gnat, und giengen herab, kunigliche mayestat nam sy nit an
    1536 BauernkriegQ. I 47
V 3 formelhaft: Gnade und Ungnade 
  • als lieb einem ieden si unser gnad zu behalten und swer ungnad zu vermiden
    1489 Weinheim 398
  • haben sich die 9 fendlein knecht ... auf gnad und ungnad ergeben
    15. Jh. QKulmbach 24
  • die landschaft hat sich auf gnad und ungnad aufgeben
    1519 HistVolksl.(Lilienc.) III 265
  • das sych dieselben puren all, vmb ire begangen mißhandlung in gemelter von Österrych straff, gnad vnd vngnad begebint
    1525 AppenzUB. III 1 S. 208
  • dass uns unser gunstig herren ... zu gnaden und ungnaden an genomen haben
    1526 ZWirtFrk. 2, 3 (1852) 98
  • der einem bei nacht in sein hauß steigt, sol an der hern gnad vnd vngnad gewist werden
    1558 Niederrad 216
  • sich up gnade und ungnade ergeven
    1559 HambChr. 8
  • in meine gnad und ungnad gesprochen werden
    1587 WürtLändlRQ. II 286
  • [der] soll in der gesellen straf sein und umb ein wochenlohn, jedoch wie es nach handwerksbrauch will genänt werden, uf gnad und ungnad
    1638 Schmoller,StraßbTucherZft. 268
  • derselbige soll an unsres gnädigen herrn gnade und ungnade verwiessen werden
    17. Jh. ArchHessG. 9 (1861) 127
  • ist Gengenbach auff gnad und ungnad eingenomme worden
    17. Jh. FreibDiözArch.2 1 (1900) 181
VI Bewilligung, Vorrecht, Privileg

VI 1 allgemein
  • ginado beneficio
    oJ. AhdGl. II 599
  • hat in der stul ze Rome gegeben den gewalt daz si vͤber ir christenhait alln den gewalt habent den der bapst hat; dev genad ist in da von getan, daz si so verre von rome ligent
    um 1275 Dsp. S. 1
  • soliche gnade, dy uns von kuͤnege Albrachte geschehen ist
    1304 FriedbergUB. I 68
  • daz wir vnd vnser erben gnade haben gethan vnsern kouffluten czu Rode
    1310 MittOsterland 4 (1858) 209
  • dieselben gnad wellen wir stet beleiben allen abten, pröbsten, prelaten und den spitalen
    1311 BairFreibf. 5
  • daz wir unsern lieben ... burgern ... die genad getan haben und in gegunnet
    1317 BadenArgUrk. I 5
  • swer wider disen unsern genaden tůt, der schol daz wizzen, daz der unreht tůt
    1322 HeilbronnUB. I 44
  • daz wir dem gotzhaus die gnad haben getan, daz si den walt reutten sulln
    1325 OÖUB. V 414
  • niemant türr di gnad und die vreiung czuprechen
    um 1330 BrünnRQ. 377
  • wier gewen in di genad, daz auf allem dem guet ... di lantrichter chain recht ... haben schullen
    um 1330 BrünnRQ. 385
  • irer stat die genad getan, daz wir in guͤnnet haben ... daz si ein gelt in irer stat ufsetzen muͤgen
    1345 FriedbergUB. I 148
  • tun wir im und seinen nachkomen byschofen seliche genad mit disem briefe, daz er und si mügen ein haller müntz slahen und müntzen in dem bischtum zu Kur
    1360 Mohr,Cod. III 130
  • jungeu kinder und waysen sullen beleiben bey alten genaden 
    1377 MünchenStR.(Auer) S. 294
  • heft uns de rad eine gnade geven und vororlovet, wan kumpt ein nyge gildebroder an unse ampt, so schal he don den gildebrodern aver alle eine kost
    1389 LünebZftU. 231
  • hebe wy eine genade van dem rade
    1400 OsnabrGildeUrk. 16
  • desse gnade schall waren alle de wyle, dat de huldynge waret
    1407 HamelnUB. I 550
  • zu entscheiden bynnent dryen 14 dagen naist ußwisunge der genaiden 
    1466 TrierWQ. 428
  • alle gütter, welche per regios donationes ... eyngenommen worden seyn, vnd byshehr dy selbigen woydischen genod erlangt haben vnd trew wurden seyn
    1535 MComHung. I 545 [hierher?]
  • die herrschaft hat die gnadt mit fürstlichen briefen, das niemant ihnen ihre holden nicht fanknußen nach niderlegen sollen
    1582 NÖsterr./ÖW. VIII 371
  • 1756 Strodtmann 71
  • Transehe,LivlMannl. 8, 93, 271, 278 und 290ff.
-- Synonym neben Gabe 
  • vmme den grabin, den sy habin gehabit von gnadin vnde gabe der furstin
    1334 BreslUB. 133
  • umbe der gnade unde gabe willin, dy sy uns icczund gethan habin, enphahen wir sy in unser bruderschaft
    1418 JenaUB. II 45
  • haben wir in solch gnad vnd gab bestätt
    1452 LaberMarktStat. 124
  • wer wider solch unser gnad und gab ... irrte
    1458 Lori,BairBergr. 50
  • gnaden und gaben
    1518 Innsbruck/KärntLHdf. 112
  • lehen, sie seyn einem durch gnad, gaab, kauff oder andere contract erlanget
    1550 Walther,Tract. I Kap. 21
VI 2 im einzelnen
  • das wir yeman, der in unserem landt gesezzen sey, die gnad thäten und brief gäben für recht
    1339 Kogler,Kufstein 54
  • disse unser gegenwertige gnade soll weren zu unsern lebtagen
    1362 Wigand,Beitr. 158
  • ihro kayserlich majestät haben aus besonderer gnad und ohne consequentz die sonst erloschen gewesene gnad erneuert
    1711 SchrBodensee 28 (1899) Anh. 380
  • Ferdinandus ihme die gnad gethan daß er infames restituiren, insinuirten testamenten krafft geben ... koenne
    1727 Hoheneck I 210
  • das wir durch bede willen Erwins unsers burgraven zu Friedeberg han ein sunderliche gnade gethan, also das sine burg Cransperg sal gebruchen vort me des holczes unsers waldes
    oJ. Speyer/Böhmer-Ficker 290
-- Vergünstigung
  • sek de macht unde gnade allene beholden, dat se alle jarlikes de lose desses tinses kundeghen moghen
    1417 HildeshUB. III nr. 794
--
Vorteil
  • sintdemmale daz die frouwen von gnaden haben daz recht, daz man en lipgezuge gibet zu wichbilderecht, so sollit ir wissin, worumme is lipgezucht heist; lipgezucht heist die gnade, die dy keisere durch sunderlichir gunst wille den frouwen gegebin haben zu irem libe nach ires mannes tode, dorumme das sy keines wartende sien
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 282
  • maior ist der so nun mer sein vollkommen alter erreycht hat; ein solcher steht darnach für sich selber unnd kan sich fürter der genaden, welche der unverstendigen jugendt gegeben, nit gebrauchen
    1536 Gobler,GerProz. I 5 a
  • darin wir aber den schmeltzern und gewerken zu genaden großen nachtail leiden
    1556 SchwazErf. Art. 4 § 9
VI 3 mit verwandten Begriffen
  • das wir den burgern die freyhait, gnadt vnd aufsetzung vrlauben vnnd gegeben haben
    1273/1587 NeustadtDonau 56
  • das die punt und artigkl und gnad ... stet on alles gever beleib
    1311 BairFreibf. 6
  • gnaden und vriheiten und gute gewonheit
    1340 Mergentheim 127
  • daz unsern burgern an disen freyunge und genaden dheinerley ander freyunge und genade ... in dhein weise schaden bringen sulle
    1347 MGConst. VIII 396
  • mit allem rechte, mit allen ghnaden, mit aller vriheit
    1360 Frankfurt (Oder)/CDPolon.3 III 155
  • alle ir recht, friheit, wirdekeit, gnade und laube
    um 1360 GoldBulle 116
  • bleiben by allen iren rechten, fryheiten, gnaden, hantfesten und guten gewohnheiten
    1366 FreiburgÜRec. IV 26
  • derselben stat Lubeck rechte, gnade, friheyde, gesetze und gute gewonheyd
    1408 LübUB. V 209
  • al sulke rechte ind genaiden 
    15. Jh. DortmStat. 285
  • die gnade und das recht
    1540 Zips Art. 1
VI 4 dem Recht gegenüber gestellt
  • die wile it kint von gnaden oder von rechte dat anevelle nicht ne hevet
    1224/35 (Hs. 1369) SspLehnr. 198
  • der keiser galt unde gap wider nach genaden oder nach rehte allen den, den er schaden hete getan
    1260 ProsaKaiserchr. 218
  • lihet ... der herre von gnaden vnde nvͥt von rehte in allen daz lehen, so svln si die gewer mit ein ander han
    um 1275 Schwsp.(L.) Lehnr. Art. 57
  • [er soll] iemmer uberhebe di gnade deme rechtin [semper superexaltet misericordiam iudicio]
    13. Jh. HohenfurtBened. 271
  • genade für reht
    1. Viertel 14. Jh. ÖRChr. II Vers 57516
  • hebic an N. icht gebroken, dat wil ik gerne beteren na rechte unde nach gnaden 
    um 1335 RichtstLR. 252
  • die gestrengkait des gerichtz in gnad keren und mit recht und gnaden gerichten
    1376/1445 UlmRotB. Art. 180
  • der streng der gerechtikait sol pilleich volgen etzlich senft und güt der genaden 
    14. Jh. WienerNeustadtStR. Kap. 62
  • wes se dar an ghebroken hedden, dat satten se by den raed in rechte to richtende efte na gnaden 
    1405 Minden/DortmStat. 243
  • sollen den in den stock setze, da sal he ynne sitze also lange, daz he sich berichtit nach gnade edder nach rechte
    1408 KlingenStR. 195
  • von gnaden vnd nit von recht wegen
    1450 Indersdorf I 315 (nr. 778)
  • aus genaden oder sonst ohne rechtliche furstellung und erkantnus auf den pranger oder in die eisen gestelt
    1532 WürzbZ. I 1 S. 98
  • nha gnade vnde nicht nha rechte
    1537 Dittmer,Sassenrecht 35
  • das folk finge an zu roifen: gnade, gnade und gein recht, lieber greif
    16. Jh. BuchWeinsberg II 155
  • dat mach men don van genaden und nicht van rechte
    oJ. DortmStat. 171
  • da von get gnade für daz reht
    oJ. Hartm.,Greg. v. 3650
  • genade ist bezzer danne reht
    oJ. Hartm.,Iw. v. 172
VII Begnadigung, Ermäßigung

VII 1 von Strafen
  • den sol man henken, in sol chain genad nit helfen
    13. Jh. SächsWChr. 4.Bair.Fs. 364
  • he ... ensal binnen der czit nimmer genade findin noch uze der veste gelazin werdin
    1305 FreibergUB. I 43
  • sol ein rat gewalt haben, einem genade ze tůnne, der gewerket hat fúr sin buͤse
    1341 ZürichStB. I 146
  • nenerleye gnade noch bede ne scholet eme to hulpen komen
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStat. 49
  • keyne gnade an gerichte sullen sie nicht tun
    1376 CDWarm. III nr. 11
  • dem der sachewalde welde gnade thun und ledig laßen, ap wir den selben ouch mochten gnade thun
    1400 Magdeburg/Stobbe,Beitr. 107
  • gnade heisset, das der rat mynre mag nemen mit des sachwalden wille, denne syne bruche zcu sagen
    um 1400 MagdebFr. I 1, 27
  • wilch lynenweber daz virbreche, der sulde vnsser gnade darummb erwerben
    1402 Kassel 473
  • wol dar brickt vnde dar beteren wil, dar moghen de ouerschaffer gnade by don
    1425 Nyrop,Saml. II 57
  • hatten sich etliche personen vom rathe vorwyste gesamelt, die lieffen by dem bischoffe her und begerthen gnade 
    1440 Erfurt/Michelsen,Rdm. 524
  • haben die rete imme gnade getan
    1440 SchlettstStR. 640
  • der gefangenen frauwe gnade tun
    1444 Rau,BeitrFrkf. 35
  • der arm pit euch: ir wöllet im genad vnd parmhertzigkait beweisen
    1485 NürnbHGO. 539
  • der ist veruallen leyb vnd guett, aber die herren mügen in wol genad tuen
    15. Jh. MHungJurHist. IV 2 S. 17
  • nachlassung der penn duch gnad 
    um 1500 Summa legum I 25
  • so herüber ein landvogt gnad bewiesen thut
    1550 Graubünden/GraubdnRQ. III 130
  • er möge dann gnade von dem rahte erlangen
    1586 LübStR. I 4, 4
  • beth so lange de koͤninck eme ander gnade bewisen will
    1593 JütLow.3 III 66 § 2
  • als ein vollsauffer dess kein entschuldigung und genad haben, sondern am leib oder gut gestrafft werden
    1599 OPfalzLO. 10
  • gnade und pardons
    1711 CCPrut. III 65
  • auff leib und gut gnad erlanget
    1744 SiebbLRKomm. IV 8 § 4
  • des lip und gut ist ... vervallon einem apte, vnz an sin gúnade 
    oJ. GrW. I 2
  • daß ime von der oberherrschaft ein gnad mit dem schwert aus sonderer fürbitt vergunt werde
    oJ. Wolff,GerichtsverfHochstAugsb. 306
VII 2 Erlaß, Herabsetzung einer Leistung
  • der koͧffere sal ime gebin einen schillink von der mark; daran mac der schultheizze gnade wol tůn gegen deme kouffere
    1289 ErfurtWeist. 8
  • dez hatte yn der von Orlamunde gethan gnade unde hat yn eyne marg [vom jährlichen Zins] abgelaßen
    um 1380 WeimarRotB. 55
  • de gnade scall den nottürfftigen allenthalven beholden syn, beyde van den vrachtnemer und slüteren
    1541 Michelsen,Dithm. 234
  • wirt er (der mitpurger) auff genomen und ist pflichtig zu geben einem weysen ratt 1 schock; dorinne thut man im genade so ers pegeren ist
    oJ. FalkenauStB. 40
--
Nachsicht
  • so willich důich dar in baͦven zů smal is, dat důich of die důiche in solen egeine genode haven
    1387 NrhAnn. 28/29 (1876) 87
  • welcher sinen zinß uff st. Martins tag bi sonnenschin nit entrichtet, der hatt sin underpfand verloren, da mag der rait einem iklichen gnad thun
    15. Jh. OppenhStB. 189
  • wer sein feuer von stadt [lies stund] an beschreyet, dehme sol ein gnade wiederfahren, wo er dies nicht thut, sol er hefftig darumb gestrafft werden
    16. Jh. BreslStR. 72
  • dahe dieses durch saumnuß oder faulheit unterlassen würde, solle daß erste jar gnad seyn, daß zweyte aber die schaar verfallen seyn
    1670 Koblenz/RhW. I 1 S. 135
-- Schuldenerlaß
  • sie (die iuddin) habe den tusing vor der gnade vor langer ziit verkauft, auch habe der vorgenante H.W. den tusing selbez geheischen und gefurdert von der gnade wegen
    1392 FritzlarRQ. 480
VII 3 auf Gnade erlaßbar
  • dem vogte schuldic funf schillinge nah gnaden 
    1276 AugsbStR. Art. 70 § 3
  • der muntzemeister der sal war nemen valschiz gelodes unde wagen; bi sweme er daz vindet, der sal ime wettin driu phunt unde den scherph uf genade 
    1289 ErfurtWeist. 17
  • die den andren doet slaet, liifh tegen liifh tot des heren ghenade 
    1329 Montfoort/Fruin,KlSteden II 313
  • wer ein lem thut, der gebe fünf mark auf gnade 
    1339 ZeiringBO./ZBergr. 39 (1898) 177
  • die stat H. ewicklichen rumen uf unsirs herren gnade 
    1357 HeidelbStR. 475
  • ist er dem richter ... ain wandel, daz ist 12 den. auf gnad 
    1376 PettauStR. Art. 77
  • bessert er dem vogt lip und gut, uff genade 
    14. Jh. Burckhardt,Hofr. 198
  • die selben sullen uss der stat sin off dez rates gnade; der sol den handel fur handt nemen, der mag die pene swerer oder geringer machen
    1404 Wimpfen 84
  • wurde ymant den andern wunden ader blutrunstig dorinnen [im Weinkeller, der zur städtischen Freiheit erklärt ist] machen, die faust mit gnaden; wurde er abir hochir brechen, das ginge em hocher an sien recht
    1420 KamenzUB. 52
  • zu buess genomen ein halben scheffel saltz uf gnade 
    um 1500 ErfurtSalzmO. 414
  • die sullen eine hant verbuert haven, ind dat up genaede 
    1516 MonschauLR./NrhAnn. 6 (1859) 22
  • von der blutrunst 5 schillinge und das auf gnade des richters
    1543 ArnstadtStR. 42
  • stadt-verweisung auff gnad 
    1592 MünsterPolO. 34
  • wer wein kauft und furt den in daß aigen ... der ist zu wandl der herrschaft 10 tal. ₰ und der ganzen gemain den wein auf gnat 
    17. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 533
VII 4 ohne Gnade streng, unwandelbar, unwiderruflich
  • der falsch müncz haisset machen ... jst er ein gemeiner man, so sol man in verprennen an gnad 
    1306 Tomaschek,Trient Art. 19
  • sonder ghenade 
    1362 GroningenUB. I 375
  • der sol aun alle gnade ain gantz jar die stat ze E. rumen
    1370 EßlingenUB. II 92
  • wer es darúber tut, der vert us S. und Burner ban einen monat ... ane gnade 
    1374 SchlettstStR. 277
  • [die] hand ... abschlahen ane gnad 
    1394 LeutkirchStR. 47
  • mag man mit mir gefarn als mit einem rechtlosen mann, ohne alle gnad 
    1395 SchrBodensee 3 (1872) 107
  • sol er der stat ze bezzerung zwai pfunt Auspurger geben an den graben aune gnad 
    14. Jh. AugsbStR. Art. 49 Nachtr. 6
  • ist verfallen den landlütten ze rechter buss 3 schilling pfenig on gnad 
    AppenzLB. 1409 68
  • zerissenen wonde und blutigen wonden weißen wir unserm junckern zu gnaden oder one gnaden zu straffen allein
    1439 ArchHessG.2 3 (1904) 127
  • von einer yeden wag an alle gnade zu wandel geben 14 pfening
    1464 Lori,BairBergr. 75
  • 1479 Stieda-Mettig 298 (nr. 31, 1)
  • zu peen verfallen ein mark an gnad 
    1492 RemüsStat. 232
  • sol er gepuest werden an alle gnad 
    15. Jh. BeitrSteirG. 16 (1879) 24
  • die selben on alle gnad an leib vnd gut straffet
    1506 TirolHGO. 145
  • 1525 RevalStR. II 28
  • 1540 BeitrEssen 20 (1900) 144
  • der soll ohne gnad mit dem schwerdt gerichtet werden
    1583 HadelnLR.(Pufendorf) 55
  • sunder yenyge gnade noch entschulding
    16. Jh. GartenRJacobsf. 16
  • ohne gnad mit urthel und recht zum todt erkannt
    1625 FreibDiözArch. 27 (1899) 324
unter Ausschluss der Schreibform(en):
unter Ausschluss der Schreibform(en):