Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Gotteshaus

Gotteshaus


I Kirche, Kloster

I 1 das Gebäude
  • den keiser ne mut de paves noch neman bannen seder der tiet, dat he gewiet is, ane umme dre sake: of he an 'me geloven tviflet, oder sin echte wif let, oder godes hus tostoret
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 57 § 1
  • van goodshuzen, gasthuysen ende scole
    1406 MnlWB. II 2012
  • scholen alle kerken, clostere unde godeshuse, godeshuse bliven umbeset alse de in godes ere gebuwet synt
    1427 OstfriesUB. I 316
  • [der Mörder soll] in holdt vnde felde, in busch vnde broke, in karken vnde clusen vnde allen gadeshusen fredelos gekundiget syn
    1559 Dittmer,Sassenrecht 156
  • se wieden dit godeshus mit groter ere und werdicheit
    oJ. Schiller-Lübben II 128
I 2 als kirchliche Anstalt, Körperschaft; schweizerisch meist klösterliche (Grund-)Herrschaft
  • daz aller goteshuser vogiten ... den goteshusern vor sin und beschirmen [sollen]
    1235 MainzRLFr.(Const.) 259
  • dhe marc geldes, dhe dhat goddeshvs von saente Mauricius hadde an dheme hove
    1275 Halle/Lasch,NdStB. 55
  • si [Ehekinder] müzzen aver ir vater reht haben, si sein denne eines herren eigen oder eines gotes hauses 
    um 1275 DspLR. Art. 71c
  • hat ein man von eim gotshvse ein lipgedinge, dar vber sol er briefe nemen
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 36 a
  • die in der goteshuser hofe sitzent
    1276 AugsbStR. Art. 70 § 2
  • belibent den gotshuͤsern, graven, freigen und dienstmannen iriu geriht
    1281 Bayrischer Landfriede/MGConst. III 269
  • godeshusen ne schal neman wicbelde an sime erue gheuen
    1294 Hach,LübR. 308
  • der frowen gotzhus ze Munichen
    1297 MBoica XVIII 25
  • daz er unde sine erben ledichlich des gotshüs solen sin
    1298 ActaTir. I 246
  • swele stirbet, der dez gotzhus eigen ist, der sol geben dem gotzhuse daz beste houbet von vihe
    1299 Luzern/GrW. I 169
  • es ensal niemant eynichem guth keym gotteshausse zu getrewer handt entpfan
    1351 ErfurtZuchtbf. 115
  • daz ein edel man einen geburen ze lehen hette von einem gotzhus 
    1359 BremgartenStR. 36
  • des gotzhus lüte
    14. Jh. Luzern/GrW. I 4
  • wyer frow Margreta, der frowen pryorin, unnd die couentt frowen gemeinlich des gotzhusses zu Sch.
    1427 SchwyzLB. 56
  • vorkoufft ... wegin des gotishueßes vnd kirchin vff den gutern ... eyn schog czinczes nuwer groschen
    1446 MittOsterland 5 (1862) 249
  • wir wellen nit, das von ainicher stifft oder gottshauß ... ichtes an guetern verkaufft werde
    1568 HofkInstr. fol. 26
  • desselben gotshuses gemeine zinslüte des kilchspales Gurmels
    1593 ZSchweizR. 22 (1882) RQ. 91
  • denen orden und gottshäusern an ihren privilegiis unnachtheilig
    1627 BöhmLO. B 39
  • gegen einem gottshaussman eines fürstl. gottshauss st. Gallen
    1726 SchwyzLB. 169
  • von der ansprach, die er het gen unserm gotshous von Salzburch
    oJ. Kurz,Ottok. II 222
II Armenhaus, Spital
  • om horen cost ende nootdorste in den selben godshuyse ende uuthoven te hebben
    oJ. MnlWB. II 2013 [dort auch weitere Belege]
  • im suluen yare [1556] wert dat gadeshus vor dat schardor gebuwet, dar de armen seevarende lude ere kost vnd behusynghe yn hebben scholden
    oJ. Hamburg/Schiller-Lübben II 128
III
"Kirchenkasse"
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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