Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Graben/graben

Graben

vgl. greften

I
I 1 wie neuhochdeutsch
  • dy vorgenanten ... sullen ouch haben eynen gemeynen weg ... und sullen dy helfte dez selbyn wegis halden myt graben und czunen und temmen
    1336 CDPruss. II 208
  • wo landtstraßen zwüschend güteren hingand, da söllend die anstößer die wäg und straßen machen und in eren hän und ouch die gräben nach notturfft
    1469 Schauberg,Z. 2 (1847) 66
  • pei zein und grämbmen 
    1523 NÖsterr./ÖW. IX 863
  • wöllen wir, das die bäch und gräben von nyemands gefischt noch krepset werden söllen
    TirolLO. 1573 IV 17
-- Kanal
  • wolden sich aber die dinge jo also nicht machen, so mochten sie zu Lubek ausschiffen vnd vorbas durch den graben zu Hamburck ihre gutter bringen
    1428 Danzig(Hirsch) 190 Anm. 672
I 2 Stadtgraben, Grenze

I 2 a
  • ainer der purigen ... hat er, daz dreissichk phunt wert ist auf dem erdreich von anligundin unerwegleichen gutt innerhalb des grabens und umbgang der stat
    1212 Kurz,Ottok. II 252
  • swer den andern wundet in diser stet frid, swenn der dem vogt und dem clager gebezzert, so sol er der stat ze bezzerung zwai pfunt Auspurger geben an den graben aune gnad
    1303 AugsbStR. Art. 49 Nachtr.
  • swas gebrechnis sy an der stat mure, an planken, an graben, an zuynen ... das is dy ratluyte der stat sullen richten unde zu rechte brengen
    1324 BreslUB. 103
  • es sol ... nieman den andern werffen mit snewe ... weder in der münsse, uff der münsse noch abe der münsse noch ussewendig der münssen, als verre der grabe gät
    1330 StraßbMünzg. 188
  • schullen die schephen aus in selben immer czwain ein besunders ampt enphelhen, sam czwain di di statmaur, die graben, die türn ... bewarn
    um 1330 BrünnRQ. 395
  • engeyn ore borger sal werden getogen oder geladet werden buten den graven unser stede umme utforderunge rechtes tu geven
    1395 BerlinStB. 44
  • daß iemand vor ihr statt in dem feld oder auf ihrem graben khein haus, stadel oder solcher bau machen oder haben solle
    1398 Lünig,RA. XIII 80
  • wurdi aber der schuldig von des grihtz wegen gejagt, wenn der kämi für die stat nur über den graben, den sol das griht fürbas nit jagen
    14. Jh. LeutkirchStR. 24
  • ußgenommen die einigung so die armen lütt ... ze nutz der gmeind machent, als eevatten, zunen, graben 
    1502 Schauberg,Z. 2 (1847) 139
  • söllen die vier gmeinden sölliche zün ... gräben und die thürli in eren haben und erhalten
    1559 ZürichOffn. I 71
  • das niemant sol haben tür oder weeg in den greben 
    1610 NÖsterr./ÖW. IX 232
I 2 b
  • by dem graben, der unser marke unde velt, die zcu der Nassow gehorent unde marke unde velt, die zcu Grobir gehorent, scheident
    1364 HMeißenUB. II 58
  • unser stadtgerichte in der stadt und ver der stad alzo verre die graben und czune gehen und wenden
    1412 DresdUB. 126
  • [Friedrich II. gibt seinem Diener N.N. in Lehen] den judenkirchhoff als wyed der in sinen vier graben begriffen vnd fur Miessenn gelegen ist
    1455 MeißenUB. 72
I 3 Befestigung
  • das man nachreyse thue, ader ricke, landtwere, graben ader andern fridt machen solle
    1425 Franken/GrW. III 531
  • eß soll ... ein ieder ... soviel ihme an seinen gründen von alterß zu friden gebührt, solchen fridt mit gehagen, graben, zeün oder gattern dermaßen machen ... daz ohne sondern gewalt khein schaden beschehen mag
    1599 NÖLREntw. V 170 § 4
I 4 Entwässerungsgraben
  • was die maisterschaft gebiet ... weg ze bessern und graben ze graben und wo es notürftig ist zu machen
    1392 WürtLändlRQ. II 862
  • das dyser graben ewigklich beleiben vnd vngeuärlich 4 schuh weit gehalten sol werden
    1500 Indersdorf II 219 (nr. 1709)
  • wan ouch einer einen graben vffthut, so sal der, so vnder ime ligt, im ein vßzug gäben ... damit das wasser sin abgang habe
    1519 ArgauLsch. I 225
II Weingartmaß
vgl. Graber
  • 1 alt graben bei Bozen = 80 alte Bozener quadratklafter à 8 fuß
    1768 ZFerd.3 36 (1892) 435
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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graben

vgl. greften

I wie neuhochdeutsch

I 1 Naturschätze gewinnen
  • mit wess gunst man golt grebet 
    1217 SchlesGoldr. 229
  • hebbet gegheven ... en stucke phanes [Moor] dar men eede [Torf] uppe graven mach, deme convente to L.
    1415 OstfriesUB. I 202
  • daß ihme ... die freyheit, gold, silber und andere metall suchen, graben und arbeiten zu lassen ... gegeben habe
    1730 Hoheneck I 604
I 2 beim Ackerbau
  • der eynen hoerling zu nahe irret [pflügt] oder griebt, vermacht auch ein halben gulden zur boeßen
    16. Jh. LuxembW. 443
I 3 am Stadtgraben und ähnlichem arbeiten als Bürgerpflicht oder Ablösung dafür zahlen
  • das die vicarier noch pfaffheit ... keinen unpfefflichen dinst der statt ... nicht thon sollent, es sei mit graben, wachen, reißen
    1335 MosbachStR. 545
  • dat wy van der städ weghene willen ... bekosteghen unde holen myt slachten, myt graven, mit borgherwerken unde mit anderen stucken
    1399 BremUB. IV 302
  • dat sy vry soilen syn van sanden, dycken, dammen, graven en waken
    1444 NrhAnn. 75 (1903) 55
  • schal de sulve sitten frye wachte, knickendes, gravendes 
    1459 DuderstadtUB. 251
  • wer ain hus hie miet und bestellt, da sont von dem selben hus der stat ir dienst mit wachint und grabint von gevallen alz von andren hüsern
    15. Jh. IsnyStR. 148
  • lave ick ... dusse ... gudere to bewarende, to gravende, dammende, to schattinge unde to allen noden
    1518 NeuenwaldeUB. 249
II begraben, das Grab (I) graben
  • die jüngsten sollen [das Gewinnbier] auftragen, die zechkerzen zünden, den verstorbenen aus der zeche graben 
    1531 Leobschütz/ZKulturgÖSchles. 2 (1906/07) 31
III lebendig begraben (I 1) 
  • stelen frouwen, di gravet man
    1350 BerlinStB. 152
  • da woerden die zwene jueden gehancgen ind die juedinne solde man da graven 
    1377 KölnChr. II 27
IV übertragen: forschen
  • ob der richter merckte, das ein gezeuge stammelnde seine aussage angebe, sol er ... fleissig darauf mercken vnd darnach graben, ob der gezeuge falsch oder gerecht sey
    1561 Rotschitz 49
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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