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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Hand

Hand

A
die Hand des lebenden Menschen, im eigentlichen Sinne und übertragen

A I als Körperglied überhaupt

A I 1 allgemein
  • mit opffere tuon si [die Verwandten des minderjährigen Novizen] die selbin bete und bewindin des kindis hant in dem altirtuche und opfrin alsô
    13. Jh. HohenfurtBened. 267
  • [sie haben] mayden entweret, die er und sein helffere an den henden fuͤrten
    1423 AugsbChr. II 131 Anm. 4
  • das iner ime alle jare einen budel und nun heller darin brengen sal in sinen henden hinder sime rucke czu geczugnisse
    1444 MainzKämmW. 179
  • wie weit einer von seinem lande die gemeine market verthätigen könne? soweit einer mit seiner rechten hand unter dem linken beine her mit einem langen pflugeisen werfen kann
    1697 Westfalen/GrW. III 105
  • daß ... der gerichtschöff dem [Einzuweisenden] ... den schluͤssel zustelle, einen aus der thuͤr schwell geschnittenen spahn in die hand gebe
    1755 MainzLR. 100
  • alle lyudum ... the duren ande mughen an hiera honda reppa
    oJ. Richth. 308
  • waerso rechteren overhorighe handen roven wyllith, van des songhes wegen, soe nemense sunte Ludgers faene in de hand, en weso daer teghens vecht, dat sy tweboete en twefrethe
    oJ. Richth. 359
A I 2 die beim Jüngsten Gericht spricht
  • dar scal hant sprehhan, houpit vekkan, allero lido welîh unzi in den luzîgun vinger, waz er unter mannun mordes kifrumita
    9. Jh. Musp. 14
A I 3 als Objekt eines Angriffs
  • gif monnes eage him mon ófæslea oððe his hand oððe his fot, ðær gæð gelic bot to eallum
    9. Jh. Liebermann,AgsG. I 86
  • were, dat yemant den anderen berovede enes oghen, der nese, ener hant, enes votes, de scholde dat beteren myt 10 marken
    1406 BremUB. IV 447
  • dat my Henneken erbenomed de sulue H. Decker myne hand affgehowen hefft
    1417 LübUB. V 693
  • so claghede he lame knoken up E.A. to Yever, als ene lame hant unde ene grote wunden yn dat hovet
    1483 OstfriesUB. II 195
  • wer dem andern verdachtlich ein hand oder glid abhauwt, dieselb bůß soll zu einem schultheusen vnd rath stan
    RheinfeldenStR.(1530) 226
  • wundet einer den andern in eine hand edder angesichte, so dat die wunde nicht bedecket wert, mot der herschop 5 mark pundes broke geven und dem vorwundeten 6 punt vorbote
    1538 RügenLR.(Cleist) 4
  • war das ainer ein schlueg vor preis in die hant, so ist er um 5 tal ₰ ... ze wandl
    1555 NÖsterr./ÖW. IX 22
  • wo soͤlche vorlembde oder wunde an ... des mannes gemechte, henden oder fuͤssen geschehe, so ist des beklagten busse ein halb wehrgelt
    1561 Rotschitz Bl. 90
  • hwasoe dolghet werth truch erm, ... truch foeth and truch handa 
    oJ. Richth. 448
  • Richthofen,WB. 824
A II zur Orientierung in der Außenwelt

A II 1 allgemein
  • de bodele unde hengere scullen des vures unde des isernes plegen to der luchteren hand des richteres up eneme trendelleke
    1312 Keutgen,Urk. 446
  • [Beschreibung der Lage eines Grundstücks] ligghen uppe der vorderen hant by deme weghe, als men geytt van Emeden tho Herseweghe
    1486 OstfriesUB. II 229
  • sie wohnen auff der anderen seiden der Parnauw, das ist auf der gerechten handt 
    1554 TrübnerWB. III 313
  • was herenhalb auf die rechte hand ligt, alles bis hinnen an des Achtalers peuntl
    1618 Strnadt,Grenzbeschr. 410
  • das ober guet von der staigen oben herab uff der rechten hand 
    oJ. SchwäbWB. III 1100
  • DWB. IV 2 Sp. 338
A II 2 Sitz- und Rangordnung
  • der [Kurfürst] von Kollin sal ... sitzin zů der rechtin hant des kaisirs
    um 1360 GoldBulle 120
  • daz die kurfursten ... ir stede zů der rechtin und linketen hant unvirwandelt haltin
    um 1360 GoldBulle 122
  • dieselben güter söllent setzen siben frygstulsässen ze der gerechten hand des richters
    1431 Zürich/GrW. I 24
  • da fragede we ehme dat holtinnk scholde helpen besetten da wart geurdeilt, de greue von Sch. von der rechten handt vnnd de comptur to W. em tor luchteren handt 
    1506 Freudenstein,WaldSchaumburg 78
  • sollen zu vnserer gerechten hand die prelaten, auch grauen, herrn ... nach ordnung gesetzt werden
    1525 AmbergKzlO. 20
  • vorige herren canzler [sind] ... in landes zusammenkunften dem k. ambte zur lincken hand ... geseßen
    1640 CDSiles. 27 S. 268
  • darff kein junger keinem gesellen vor- oder auff die rechte hand gehen [im lateinischen Text: locus superior veterano competit, neque impune junior ad dexteram ipsius iverit]
    1690 Beier,HdwGesell. 17
  • de mann baben hand hieß auf Fehmarn der 3. der Dorfgeschworenen, weil er zur Rechten des Worthalters (1. Dorfgeschworenen) auf dem Dingstein saß; er hatte ihn in Behinderungsfällen zu vertreten 
    oJ. SchleswHWB. II 602
A III
als Maß und Art

A III 1 Längen- und Raummaß
A III 2 Art (und Weise)

A III 2 a von Personen
  • claget ein unser burgere über den rath oder uber die gemeine herren oder ander hante lute, daz man gewalt oder unreht an ume tuo
    1300 Förstemann,Nordhausen I 1 S. 60
  • es sint vier hand lüt: aigen lüt sant Benedicten, item sant Johanns lüt von Lunbach, item vnser frowen lüt von Dornhain, item sant Pelayen lüt
    1417 Schwarzwald/GrW. I 376
  • zu Schefferßheim sint zweyer hande [zweierlei] lutte, do sint eyner hande dy heissen Murbach lutte, die horen gen Murbach; und die andren gehoren gen Hohenburg an das closter s. Odilien, und heissen s. Odilien von Hohenburg lutte
    oJ. Hanauer,Constd'Alsace 239
A III 2 b von Sachen
  • swaz auh verslagener phenninge ist, swelher hande munzze die sin
    1276 AugsbStR. Art. 8 § 9
  • von mänger hand brüch und irrung wegen
    1395 SchwäbWB. III 1108
  • so sint dryer hant buessen
    1606 SchweizId. II 1392
  • wein, met oder pier, von welher hant trincken daz ist
    oJ. AugsbChr. I 158
  • so welker hande goet ein man bringhet ouer dhe solten see
    oJ. GrW. I 96
A III 2 c von menschlichen Zuständen und Tätigkeit
  • so wor ein man dheme anderen scult gift vmme ienegher hande sake
    1279 StadeStR. 82
  • maniger hant fragen irer art, ir darkumens und der geleich
    15. Jh. Füetrer 94
  • dat de bruwers hare hant beteren van bruwene, ofte neen, men zalre anders toezin
    oJ. Stallaert I 554
A IV als Bezeichnung für den ganzen Menschen

A IV 1 allgemein
  • gif mon ... geyppe eofot, and his eft geswican wille, gestœle on rythran hand 
    9. Jh. Liebermann,AgsG. 62
  • solt ich den pfaffen râten an den triuwen mên, so spraeche ir hant den armen zuo: sê daz ist dîn
    1190/1230 WaltherVogelw. (Paul) 79, 66
  • was guͤt do har sammenthafft gelegen ist, dz man do von sol einen fal geben, wenn die hant stirbet die es treit
    1354 Elsass/GrW. IV 22
  • of die hande verstorven bynnen oere tocht
    1361 KalkarRatsarch.
  • wenne die hant stirbet, die die gancze hůbe treit
    1382 Elsass/GrW. IV 74
  • im [dem Bürgen] sagt daz recht, daz in ainer loesen mus ... hintz der hant, dahin er in versetzzt hat
    14. Jh. RegensbStat. 36
  • als vake als dar ave eyne hand versterft
    1407 Müller,Güterwesen 395
  • die verstorven hande van kurmodige guedern ind tynssguedern
    1426 SPantaleonUrb. 341
  • ein arme vol houwes git iedie hant 1 ₰ ze zolle
    1442 Eheberg,StraßbVG. 120
  • soll jetliche verstorben hand bynnen 8 dagen darna geven eynem schulten ... ein Essensche mark
    1479 Wigand,Denkw. 275
  • su sollent ... iren rechten lon heischen und nemen und nit me von eim fuder von jeder hant 4 ₰
    1498 SchlettstStR. 1019
  • wenn ein hand abgat und stirbt
    1500 WürtLändlRQ. II 385
  • wenn an einem hoffsgute die hand verstorven
    1569 Rive,Bauerng. 469
  • ein ufgab, wer die begert, dess giebt eine handt 3 heller dem gericht
    1590 ArchHessG.2 3 (1904) 140
  • [sie] dienden sîner hende gar
    oJ. J.Grimm,KlSchr. III 266
  • fallath ther thre ieftha fiuwer, min ieftha mar sa hiara is, enne mon, and tha honda alle se blat
    oJ. Richth. 118
A IV 2 insbesondere ärgere, bessere, böse, gute Hand und ähnliches zur Bezeichnung des Standes
  • gewinnent si kint, diu hoerent ze der ergern hant 
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 59 § 8
  • ist ein man sinem wibe niht eben bvrtic, er ist doch ir vormvnd; ... gewinnet si kint, div hornt ze ergern hant 
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 67 b
  • zeucht deu ringer hant der zinsær deu chint nâch im
    14. Jh. Ruprecht(Claußen) Art. 269
  • [daß die Kinder des St.T. sämtlich ihrem Vater als] der eignen hand nachschlahen
    1480 Branger,Walser 68
  • wenn ein freier oder eine freie ein eigens verehelichet, dass ihr kinder frei sein und also der guten hand nachfallen
    1525 Leuenberger,RG. 170
  • die kinder, so ausz denen personen, so also geroubet sein, erboren, [sollen] nit wider hinder sich der bösern hand nachschlagen, sonder der bessern hand nachvolgen
    1560 Schweiz/GrW. V 736
  • mit dem weib als der bössen handt 
    1590 BregenzStbr. 38
  • dô viel ez an die ergern hant 
    oJ. GrRA.4 I 449
  • Knapp,BeitrRWG. 86
  • Knapp,BeitrRWG. 358
A IV 3 Verwandter (die gesipptesten 6 Hände, friesisch)
  • waerso een bloet man eenen anderen man doet slacht, ende de voervluchtig wort, so gelden hem ses de sibbeste handen, buten de hovetlosene dat is de broeke
    Langewold 1250(R.) 366
  • item alst komen is ouer de ses handen, als vader end moeder, suster noch broder, kindt noch kyndes kindt, soe vanget de susterkynder in des oems arffenisse alsoe veer soe dies broeders kynder
    15. Jh. Richth. 327
  • His,FriesStrR. 57
  • His,FriesStrR. 91
  • Richthofen,WB. 824
A V
die schaffende und schreibende Hand

A V 1 die körperliche Arbeit leistet
  • der es mit seinem aigen leybe und handen verdiene
    1344 EßlingenUB. I 396
  • die 5 lote sellen kyesen enen ondermann ende vier homans, uut elker ambocht enen, die dat ambocht mitter hant doet
    1465 Amersfoort 68
  • was ein schmid mit siner hand gedient, das ist lidlon
    1519 ArgauLsch. I 224
  • die Frontage müssen meist halb mit dem pflug, halb mit der hand im schnitt ab- gedient werden 
    1530 JbMittelfrk. 56 (1909) 41
  • es sol keyn hecker mehr vordingen denn zu seiner handt und auf sein arbeit, also das er nicht knecht darauf mithe noch grossen lohn geben dorfte
    1540 JenaStO. 51
  • soll den arbeitern, soviel sie in der gruben mit der hand arbeiten, gerait und auffgeschnitten werden
    1553 FerdBO. Art. 194
  • die köbler, so mit der hanndt frohnen
    1554 SchwäbWB. III 1097
  • so einem mit der handt oder zu fahren gebotten würdt, soll ein ieder gehorsam sein
    1563 Sinsheim 455
  • mir ... vogtbar ... botmässig und mit der hand zu täglichen diensten gesessen
    1677 Knapp,BeitrRWG. 306
  • ein brinksitzer, backhäuser oder ander bodenhauer einen tag mit der handt zu dienen schuldig sein sollen
    1697 Schlüter,WestfProvR. I 1532
  • alle frohnden mit ross und handt zu dem aldasigen schloss thuen
    1748 Wiesloch 722
  • naturalrobath. welche orth solche zu reichen haben entweder mit der hand oder mit dem zug
    1752 Greneck 6
  • alle iar ein tagwen thun mit der hand 
    oJ. Zürich/GrW. I 94
-- "Arbeitslohn"
A V 2 die (unter)schreibt; Handschrift

A V 2 a allgemein
  • da ist der brief geschriben von maister Martines hant 
    1295 MünchenStR.(Dirr) 51
  • diu selbin bete scribe er mit sinir hant 
    13. Jh. HohenfurtBened. 267
  • die [Handfeste] ist gegeben czu Prag under meister Johannes hant 
    um 1330 BrünnRQ. 377
  • wir sterken disen prief mit dirr underschrift unsers selbs hant 
    1361 BadenArgUrk. I 67 (nr. 95)
  • desser breve sint drie all eens van woerde te woerden myt eenre hand ghescreven
    1455 OstfriesUB. I 602
  • han ich diess uffenbar instrument gemacht mit miner eygen hant geschreben
    1467 Hessen/GrW. III 339
  • mit meines gn. herrn oder des landhofmeisters handt gezeichnet
    1497 Carlebach,BadRG. I 78
  • der künig schrib dem babst mit sein selbs hand 
    15. Jh. AugsbChr. II 83
  • mit seiner hand unterschrieben und bezeugt
    1554 FreibDiözArch. 19 (1887) 205
  • Peter und Joist gestunden irer hant, sagten aber, sei wisten von keinem falschs, man het in die breif zu schriben geben uis eim vurgelachten concept
    1555 BuchWeinsberg II 66
  • habe ich solches in diese offentliche instrumentliche forma redigiret, welchs ich also mit eigner handt attestire
    1558 MittGotha 1901 S. 105
  • mit eigenenn handen vnderschriebenn
    1558 Sachsse,MecklUrk. 250
  • 1563 Stieda-Mettig 293 (nr. 28)
  • bekene ich mid diser meiner eygen hand und subscription
    1588 WitzenhStB. 59
  • by sijne handt onderteyckent
    1598 Fruin,KlSteden II 254
  • so iemant sein testament mit aigner hand selbst nit schreibt
    1599 NÖLREntw. III 3 § 2
  • Freudenstein,WaldSchaumburg 95
A V 2 b Hand und Siegel 
  • mit gunst bischof Salomons, mit siner hand vnd sinem sigel vestigen vnd besteten
    15. Jh. FreibDiözArch. 10 (1876) 60
  • einen schrifftlichen vergleich unter beiderseits handt und siegell vorgeleget
    1529 StArchBresl.
  • recognoscirn ist, so einer eins andern geschrifft ab es sein hand oder siegel ... erkennet
    1562 Gobler,GerProz. I 7b
  • mit geschwornen eiden und irer hand und siegel caution und bekantnus geton
    1569 MittStArchKöln 17 (1889) 85
  • geben vnder vnßerm angebornen secret insigel vnd aigner hant vnderschrieben
    1586 FreibDiözArch. 10 (1876) 123
  • mit einer oͤrdentlichen obrigkeit, raths, commun, oder des principaln selbsteigener bekandtlichen handt vnd siegel befestiget
    1603/05 HambGO. I 8 Art. 2
  • andere groote personen sullen onder haer zelfs handt ende segel mogen volmachtigen
    1642 DeventerStR. II 11 § 10
  • hat ... einer von den ehegatten allein hand und siegel ausgegeben, so folgt man den buchstab der verschreibung
    1717 Blüting,Gl. I 106
  • ZWestf. 81, 1 (1923) 13
  • ZWestf. 81, 1 (1923) 23
A V 2 c Hand und Petschaft 
  • mit ihren handen und petschafften becrefftiget
    1580 IlsenburgUB. II 340
  • mit des pastorn oder notarii und aller zeugen hand und pitschaft bekräftiget, versiegelt
    1661 WursterLR. 70
A V 2 d Hand und Marke 
  • "in Schriftstücken des 16. und 17. Jahrhunderts findet sich als Übersetzung der lateinischen Formel manu propria öfter die Unterschrift: N.N., mien eegen hand u. mark, das heißt ich N.N. habe eigenhändig unterschrieben und meine Hausmarke dem Namen beigefügt" 
    SchleswHWB. II 600
A V 3 bestimmte Schuldurkunden

A V 3 a Anweisung der Deichgenossenschaft an die Deichkasse zur Zahlung an die Deicharbeiter
A V 3 b Schuldbrief
  • das die beklagtin ... die eingeclagte schult der 50 rhd. vermüge ihrer ausgegebnen hant nebenst den zinsen zu bezahlen schuldig sein ... soll
    1668 HelgolGerProt. 266 [vgl. ausgeben (V)]
A V 3 c
  • "seine Arbeiter honorierte der Bauer zunächst mit Naturalien und weiter mit Schecks, das heißt Anweisungen oder Bürgschaften, die der Bauer im Herbst beglich und die im Volk Hand hießen; eine solche Hand lautete zum Beispiel beim Müller auf eine bestimmte Menge Brot und Mehl, beim Krämer auf eine bestimmte Summe Geld; auch die Armenkommission bediente sich dieser Hände, und wenn sie bei einem Arbeiter eine Mietebürgschaft in Höhe von 5 Talern übernahm, erhielt er eine sogenannte fiefdalershand"
    oJ. SchleswHWB. II 601
A VI die führende und fassende Hand
  • [bei der Haussuchung] skel thi frana ingan and sowen mith hem thes koninges orkendan mith gripianda handem and ermem, and unegerd and uneskoch and wraxle
    2. Hälfte 11. Jh. (Hs. 15./16. Jh.) WestfriesSchulzenr. 31
  • der richter ... sol daz kint nemen by siner rechtin hant und den vormunden auch und sol im daz kint gebin
    14. Jh. Böhlau,NC. 58
  • der richter sol den schuldiger mit der hant füren auss dem hof und den cleger doreyn in gewere setzen
    15. Jh. LeutenbergStR. 441
  • sall der fursprech, der des verleimeten mans fursprech ist, den verleimmeten personen haben und soll ine mit seiner rechten handt nemen bei seinem linken geren und vor gericht furen
    15. Jh. MainzChr. II 2 S. 218
  • wi richter ... lenden en dat swerdt, dar se alle de hende anschlagen, dat se ehr flesch und blot mochten mit ein wapen geschrei beschreien und mit tagen swerde, de ohr flesch und bloth vom levende thom dode gebracht hadde
    1553 Engelke,GogerichtDesum 58
  • er soll mit einem fuße an des innenzauns thor stehen u. mit der linkern hand kreuzweis an das forderohr faßen und werfen einen schleve, oder mit der schenen dreimal und so weit er in den dreienmalen wirfet, soll er das gehäge verthedigen
    1570 GrRA.4 I 88
  • sein nachermelte personen ... zum scheine gangen, ein jeder dem thodten corper seine rechte handt gegeben und godt ahn geruefen, so ferne sie schuldt ahn seinen liebe hetten, daß alsdann ein tecken ahn ihme muchte geschehen
    1579 JbOldenb. 15 (1906) 227
  • dat de vercoopere zal commen tuwaers ende slaen zyn handt ande roede ende brenghen zyn leen in uwen handen
    16. Jh. CoutVieuxBGand II 553
  • von berührung des huths und auflegung der hand bei begebung in die leibeigenschaft
    1753 Westfalen/Kamptz,PreußProvR. II 264
A VII
die gebende Hand
A VII 1 allgemein

A VII 1 a bei Besitzwechsel
  • habens ir geben usse unser hant in die iren hant 
    1336 EßlingenUB. I 332
  • gibbet grave G. alle jar selbist uz syner hant 13 gülden 20 groschen
    1424 Größler,Eisleben 64
  • von eyner hant uszurichten und zu bezalen
    1446 Riedner,SpeierGeistlG. 221
  • zijn goed kwijt maken en uit zijne handen brengen door gifte, door koop en door willekeur
    1480/81 JurFris. II 42
  • der schulthes ... sal die freien güttere ... erstlich von den verkeuffern ... mit seiner handt ausz iren henden uffgesagt nemen
    1495 ErfurtFreizins 322
  • mag es ... mit sein eins handt wenden vnd keren wohin er will
    15. Jh. (Hs.) BambStR. 88
  • wan derselb verendert wiert oder von ainer hanndt in die anndern khombt
    1575 MBoica 22 S. 702
  • wenn ein hoff oder gůt zů erblechen verlichen, so wirt derselb ... von einer hand in die andern dem geblüt nach geerpt
    16. Jh. AnzSchweizG.2 10 (1906/09) 459
  • so er es ... wiederumb verkauffen oder sonst von synen handen lassen würde
    BernGS. 1615 Bl. 31
  • die lehengüter können vnuerbest der herrn aůss einer handt in die ander kommen
    oJ. Hunsrück/GrW. II 201
  • us mynre hant in ir hant 
    oJ. SchweizId. II 1383
A VII 1 b insbesondere bei Verleihung
  • der künec harte gerne ez tet, er lechz ir mit der zeswen hant 
    1180 HeinrGlichezare V. 2127
  • dem iungen marchgrafen von M. ze leihen die lant Duringen, Missen ..., die von uns ... ze lehen geen, mit der hant 
    1322 Böhmer-Ficker 490
  • soll ain keller die empter lihen von sjner handt 
    1330 Schaffhausen/GrW. I 298
  • daz wir alle vnsere manlehen hant verluhen ... mit disem gegenwertigen briefe von der hant vnuerscheidenlich zů rehtene manlehen
    1338 RappoltsteinUB. I 373
  • der rath ... sal die bestellunge thun und die [Messe] von hant lihen
    1415 JenaUB. II 32
  • allen ... lehen, so das closter von alterhaͤr von hand uf die iarzal hinlycht
    1514 JbGraubünden 40 (1910) 17
  • unter denen afterlehenßherrn soll nicht ein ieder fueg haben die afterlehen von der hand zu verleihen
    1599 NÖLREntw. V 24
  • M. verlyhe ihme ... die ... affter-lehenschafft ... mit diesem beding, daß er solche wider von der hand verleyhen solle
    1747 Hoheneck II 122
  • tlant dat hi hilt van mire hant (uit mijne hant in leen ontving)
    oJ. MnlWB. III 88
A VII 1 c von Hand zu Hand unmittelbar von einem Inhaber, Besitzer zum andern
  • ez mag also geschehen, daz ein lehen gelihen ist von einem man zem andern, unde von hant ze hant 
    1275/87 Schwsp.(R.) Lehnr. 55 § 3
  • wi eman guͤt von hant ze hant leihet
    1300 Schwsp. Lehnr. Var./Schw sp. Var./WSB. 79 (1875) 106
  • wenn die sache sogleich dem andern unentgeltlich übergeben wird, eine schenkung von hand zu hand 
    1830 BernCGB.
  • were es, der das sein hingeben will, der soll das strackhs von hannd zu hannd thun
    oJ. Fischer,Erbf. II 202
A VII 2 Mitwirkung, Wille, Zustimmung
  • das wir den weingarten heten hern R. ze chaufen gegeben und hetten in im auf gegeben ir und unsrew chind mit perchmaisters hand 
    1287 SPöltenUB. I 166
  • kam fro K. ... fuͥr uͥns unt mit ir vogetes hand ... gab si ir eigen gůt
    1299 ZürichUB. VII 97
  • was für handgiffte oder vertigung beschicht vmb gotzhus gůt one eins propsts meyers oder kellers hand, daz hatt kein krafft
    1303? Luzern/GrW. I 167
  • den selben zehent aufgegeben für rechtes lehen mit unsers herren hannt 
    1318 MBoica XI 387
  • geet iener ... dar und setzet einem andern seinen leip oder sein guot mit des rihtaeris hant 
    1318 MünchenStR.(Auer) 287
  • do ich ... mit meines purkherrn hand ... verchauft han mein haus
    1319 SPöltenUB. I 246
  • aigen mit salmans hant, lehen mit lehen herren hant 
    1347 Rockinger
  • sölt derselb ... den ... lay zehenden mit siner und sins vogtes handen an des gerichtes stab uffgeben
    1393 ToggenburgArch. 1
  • man sol ainer frawen ir morgengab machen, daz lechen mit der herren hant, daz aigen mit der erben hant 
    14. Jh. SteirLl. Art. 199
  • han in dieselben weingarten mit dez perkmaister hant aufgeben
    1418 MittKrain 14 (1901) 46
  • dat ymant eenich thijnsguet off pachtguet koept, ende die handt van den oversten thijnsheere off pachtheere niet en heeft, soo en is hy in dit voirgh. guet niet gevesticht noch daermede bewaert
    Anfang 16. Jh. NijmegenStR. 438
A VII 3 in formelhaften Ausdrücken

-- Hand und Wille 
  • daz der köf ist beschehen mit unserre hant und mit unserme gůten willen
    1284 WirtUB. VIII 486
  • mit meiner wirtin ... und unser beide kint hant und willen
    1293 FRBern. III 570
  • dis hant die kint und ir můter alles getan mit dem gůten willen und mit der hant Wernhers ... ir rechten vogtes
    1304 BadenArgUrk. I 1 (nr. 2)
  • dehein gut versetzen noch verköffen noch in deheiner weg verendern one des hofes hant und willen
    1585 Elsass/GrW. IV 234
--
Hand und Gunst 
  • [daß] alle wandlunge, endrunge und vertigung mit unser gunst und hant ... beschehen sullent
    1360 Kurz,Rud. 350
  • sol dew handlung und wandlung albeg geschehen mit irr hannt und gunst
    1371 OÖUB. VII 531
-- Hand, Gunst und Wille 
  • daz wir mit unser erben gutem willen und gunst und mit gesamter hant ... und mit unsers perchherren hant ... gesazt haben Swerzeln dem juden ... unsers rehten perchrechtes ainen weingarten
    1303 OÖUB. V 595
  • daz ... graf U.v.S. ... und graf H. sin sune mit unsre hende, mit unsme gunst und willen G., die burg, ... graven Hainrich ... ze rehtem widergemaechte gesetzet hant
    1316 Ulm/Böhmer-Ficker 470
  • daz ich gibe und han gegeben mit gunst unde willen und och hant mines herren ... daz núwe gůt ze L.
    1316 FürstenbUB. II 54
  • daz wir ... mit hant, mit willen und mit gehellunge hern Uolriches ... hein verköft ... allú unserú gůter
    1320 FRBern. V 156
  • haben wir ... mit hand, gunst und gutem willen ... unsers gemahels und rechten vogtes ... uns verczigen ... aller der herscheften
    1362 OÖUB. VIII 59
  • daz wir mit unsers vetern ... unde mit unserre můter ... hant, gunst, willen und gehelle, mit gesamenater hant haben verkůfet
    oJ. FürstenbUB. I 339
A VIII die nehmende Hand

A VIII 1 die Sachen nimmt

A VIII 1 a Hand des Empfängers selbst

A VIII 1 a α allgemein
  • so nimt R. min erbe gar ze siner hant 
    um 1233? Stricker,Karl V. 2057
  • ir morgengâb ûf geben mit ir hant in des hant, dem si se git
    1275/87 Schwsp.(R.) LR. Art. 19 § 3
  • [sie] habent vfgegeben ... in unser hant einen hof ze P.
    1294 MBoica XVIII 15
  • vfgeben den meigerhoff in des probstes hand 
    1338 Zürich/GrW. I 6
  • dit vorkofte gut vpgeuen tu des closters hant 
    1339 MecklUB. IX 173
  • hebbet vortyghen des hoves ... in hande der ebbedissen
    1343 ClarenbergUB. 32
  • waz gůtes ... in ir hant erstirbet
    1354 WürtVjh.2 5 (1896) 364
  • das wir im unde zcuͤ sinder hant den ediln Albrechte burcgraven von Nurinberg sinen vettern unde lantgraven H. von L. die muncze und die urbar zcuͤ F. halb ingesaczt habin
    1358 FreibergUB. II 13
  • das dorf ... yn unsere hende uffgelassen
    1371 Wutke,SchlesBergb. I 58
  • dieselben gute in sine hende uffgelassen
    1373 BürgelUB. 289
  • 1392 FreibDiözArch. 3 (1868) 77
  • [das Dorf] in unsere hende ... geeygent unde gegeben
    1392 FreibergUB. I 417
  • in yr hant ... gesat ind erlaissen
    1404 SGereonUB. 528
  • die ... herrschaft ... ze unsern handen zebringen
    1452 Herrgott,MAustr. IV 2 S. 119
  • sendegut ... seynen frunden czu der hand senden
    1455 DanzigWillk.(Simson) 42
  • 1475 EmdenBrüchteReg. 43
  • 1478 Indersdorf II 44 (nr. 1112)
  • de penen in des overmans ... hanth ... betalen
    1489 OstfriesUB. II 294
  • in der gemeind hende ... veruallen vmb lip vnd gůt
    15. Jh. BernStR. I 49
  • dasselbig gut zu sein handen pracht
    1512 Bruchsal 926
  • die herschafft ... zu vnsern handen zu bringen
    1512 HoyerUB. I 390
  • tausent gulden zu unseren handen ... raichen
    1565 BairFreibf. 185
  • dem gläubiger ... den dritten pfennig ... in die hände gethan
    1583 WursterLR. 73
  • zoo bringt dit leen in mijne handen 
    16. Jh. CoutBourgBruges III 154
  • zweyen marck silbers zu unseren handen ... zubezahlen
    1616 WaadtStat. Priv.
  • [einen Betrag] an guten ... reichsdahlern in specie zu meinen handen entfangen
    1656 HelgolGerProt. 72
  • Richthofen,WB. 824
A VIII 1 a β insbesondere die Handgeld nimmt
  • es soll den reutern nach geschehener musterung auf die hand ein gantzer monat sold gegeben werden
    1570 Lünig,CJMilit. 59
  • etliche personen bestelt und denselbigen einen daler auf die hand geben mit dem geding, dass sie volgenden tægs mit ime zu schiff gehen solten
    1570 MittStArchKöln 17 (1889) 111
  • was eine jede parthey ihrem procuratori pro arrha und auf die hand geben
    1577/83 LünebRef. 648
  • verlierung des auf die hand gegebenen geldes
    1743 RevalStR. I 398
A VIII 1 b die Hand dessen, für den empfangen wird
  • der ime zů sînen handen / hête daz lant gewunnen
    1120/30 Exod.(Papp) V. 57
  • hât iz aber die man zu der vrowen hant untpfangen
    1224/25 Ssp.(Eckh.) Lehnr. 75 § 1
  • dat her L. de vogedye entfangen hebbe to des godeshuses hant 
    1306 GoslarUB. III 111
  • we ... hebbet vorsat hern Clawese unde Hanse van der Helle unde eren erven, unde to erer hant Hanse van Ghettelde ... ver ledighe hove
    1351 StötterlgbUB. 90
  • ensal keyn wirt synem gaste zcu der hant koufen busen markttagen
    1385 KönigsbergWillk. 22
  • twe besunder vorstender vnd boden vthe vnseme rade senden ..., de vulle macht hebben to vnser vnd vnser borger hand dat sulue dorp ... to lehne entfangende
    1388 CDBrandenb. I 1 S. 33
  • B.L. ... led vp de moͤlen ... dem abbede to B. to sines stichtes hand 
    1389 MarienrodeUB. 368
  • daz er iz einem manne geligen habe zo einen andern mannis hant 
    14. Jh. GörlitzLehnR. 30 § 21
  • als ... min gnediger herr appt ... die ... frigen gricht vnder Thürlinden zuo dess gotzhus handen kouft
    1458 Thurgau/GrW. I 259
  • das alles ze lihen Růdolfen ... zů Margreten ..., siner husfroͤwen handen und als ainem trager in irem namen
    1458 SGallenOffn. II 125
  • wir haben gliihen Hansen Sch. ... zu sein vnd ... seines vatters handen ain guetlin
    15. Jh. FreibDiözArch. 25 (1896) 310
  • so hat die vogty erst jetz unser ... herr ... zu des gotzhus handen erlößt
    1525 SGallenOffn. I 22
  • begauede ... den hof ... hern B.R. dem alden zu der minneren bruder hant 
    oJ. HalleSchB. I 68
A VIII 2
die Menschen nimmt

A VIII 2 a die einen Gefangenen übernimmt oder für die ein solcher übernommen wird
  • die gefangen, die wir off die hant genomen hetten
    1402 CDPruss. VI 129
  • werdet er sich entsynnen mit uch heruß zcu gehen adder in unsir hende geben
    1475 FreibergUB. I 389
  • ist der richter do und wartet sein, so nimbt er den [Dieb] zu seinen hantn 
    1489 NÖsterr./ÖW. VIII 180
  • den selben mitsampt den, die darzu geholffen hetten ... söllen zu vnsern handen ... genomen vnd gestrafft werden
    1499 TirolHGO. 137
  • wer ... einen ... zů der stat handen brehte
    15. Jh. StraßbZftO. 370
  • soll in er perkrichter zu seinen hannden nemen und straffen
    1517 MaxBO. Art. 255
A VIII 2 b die jemanden ausgeliefert, preisgegeben erhält
  • þonne sceal se ðe hine ah weorpan hine to honda hlaforde and mægum
    7. Jh. Liebermann,AgsG. 120
  • der Geir gab dem schuester das kind an die hand und empfalch im, dass ers solt töten
    15. Jh. AugsbChr. II 71
  • ich wil geben in uiver hant mich unde min lant
    oJ. Hartm.,Erec. V. 6405
A VIII 2 c
  • das syne [des Toten] gfründten die kind zu iren handen ze nemmen [in ihr Haus zur Erziehung] pflichtig sygen
    1587 ZürichOffn. I 3
A VIII 3 die den Treuschwur oder ein Gelöbnis empfängt
  • slaga sceal his forsprecan on hand syllan, and se forspreca magum, þæt se slaga wille betan wið mægðe
    10. Jh. Liebermann,AgsG. 189
  • daz lobe ich gerne, und lobete ez an ir hant 
    Mitte 13. Jh. Kudrun 30
  • der ich da lobt e in ir hant 
    1255 Ulr.v.Liechtenst. II 155 (1381, 6)
  • ditz alles hat die selbe frawe ... an unser hand gelopt
    1348 MWirzib. V 357
  • en huldigen vnd irem vadere to irer hant 
    1357 MecklUB. XIV 174 nr. 8372
  • dat sye nyemande hůldigen sůlen ... dan eynem manerven edir unsin reghten erven in eyne hand 
    1366 LippstadtStR. 17
  • dem schultheiß in druwin in sin hand gelobit
    1368 FrankfOHof 533
  • desse stuecke love we dessem J.S. unde sinen erven ... to erer hant 
    1370 LünebUB. II 3
  • man gap im da daz beste lant/ ez hete balde gesworen/ dem edelen fürsten in die hant/ von adel hoch geboren
    14. Jh. Ernst S. 212
  • daz wir eyne rechte erbhulde intruwen an die hende gelobit
    1403 DresdUB. 109
  • friden, den er unserm stettemeister in sine hand gelobte
    1412 SchlettstStR. 626
  • das musten sie om yn truwen do reden unde an die hant gelouben
    vor 1440 Rothe,DürChr. 295
  • geloefft, gesworen ende gesekert an des burghemeysters hant, mit opgerechten vingheren ende gestaeffs eeds
    1447 Fruin,Dordrecht I 285
  • zu der hand ires sones huldung tun
    1459 SchlesLehnsUrk. I 449
  • welher dem richter an den stab oder hand gelobt
    1486 GörzBO./ZBergr. 48 (1907) 518
  • mime hern dem abt an die hand getast, truwe ind holt zo sin
    1511 SPantaleonUrb. 356
  • an min hand gelopt und versprochen
    1537 SGallenOffn. II 198
  • wann er solches ainem burgermaister in sein hanndt anlobt
    TirolPolO. 1573 Bl. 27
  • schweren unsere landvögt in die händ jhrer gleitsherren
    1616 WaadtStat. 8
  • mag er mit seiner glübd in des amtmans hand oder an den gerichtsstab bestand, caution und sicherhait thun
    oJ. Wolff,GerichtsverfHochstAugsb. 333
-- übertragen auf juristische Personen
  • gelovet unde vorsekert to der stede hand 
    1400 BremUB. IV 332
  • dyt love wy to der stede hant, truweliken to holende
    1400 OstfriesUB. I 155
A VIII 4 die Aufgaben, Verpflichtungen übernimmt
  • Hans B. und sine erven [haben] de vormundescap des hospitals gegheven an de hende unde gotliken upghelaten deme erbaren manne proveste D.
    1336 GöttingenUB. I 122
  • lewte, die ire sachen, die sie zcusampne in schelunge haben an beyden teylen vier erbaren vnde czugwirdigen mannen in die hant geben mechtig uzcusprechen vnde zcu entscheiden
    15. Jh. DanzigWillk.(Simson) 27
A IX die (für sich oder einen andern) haltende, besitzende, mächtige Hand

A IX 1 allgemein (aus verschiedenen Rechtsgründen)
  • ða hont þe þæt ierfe hafað
    7. Jh. Liebermann,AgsG. 112
  • dâ mit hât er die gewer in siner hant und enmac daz guot niht verliesen mit rehte
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 25
  • wo erbe irstirbit an kindir unde blibit in derselbin hant 
    um 1300 FreibergStR. V § 37
  • dat we vorde wunen, dat scolde der herren half wesen unde unse half unde scolden dat holden to des stichtes hant 
    1310 BremUB. II 109
  • nimt he ... kelke, missebuke oder gherewant to pande, dat ne schal he in sinen weren nicht beholden, mer emme kerstenen manne deme he wol truwe, schal he dat beholden laten to siner hant 
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStat. 100
  • daz wir die selben vesti uss unseren handen niemer gelassen noch gefügen súllint
    1362 FürstenbUB. II 247
  • wurt das [Pfand] nit also in aht dagen gelöset, so behalt der, so die gekoufft hat, die zu sinen handen 
    1473 SchlettstStR. 363
  • [wir haben dem] abt vergonnet ..., die ... lehen, selden ... bey seinen hannden zu behalten
    1475 MBoica XVI 60
  • all brief, die sie hand umb ir guet, die ir stat zugehörent, die hetten sie den von A. zu behalten gegeben in treumans hant und in schirmsweis
    15. Jh. AugsbChr. II 220
  • das er die puerch vast auss seiner hant nicht geb
    oJ. RegensbFriedg. 87
A IX 2 die obrigkeitliche Hand
  • ðe hy under cynge hand ofer hæfdon [für] quam sub manu regis superhabebant
    991 Liebermann,AgsG. 220
  • sines herren hant 
    1290 MGConst. III 559
  • di lantstrose ist bevredit mit dem vrede des herren des landes, und were do offe imande icht unrechtis tut, der hot des landes herren vrede gebrochin, das heisen di polen des herren hant 
    vor 1320 ÄltpolnRdm. 13
  • vor 1320 ÄltpolnRdm. 14
  • in ains fürsten hannt 
    1328 Ruprecht(Claußen) 214
  • von unserr cheyserlichen hant 
    1330 MGConst. VI 1 S. 678
  • des pabstis hant 
    1340 Nikol. v. Jeroschin V. 26246
  • in der heren hant 
    1344 SGereonUB. 376
  • an 'srichters hant 
    1358 NrhAnn. 75 (1903) 40
  • in des rades hant 
    1360 BremGQ.(L.) 127
  • den sal man twingen mit des keisers hant 
    1372 (Hs.) KlKaiserr. I 27
  • zu des herren handen 
    1376 PettauStR. Art. 150
  • daz seu der herren hant nicht bedurffen
    14. Jh. SteirLl. Art. 95
  • sal yn der richter mit der hant dar uzwysen und den cleger in dy gewer bringen
    1404 RudolstadtStR. 216
  • he sal den mysdeder leveren in des rechtes handt 
    1465 OstfriesUB. I 719
  • de hande unde were der eddelen gravynnen
    1481 OstfriesUB. II 140
  • als das dire zyte, als einem herren da, inn vnsern hannden stat
    1483 Zürich/GrW. I 70
  • zu kay. mt. handen gestellt
    1510 Mainz/UrkSchwäbBund. II 40
  • haben sie jnen jn hertzog Jeorgen hand bestrickt
    1513 GörlitzRatsAnn. I/II 224
  • in der beider kurfürsten hand 
    1550 Hessen/Druffel-Brandi I 347
  • in des ertz-bischoffen ... zu Mayntz handen 
    1559 Moser,KreisAbsch. I 128
  • den weisen die hovesleute in des hern handt 
    1571 Steinen,WestfGesch. IV 655
  • hierinnen meiner herren hand in alweg vnbeschlossen
    1582 RheinfeldenStR.(SchweizRQ.) 335
  • yn der herren handt 
    1599 Detlefsen,Elbmarschen I 358
  • te verleenen heerlicke handt [französische Übersetzung main du seigneur]
    1663 CoutFrancBruges III 163
  • richterliche hand 
    1787 BernStR. VI 2 S. 804
  • vor gerichts handen 
    oJ. Jelinek 344
  • datse ioe bischyrmden fan des nordscha koninghes handen 
    oJ. Richth. 430
A IX 3
insbesondere die den Stab als Hoheitszeichen führt
  • wann ez were, daß unßers herren von Mentz schulteß nit an dem gericht were ... solte er eins apts schulteßen den stab in die hant geben, der sal dann freger und gebietter sin
    1395 Amorbach 220
  • mag er dem herren oder sim vogt ... dem amman den steken vss sir hand nemen vnd mag richtten vmb den fraeffel
    14. Jh. Thurgau/GrW. I 241
  • da ich ze gericht sazz ... an der schrann vnd den stab in der hand het
    1404 Indersdorf I 157 (nr. 402)
  • da ... H. ... zw gericht saz vnd den stab uon gerichts wegen in der hand het
    1415 Indersdorf I 175 (nr. 447)
  • was der richter von busze vorgibt adir losz leszt, die [!] er den stab in der hand had, die sallen von unserem gotis huse losz sien
    1445 MansfeldKlUB. 658
  • das der richter, der den stab in der hand hab, offnen soͤll was im wissend sig
    1466 HStArchStuttgart
  • so der richter in gerichte sich nidergesetzt und den richterstap in der handt hat
    1466 Wertheim 36
  • da ich ... an offen landtrechten sass vnd den stab in der hant het zůrichten
    1469 Indersdorf I 393 (nr. 983)
  • als er [der Richter] sas an offner schrann und den stab von gerichtswegen in der hannd hett
    1475 MittSalzbLk. 15, 2 (1875) 113
  • sol sy [die Äbtissin] den stab hinwerffen, vnnd sol dannethin miner herren von Zürich vogt, der dann ze R. zuogericht sitzet, den stab zuo sinen hannden nemen, da richten
    1503 Zürich/GrW. IV 305
  • GrRA.4 II 372
A IX 4 die schützende Hand
  • sint die ritter genant, die mit dem swerte und mit der hant schirmen laijen und pfaffen
    vor 1358 Otto der Raspe 198
  • daz herczoch W. ... dy handt von dannen an uns lies werbin, das her sichir czu uns mochte komen, dy handt gobe wir ym, daz her czu uns quam
    1384 CDPruss. IV 22
  • sa scellath hia inna tha honde, ther hire erfnoma scellath wesa
    oJ. Richth. 196
  • dann ich bey solchen trauen unnd glauben in dess bundss hand unnschuldig nidergeworffen worden
    oJ. SchwäbWB. III 1106
  • Richthofen,WB. 824
A IX 5 bewaffnet
  • is zotan gut czu Dantzik komen, das in der zelben wiis den zeerouberen sy werender hand abgewunnen
    1395 HanseRez. IV 287
  • solch gericht soll ein jeder nachbar besuchen mit wehrhafftiger hand 
    1512 Salzschlirf 65
  • die von Bamberg haben ... die stett und pauerschaft ... zue ine gein B. mit werender hant durch ir schreiben (erfordert)
    1525 BambChr. II 241
  • daß gedachte executionsprocess anderst nicht als mit gewaffneter hand fürgenommen ... werden könten
    1625 CJBohem. V 2 S. 271
  • so quam grave Lodewijc strijdender hant binnen Bruessel
    oJ. MnlWB. III 89
A IX 6 Hand des Geistlichen (bei der Eheschließung)
  • [er] "verspricht im Namen des Allmächtigen seinem Töchterlein Marie zum Sakrament der heiligen Ehe bis auf priesters hand ... als rechtes Heirathgut 800 fl. rh. Müntz"
    1538 Peetz,VwStud. 64
  • daß die persohnen, die sich verehligen wollen, durch des priesters hand ... in beyseyn christ-glaͤubiger leute sollen zusammen gegeben werden
    1717 Blüting,Gl. I 108
A X gebrochene Hand durch Tod beendete Ehe beziehungsweise überlebender Ehegatte (nach Auflösung der gesamten Hand)
  • wie das sie hebe gehatten einen liplichen vatter, der si abegegangen und si die hant gebrochen
    1449 Loersch,Ingelh. 279
  • darinn vorbehalten alles das, das vor uszgangk diszs erbfaals in gebrochenen henden stände
    1482 ZGO.2 3 (1888) 141
  • sollen sie wisen vor sentgelt oder gemeine weyd zweyn elichen luthen ein d., ein gebrochen hand ein halbenpfennig und ein handwerksmann zwen pfennige
    1484 Koeniger,SendQ. 304
  • nach absterben der eelichen gemahel eines sind des abgegangenen zugebracht heiratgüter ... den kindern dermassen verfangen, das das lebend gemahel, als man saget in gebrochener hant, nicht macht hat ...
    1499 WormsRef. V 5, 1, 11
  • nach gebrochener hand und in zeit der verfangenschafft abgelöset
    1526 LandauErbr. 874
  • in dem fall, do die eltern dieser unserer ordnung nach von wegen der verbrechung der handt den zweitheil verwirken
    1528 FrkLGO. 1619 III 32 § 13
  • so zwůschen zweien eleuten eine geprochene hand würde und das abgestorben dem lebendigen kinder verlasse
    1529 Mergentheim 160
  • wenn ein gebrochenn hannd sich verenndert zu eim andern, das mag dem andern wol ein morgengab machen
    1552 Reyscher,Stat. 539
  • ist ein leser vorhanden, so richt es eins mit dem andern aus, wo es ein gebrochen handt ist, so ist ein iglicher erb schuldig
    1568 GrW. IV 528
  • so der eltern eins nach absterben seines ehegenoß seinen wittibstandt verrucket, ist dasselbig ehegenoß ... seinen kindern den zweitentheil aller irer haab und güter ... verfallen und nach gebrochener handt ihnen denselben zu geben schuldig
    FrkLGO. 1618 III 31 § 3
  • was nach der gebrochen handt daran bezallt wirt, dasselb ist nit verfangen
    oJ. Fischer,Erbf. II 161
  • zur zeit ihr vatter oder mutter die hand verbrochen und sich wieder verheirathet [haben]
    oJ. FrkLGO. 1619 III 77 § 4
A XI
die gelobende, versprechende Hand

A XI 1 allgemein
  • die sune, die her deme hern von H. swur unde in truwe globete mit der hant unde mit sinen offen briven
    nach 1273 ArnstadtUB. 19
  • heft greue Johan von H. jeneghen Dithmerschen gyth ghelouet mitler hant eder vorbreuet
    1345 DithmUB. 27
  • daz si keinen kouf mit der hant dar slahen noch bestaeten
    14. Jh. MeranStR. 426
  • haben ... dy hende zcu samene gegeben das stete zu halden
    1400 ZWestpreuß. 4 (1881) 13
  • es soll kein hoffjünger für den herren noch vogt weder hafft noch pfandt syn, er hab denn daß insonderheit by syner hand für in versprochen
    1403 Schauberg,Z. 2 (1847) 72
  • H. unnd M. habin gelobit mit gelobter hand 
    1438 PosenStB. I 326
  • deß ... dy ... parteye zcu warczeychin eyner fruntlichin sune ir hende inenander gegebin habin
    1465 HMeißenUB. III 163
  • da spricht Th.K.: behalts gar, vnd wo ich zurnechst zu dir komm, so sollst du sterben oder ich, das hastu meine handt 
    1516 MittOsterland 2 (1845/48) 309
  • wes ich mit worten bericht bin und mit der hand gelobet habe, das schwere ich stet und vest zu halten
    1534 FrankenhausenStR. 495
  • daz sie unserm statthalter ... mit dargebotner hant angelübdt ... haben
    16. Jh. NÖLehntraktat Tit. 134
A XI 2 insbesondere Hand in Hand 
  • in gůden truwen hant in hant globet unde ... gesworn
    1386 DOrdHessenUB. III nr. 1206
  • alle diese redde ... han wir ... deme H. ... liplichin hant yn hand entruwin globet
    1398 Eberstein2 II 5
  • das hait H. mit handt in handt deme iunchern van J. in truwen an eydestad geredt und gelobt
    1430 FritzlarRQ. 601
  • GrRA.4 II 549
-- bei der Eheschließung
A XI 3 bei Lehnshuldigungen
  • Eticho oder Welp was so vri vorste, dat he nê nemanne noch deme keisere umbe ienoch len ie sine hande geve
    13. Jh. SächsWChr. Anh. IV 274
  • we he ... wille herre wesen, de en knecht geboren is; mine hande ne mach ic ime nimmer geven
    oJ. SächsWChr. Anh. I 261
A XI 4 beim Friedensgelöbnis
  • wat porter den anderen vrede selver metter hant geeft ende dien vrede brickt
    14. Jh. CartSTrond II 1
  • wie eenen vrede voer scepenen ghegheven heeft mitter hand 
    1401 Fruin,Dordrecht I 3
  • slaet een anderen over een hantvrede, die hy selve mitter hant ghegeven heeft
    1410 BrielRb. 204
  • salmen hem vrede beden, nochtans sal hy vast ende stade blyven, of hy vrylike metter handt gegeven ware
    wohl 15. Jh. StaverenStR. 196
  • wan ... der stattfriden ... geheuschen oder gebotten, soll der gehalten werden als wer der mit der handt geben oder genomen
    1539 BaselRQ. I 1 S. 340
  • wellicher zum andern mal frid bricht, dem er von syner hand frid gën hat, der soll zwênfachi buess gën
    1547 SchweizId. II 1386
  • ob einer mit der hand fridt gibt
    1714 OÖsterr./ÖW. XII 269
A XI 5 beim Verlöbnis
  • das ich ain eeliche hußfrawen ... die hailigen ee verhaissen und bi der hand dargeschlagen hab
    1511 RadolfzellHGO. 167
A XII die schwörende Hand

A XII 1 allgemein
  • zem eide bôt Kriemhilt die hant 
    um 1200 Nibelungennot 860
  • dat he, eder sine elderen mit der hant dar tu rechte gesworen hebben
    nach 1325 SspLR. Glosse zu III 26 § 2
  • welher ... ainen aidt schwert vnnd ob er die hanndt ... nider hebt, der ist nichts darumb schuldig
    1332 Neuburg aD.StR. 251
  • sines heilis er vorgaz unde des eides, den ê maz sîn hant und auch sin zunge
    1340 Nikol. v. Jeroschin V. 7001
  • en mach niemen poorter sijn, he en worde poerter mette hant 
    1365 CoutDiv. 322
  • [er] verschwůr sy zů dem zechenden male liplich zů got vnd den heilgen mit vfgeleiten henden vnd gelerten worten
    1408 LaufenburgStR. 299
  • in orkonde deser eendrachticheit ende utsprekinge ende de, weert noet, mitter hant te vervolghene soe hebbe wij ... onser stadseghel ... an desen breeff ghehangen
    1426 OstfriesUB. I 302 [hierher?]
  • sin hand sol nieman schaden an der zal der hend 
    1469 Sankt Gallen/GrW. I 202
  • mit vferhabnen handen vnd gelerten worten gesworen
    1475 MurtenStR. 262
  • den eydt mit der handt staben und sweren
    1508 Elsass/GrW. IV 168
  • wan ein neuer lehenman sein aid leistet, sall er erstlich seinen gurdel abbinden und noch geleistem aid soll er seine hend weschen, den gurdel wider umbbinden
    1639 RhW. II 1 S. 77
  • der eine schiebet dem andern zu des eydes hand 
    1717 Blüting,Gl. III 53
A XII 2 mit Erklärung des Sinns des Eides
  • ein yegklich mensch, der ein eid well schweren, der soll vfheben dry finger; by dem ersten ist der dümin; da by ist zů verstan got der vatter; by dem andren got der sun vnd by dem dritten gott der heilig geist; die andren zwen lesten finger in der hand neigent vndersich, der ein betütted die kostlich sel, als sy geboren ist vnder der menscheit, vnd der fuͥnfft klein finger bedütted den lib, als der lib klein zů schaͤtzen gegen der sel; vnd by der gantzen hand wirdt bedütted ein gott vnd ein schöpffer
    1500 LaufenburgStR. 341
A XII 3 unter Nennung des berührten Gegenstandes beziehungsweise mit Beschreibung der Schwurgebärde
  • skel hi tha hand uppa tha helega lidza and thi asega skel him thine eth stawia, thet him god also helpe and tha helega
    2. Hälfte 11. Jh. (Hs. 15./16. Jh.) WestfriesSchulzenr. 22
  • ein apgot Apolle ... dar ûf leite er sîne hant ... unt swuor
    um 1233? Stricker,Karl V. 2872
  • dat een man sijn hant leghet op die heylighen sonder oerlof
    1289 HollandOrkB. Suppl. 218
  • die sall eine spaede vor hem steckende inden dyck, die eine krucke heeft, ende leggen syne handt daerop ende sweeren dan ten hilligen
    1308 Pufendorf IV app. 415
  • iclich rad bysundern sal dy hende uff dy heilgen lege
    1381 WeimarStB. 267
  • bey den ayden, die wier darumb geschworen haben ... mit angerierten handen auf das heilig evangeli
    1391 Pez,Cod. III 90
  • hir bot se vor or recht to donde, dat er dat unwitlick were unde lede ere hande uppe de burst
    1436 BremLGProt. 30
  • de jodde schal leggen de hand oppe Moyses bok
    1443 OsterwieckStB. 26
  • hevet dey P. er hant gelacht op er borst ... unde gesworen to gode
    1536 KielVarb. 92
  • ere hant up de borst leggen vor eren borliken richter ... unde sweren
    1560 HolstVierstUrt. 274
  • med ores enes hand uppe'n hilligen
    oJ. RichtstLehnr. 25 § 4
A XII 4
unter Hervorhebung der (rechten) Schwurhand: gerechte, rechte, vordere Hand 
  • so ach hi up to nimane mith siner winnistra hand sine winstra gara and haldane up; so skel hi fan siner furdera hand twer fingeran ther up lidzia and suara thanne
    2. Hälfte 11. Jh. (Hs. 15./16. Jh.) WestfriesSchulzenr. 36
  • behalden mit siner vorderen hant 
    1300 DortmStat. 139
  • sal der vinder treten uf syne hengebang und sal czwene vingere legen uf syn houpt unde sal swern, das daz syne rechte funtgrube sy: also gebruche ich mynes houptes und myner vorderen hant, das mir got so helfe
    Anf. 14. Jh. FreibergBR. 270
  • die sol [beim Schwur] ... ir gerechtiu hant auf ir prust legen
    BairLR.(Schlosser/Schwab) Art. 134
  • niembt ihme der procurator die rechte hant und leget ihme zweene finger aufs creutze: und fraget: habe ich ihm aufgeholffen wie recht ist?
    16. Jh. BreslStR. 77
A XII 5 beide Hände sind während der Eidesleistung beteiligt
  • kummert man phert adir ander fihe vor dupstal ... sal der cleger ... mit siner lincken hant dem pherde griffen an sin rechte ore und sal die rechte hand uff die heilige legen und sal sweren, daz daz pherd sin gewest sie
    1444 MainzKämmW. 184
  • he schal gahn dem perde an die vordern halve und schal sinen lüchtern voet setten up des perdes vordervoet u. schal aver dat pert tasten u. nemen mit der lüchtern hant dat pert bi dem lüchtern ore u. leggen de vordern hant up de hilligen u. sweren, dat it pert sin were
    oJ. Lüneburg/GrRA.4 II 127
  • he trett met dem rechtern vote up den luchtern des vehes u. lecht em twei finger ut der rechtern hant up dat hövet, sweret, it si sin
    oJ. Rügen/GrRA.4 II 127
A XII 6 mit seiner einen (oder selben) hand ohne Eidhelfer
  • swar so lude to samene sin, vnde wert en man gewvndit met ener wvnde, vnde wil he mer lude dhar to bespreken dan dhen sakewalden, se mogenis bat entgan mit ires enen hant dan it iene oppe se bringen moge
    1227 BrschwStR. § 7
  • daz der man dar ge vnd berede mit sin eines hant, daz im sin sin ... seite daz er reht hete
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 23
  • swen men ane tuch an spreket de mach sic untseggen mit sines enes hant 
    1296 Nowgorod(Frensd.) II 23
  • den schaden mit sin einiges hant behaben
    1365 BaselUB. IV 295
  • er bewisete dis mit sines selbist hant alleine, daz er ane sine wissenschaft wegkomen sy
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 260
  • ist daz ein unversprochen man der daz geleite enphangen hât, der sol bereden mit sin eins hant, ist er des niht, so sol ers beziugen selbe dritte
    14. Jh. AugsbStR. Art. 1
  • kumpt de def vore, so entledeget he sik mit sines sulues hand allene, so scrift men in dat bok: talis incusatus pro furto juravit solus
    14. Jh. BrschwUB. I 29
  • do bot her unschult vor mit synes eyns hant 
    14. Jh. MagdebFr. I 4, 9
  • sic des untseggen up den hilghen mit sines enes hant, dat he nicht enwete, wo dat gůt in sine were si ghecomen
    14. Jh. Nowgorod(Frensd.) II 19
  • 14. Jh. StendalUrt. 102
  • ist, ... das er sich mit sein ains hant beret, ... schol man in uberwinden
    14. Jh. WienStRb. Art. 149
  • 1404 RudolstadtStR. 208
  • 1436 HofStR. 155
  • 1472 AlbrAchillesMerckB. 125
  • 1478 JenaUB. II 272
  • sek mit siner enighen hand entleddeghen
    15. Jh. GoslarUB. I 415
  • mit ires selbst eyns henden erhalden vnd vorrechten uff den heiligenn ..., das ...
    15. Jh. Wasserschleben,SuccO. 180
  • 1523 Amersfoort 127
  • se mach ere medegift beholden uppe den heilighen mit erer enes hant 
    oJ. Hach,LübR. 253
A XII 7 vergleiche frz.: on donne raison au plaignant, s'il produit une "main", c'est-à-dire un conjurateur Stallaert I 554
mit Nennung der Zahl der Eidhelfer
  • cliroc feowra sum hine clænsie his heafodgemacene and ane his hand on wiofode; oþre ætstandem, aþ abycgan
    7. Jh. Liebermann,AgsG. 13
  • dhat se betughen moghe sulf sevede hant mit mannen unde mit vrowen
    1303 BremStR. 33
  • suͤllent sechse ... ire hende legen auf des ersten arm und ... suͤllent sweren
    1312 MGConst. IV 1236
  • sol der dez daz guot gewesen ist berechten mit zwaien daz sein hant die dritt sei
    BairLR. 1346 Art. 37
  • mag er in erzúgen mit siben mannen, also das sin hant die sibende sie die darumb sweren zů den hailigen
    1371 VillingenStR. 30
  • doetdeel, lamethe of doir dade, dat sal men anladen myt der twalefder hand 
    1396 MGroning. III 481
  • mag diser ... war machen mit zwain erberen mannen, das sin hand die dritt si, das er im die gült schuldig ist
    14. Jh. LeutkirchStR. 66
  • he swere myt twelff handen, dat dat vür nicht van syner vorsümenisse sy gekomen
    um 1400 SchleswStR. 40
  • sol der tröwer sich entschuldigen vf den heiligen selbe sibenter hant [lateinisches Original: cum septima manu]
    1410 FreiburgÜÜbers. 48
  • off de egene man sin unschult vor de ticht doen wolde, myt wo vele handen he de doen solde: ... solff derde over de hilgen
    1418 WestfLR. 198
  • se winnen suvede boeven ... die cleger u. tuch sin und winnen so einen mit seven handen sin lif af, die nicht van der sake en weten
    15. Jh. InfSpecSax. 669
  • van dootslaegen ... salmen die ontschult of doen mit twalef handen 
    wohl 15. Jh. StaverenStR. 195
  • ontgaen myt siner sexter hand 
    oJ. Richth. 433
  • swera mith twilif hondon 
    oJ. Richth. 543
  • RegensbStat. 47
A XIII die verbrecherische, strafbare Hand

A XIII 1 allgemein
  • gif he heahre handa dyntes onfehð, scill' forgelde
    7. Jh. Liebermann,AgsG. 6
  • also hise mit sinre hand forslain hede
    2. Hälfte 11. Jh. (Hs. 15./16. Jh.) WestfriesSchulzenr. 15
  • daz sol er puezzen als ob er ez mit seiner hant getan hete
    um 1275 DspLR. Art. 102b
  • wer herrn W. ... freventlich beschuette mit wernter hand 
    1312 RegensbStat. 483
  • tůt der schiessend schaden, daz soll man richten als ob er das mit der hand tête
    1314 ZürichStB. I 4
  • welicher den friden mit der hand bricht
    1406 Argovia 4 (1864/65) 313
  • so sich zwen mit ungebessertere handt schlagen
    1477 KönigGültb. 41
  • dat de lenman in ... vrewentliken sinne hant sloge an sinen lenhern
    15. Jh. Bunge,Rbb. 178
  • eyn slach mjt ener apenen hant edder flaken hant 
    1528 FriesArch. I 311
  • so ein kind sinen vatter oder mutter gefluchet oder freffne hannd an sy glegt
    1539 BernStR. I 295
  • wer ainen schlecht mit offner hand 
    1570 Kärnten/ÖW. VI 432
  • wöllicher mit flacher hand schlecht, der ist fällig 5 ℔ ₰ und mit der faust ain phund phenning
    16. Jh. Steiermark/ÖW. VI 104
  • wenn en unverschämt wief enen framen mann mit worden schmähede ... de mag er mit gutem fuge ene brafe můhlschelle oder ohrfiege geven mit flacker hand 
    16. Jh. SchwerinStR. 282
  • als oft ainer den andern mit der faust schlegt, so ist er verfalen ain pfund pfen., schlegt er im aber mit ausgebraiter hand, so ist zu pueß verfalen fünf tl. ₰
    1651 Steiermark/ÖW. X 148
  • swer den andern mit haizzer hant angrifet, daz er slecht ald roufet
    oJ. RavensburgStR. 63
--
in Meineidsagen: meineidige Hand wird schwarz oder verdorrt
A XIII 2 insbesondere die bewaffnete Hand

A XIII 2 a überhaupt
  • ist daz swer mit gewaffenter hant in eines mannes havs lauffet vnd einen drin iaget oder einen drinne wundet oder sunst schadet, daz haizzet haimsuchunge
    um 1275 DspLR. Art. 102b
  • mit gewapenter hant ... mit gerukter were
    um 1300 FreibergStR. 28 § 3
  • wert en man anverdeget mit wapender hant 
    1353 OsterwieckStB. 5
  • der den andern louft fur sin hus frevelich mit gewopenter hant 
    nach 1358 Rb.n.Dist. II 3 Dist. 2
  • wer ainen bei der nacht in seinem haus uberläuft mit gewappenter hant, der ist vervallen leib und guet auf genad
    1380 Tirol/ÖW. V 28
  • wer den andern sleht mit gewaffenter hand und jn pluetruns und herdfellig machet
    14. Jh. Argovia 9 (1876) 4
  • mit geweffender hand 
    14. Jh. RheinfeldenStR.(SchweizRQ.) 475
  • 1408 KlingenStR. 194
  • mit waffender hand 
    1412 Bayern/GrW. III 629
  • 1419 GelnhausenGB. 19
  • 1424 Cleve/HomeyerFestgr. 30
  • ob jemand die hand bessert in argem willen
    1436 GrW. IV 543
  • mit bewaffneten handen 
    1522 RadolfzellHGO. 629
  • mit freuelh vnd werhaftiger handt ... eingefallen
    1525 MittOsterland 6 (1863/66) 488
  • 1562/77 LünebNGO. 392
  • mit gewerter handt 
    1597 PeineStat. 249
  • zoe ... een porter den anderen opliet gestreckder hant [französische Übersetzung: à main armée]
    16. Jh. CoutLooz III 294
  • 1600 ZürichOffn. I 45
  • 1627 BöhmLO. G 9
  • NÖLGO. 1656 II 84 § 6
  • mit gewapneter oder gefülter hand 
    1663 WürzbZ. I 1 S. 469
  • ob er in schiltet mit verpoten schaeltworten ..., wundet und haimsuochet mit gewaffenter hant 
    oJ. MünchenStR.(Auer) 280
  • eenen anderen te slaen sonder quetsen met eene gheswaerder handt 
    oJ. Stallaert I 555
  • Lauda 194
-- in Hochgerichtsweisung
  • soll man v.gn. herren von Wertheim ... rügen scheltwort, buderstreich vnd gewapnet hand 
    1448 Franken/GrW. III 574
A XIII 2 b besondere Erklärungen
  • sol man wizzen waz gewafentiu hant si: daz ist ein swaert, ein mezzer, ein acxes, ein spaer, ein helmbarte unde elliu geschoz
    1276 AugsbStR. Art. 49 § 1
  • nemmen daz gewefente hant, swaz er in die hant nimmet, da mitte er den andern verwundet
    1296 FRBern. III 636
  • verwegwarten mit gefüllter oder gewapneter hand, als mit steinen, bleikugeln, waffen, knittlen
    1663 WürzbZ. I 1 S. 473
A XIII 2 c die durch ihre Bewaffnung verdächtig wird
  • swer nach der dridden winclocken get mit werlicher hand, da von man argen wan haben mac
    1287 WormsUB. I 279
  • wer des nachtes gehet mit wapen oder mit gewapenter handt ... den wil man vfhalten vor einen vnrechten man
    1351 ErfurtZuchtbf. 119
  • eyn man wart begriffen auf fluechtigeme fues, vnd eyn plosses plutiges swert in seyner hant 
    vor 1360 IglauOberhof 96
  • das die kirchtäg weder von angesessnen, noch ledigen personen mit gewörter hannd noch sunst rottenweise ... besucht werden
    TirolLO. 1532 VII Tit. 11
  • das khainer mit wehrhaffter handt in den perg gehen soll vnd aůch niemanten darin beleidigen
    1564 NÖsterr./ÖW. VIII 334
  • welche ein gewaffnete hand macht, er brauche selbe oder nicht, ist es tag, so ist die straff 6 ℔ ₰, da es aber nach der nachtwache beschihet, 12 ℔ ₰
    1707 SchwäbWB. III 1101
A XIII 3 handhafte Tat
  • strasrawber vnd dewp hilft das nicht, daz sew sprechent, man hab in der hant nicht begriffen; das habent in piderlewt erbert mit not
    14. Jh. SteirLl. Art. 221
A XIV die Strafe an der Hand

A XIV 1 allgemein
  • sve den anderen lemet oder wundet, wirt he des beredet, man sleit ime de hant af
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. II 16 § 2
  • hat er der pfenning niht, so slahe man im abe die hant 
    1259 RegensbStat. 94
  • vmbe eine wunde so slehet man ap die hant 
    1261 BreslUB. 19
  • so welk man den anderen wundet mit eggewapene, deme schal men de hand affslan
    1270 HambStR. 49
  • mag er in vberzeugen mit siben mannen daz er sein triwe habe geprochen ... so sol man im die hant abe slahen
    um 1275 DspLR. Art. 89
  • als man im die hant abegesleht, so ist dem vogte gebezzert unde dem clager gebuzet
    1276 AugsbStR. Art. 49 § 1
  • wer da mit valschen pfennigen begriffen wirt ... man slet im abe di hant 
    um 1300 FreibergStR. VI § 19
  • ist daz ein vrumer mensch von iemant mit chnutteln geslagen wiert, und wiert dez uwer wunden mit czwain erwern mannen, man stuml im die hant 
    um 1330 BrünnRQ. 359
  • wer den andirn wunth, deme wirt geteil dy hant abe czu hauwen
    1356 AltenburgStR. 357
  • wurde der stuermann adir plathman abetrunnic ane redeliche sache, so sal deme stuermanne der hals und deme plathmanne die hand werdin abeslagin
    1385 CDPruss. IV 39
  • um 1400 SchleswStR. 26
  • jme den arme vnd hant abehauwen
    1480 MittPfalz 4 (1874) 5
  • der soll es bessern mit zehen pfunden dreyfach, oder mit der hand im abzuschlagen
    1570 LaufenburgStR. 191
  • NÖLGO. 1656 I 3 § 2
  • abhauung der hand und des hauptes
    1739 CAug. Forts. I 1 Sp. 1374
  • 1760 Hellfeld III 1809
  • wenn einer ein pflanzen wieder abhauet, was dessen strafe seyn sol? dem sol die hand wieder abgehauen werden
    oJ. Niedersachsen/GrW. III 274
  • GrRA.4 II 291
  • v.Künßberg,RechtlVk. 87
A XIV 2
verschiedene Redewendungen
A XIV 3 Strafe an der rechten Hand

A XIV 3 a Abschlagen der rechten Hand
  • werebûze daz ist sîn vurder hant, dâ her die were mede lobede, oder sîn halbe wergelt
    1224/25 Ssp.(Eckh.) LR. II 15 § 1
  • warevpůzze daz ist sein gerehtev hant, da er die werschaft mit lobte
    um 1275 DspLR. Art. 113
  • wo ein druwer ist in deme Budinger walde, der gedruwet hat (oder druet), der hat dye rechtin hant verlorn
    1380 Wetterau/GrW. III 430
  • die verbuerde 60 pont ende 10 jaer die poort op zijn rechter hant 
    1411 Fruin,Dordrecht I 81
  • hat er des geldis nichtt, szo hat er verlorenn seynn forder handtt 
    1. Hälfte 15. Jh. DanzigWillk.(Günther) 10
  • so ist er verfallen di recht hant 
    15. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 19
  • welcher über friden iemanden mit dem wehr verwunden wurde, der solle die rechte hand oder drei finger ime abzuhauen verwürket haben
    1561 Bader,Prechtal 160
  • ob ainer an den kirchtagen freiung bricht, der ist verfallen die rechte hant 
    1617 NÖsterr./ÖW. VII 76
  • sie sollte ... als urheberin dieses mannesmordes ... nachdem die rechte hand abgehauen, an den galgen genagelt werden
    oJ. SiebbVArch.2 27 (1896) 92
  • ZMarienwerder 52 (1913) 76
A XIV 3 b Begnadigung zum Verlust der linken statt der verwirkten rechten Hand
  • de rad dorch erer gudliken bede willen also mildichliken gedan unde eme de vorderen hand gelaten unde ghegeven unde eme de luchtere hand affleden hebben laten
    1467 LübUB. XI 291
A XIV 4 Aufbewahrung der Hand in Salz
  • de hant iß vorwaret in gerichte ... beth tho der tydt frunde kamende werden de hant vth dem richte tho eschende
    1498 Pyl,BeitrPommG. II 78
  • deme fronen ... de hant aftholedende iiii sch., vnde i sch. vor solt vnde i pot, de hant tho vorwarende
    oJ. Pyl,BeitrPommG. II 78
A XIV 5 mit anderen Körperteilen

A XIV 5 a Hand und Fuß 
  • welcher solch unser trost, freiheit und sicherung, die zween märckte zu dem weisen sonntag und zu St. Lucas täge, in einigen weg verbrech, der soll ein hand oder fuss verwürckt und verlohren haben
    1492 Bretten 742
  • wenn zwen ... zukchten waffen auf ainander und wich der ain auf den freithoff und schuss ... hinin, der wer verfallen hent und fuess und schol im die auf den pauch legen
    15. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 19
  • wer die freiheit zerbricht, der ist hend und füeß verfallen oder eine grosse straf
    17. Jh. Steiermark/ÖW. VI 78
  • weyset der schöffen die zwehen höffe ... für zwehen freyhöffe ..., vnd wer einen auff denselben höffen weltiget, der wer vmb ein hand vnd fuess
    oJ. Idarwald/GrW. II 131
A XIV 5 b Hand und Hals 
  • dat hals unde hant afghelovet ist
    1325 HHalberstUB. III 281
  • we vorbreke hant eder hals unde dat mit ghelde moste vorbeteren
    1368/76 HerfordRB.(Normann) Art. 20
  • dat men nenen man vredelos leggen en mach, it en ga em an sine hant edder an sinen hals
    14. Jh. Bunge,Rbb. 113
  • graue saken, de in hanth vnde in hals gingen
    1418 Nyrop,Saml. II 37
  • men vorfestet en also hogh alse sich die clegen obir en czihen uff den hals adir uff die hant 
    1435/54 DanzigSchB. 10
  • köme ein person von untat wegen, das hand und hals antreffe, für einen richter
    1464 BayreuthStB.2 72
  • wiewohl man keinen darumb vorsetzen mag, es gehe ihme an seinen halß oder an die handt 
    16. Jh. BreslStR. 95
A XIV 5 c Hand oder Leib (oder Leben) 
  • um anderis nicheyne clage ne sol men den man virvesten ân umme die, de an daz lîph oder an die hant geit
    1224/25 Ssp.(Eckh.) Lehnr. 68 § 1
  • ane vleischwunde mach ok en man den anderen doden ... dar he sine hant oder sinen lif an verboret
    1224/25 Ssp.(Eckh.) Lehnr. 68 § 4
  • al ungerichte, daz in den lîph oder in die hant geit
    1224/25 Ssp.(Eckh.) LR. I 2 § 4
  • ordel ne mut en man nicht vinden over sinen herren, unde over sinen man, unde over sine mage, dar't in an ir lief [andere Lesart eder an er hant] oder an ir gesunt oder an ir ere ga
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. II 12 § 1
  • ir sollit wissin: ungerichte ist die clage, dy eyme an den liep, ader an hant, ader zu hut, ader zu hare geth
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 260
A XIV 5 d
verschiedene
  • welt ir nu wizzen, waz diu lem ist: daz ist ein auge wider auge, ore wider ore, nase wider nase, zunge wider zungen, zan wider zan, hant wider hant, vinger wider vinger, fuz wider fuz
    1276 AugsbStR. Art. 49 § 2
  • der richter richt von ihm als das recht erteilt, also ein auge wider ein auge, ein hand wider ein hand 
    1305 BlNÖLk. 1 (1865) 268
  • wo ainer dem andern ain hant, ain fueß oder welicherlei glüdt das währ abschlieg oder vernichtet, der richter mag darinen richten alß ain hant umb die ander, ain fueß umb den andern, ain aug wüder ain aug, deßgleichen umb andere glüder wie die genant sein
    1433 NÖsterr./ÖW. VIII 667
  • het is bescreven recht: hoefft om hofft, handt voer handt, voet om voet
    1568 Fruin,KlSteden II 149
  • zan um zan, aug um aug, wie ich daran festiglich glaub, handt umb handt, leib umb leib
    16. Jh. EndingerJudensp. 80
  • pro manu manus hand um hand 
    16. Jh. SchwerinStR. 281
-- im Reim
  • ir herrn, ich peut euch allen frid bei der hand und pei der wid [sagt der Richter]
    oJ. Fastnachtsspiel/DWB. IV 2 Sp. 342
A XIV 6 "die Strafe von 40 Pfund hieß man eine hand, vermutlich aus der Zeit der verpönten Burgfriedsverletzungen, welche mit der Hand abgebüßt wurden" 1739 Weißenburg/JbMittelfrk. 2 (1831) 27

A XIV 7 im Zusammenhang mit Verbrechen und Strafen
  • svi mit falschin phenningin oder mit falschimi silbiri edir goldi begriffin wirt ... den valsch sal man umi in sine hant binde unde sal un also vur din richteri brenge
    13. Jh. MühlhsnUB. 618
  • mac he einis urteilis vragen: ab he im [dem Fälscher] di pfenninge oder den valsch in die hant icht binden sulle; daz sal man im teilen; so mac he vregen: in welche hant he si im zu rechte binden sulle; so sal man im teilen: in di rechte hant 
    um 1300 FreibergStR. VII § 2
  • sal man teilen, he sulle im [dem Dieb] zu rechte die hende hinder den rucke binden
    um 1300 FreibergStR. XIX § 5
  • der [Scharfrichter] soll im die hend off den rugken zůsammen binden
    15. Jh. Berechtung 99
  • vor der kirchen ... in die prechel stellen und ruethen in der handt haben
    NÖLGO. 1656 I 52 § 7
  • grabt er sich [der eingegrabene Grenzfrevler] mit vorhero zuesamben gebundenen henten auß, ist es sein glick, wo nit, sein verderben
    1670 NÖsterr./ÖW. XI 147
  • wer zu schiff in bösem muth auf jemand sein messer ziehet, der soll mit dem messer durch die hand an den mastbaum gestochen werden
    1680 Lünig,CJMilit. 879
  • ob ain nachpaur dem andern stull und er wurt ... beschrien, so soll ihn ein ambtmann fachen und soll in halten unzt an den dritten tag, und soll ihn dan antwurten ... und soll ihm die hent pinden mit ainem rüghalbmen und soll dem lantrichter drei stunt ruefen
    17. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 1001
A XV beim Gottesurteil

A XV 1 Kesselfang
  • so ach thi kempa buta tha hofwalle stan and infan to stede; so thi strideth efter sworen is, so skel thi skelta and thi asega and thi prester and fiower thes koninges orkendan, hia sowen, thes threddes deis tha hand skawia binna there kerika
    2. Hälfte 11. Jh. (Hs. 15./16. Jh.) WestfriesSchulzenr. 21
  • werth hi skawath ti helre hand, so skel thi [other] thenne mena eth festia and tha grewa twa pund [iewa]
    2. Hälfte 11. Jh. (Hs. 15./16. Jh.) WestfriesSchulzenr. 22
A XV 2 heißes Eisen
  • wart he driddewarve bedragen, so mot he treden to deme heten iserne; so mot he sine hande erst waschen mit koldem watere; darna vatet he dat hete, gloyende iseren up und drecht dat uppe dat mal
    1312 Braunschweig/Keutgen,Urk. 446
  • ief hia aet kīwat, soͤ sint niaer dae fiōuwer dae hānd ti hēlane [für unverletzt zu erklären] dan dae tre ti wrbernane [für verbrannt zu erklären], hit ne sē dat dis alle dio meente hlīa [darüber ihr Gutachten abgeben] wille
    oJ. vanHelten,OstfriesLex. 128
A XV 3 Zweikampf
  • die richtêre sol tzwêne boden geben ir iowelkeme, die dâ vechten sollen, die daz sên, daz men se gerwe nâ rechter wonheit; houbit unde vûze sint ine vore blôz, unde an den henden ne sollen se nicht denne dunne hantschen haben
    1224/25 Ssp.(Eckh.) LR. I 63 § 4
  • wir sprechen, ob ein man einen zwînleid einen champh an piutt und ob das zwînleid den champf nemen wil, sô sol der, der in den champf an poten hât, newer mit ainer hant mit im chemphen und sol man im di andern hant hinder den ruk pinten
    1328 Ruprecht(Claußen) Art. 272
A XVI die abstimmende Hand

A XVI 1 allgemein mit (der) mehrer(e)n Hand mit Mehrheit
  • mit menigerr hant (pluribus manibus) mit rechter urtail erfunden und ertailet
    14. Jh. WienerNeustadtStR. Kap. 42
  • die urteilen, die in den vier gedinghöfen stoszend, die soll man in dem hof ze Mure usrichten nach der merern hand 
    1413 Aargau/GrW. V 77
  • mit der meren handt vnd mit dem rechten vor den frygen [ist] erkhant worden
    1458 Thurgau/GrW. I 257
  • haben wir einhelliglich uf und angenommen, dass was die mehrer hand unter uns in ufnehmen oder abmehrung geben wird, dass wir denselben dann sämtlich nachleben und nachkommen
    1463 AbhSchweizR. II 72
  • soll mit mehrer hand der zwingsgenossen erwelt und gesetzt werden vier fürsprechen
    1484 LuzernRQ. I 376
  • alles das so ein gemeind zu G. mit der merenhand uff sich nimpt und zu ratt wirdt
    1528 Geschfrd. der 5 Orte 19 (1863) 83
  • [soll] mit mer hand dasselbig weibelamt wieder besetzt werden
    1550 Argovia 4 (1864/65) 324
  • mag der alt alpmaister noch ain alpmaister mit der merern hannd under uns ussschiessen, erwöllen und zu im ziehen
    1556 VorarlbAgrU. 162
  • hofs- und landrecht, so im ganzen under ampt mit mehrerer stimm und hand angenommen
    1601 SGallenOffn. II 294
  • was bei dem rat mit der mehreren hand erkannt wird, das soll kraft haben
    oJ. LivenenStat. 162
A XVI 2
Handaufheben als Zeichen der Zustimmung
  • wem gefahlt, wie hr. altschultheiß geurtheilet hat, der habe seine handt auff ein jeder bey seinem eydt
    1757 LaufenburgStR. 442
  • ir herren, wellt ir all also, so recket auf die hend und sprechet jo
    oJ. DWB. IV 2 Sp. 331
  • SchweizId. II 1387
A XVII Henkershand

A XVII 1 allgemein
  • daß der arme beclagte dem nachrichter an die hand geliefert ... werden soll
    1595 FrankenthalMschr. 9 (1901) 91
  • befehlen wir keinen, der leichtfertigkeit halben dem henker unter handen gewesen ... einkommen zu lassen
    1599 OPfalzLO. 145
  • der sei dem profosen an die handt gesprochen
    1602 AktGegenref.2 II 261
  • dem nachrichter an die hand erkandt ... werden
    BadLR. 1622 VII 29, 6
  • dem henker an die hend geantwurt
    oJ. AugsbChr. II 217
A XVII 2 Hand und Ball 
  • all erkennen die landtschafft ... den nachrichtern inn ir hand und band, die usszufürn und zu inen zurichten
    1514 SchwäbWB. III 1101
  • den verhafften dem scharpffrichter in seine handt und bandt überantwurten
    1606 WürtVjh. 216
  • daß die hexen ... dem nachrichter in seine hand unnd band bevolchen werden
    1615 SchrBodensee 15 (1886) 224
  • dem freymann in seine hand und band übergeben
    1686 SteirGBl. 3 (1882) 167
  • dem scharfrichter an seine hand und band übergeben
    1723 Carlebach,BadRG. II 186
  • das ihr diesen thäter nembt zu euren handen und banden
    oJ. NÖsterr./ÖW. VIII 275
A XVIII die beiden Hände
  • sal er die besserung in eynre hand bringen und den zins in der andern
    1360 ArchHessG.2 3 (1904) 144
  • wann einer des hofs guet nit mehr haben und aufgeben will, der soll ... mit der einen hand zinsen und mit der andern hand ufgeben
    1402 Unterelsass/GrW. V 410
  • mag der gült dem schuldner das sin mit ainer hand nemen und mit der andern hand verkouffen
    1487 SGallenOffn. II 522
  • dat der meyer ... maenen sal den ceyns metter sonnen te brengen, in die een hant den ceyns, ende die boete in dander hant 
    16. Jh. CoutLooz I 54
  • so es prackh obs wär, so soll der, dessen der paum ist, sich mit dem ainem handt bej dem stab halten, vnd mit der ander handt prockhen, was er erlangen mag
    16. Jh. MittSalzbLk. 54 (1914) 132
  • mitter ena hand weddia, ende mitter ander hand laesta "gleichzeitig versprechen und leisten" 
    oJ. Richth. 413
  • mögen solliche eheliche kinder mit der ein hand lösen und mit der andern wider hingeben
    oJ. WürtLändlRQ. II 45
B Hand des Toten

B I Hand des Erblassers
  • eyn nunne dey profassyen unde horsam hevet gedaen, der ene volget neyne stortincge van erflyken gude na doder hant 
    1300 DortmStat. 124
  • wenn des gutes, das in den vorg. dinghof höret, icht verendert wirt von toter hant 
    1301? Unterelsass/GrW. I 680
  • nach toter hand zu rechten erbe anersterben
    1327 CDMorav. VII Suppl. nr. 250
  • eynich guet nae doder hant heven
    1341 Steinen,WestfGesch. IV 240
  • sulch erbe und gut, as yme van doder hant anegevallen ist
    1364 TrierWQ. 343
  • welcher erb, der in dem land gesessen ist nach toter hant 
    1402 Seelowitz 90
  • of enige gewinne ter stat recht gehorende iemende viel of aengeuallen weer, van doder hant binnen lants gestorven
    1413 CoutMaestricht 146
  • sullin die erbin und erbnemen noch todir hanth die lehen nemen
    1421 MeißenUB. 209
  • weliche fraw adder man die do telunge ist pflichtig czu thuende noch todter handt 
    1. Hälfte 15. Jh. DanzigWillk.(Günther) 13
  • binnen die eerste maendt na die doede handt 
    1456 SneekStB. Art. 99
  • sullen die erffgenhamen ... van wegen der dooder handt ende utthreycker int erffhuys versuycken ende uuthforderen
    1582 NijmegenStR. 179
  • nach todter handt ... so mussen gemelte güter allen creditoren zum besten jahr und tag liegen bleiben
    1586 LübStR. V 12 § 3
B II bei Tod eines Ehegatten
  • man eder wif dey sick veranderen in brůtlochten na doder hant, dey möghen schighten mit aren kinderen na rechte der stades
    1355 DortmStat. 89
  • ein hoves guidt in dussen hof sal men belenen tot einer hand, und wenn die hand verstorve, so sal und mag die vrowe sitten up die dode hand unbelehnt
    oJ. Westfalen/GrW. III 31
B III im bürgerlichen Rechtsstreit
  • na doder hant, dat is uppe gut dat de dode schuldich is, ne mach neman tugen mer ratmanne
    1270 HambStR. 10
  • so wie die sculd haben wille van doeder hand, hij moet't goet besetten metten amman ende met eenen scepene als van doeder hand 
    1297 CoutGand I 467
  • we deme anderen schult geft na doder hant umme gut, dat de dode schüldich is
    1300 RigaStR. 182
  • wer do klagt nach todter hant 
    1370 Zips Art. 91
  • M. van O. ... schuldigede F. van Sch. van sines vaders wegen vmme theyn schok vor ghare koͤste na doder hant 
    1380 HalleSchB. I 256
  • ab eyn man eynes toden erbe anspreiche nach todir hant 
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 390
  • de actione debitorum, qua impetitur aliquis post mortem alterius, quod et vulgariter dicitur angesprochen nach toder hant 
    2. Hälfte 14. Jh. BrünnRQ. 12
  • ab ein man klagt umb schult in ein gut nach toder handt 
    14. Jh. JurPrut. 21
  • von schult mit geczige adir an geczige adir nach totir hant 
    14. Jh. MagdebSchSpr.(Gaupp) 228
  • dat he sculde vorderet uppe N. na doder hant 
    14. Jh. RichtstLR. 119
  • is ok, dat hie on sculdighet na doder hant, so scal he unsculdich werden na doder hant 
    14. Jh. StendalUrt. 102
  • ab eyn wip vor vorgoldene schult adir vor gut noch todir hant gesweren sulle
    1400 MagdebFr. 162
  • hoe een clagher sculdich is in een sterfhuus over die dode hant sijn scult wair te maken
    1410 BrielRb. 154
  • der junge H.F. sal behalden noch toder hant watz yme J. schuldig sei
    1419 GelnhausenGB. 17
  • das nach toter hand vnd nach jar vnd tag kuntschafft sol geleit werden mit siben vnuersprochnen gezúgen
    1434 BernStR. I 222
  • das sie innerunge thun mus noch toder hant 
    1435/54 DanzigSchB. 19
  • steet er dar und behelt sine scholt uf eine tode hant 
    1440 Loersch,Ingelh. 99
  • die schuld dem antwertere alze eynem erben seyner mutter nach toder hand mit geczewgenn selbsebinde ... obirweysen
    1487 JenaUB. II 322
  • de kleger mot na doder hand de schuld bewisen
    vor 1531 RügenLR. Kap. 162 § 6
  • verklaget ein mann den andern vor gerichte um schuld nach todter hand 
    1594 JCulm. IV 15
  • over saken van dooderhant aencomende sal men sijn bedinck mogen nemen den tijt van ses weken
    1642 DeventerStR. II 10 § 5
  • dass kainer kämi nach toter hand und der erben ansprechi
    1655 GraubdnRQ. I 314
B IV
Leibzeichen
Sachhinweis: Heinrich Brunner, Die Klage mit dem toten Mann und die Klage mit der toten Hand/ZRG.2 Germ. 31 (1910) S. 235-252

B IV 1 tote Hand 
  • die toiti hant sal da abir inkeinwerdic sie
    um 1230 MühlhsnRb. Art. 1, 7
  • stirbet he abir, so sal min dir toitin hant richte
    um 1230 MühlhsnRb. Art. 2, 6
  • vraecht die rechter aen eenen vonnis, of men ... metter dooder handt claghen mach
    1303 Mieris II 29
  • her richter, sy beten uch, dass sy die totte handt mossin abe losen und beten uch, dass ir on lassit ain orteyl werden by der kore ..., ob sy mit der totten hand von recht mogin or clage volfuren
    15. Jh. Thüringen/ZRG.2 Germ. 36 (1915) 459
  • niemandt ... keinen mitt kampf mag ansprechen ohne allein umb denn todtschlag, do die todte handt des erschlagenen für unsern schulteißen und schöpfen wird geweiset
    16. Jh. EisenachStR. 8
  • enen anspreken mit ener doden hant 
    oJ. Lasch-Borchling II 218
  • GrRA.4 II 182
B IV 2 Sonstiges
  • dat Jorden int erste inwendich veer weken dat. dusser scrifte eestfolgende de hant to Corveye tor groft bringen zal, und aldar eyne begengknisse bestellen
    1493 Wigand,Beitr. 155
  • deme doden is dey hant aff geloset op eyn recht off sey wolden dar tegen seggen, so mochte sey gan to dem schyne
    1526 KielVarb. 82
  • so vorgunnet eme der richter, he schöle de rechter hand halen; wil he ok den doden lichnam nicht laten schamfieren, so vorlövet em der richter eine wassene hand
    vor 1531 RügenLR. Kap. 10 § 9
  • [so lange schol in dem erve bloetgeld bliven] dat de jungen ... des doden hant ... tho grave bracht hebben
    1537 Dittmer,Sassenrecht 35
B V bei der Todfallspflicht
  • ist das ein bidermann stirbet, und das huobguot went enpfahen sine kint, noch der totten hant, sont sù geben gantz erschatz, und ein lebende hant halbe erschatz
    1350 Hanauer,Constd'Alsace 358
  • wan er eynich der twigher hande aflivich wert van juweliker doden hant 
    1350 Kindlinger,Hörigk. 447
  • wann sich ein guth verändert nach todter handt, da jst denn hubern gütlichenn nachgelassenn, das die erbenn ... ein omen weins geben
    1454 Elsass/GrW. IV 256
  • ist saek dat der iemant stervet ende die levende den vrienden dat. goet overleveren moet, soo sal hy daerop een boeleedt doen binnen di eerste maende na die doede handt 
    1456 SneekStB. Art. 99
  • wann ein gut inn dinckhoff gehörig, es seye nach todter oder lebendiger hand, verändert und fällig wird
    1544 Unterelsass/GrW. I 723
  • todte hand, manus mortua, wird in alten schrifften dieses genant, wenn ein leibeigener mann gestorben und nichts verlassen zum haupt-recht (welches das beste stück vieh gewesen ...), hat man ihm die rechte hand abgehauen und solche dem herrn gebracht
    1693 Döpler,Theatr. I 1000
  • es gehöret solches [das Besthaupt] zum haupt-rechte oder toden-hand und baulebung
    1750 Klingner II 189 Anm.
  • haubtrecht, sterbhaubt, trauerrecht, todte hand, leibfall, verfallenschaft
    1756 Chorinsky,Mat. V 89
  • alle diegheene die buyten de vrijheijt van B. woenen ... is der kercke schuldig voor het recht van den sterfhuijs of doode hant twelf penningen luijckx
    oJ. Anal.ecclés. 9 (1872) 427
B VI im Falle eines Totschlages
  • stirbit he abir, so sal min dir toitin hant richte
    um 1230 MühlhsnRb.2 102
  • zullen die van der levender hant kiesen ten middelsten daghe wt elken vierendeel van der dooder hant twee man
    1388 Mieris III 502
  • gheviele eenighen dootslach bi onzen poorteren aen vremden luden, die gheen maghen Dordrecht en hadden, daerment aen vreden mocht, so zoudemen dat vreden aen die vander levender hant aen die een zyde, ende aenden Tollebringtorn an die ander zyde van der doderhant weghen
    1411 Fruin,Dordrecht I 82
B VII Besitz der Kirche und anderer juristischer Personen
  • dat egheene onberuerlijcke goeden ... enzelen moigen vercocht ... wordden ... tot behoef van eenigen cloosteren, goidshuijzen, cappitellen, collegien oft andere dode handen 
    1515 OrdonnPaysBas I 389
  • grontchijnsen ... gecomen in dode handen 
    1545 CoutAnvers I 224
  • das wo vnder inen ein frye person were, die kein natürlich vnd rechtgemeß erben hette, dieselbe ir fry gut, so der todnen hand nit vnderworfen ist frylich hingeben vnd vergeben möge
    1560 JaunLR. 1560 S. 52
  • alle die werdend für frye lüt gehalten, welche nit lybeigen noch der todten hand vnderworfen sind
    1611 FreiburgÜMun. II Art. 311
  • dat de selve alienatien niet en gheschieden tot proffyet van eeneghe doode handt 
    1638 CoutBruges II 523
  • die geistlichen und andere corpora, bey welchen ein sach in so genannte todtne haͤnde gerahtet
    1730 Leu,EidgR. III 14
  • wenn liegende güter in die hände oder jurisdiction der kirche ... gerathen, so kommen sie gleichsam in eine tode hand 
    1769 BairAlt. 109
  • geschenke oder vermächtnisse zur todten hand 
    1794 PreußALR. II 11 § 200
  • men vermach binnen der stede ... gheen huusen ofte erfve te vercoopene gheven noch transporteren in gheestelicken of dooder handt, om daer te blijven
    oJ. CoutGand I 64
C
die nachgebildete Hand

C I körperlich

C I 1 aus Metall

C I 1 a eiserne Hand 
  • octroy om te mogen dragen een ysere handt voer Jan Essche
    1531 Stallaert I 555 [Sinn auch für Stallaert unklar, vielleicht zu Hand C I 1 d?]
  • der gemeine fuhrweg ... bis an die scheidtwegh am hultzenen creutz mit der eiserren hant sall ein roedt weit sein
    1591 Schröteler,Viersen 352
  • es ist recht zu Sannct Nabor, das man zwo eysseren hendt hatt, ein vor der hallen und die ander uff dem keeßmarckt, welche beide hendt ides montag uffgericht und gestelldt werden; und also lang die beyde hendt uffgestellt stehen, so darf kein ußlendiger kein keesz, butern, korn noch andre frucht kauffen, es were dann die handt abgethan
    1600 SAvoldStR. 63
  • Rechtswahrzeichen II 8 und 9
C I 1 b metalen hant als Amts(verrichtungs)zeichen
  • [ist] van Jan Scalcken, wachtmeester, tot behoeff deser stadt gecoft een coperen oft metalen hant met eenen houten steel, omme daermede de wachte houden bet. 2 1/2 st.
    1587 Stallaert I 555
C I 1 c "die Todesstrafe kann in eine Ehrenstrafe gewandelt werden, z.B. wenn Leute, die wegen Verrat das Leben verwirkt haben, als Lösung ihren Kopf und die Hand in Bronze liefern mußten zur öffentlichen Aufstellung" v.Künßberg,RechtlVk. 171

C I 1 d "hant van den valschen eet, vermutlich aus Metall, mußte vom Meineidigen zur Strafe durch einige Straßen getragen werden"
  • aen Silvester Cockelberger, saedelmaecker, voor een leeren buydel daer de hant in gesteken wordt van den valschen eedt, betaelt 7 st.
    1607 Stallaert I 554
C I 1 e geghoten hand als Waffe
  • dat neyment neyn mest endrage [von bestimmter Länge] unde ok neyne barden, geghoten hande effte kolven bi viff nyen schillingen
    1440 HildeshUB. IV 325
C I 2 hölzerne Hand

C I 2 a Markt- und Friedenszeichen
  • uf unser lieben frauen abent nativitas zu vesper zeit gaet aen die frey zeit ... und als balde suillen die froneboten ein hoilzen creuz mit eime schwerde und einer hand darain gehangen ... zum zeichen das es alsdan frey ist
    14. Jh. KoblenzGB. 99
  • das wurt vermerckt bei eim langen hulzin creutz, einem daran hangendem hulzin schwert, schenckel und handt, so man uff benanten sontag Oculi umb den mitten tag uff dem marckt vornen an der fischbanck uffriechten ... läßt
    1553 Bruchsal 912
  • auff sanct Peterstag den ersten tag Augusti des abents zuvurgehent sietzt ain ein mardt uff einen weiden feldt gelegen bey H., genandt heuderscheidter marck, daselbst henckt man ain einem creutz ein hultzen schwerdt, und ein hultzen handt 
    oJ. LuxembW. 232
  • v.Künßberg,RechtlVk. 107
C I 2 b Halter für die heilige Schrift
  • seynd dieselbe [obrist von B., hofmeister D. und so weiter] auf den 29. ejusd. gehaltenen raths-tag erschienen und haben den ihnen vorgelesenen rittereid dem herkommen gemäß auf die höltzerne hand, worein ein loch gebohret und worinn das auf papier geschriebene evangelium s. Johannis verwahret ist, abgeleget
    1660 Mader,Friedberg III 359
C I 3 wächserne Hand als Leibzeichen
  • vorgunnet eme der richter, he schöle de rechter hand halen; wil he ok den doden lichnam nicht laten schamfieren, so vorlövet em der richter eine wassene hand, mit erkentenisse, se schöle genoch doen, gelikest efte it de fleiskliche hand were to halende und sine klage darup to stellende
    vor 1531 RügenLR. Kap. 10 § 9
C II gemalte Hand

C II 1 als Muntatbild
  • in dem jar, da slug man di gemalten hend uberal um den mark als weit geet die munta und die freiheit
    1461 NürnbChr. IV 365
  • oberhalb des eingang in solch landhaus ein tafel an die wand aufmachen, daran die freyheit, das ist ein hand mit dem schwerdt, mahlen und darbey dasjenige vermelden lassen sollen, so in gleichmäßigen freyheuten bey unsern kays. hoff, also auch zu Wien und sonsten von alters gebräuchig
    1570 Linz (Donau)/Funk,Rechtsmale 146
  • wie zu mehrerm kenn ... zeichen daß die börse ein privilegirter ort sey ... bey derselben allhier einen pfahl mit einem brett, worauf eine hand und beil gemahlet, zu setzen befohlen
    1681 CCPrut. III 418
  • in Ellwangen ... ist (im Schloßhof) eine hölzerne Tafel mit einem Block, worauf eine abgehauene Hand mit einem Beil darüber sich befindet; sie trägt die Inschrift: bey dißer hand hab den verstand, daß du der freyung seist vermahnt
    oJ. Birlinger,Vk. II 190
  • wer ein messer zuͤcket zwischen den zaichen der gemalten hande, der sol zehen pfunt pessrung geben
    oJ. NördlingenStR. 64
  • Das Wahrzeichen der abgehauenen Hand. Ein Königsberger Rechtsaltertum/AltpreußMschr. 1 (1864) 72
  • v.Künßberg,RechtlVk. 17, 117ff.
C II 2 "Hand mit dem Brot, die das Zehntrecht des Tübinger Spitals bezeichnet" WürtJb. 1909 S. 142
C III Münzzeichen
C IV (an einem) Wegweiser
  • ein hant, die an dem waͤgscheid stat, die zeygt eyn weg, den sie nit gat
    1494 Brant,Narrensch. 21 V. 7
D in festen Verbindungen

D I mit anderen Substantiven, meist formelhaft

D I 1 mit Hand und Mund 
D I 2 a Hand und Gewalt 
  • derselbun hůba eigenschaft ... gaben wir uf in ir hant und gewalt frilich und lideklich ze besizzene
    1302 ZürichUB. VII 253
  • [33 Morgen] upgedraghen ind bracht mit all der eygenschafft, erfzalen, nutze ind besesse ... zo henden ind in gewalt [derer von S. Gereon]
    1374 SGereonUB. 469
  • denselben hof ... ufgeben ... usser unsern handen und gewalte in ir hande und gewalte
    1384 FreibDiözArch. 18 (1886) 149
  • daz sein leib und sein guot in unser gesworner hant und gewalt sei
    14. Jh. MünchenStR.(Auer) 285
  • 1438 HeilbronnUB. I 294
  • 1471 RappoltsteinUB. IV 491
  • 1515 LeipzUnivUB. 409
  • 1539 BernStR. I 294
  • 1610 RottweilHGO. 349
  • als wir solche [Zins] yn des reichs gewalt oder hand überlieffert hetten
    oJ. MansfeldKlUB. 429
D I 2 b Hand und Gewaltsame 
  • solh guter in einich ander hant und gewaltsam kommen lassen
    1476 DinkelsbühlPriv. nr. 1
  • haben ime die ... brieff zw seinen hannden vnd gewalttsamb geanntwortt
    1581 Indersdorf II 306 (nr. 2039)
D I 2 c Hand, Gewalt und Gewähre 
  • ingeben in yre hand, gewalt und gewer und sie des geseczet in nüczliche gewalt und gewer mit diesem briefe
    1404 SchlettstStR. 103
  • reiche in und seinen erben die [Wiesen] auf auß mein und meiner erben hende in ire gewalt, gewere und hende 
    15. Jh. BayreuthStB.1 327
  • aus unser handen und gewalt in ihr haend, nutz, gewalt und gewehr abgetreten und aingeantwort
    1518 KärntLHdf. 6
D I 3 Hand und Band 
vgl. Band (X)
  • ther efter urkere wi Fresan stoc and stupa, skera and besma, hende and bende
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoLR. 18
D I 4 Hand und Halfter 
  • cessio bonorum hat nach lünebürger stadtrecht nicht raum, sondern der schultman wirt dem gläubiger an die hand oder halffter gelieffert
    1562/77 LünebNGO. 379
  • wollen wir die versehung, daß der schuldner dem gläubiger an die hand oder halffter gegeben werden soll, gäntzlich abgethan und auffgehoben haben
    1572 CAug. I 92
  • wollen wir die ... versehung der sächsischen rechte, nemlich dass der schuldner den gläubiger durch unsere gerichtsbefehlshabere an die hand oder halfter geliefert und überantwortet worden, solche schuld abzudienen und abzuarbeiten, gäntzlich abgethan wissen
    1577/83 LünebRef. 677
  • 1760 Hellfeld III 1809
  • 1800 Hommel,TFlav. 105
D I 5 Verschiedenes

D I 5 a Hand und Behuf 
D I 5 b Hand und Consent 
  • onse hant ende consent dartoe gedaen
    1500 Fruin,KlSteden II 78
  • weilen die verkäufer ihre hände den käuferen übergeben oder ihren consens ... erklären müssen
    oJ. Steinen,WestfGesch. III 758
D I 5 c Hand und Füße 
  • [große Verräterei und Unruhe wurden versucht] das ich mit hend und füssen [mit aller Gewalt?] zu verhüten hon
    1514 WürtLTA.1 I 252
D I 5 d Hand und Leib 
  • [wir ... haben] D. unde J. synen ... sone begnadet unde behandet, begnaden unde behanden in crafft dusses breves to twen handen unde to erer beyder lyve
    1515 KaufungenUB. II 300
D I 5 e Hand und Nutz 
D I 5 f Hand und Stab 
  • sollen ... die procuratores und anwäld die ihnen ... gegebne gewält ... von hand und stab empfachen
    1579 Müsinerwiese(Rusch) 5
D I 5 g Hand und Stand 
  • die übrigen provinzen ... solten in itzigem stand und hand verbleiben
    1668 Fugger,Ehrensp. V Kap. 28
D I 5 h Hand und Steuer 
  • ein offen brieff an die undertanen zu I., dz si all ir hand und stur darzu tun wellen, damit die zytglock gemacht ... werde
    1467 BernRatsman. I 157
D I 5 i Hand oder Teil 
  • me denn in drey teil oder hennde 
    1497 Oberelsass/GrW. IV 102
D I 5 j Hand und Treue 
D II mit attributiven Zusätzen (einschließlich adjektivisch gebrauchter Partizipien)

D II 1 ärgere Hand 
  • gewinnent si kint, diu hoerent ze der ergern hant 
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 59 § 8
  • dô viel ez an die ergern hant 
    oJ. GrRA.4 I 449
D II 2 aufgeholte Hand 

D II 2 a der neue Hofbesitzer
  • wan sich dat erffkyndt verandersaetet toe der hilgen ee, dey upgehaelde hant mowten sey an dem schulten wynnen umb eynen pennynck
    1480 KaufungenUB. II 119
D II 2 b Interimswirt?
  • J.R. ... sey ein haußman und bauet sein landt, ist ein auffgeholete handt, hat eine wittibe mit 2 kindern ... zu verpflegen
    1645 Schnettler,Steuerstr. 182
D II 3 mit aufgestoßenen Händen [bei der Haussuchung]
  • thi frana secht mith twane monnum ur axla and unegert mith upstatta hondum 
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoLR. 120
D II 4 mit aufgeworfenen Händen (als vorgeschriebene Gebärde)
  • [die genotzüchtigte Frau] louffe, wo sie allermeist lute findet, mit ufgeworfenen henden unde fulge mi fryscher tad vor gerichte
    nach 1358 Rb.n.Dist. IV 10 Dist. 3
D II 5 beglaubte Hand 
  • hat er aber die 24 stunden gewartet, muß er darüber von einer beglaubten hand bescheinigung nehmen und darauf der vergütung, als wenn er die fuhre wircklich gethan, gewärtigen
    1755 Rabe,PreußG. I 2 S. 416
D II 6 bessere Hand 
  • die kinder, so ausz denen personen, so also geroubet sein, erboren, [sollen] nit wider hinder sich der bösern hand nachschlagen, sonder der bessern hand nachvolgen
    1560 Schweiz/GrW. V 736
D II 7 bevogtete Hand 
  • söllen die bleickerswyber für ire eemannen, inn iren uffällen nüdt, dann was sy mitt bevogteter hand versprochen haben, zuo betzalen pflichtig syn
    1553 ZürichGB. 60
  • wen sich ... B's frou gágen im, dem wirt, mit bevogteter hand fúr verlurst ouch verschribe
    1556 HönggMeierg. 57
  • sich mit bevogteter hand darum gegen im verschriben
    1582 HönggMeierg. 94
D II 8
bewährte Hand sicherer Platz, (Treuhänder)
  • zoude men dan desgeenen goet, die zoe voerghinge ende hem verborge, tot zooveel als den eijsscher onbraecke mogen uutten huijsse ... halen ende brengen in bewairder hant, om daerop ten noesten gedinge te mogen procederen
    1530 Fruin,Dordrecht II 223
  • wie yemand ... eenige goeden vind, die hem ontdragen of ontstolen zijn, die zal hem daer over beclagen mogen aen den schout, de welcke de zelve goeden strac in bewaerder hand zal nemen
    LeidenK. 1583 Art. 83
  • want H. dat gelt niet gelecht hefft in bewaerder hant 
    oJ. MnlWB. I 1204
D II 9 bloße Hand; mit bloßer Hand mittel-, vermögenslos
  • czweye, dye tzusamen komen myd bloser hant, und nicht en haben
    1353 KlingenStR. 189
  • ab eyn man eyn wip neme mit blossir hant und gewunne guth mit ir unde by ir
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 282
-- aus eigener Kraft
  • we nen ghud up gheboret hevet van vader unde van moder ... hevet de ghud ghewunnen van bloter hand, de en darf mit sinen broderen nicht schichten
    oJ. HannovStR. 393
D II 10 blutige Hand 

D II 10 a Blutgerichtsbarkeit
  • swel sache der bischof selbe richten wil, die rihtet er, get es aber ambluotich hant, so gat er von dannen und heizet den vogt rehte richten
    1260 Basel/Keutgen,Urk. 116
  • der chaiser sol vil wol wizzen, welhen pischolfen er ze recht den pan geleihen můge, daz er mit recht mit pluͤtiger hant gerichten můge
    1300 Schwsp. Var./WSB. 80 (1875) 379
D II 10 b Mörder
  • sa ne mey thiu blodich hond nene lawa fagie
    oJ. Richth. 205
D II 11 böse Hand 
  • die kinder, so ausz denen personen, so also geroubet sein, erboren, [sollen] nit wider hinder sich der bösern hand nachschlagen, sonder der bessern hand nachvolgen
    1560 Schweiz/GrW. V 736
  • mit dem weib als der bössen handt 
    1590 BregenzStbr. 38
D II 12 dritte Hand 
  • der pan mag nicht verrer dann an die dritte hant 
    14. Jh. SteirLl. Art. 142
D II 13 eigene Hand 

D II 13 a Grundeigentümer beziehungsweise dessen Forderung
  • man sol dhein ligend gůt nit verkoufen one der eignen hand wüssen, deren darzů verkunt sol werden
    1534 BaselRQ. I 1 S. 303
  • weilen bei gerichtlichen vergantungen ligender gütheren die eigene hand, das ist das capital oder der davon jährlich fallende bodenzinß, in allweg vorbehalten wirdt
    1539 BaselRQ. I 1 S. 360
  • es solle auf begehren der eigenen hand allweg der höchste in jedem tschupus [Grundstück] träger seyn und den schuldigen zins sammenthaft der eigenen hand lüferen
    1611 SchweizId. I 145
D II 13 b auf eigene Hand selbständig, unabhängig
  • weil auch, daß so viele ledige weibspersohnen auf ihre eigene hand leben, nicht allein muthwilliges gesinde machet, sondern auch bey vielen ein üppiges leben verursachet, so soll fortmehro solches keiner von der obrigkeit gestattet werden
    1710 CCPrut. I 144
D II 14 einige Hand; zur einigen Hand kommen ohne erbberechtigte Verwandte sein
  • wenn ein mensch abgat, das zu einer aynigen hand komen ist und sin gut nit verschaffet, so sol einem herrn werden die farend hab und der fall voruss.
    oJ. SchweizId. I 279
D II 15 eintragende Hand Beliehener ohne erbberechtigte Verwandte
  • es wird abgeschafft der brauch, der antragende hand, hagestolz oder anders genennt wird, vermöge dessen der halsherr den leibeigenen, der ohne leibeserben stirbt, in der fahrenden habe ganz oder zur hälfte beerbt
    1525 SchweizId. II 1389
D II 16 empfangende Hand Lehnsempfänger
D II 17 erste Hand 

D II 17 a von (oder aus) erster Hand ohne Zwischenhandel
  • haben meine herrn obere ... mir anbefohlen die diebs-compagnia auszurotten, dero thun ... war ... eisengezeug zu stehlen und wiederum und gleichsam von der ersten hand ... zu verkauffen
    1670 Abele,Unordn. I 26
  • die wahren von den arbeitern in den manufacturen, als aus der ersten hand ... zu verkauffen
    1676 Schirmer,KaufmWB. 79
  • nachdem ... vielfältige klage geführet worden, was maßen die von frembden ... fischern angebrachte fische nicht aus der ersten hand gekauffet
    1692 CCPrut. II 343
  • dass ... die manufacturen ohnschwer in das land eingeführet, von der ersten hand erkauffet ... werden möge
    1724 CAustr. IV 160
D II 17 b beste Gattung einer Ware
D II 17 c erstes, am Tage gelöstes Geld
D II 18 fähige Hand als Gegensatz zu tote Hand 
  • [daß sie die Admodiationen] von einer in die andere fähige hand [wohl gestatten, nicht aber die in tote Hände]
    1760 SchweizId. II 1384
D II 19 feste Hand; in fester Hand sein fest verkauft sein
D II 20 freie Hand 
  • Ch. von frierhant v reddere solidos
    1252 FreisingTrad. II 570
D II 21 fremde Hand 
  • dar zu verlos ich all mein phant, die sint nü chömen zu fremder hant 
    vor 1358 Otto der Raspe 1308
  • daz si is [das Erbe] an keine fremde hant zullen lazzin komen, sy habin is denne dem P.H. vor angeboten
    1378/1404 FreibergStB. 277
  • mannig rike sunder wân is in fromede hand gegân
    14. Jh. Laiendoctrinal 155
  • welcher herr seinem grunt findt in frembter hant, der mag sich deßen underwinten ân alle ihrung
    1673 NÖsterr./ÖW. XI 24
  • das ain hofjünger oder ain ander gottshaußmann dieselben güetter also im frömd hend verkaufft
    oJ. Thurgau/GrW. I 269
  • kummet der bu an ein fromede hant uzser irn erben, so sol man danach erschatz geben
    oJ. StraßbUB. III 71
D II 22 ganze Hand gesamte Hand
  • das die zwey eliche lutte mit eyner gantze hand schuld gemacht hettent
    15. Jh. Durlach 133
D II 23 geistliche, weltliche Hand 

D II 23 a geistlicher, weltlicher Besitz
  • vvelich, burger oder burgerinne vrn hof oder hus ... verkoͮfen in eine geistliche hant ... die verliesen lip vnde gůt
    1300 Förstemann,Nordhausen I 1 S. 57
  • daß mancherley erb binnen irer statt gelegen die bey kurtzen jaren in geistliche hand und gewalt kommen sein
    1385 KölnStat. II 64
  • gůter, die in der weltlichen handen sind
    1431 Indersdorf I 229 (nr. 595)
  • dat dei erftall ind der burger gut gemeinliken in geistlike hande kompt
    1473 BeitrEssen 20 (1900) 142
  • dat mach die geistliche persone ... verkoifen in werentlicke hende 
    1500 SiegburgWQ. 48
  • den geistlichen personen [verbotten] ... zu ihren lehnen ... einige häuser [und] ländereyen ... auss der weltlichen hand zu verkauffen
    1592 MünsterPolO. 34
  • hat niemand macht einig erb zu geben ... zu einiger kirche in einige geistliche hand 
    oJ. SaarbrückenLR. 964
D II 23 b
geistliches, weltliches Gericht, Obrigkeit
  • omme penningschulden, om boten, die sy an die waerlike hant verbroekt hebben
    1456 SneekStB. Art. 61
  • der sachen, die geistlich sein ... am geistlichen gericht zu üben, durch den weltlichen stab und die von S. kein hinderung gethan und herwiederum die weltlichen vorm schultheiß und weltlichen gericht durch die geistlich handt nit geirt noch gehindert werden sollen
    1513 Sinsheim 436
D II 24 a gemeine Hand Gemeinnutzung und Gemeingebrauch
  • sullen die gemein von N. in der herren welde faren vnd der welde mit gemeiner handt genutzen vnd gebruchen
    1315 Untermosel/GrW. II 326
  • [das] werden wir wider zů unsern gemainen handen nemen
    1525 Artt.d.Bauern 14
  • soll nutz unnd paw allen theylen zue gemeiner theylung steen, unnd alle renth unnd guͤllt von gemeiner hannd geben werden
    oJ. Fischer,Erbf. II 236
D II 24 b gemeinde Hand Deicherhaltung durch Besteuerung auf Kosten der Unterhaltspflichtigen
D II 25 gemeinsame Hand 
D II 26 geruhte Hand 
  • swa geistlich closterleute etlich eygen heten gehabt in gewer ... jar und tach ... ob die fuͤrbaz icht pillich suͤln mit gerůter hant [unangefochten] sitzen an ansprache
    1317 MGConst. V 343
D II 27 gesamte Hand 

D II 28 geschworene Hand die den Lehnseid geleistet hat
  • ob eine geschworn hand von einem ganzen lehn abgienge, die ist unser ... frawen verfallen mit einem foder churmodweins
    1577 Rhein/GrW. II 659
D II 29 (ge)teilte Hand; ungeteilte, unzerteilte Hand 

D II 29 a gemeinsame Verpflichtung
  • wollen wir ... was im rathe zu ... erhaltung freiheit, recht und gerechtigkeit einhellig befunden, mit sammender unzerteileter hand, so weit eines itzlichen leib und gut sich erstrecket, exequiren und verfolgen
    1581 Culemann,MindenLV. 155
  • versprechen mehrere personen ein und dasselbe ganze zur ungetheilten hand, dergestalt, daß sich einer für alle und alle für einen ausdrücklich verbinden, so haftet jede einzelne person für das ganze
    1811 ÖstABGB. § 891
D II 29 b gemeinsamer beziehungsweise geteilter Besitz
D II 30 getreue Hand 
  • wie giloben ... die huve den geistlichin luten zu gitruwer hant zu haldene
    1332 DOrdHessenUB. II nr. 574
D II 31 gewährte Hand neutraler Dritter, Treuhand
  • die raidt van U. sullen ... all alsulke erffnisse ind guet, as Th. ... achter gelaten heeft, an sich as an gewerde handt nemen
    1444 UnnaStR. 68
  • so iemandt, der alhier nicht gesessen, ein hauß ... an sich bringet, soll daßelbe binnen jahr und tag beziehen oder es verkauffen und in gewerthe hand bringen
    1599 DirschauWillk. 33 [hierher?]
  • wert dat sake, dat yemant vreemdere bynnen D. storve ende engene erfgename en hedde, alle die possessie sijnre goede by hoeme dare vonden, sal in gewerder handt jair ende dach behouden werden
    oJ. Stallaert I 555
D II 32 gewaltige Hand 
  • so sollend ... vater und muoter gewaltige hand sein über alles das si habend
    oJ. GrW. V 202
D II 33 gewehrte Hand 
  • so einer den andern mit gewährter oder gewaffneter hand ohne streich überläuft
    1572 AdelsheimStR. 667
  • wiewohl er nun in ernennts koenigreich von seinem vatter mit gewehrter handt wardt eingefuehrt vnd aber der possession nit habhafft werden koendte, ließ er sich ... allein am koeniglichen tittel begnuegen
    1619 Lazius,Wien III 39
D II 34 gewinnende Hand "Fahrnis, Vieh" SchwäbWB. III 1106

-- "Arbeitsverdienst, was man durch Handarbeit gewinnt" SchwäbWB. III 1106

D II 35 gewisse Hand 
  • setze mir entweder burgen oder pfant, daz ich eine gewisse hant mines gutes muge han
    13. Jh. Passional(Köpke) 19 V. 27
D II 36 gichtige Hand der Geständige
  • dij flechtiga foet is dyo jechtiga hand 
    1480/81 JurFris. I 74
D II 37 (zu) gleiche(r) Hand gleiche Berechtigung oder Verpflichtung
  • alle, wat ons sacke koste to verfolgen, dat sollen wy glicker hant bethallen, wat schaden off oncost dar off get
    1496 HanseRez.3 III 457
  • sollen alle erberen des landes zu gleicher handt ... pande aus dem hause zu [!] nemen
    1587 JbOldenb. 17 (1909) 268
  • wan ihm einen baum in die fohr stet, sollen die beide neben den gleicher hand genießen
    17. Jh. RhW. II 1 S. 272
D II 38 gute Hand 
  • wenn ein freier oder eine freie ein eigens verehelichet, dass ihr kinder frei sein und also der guten hand nachfallen
    1525 Leuenberger,RG. 170
D II 39 mit hängenden Händen 
  • si habin ouch daz recht, wenn ir dheiner bewholzs bedarf, der sal mit hanginden henden gehin vor den ubirsten vorster, das ist in ieder hende ein hun u. einen schilling pfenge in der andern hant, so sal er huwen wes er bedarf zu sime gebuwe
    1384 GrRA.4 II 26
  • wenn ein genosse buwen wil, so soll er komen gen Swarzach zue eym appt mit hangender hant, vnd by jm die loube gewynnen
    oJ. Schwarzwald/GrW. I 427
D II 40 mit haster Hand im Zorn, in der Erregung
D II 41 heile Hand 
Sachhinweis: bei Luther: lässest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht
  • thih zihen únhuldi bi mícheleru scúldi, thaz thú sus laz in héila hant thes keiseres fiant
    um 868 Joh. 19, 24/Otfrid IV 24, 6
D II 42 hohe Hand 

D II 42 a hohe, höhere Obrigkeit; Regierung
  • [wenn] tschip ende schipper bij der hoogher handt ofte den prince anghenomen werdt
    1551 PlacBFland. I 392
  • dass sie dass aigenthumb weder jemals affectiern, noch auch etwan von hocher handt angetragner acceptiern wollen
    1694 Indersdorf II 355 (nr. 2238)
  • würden die hafen nur auf eine gewisse zeit von hoher hand geschlossen ... so bleibet die befrachtung in kraft
    1727 PreußSeeR. V 27
D II 42 b
insbesondere Gerichtsinhaber
  • von swelcher hôher hant daz gerihte ist, dâ mac man eine urteile ane ziehen; diu diu êrste hant des gerihtes ist daz ist der künic; diu ander dem er ez lîhet; diu dritte dem ez diu ander lîhet
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 106 § 5
  • welch herrn die hohern hand des gerichtes haben, fur den mag man ein urteil wol anzihen
    15. Jh. Schwsp. Var./WSB. 73 (1873) 458
  • die erste hand des gerichts ist der könig, die andere hand des gerichts ist der, dem es der könig leihet
    1744 SiebbLRKomm. I Tit.1
D II 42 c
D II 43 hülfliche Hand Hilfe, Unterstützung
D II 44 jüdische Hand 
  • das seyn vatir meynem vater versattczt hat czu iudischzer hant [an Juden] vor 200 schog und hat en nicht gelost
    15. Jh. Wasserschleben,Samml. 262
D II 45 lange, kurze Hand 

D II 45 a mit [oder von] langer oder kurzer Hand für römisch-rechtliches longa vel brevi manu 
  • [als] die von oder mit langer hand uͤbergebene sachen werden die gehalten, welcher wegen eintweder, wann sie abwesend sind, von dem ubergeber dem ubernehmer befohlen wird, selbige zuuͤbernehmen ... oder, wann sie etwann nicht wol so gleich weggebracht werden koͤnnen, ... waͤchter und huͤtter darzu bestellet, oder der ubergeber die sach in einsen hauß tragen lasset, obgleich der ubernehmer solche noch nicht angeruͤhret, oder auch der ubergeber dem ubernehmer die sach oder gut von weitem zeiget, und ihm sie also uͤbergeben haben will
    1728 Leu,EidgR. II 224
  • mit oder von kurtzer hand uͤbergebene und ubernohmene sachen werden geachtet die, bey welchen zu ausweichung mehrerer weitlaͤuffigkeit kein ubergab wuͤrcklich zwahr vorgehet, aber fuͤr vorgegangen zuseyn eingebildet wird
    1728 Leu,EidgR. II 225
  • 1808 Weber,Lehnr. II 71
D II 45 b mittelbar
  • in fahl eines sich bezeügenden raitrests ... der regress hart oder mit langer hand müessen gesucht und eingebracht werden
    1738 NÖsterr./ÖW. XI 113
-- mit viel Mühe
  • davon er ... seinen creditorn järlich was geben können, bis er sich mit langer hand ["mit vieler Mühe"] aus dem last gewürckt
    oJ. SchwäbWB. III 1102
D II 46 lebende Hand 
vgl. Hand (B)
  • wanne de leste leyvende hant van yn vervaren is
    1374 Ennen,QKöln V 44
D II 47 lebendige Hand 
  • [sie haben] eyn vermechnisse gemacht ... so dat de leste leyvendige hant eyme kinde me, deym anderin min geyven moechte
    1371 KölnSchrB. 709
  • wan zu den guteren keine lebendige hand mehr vorhanden
    1602 Rive,Bauerng. 424
D II 48 leichte Hand 
  • si chint, div gent nach der leichtoͤren hant 
    15. Jh. Schwsp. Var./WSB. 79 (1875) 114 Anm. 1
D II 49 letzte Hand der Überlebende
  • ist die letzte hand nit mehr dann ein leibzuchter ... an allen erben und erbrennten, da sie samender hand angeschrieben stahn
    1437 KölnStat. I 25
  • wanne dat man und wiff, die geine kyndern hant, ire testament ... under sich vermachent, also dat die leste hant dat keren und wenden moge, war dat sy wilt
    1500 SiegburgWQ. 30
D II 50 meine Hand 
  • is ok de erve dar nicht de it upbore to deme drittegesten, so scal men it in eyne mene hant don jar unde dach: swanne de dach umme komen is, so scal de rad darto helpen, dat it deme werde, de dar recht to heft
    1303 Braunschweig/Keutgen,Urk. 457
D II 51 nähere Hand, nächste Hand der näher Berechtigte
  • dar di vrauwe Osanne nehir hant vnd erbe ist czu dem gute vnd czu dem erbe
    14. Jh. MagdebBresl. 165
  • alle arven, die verstarven, die sollen komen in de negeste hant, daez dat ut gekomen is
    1470 Richth. 261
  • dye neheste hant im rechten
    15. Jh. Soest-SiegenSchSpr. 58
  • die nechste hand schall erbe nehmen
    1560 BrandenbSchSt. I 368
  • dem jenigen, der zum ersten den kummer erlanget, an seiner priorität und nähern handt, wo er sich darauff bereufft, unschedlich
    1562/77 LünebNGO. 359
  • MagdebFr. I 7, 20
D II 52 a obere Hand Obrigkeit
  • wäre, das etlich burger solich lehensguͤter von der obern handt entpfangen hetten, da sol ... ustragen mit der obern hant, daz si die der manschaft ledig sagen
    1431 SchrBodensee 44 (1915) 89
  • sie wolten die von im, als von der obern handt empfahen
    1471 AlbrAchillesMerckB. 16
  • das der selb see der obren hand und einem vogt von ir wegen zugehöre
    1477 AbhSchweizR. 24 S. 60
  • inen daz [Geld] als der obren hand zů iren handen heruß zu geben
    1488 BremgartenStR. 90
  • durch die obern hand und burgermeistern und ein gericht ... beschaiden werden
    1567 WürtLändlRQ. I 219
-- oberes Gericht
D II 52 b oberste Hand oberste Zuständigkeit, letzter Entscheid
  • beholden deme rade tho Riga de overste handt in dessen artickeln vorgeschreven
    1392 Stieda-Mettig 242 (nr. 4, 17)
  • welk man dar brokaftich werd, dee schal dee mark wasses betalen vor enen schillyngh, jodoch beholden deme rade to R. dee oversten hant in allen saken
    1397 Stieda-Mettig 382 (nr. 56, 26)
  • nadem de erwerdige rad boven alle desse vorgeschreven articule unde gesette de overste hant hefft
    1457 Stieda-Mettig 427 (nr. 81 Einl.)
  • des behält sich ein e. rath die oberste hand bevor, diesen schragen zu mehren u. zu mindern
    oJ. Gutzeit,Livl. I 482
D II 53 offene Hand 

D II 53 a mit offener Hand unter Vorbehalt (endgültiger Regelung), unverbindlich, widerruflich
  • mit offener hand die luͤftung gethan, daß ... bezahlungen ... in current-waͤhrung ... geschehen moͤge
    1695 Lahner,Samml. 179
  • durch die in gegenwartigen mandat mit öffener hand geschehene lüfftung
    1742 Siegel,CJCamb. I 362
  • gleichwie ein hochlöblicher rat gegenwärtige verordnung auf eine probe mit offener hand, unter der ausdrücklichen bedingnuß, daß ..., ertheilet haben will
    1767 NürnbZollO./JournDeutschl. 1, 2 (1784) 96
  • haben die betheiligten ihren streit ausdrücklich mit offener hand zu dem spruch uͤbertragen; so hat jede derselben das recht den spruch auszuschlagen
    1830 BernCGB. 771
D II 53 b
offene Hand haben, lassen, vorbehalten sich etwas vorbehalten, freie Hand haben
  • soll der ... im offne hand lassen, zenemen wedern tail er welle
    1565 SGallenOffn. II 475
  • der schuldner und zinßverkäufer jederweilen die offne hand hat, wann ihme gelegen, das hauptgut dem käufer ... heimzugeben
    1650 Gothein,Colloqu. 21
  • solle ... unterthanen die offene hand vorbehalten bleiben, wein, leuth ... hinüber und herüber führen zu dürfen
    1733 Gothein,Colloqu. 21
D II 54 rechte Hand 

D II 54 a
  • [dat ma] alle stellen tingh, hoe deen gued hit se, al deer ma hit fint, dae riuchta hand [für legitimo domino] weder thi iaene sonder leesne
    1323 Richth. 102
D II 54 b Ehe zur rechten beziehungsweise linken Hand 
  • de matrimonio ad morganaticam vulgo vermählung zur linken hand 
    1731 Gabriel Schweder, Disput./Weber,Lehnr. I 354
  • die zwischen ungleichen standespersonen vorgehenden verehelichungen wurden ohne unterschied, ob die antrauung zur linken oder rechten hand geschehen ... für eine wahre ehe geachtet
    1756 CMax. I 6 § 45
  • mannspersonen von adel können mit weibspersonen aus dem bauer- oder geringerem bürgerstande keine ehe zur rechten hand schließen
    1794 PreußALR. II 1 § 30
  • MnlWB. III 88
D II 55 schaltende und waltende Hand 
  • das ein jegklicher, der von manss namen waltendi hand oder der eltist, so in einer hushab ist und mit tod abgaͮtt, sol ainem hern appt ... das best hopt ... zehanden komen laͮssen
    1484 SGallenOffn. II 458
  • welche ihres eigen gewalts (sui juris) werdind, und, wie in eydgenössischen gesetzen auch solches ausgedruckt wird, schaltende und waltende hand ... bekommen
    1727 Leu,EidgR. I 490
D II 56 schuldige Hand der Schuldige
  • dat dio schildige hand bytalye an twira nouwelikera orkenda andert
    1404 Richth. 501
D II 57 sichere Hand 
  • sol der maier ... 10 s. ₰ geben uff Martini ... dem probst zu sinen sichern handen und gewalt
    1514 JbGraubünden 40 (1910) 17
  • jm das erb ... zu seinen sichern hannden stöllen
    TirolLO. 1573 III 27
  • von der hinterlegung zur sichern hand 
    BadLR. 1809 Satz III 11 Überschrift (S. 512)
  • SchweizId. VII 177
D II 58 spinnende Hand Frauenseite
D II 59 starke Hand 
  • die executiones, deren sentenzen geschehen durch die starke hand zu Aachen, per requisitiales
    16. Jh. Koeniger,SendQ. 115
D II 60 trockene Hand bei der Hinrichtung ohne Blutvergießen
  • daß man den übeltäter richten soll mit truckner hand henken sol zwischen himel und erd an den liechten galgen
    1470 Wolff,GerichtsverfHochstAugsb. 166
  • das zu im mit druckner hand vom leben zum tod gericht werden solle
    1478 AugsbChr. III 440
  • daß der arme sünder mit dem schwerd und blutiger hand, oder mit dem strang und truckner hand ... gerichtet werden solle
    oJ. Augsburg/ZRG. 5 (1866) 159
D II 61 unbenannte Hand zukünftiger, noch unbestimmter [Mit-]Besitzer
Sachhinweis: Rive,Bauerng. 329
  • geine havesschulten sollen unbenannde handt doin an einigem havesguide, offte ander luide dragen laiten tho behoiff der erven
    oJ. Rive,Bauerng. 518
D II 62 ungeschiedene Hand gemeinsam
D II 63 ungesperrte Hand 
  • den ... vnndterthonen soll ein vngespertte handt gelassen, vnd niemand durch straff oder schaffung zue diser müll genöttigt ... werden
    1605 Indersdorf II 315 (nr. 2059)
D II 64 (mit) ungewährte(r) Hand ohne Berechtigung
  • dat nymant ... wijf of kijnderen in nymants hof ongewairder hant comen sal
    1523 Amersfoort 225
  • ymant die dess anders goet ongewairde hant antast ende neemt
    oJ. Amersfoort 138
  • so wie des anders lant delft oft cley neemt of made neemt of mayt of bonen of erweten onghewairder hant, verbuerde 12 sc.
    oJ. MnlWB. V 742
  • dat nyemant ... ongewairder hant komen en sall bynnen yemants huysinge, hovynge off bedelffte om yemant dat zijne te ontvryen
    oJ. MnlWB. V 742
D II 65 unhuldige Hand 

D II 66 unparteiische Hände 
  • wan zwoo partheien um frücht oder räub ... streitig werdend und der kläger begehrte, daß dieselben ... in verbott und unpartheyische händ gelegt werden möchte
    1715 MurtenStR. 511
D II 67 untere Hand 
  • wan der recht manlehen von im ist als von der undren hant ... wan sin gnade und die herrschaft zu F. die oberhant darüber ist
    1441 SchwäbWB. III 1107
D II 68 währende Hand sicherstellende und leistende Treuhand?
  • weres das sie des nicht intetin [das Gut bebauen], so sal sich der vndirspitteler des erbes widir vndirwindin vnd brengin is in werinde hand das im sin czins moge werdin
    1393 CDWarm. III 244
  • also das lange wuste gelegen, vnd Sch. nicht wolde sich bedenken, das gut czu bewonende addir in werende hant czu brengende, do lys en der foygt von K. heyschen auf das gut czu dren dingentagen
    1405 CulmUB. I 358
  • T.H. sal den garten wider in werende hant brengen, den er von der stad hat empfangen, ader sal do vor czinsen
    1412 CDWarm. III 410
  • so es geschicht, das gütter und gründe an außländische leute vererben, die sollen keine bereitte gütter noch fahrende haabe von hinnen nehmen, sie bringen denn die liegende gründe in werende handt 
    1599 DirschauWillk. 43
D II 69 waltende Hand 
  • welche ihres eigen gewalts (sui juris) werdind, und, wie in eydgenössischen gesetzen auch solches ausgedruckt wird, schaltende und waltende hand ... bekommen
    1727 Leu,EidgR. I 490
D II 70 mit warmer Hand zu Lebzeiten
  • een yghelic persoen van vrier conditie, libere ende zyn selfs zynde, wel zyn memoirie ende verstandt hebbende, zal binnen zynen leven vermoghen te disponeeren ende wech te gheven metter waermer handt, behoudende blat ende usufruict zyn leven lanck up dat hem belieft, of pure zonder reservatie, dat men heet donatio inter vivos
    1546/48 CoutCourtrai(Strubbe) 421
  • alle giften ghedaen van roerlicke goedighen ende die metter warmder handt wech ghedreghen, sorteren vulle effect, maer inghevalle sulcke partijen van giften noch bevonden waere ten sterfhuyse vande donateurs, zoo sullen die de voernomde hoors aenveerden, gelijck offer geen gifte of ghegheven en waere
    1547 TieltCost. 263
  • in verbintenisse van roerlijke en gereijde goederen, is van noode dat deselve metter daat ende warmer hant in de magt van den crediteur worden overgelevert
    1595? CoutLooz II 460
  • alle ghiften inter vivos, die men heet ghiften ghedaen metter warmer handt 
    16. Jh. CoutBruges I 168
  • van gemeene meublen vermag den man te disponeeren by verkoopinge ... ende by gifte met de warme hand, sonder consent van syn wyve
    1682 CoutArdenburg 390
D II 71
zweite Hand Verwahrer
  • die hinterlegung zur zweyten hand ist ihrem wesen nach ein unentgeltlicher vertrag
    BadLR. 1809 Satz 1917
D II 72 mit verschiedenen Ordnungszahlen

D II 72 a als Stufe der Belehnungen
  • an die vîrden hant ne sol nichên lên comen
    1224/25 Ssp.(Eckh.) LR. III 52 § 3
  • svie gerichte to lene hevet von 'me koninge nedervart, dat ne mach nicht komen in die vierden hant 
    1224/35 (Hs. 1369) SspLehnr. 285
  • der pan mag nicht verrer dann an die dritte hant 
    14. Jh. SteirLl. Art. 142
  • so wer einige erb binnen unser statt gelegen besetzen oder vergeben wollte von leibserben zu leibserben zu ersterben, der mag das thun bis auf die dritte hand 
    1437 KölnStat. I 17
D II 72 b Zwischenhändler oder späterer Erwerber
  • were ime die erste zalung, ee das ross in die vierte hand komen, ervolgt, und móchte villicht das ross under entwederem kóúfer verderbt worden sin
    1620 HönggMeierg. 111
  • [indossaments] welche offt in die vierdte bis fünffte hand kommen
    1663 Schirmer,KaufmWB. III 1107
  • die wechselbriefe werden auch von dem creditore ... in anderte, dritte, vierte hand ... verhandelt
    1717 CAustr. III 881
D III verbale Verbindungen:

D III 1 die Hand abbieten die Gewalt (über ein Gut) entziehen
  • ließe [der Schuldner] solches termin ohne befridigung seines gläubigers verfließen, so mag besagter gläubiger solche güetter ihme rechtlich zuerkennen und dem besitzer derselben bey fünff pfundt bueß die hand abbietten laßen
    1715 MurtenStR. 513
  • ein arest anzulegen, die hand abzubieten, und dergleichen gebott oder verbott zu verrichten zween batzen
    oJ. MurtenStR. 549
D III 2 Hand und Fuß abtun auf ein Recht verzichten
  • wilt hy des gelts niet, soo ma(e)ch hy dat voor den scholtes leggen ... ende laten den gelder dan kondt doen met des heren bode sijn(s) gelts daer te gesinnen, ende mach hem dan handt ende voet aff doen gebieden van erff
    1550 LimbWijsd. 45
  • sij brochten 't aen 't hoech gericht aen, om bevelen den geenen dije uutgewonnen weren hant en voet aff te doen
    16. Jh. CartSTrond II 508
D III 3 die Hand abziehen 

D III 3 a Hilfe, Unterstützung entziehen
  • es ist ein grosse schand unnd laster den eltern, das sie ire kinder dahin ziehen, das sie studieren muͤssen, und hernacher ... die hand abziehen und sie also hilfloß ston lassen
    16. Jh. Montanus 40
D III 3 b Anspruch auf einen Gegenstand aufgeben
  • dat hem een lantschere dus vorsiet, dat hi aftrecke sine hande vander liede goet vanden lande
    oJ. MnlWB. III 91
  • dat sij hoir handen aftrecken van minen goede
    oJ. MnlWB. III 91
D III 4 mit der Hand anfassen 
  • sa fath fulsusterne mith fulre hond on
    oJ. Richth. 166
  • sa feth thi sun anda tha aldere lawa on mith tuam hondum "er greift zu mit zwei Händen, das ist er erhält doppelte Erbportion" 
    oJ. Richth. 209
D III 5 Hand anlegen Gewalt (an)tun

D III 5 a widerrechtlich
  • leit einer dem andern hant an zornliche ane tot der büszet dem schultheiszen drü pfunt
    1410 FreiburgÜÜbers. 32
  • welch dinstgesinde adir uswirdiger ein burger adir burgerskind blutronstig adir sin hant frevelichin an on leite, der sal das bußen noch unsers gnedigen hern gnade
    1455 KahlaUB. 90
  • die andern kleinen freveln, als die so der beiden herrn gebot verachten, gegen bütteln freventlich handt anlegen ... die gebührt ein schultheiss zu straffen
    1496 Ladenburg 699
  • wellicher ... einen recht bietenden anfallt vnd in zornigem muht frevene hand an ihn leit
    1541 ArbergStSatzg. 41
  • an die personen der justitien kein hand anlegen
    1567 Moser,KreisAbsch. I 483
  • da einer dem andern hand anlegen würde, so sol er ihme mit achtehalben gülden abtrag thun
    1586 LübStR. I 1 § 13
  • wann der verehrt ... seinen gaber nach leib und leben stuende, an ime fräventlich hand anlegte
    1599 NÖLREntw. II 13 § 10
  • gewaldthaetiger weiß haend an jhnen anlegen
    1619 Lazius,Wien II 65
D III 5 b obrigkeitlich
  • si legten hend an si vnd saczten si in hut
    2. Hälfte 14. Jh. Apg. 4, 3/CTepl.
  • das einer [ein Geistlicher] fori factum gethan hett, da man hand anzulegen schuldig wer
    1507 Bruchsal 904
  • ob es sich begäbe, daß ein büchsen-meister unter andern soldaten zu händeln käme ... so soll weder profoß noch steckenknecht hand an ihn legen
    1520 Lünig,CJMilit. 4
  • sollen sie ... macht haben handt anzulegen vnnd die malefitz persohn einzuziehen
    1616 Beuthen (Nschles.)/MittSchulg. 3 (1893) 258
D III 6 antworten 

D III 6 a jemanden einem andern in Schuldhaft übergeben

D III 6 a α
  • de richtere sal ime den man antwerden [Lesart mit der hant]
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 39 § 1
  • wirdit ein man geantwert mit der hant vor schult, der richter sal sprechen: antwertit in uns wider, alse he von uch ledic wirt, unde sal im ienis hant in sine hant geben
    um 1300 FreibergStR. V § 32
  • ist eyn fruwe ... schuldig ..., findet man by or nicht, do man von gehelffen kan, so mag man sy antwerten hen by der hant also eynen man
    nach 1358 Rb.n.Dist. III 9 Dist. 6
  • ab man yn nu antwertten sulle mit der hant deme cleger umb dy schulde
    1400 MagdebFr. II 2, 16
  • hat er der pürgen nicht ... man antwort in dem man, dem er schuld ist, mit der hant 
    1413 OfenStR. 100
--
überantworten 
  • [den säumigen verurteilten Schuldner überantwortet] der richter dem gleubiger bey der hand für die schuld, den zu seiner arbeit zu gebrauchen
    1541 König,Proz. 123v
  • wo aber der vorteilte ... arm ist, als denn moͤchte er seinen gleubern ... mit der hand oberantwort werden
    1561 Rotschitz 83v
  • mag der richter den beklagten schuldener dem kläger, als seinem gläubiger ... bey der hand überantworten
    17. Jh. GubenRB. 17
D III 6 a β reflexiv
D III 6 b sonstiges
  • spreket en knape ene iunkfrowen an, dat se ome ore truwe hebbe gheven, bekant se des, men scal se ome antwerden bi der hant, so scal he mit ore gan in welk lant he wel
    1353 OsterwieckStB. 6
D III 7 zu einer Hand (auf)ersterben (im Verfangenschaftsrecht durch Tod eines Vorfahren)
  • als P. von B. ûf wiesen ... von sîns kindes wegen gekommert hatte, die demselben sîme kinde zû einer hant ûferstorben wêren von sîme anherrn
    1406 Frankfurt am Main/LSchrP. 193
  • kinde ..., den der wingarthen zu eyner hant irstorben [war] von siner muder
    1419 GelnhausenGB. 18
  • nâch dem als K. ... bekenntlich wêre, daz die wiesen dem kinde ... zû sîme teil zû einer hand erstorben wêren, daz sie dan die nit virkeufen, virsetzen oder virûssern mege während ir lebtage
    oJ. LSchrP. 194
D III 8 die Hand auf- und abhalten Gebärden beim Schwur
  • heer rechter, heeft hy dan oerloff op te houden? ja; soe staeft hem de rechter een eedt; - herr rechter, heeft hy nu oerlof sijn hant of te houden? ja
    oJ. MnlWB. I 236
D III 9 die Hand aufgeben 
  • anno 1600 ... haben T. ... und P. ... die handt an den hof ufgegeben ... und haben ... das helmgen verschossen und darauf ewig verzeigen
    oJ. AachenZ. 6 (1884) 57
D III 10 die Hand aufheben gegen Gehorsam aufsagen, sich öffentlich und feierlich erklären gegen
  • eer si ophieven de hant jeghen de graven van Hollant
    oJ. MnlWB. III 93
D III 11 mit der Hand aufnehmen 
  • solly ein yeder schuldig sein by seinem eid frid mit der hand aufzenemmen
    1579 GraubdnRQ. III 307
  • man darf den friden nit wyters mit der hand aufnëmen, man hette dann wol darweil
    1731 SchweizId. II 1386
D III 12 die Hände ausrecken als Zeichen der Amtsbefugnis
  • vergleiche: die schulte des houes to Loen, vnd die vier tegedere, vnd die twe manne, die geschworen hebbet vmme des amptzrecht, waer die seuene de hande reicket, dat is ein insiegel des ampts tho Loen
    oJ. Westfalen/GrW. III 146
  • war die seeuen vorg. die hande vthrecken, dat is oer ingesiegel des ampts tho Loen
    oJ. Westfalen/GrW. III 148
D III 13 befehlen bei der Hand anempfehlen
  • der lac in sinin ende und bevalch dich mir bi der hende 
    12. Jh. Rother(de Vries) V. 5135
D III 14 in die Hand begreifen eidlich bekräftigen
  • were sache, das der scheffen desselven urdels zum neisten gedinge noch nit wies enwere und dat in des richters hant begrifft, so mach hie des urdels syn vorder berait nemen de irste, de ander, de dridde vertzehen dage, so vere hie zu ieckligen maile in des richters hant begrift, dat hie des noch niet wies ensy
    1510 SiegburgWQ. 34
D III 15 (belauchen) 

D III 15 a etwas in seiner Macht haben, festhalten
  • die coninc van Ingelant, ... die wel in die hant sijn rike hevet beloken al
    oJ. MnlWB. I 872
  • [hi] heeft beloken in sine hant arme ende rike ende al mijn lant
    oJ. MnlWB. I 872
D III 15 b jemanden vertilgen mit dem Schwert
  • om dattu ewelijc viant hebste gheweest, ende hebste die kinderen van Israhel beloken in des zwaerts handen 
    oJ. MnlWB. I 872
D III 15 c mit geschlossener Hand eine feste Summe als Schadensersatz geloben
  • men deed dan en eed, dat men de schadevergoeding naar sijn beste weten berekend had; M. sel maken een beloken hant ende dair op zweren mit dat hi dair in brenghet C. al volbetert
    oJ. MnlWB. III 89
D III 16 die Hand beweisen Befähigung zum Handwerk nachweisen
  • wyl eynes mesters soene sick settenn yn dat ampt, dar syn vader inne hoerdt, de schal syne handt vor den werkmesterenn erst bewissenn unn geven den werkmesterenn eyne tonne bers
    oJ. HusumUB. 130
D III 17 die Hand bieten 

D III 17 a Hilfe geben, aushelfen
  • so derjenig, der für den entfierten bezalt hat, um hülf gegen dem flüchtigen ansuchen würde ... soll ime nach gestalt der sachen die hand geboten werden
    1555 SchlettstStR. 396
  • damit allen wucherischen stuͤken gesteuret und dem schuldner die hand gebotten werde
    AppenzLB. 1733 S. 59
  • der uns so oft in verzweifelten sachen die handt hat botten und aussgeholfen
    oJ. Sebastian Franck/SchwäbWB. III 1101
D III 17 b de hande bieden oder naar iemand uitstrekken zum Zeichen der Unterwerfung
  • de cardenale die hande boden den keyser, ende vielen te voeten
    oJ. MnlWB. III 90
  • hi boot hem sine hande ende wart verholenlike sijn man
    oJ. MnlWB. III 90
D III 17 c Frieden gebieten
  • dat die rechter sculdich is sijn hant te bieden ende ... een vrede aldair te vermanen
    1410 BrielRb. 215
D III 18 binden 
  • das ander halbteile ime voir abegang siner mütter zu einer hand gebunden [in der Verfügung beschränkt] und nach sins vader seligen dot verfallen ufferstorben ist
    1485 FrankfOHof 572
D III 19 Hand brauchen 
  • wer rät oder ainichen weis handt auf seinen schaden praucht "Pläne oder handgreifliche Gewalt zu seinem Schaden anwendet" 
    15. Jh. Füetrer 38
D III 20 zur Hand bringen 

D III 20 a festnehmen, in Gewahrsam bringen
D III 20 b
etwas herbeischaffen
  • dz einer sich unterfinge mit unerlaubten mittlen dz entwendete wider an die hand zu bringen
    1650 GraubdnRQ. II 320
-- auftreiben
  • die geschwornen, so man an die hand bringen kann, auf die stuben beruofen
    oJ. SchweizId. II 1382
-- aufbringen, zusammenbringen
  • so die zunftmeistere alles das gelt, so der zunft das jor über gefallen, zur hand gepracht haben, sollen sie ... vollstendige rechnung ... tun
    1600 HeidelbStR. 1125
D III 21 die Hand zedieren 
  • einem die hand cedieren "den Vortritt überlassen" 
    1746 SchweizId. II 1385
D III 22 an die Hand dingen 

D III 22 a durch Zeugen feststellen lassen
  • wenn ... der grichtschryber von unnser statt eynung wegen ..., so er nit kundtschafft haben mag, an eines hannd dingen vnnd ziehen můß
    1539 BernStR. I 266
D III 22 b den Eid (der andern Partei) zuschieben
  • das man umb keyne sachen an einsin hand dingen soll: obwol an etlichen orten zuglassen, umb allerley sachen ... an des antworters hand die sach ze dingen und ze züchen
    1623 ZofingenStR. 327
  • wann endtwedere parthey die sach an deß gegentheils hand gezogen, sie nachwerts nit mehr kundschafft namsen, oder, so sie einmahl kundschafft genamset, folglich nit mehr an deß anderen hand dingen möge
    1715 MurtenStR. 507
  • 1762 SchweizId. II 1387
D III 23 die Hände einschlagen (von Amts wegen) eingreifen, vorgehen
  • das, so bald ... ein ankläger ermanglete ... oder das gericht selbsten vor guth und vorträglich befindete, die hände einzuschlagen, so ist eo ipso der wecg zur inquisition schon eröffnet
    1707 SudetenHGO. Art. 3 § 4
  • wann dieselbe entweder per citationem, inquisitionem oder sonst die haͤnde schon eingeschlagen hat
    1751 CJBavCrim. II 11 § 4
D III 24 sich entziehen in die Hand (eines andern) bei Verzichthandlungen
  • wie er sich derselben gewellstatt in seine hand entziehen sollte
    1341 AbhSchweizR. XIII 57
  • wenn der Ba. ... sich offentlich an des riches strass der vorg. gewellstatt entzige in des Brenners hand 
    oJ. AbhSchweizR. XIII 58
D III 25 die Hand erwischen. einem die hand im sack erwischen ihn auf frischer Tat ertappen
D III 26 aus der Hand fahrlassen 
  • per emancipationem thaz siese uzzar iro henti odo ... eigine farlazzen
    oJ. AhdGl. II 103
D III 27 in die Hand fallen 
  • seit anno 1696, als in welcher zeith wir unser anzogene hinvorige erkantnuss der landtschaft in die hand fallen [einhändigen] lassen
    oJ. Niedersimmental 279
D III 28 die Hände falten 

D III 28 a bei der Lehnshuldigung beziehungsweise beim Erbitten des Lehens
  • so manc edele man ... sine hende mir gevalten hât; unde haeten si dise untât, der ir dâ jehet, an mir erkant, ir deheiner haete sîne hant zwischen die mîne nie geleit
    1210 GottfrStraßb. V. 5440
  • sus sal die man spreken also he sines gudes sint mit gevaldenen henden 
    1224/35 (Hs. 1369) SspLehnr. 181
  • bit gevalden henden, bit gekusten munde als man lehen zu rechte lihen sal
    1339 NassauUB. I 3 S. 196
  • daz beide, pfaffinforstin und leyenforsten, er manschaft beide glich enphaen, also mit gevalten hendin und mit geboyten knyen, daz bedutid di huldunge
    14. Jh. EisenachRB.(Rondi) 98
  • wil nu iwer muomen sun riterlîche fuore tuon, daz er uns viel ergetzen sîn, sô valte ich im die hende mîn
    oJ. Wolfram von Eschenbach, Parzival, mittelhochdeutscher Text nach der Ausg. von Karl Lachmann; 1. Buch (Stuttgart 1983) 51 (S. 88-90)
  • GrRA.4 I 482
D III 28 b
  • ein man ... sol den glaubenbrief oder abheischung in das gericht bringen mit gefeldeden henden 
    oJ. Wigand,Denkw. 113
D III 29 die Hand fortstecken 
  • die rechter stect sijn hant voirt ende vermaent P.H. aldair een vrede
    1410 BrielRb. 215
D III 30 an der Hand führen 
  • wer hinein in den markht zu inn jagt oder getrunngen wiert, vnnd nit ware tat an der hannd fürt [mit der Handhaft betroffen wird], dem habenn die geschworenn ain gelait zugebenn bis an ainnen pfleger oder an seinen richter
    Mitte 16. Jh. LaberMarktStat. 137
D III 31 geben 

D III 31 a aus der Hand geben schiedsrichterlicher Entscheidung anheimstellen
  • ab czwene man eyne sache vor gerichte usz der hanth gebin erbaren luthen zcu berichten
    1400 MagdebFr. I 18, 1
D III 31 b die Hände geben als Zeichen der Versöhnung
  • hat man ... die güte gesuchet vndt es dahin vermittelt, dass sie als schwäger sich mit einander obgestalten sachen nach vergleichen, einander die hände geben vndt vertragen solten
    1663 HelgolGerProt. 162
D III 31 c unter die Hände geben 
  • de vader mach sinem kinde nichtes sellie, dat is (under de hende geven), dewyle dat he unde de moder leuen
    1593 JütLow.3 I 14 § 1
D III 32 gehen 

D III 32 a α sich etwas an die Hand gehen lassen zu Eigentum erwerben
  • ihr sollet versehen sein mit feursprützen, die ihr euch da etwa ankaufen und an die hand gehen lasst
    1736 SchweizId. II 1384
D III 32 a β an die hand geht "der zur Hilfe Bereite oder Helfende"
  • DWB. IV 2 Sp. 346
D III 32 b aus der Hand gehen abhanden kommen, verloren gehen
  • der sol den liuten daz gelten den ir lîpgedinge ûz der hant ist gegangen
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 37
  • swie dem man daz gut uz der hant gît mit rehte, daz sol er im erstaten mit einem andern lehengute
    1275/87 Schwsp.(R.) Lehnr. 71 § 3
D III 32 c in (jemandes) Hand gehen sich unterwerfen
  • gewan her C. daz [das ist Burg H.], also daz si sich ufgaben unde gingen in hant 
    um 1400 LimbChr. 73
  • dat stift geink den Mortschen ... in hant 
    oJ. KölnChr. II 141
  • hadde der herzich van B. gedrungen die stat Brucke, dat si eme in hant moisten gain
    oJ. KölnChr. III 177
  • KölnChr. II 177
D III 32 d von der Hand gehen 
  • wes uns mogelick ys van der hant to gande "sich nachgiebig zu zeigen" 
    oJ. NdJb. 45 (1919) 58
  • SchwäbWB. III 1104
D III 32 e
  • es gehet uns täglich um die händ für identidem id nobis obtingit, usus venit
    1683 SchweizId. II 1388
D III 32 f zu der Hand gehen helfen
  • soll jhiner, so den schaden geton hatt, der ainung absin und im zu der hand gen und im sin schaden bekerren
    1447 Philippsburg 955
--
Fronarbeit leisten?
  • dasselbig floß sollen die fehrer alle 14 tag fegen, wo sie das nit thäten, so sollen sie einem keller in aller maß thuen als einer der im dorf unbuwiglich säße, und zum stab und zur hand gehen, als von alter herkommen ist
    1494 Unterfranken/GrW. VI 57
D III 33 an die Hand greifen durch Handschlag versprechen? Abbitte tun?
  • han unßer herren die scheffene mit ortel gewyset, daz Peter van H. nit abesin moge, er muß solichs verbußen und nach recht, herkomen und gewonheyt des richsgericht zu F. dem vorgenanten A. an syn hant gryffen
    1472 FrankfOHof 391
D III 34 haben 

D III 34 a besitzen, innehaben, zur Verfügung haben

D III 34 a α an der Hand haben 
  • wie dat lif gewin hevet an der hant, die sal't behalden totten rechten
    1417 CleveStR./ZRG. 9 (1870) 436
  • dat (guet) hait D.M. an der hant und ontfangen
    1491 NrhAnn. 5 (1857) 3
D III 34 a β bei der Hand haben 
D III 34 a γ in der Hand, in Händen haben 
  • welcher ein guot 12 jar unansprächig in handts hat
    1579 GraubdnRQ. III 301
  • hat G.S. ... in aufgetragener gewaltschafft deß alaun, victriol und schwefel bergwercks einnahm und ausgab in händen gehabt
    1612 Span,Bergurthel 125
  • [soll] zugelassen syn, hinder derjenigen thwing- und panerherren thwing und baan zu jagen, welche hierumb recht in handen haben
    1616 WaadtStat. 270
  • soll dem ansprecher, wann er nit ordenlich verführtes recht in handen hat, das pfand und schatzungsrecht nit zugelassen [werden]
    1670 Obersimmenthal 164
D III 34 a δ zu (ihren) Handen haben 
  • soͤllent alle massen, messe und gewihte und daz, daz dar zů gehoͤrt, zů iren handen haben und seczen und entseczen, als sú dunket
    1386 FürstenbUB. II 334
D III 34 a ε insbesondere unter Handen haben [zur Bewirtschaftung]
  • hât ez halt bereitez guot under handen, swaz er dâ mit tuot, daz ist niht stæte
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 55 § 3
  • wanne sie dene [Hof] selber astenn vnd vnder hannden hann
    1453 Wetterau/GrW. III 494
  • soll niemand anders von solichen wiesen verliehen werden, noch nimand die unter handen haben zu gebrauchen, dann allein die in unser statt mit heußlichen wesen zu liebe und leit gesessen
    1500 Worms/FrankenthalMschr. 9 (1901) 14
  • ward gefunden, de dat gued under henden hedde, möchte darvan holten unde anders nemant
    1502 Niedersachsen/GrW. III 275
  • sollen obgedachte ecker ... vnter iren handen biß zu endtlicher betzalunge vnd abelegunge der heuptsummen ... bleiben
    1552 DrübeckUB. 231
  • willen er nicht vogtbar gewest, und noch nichts under hennden gehabd
    1577 MHungJurHist. V 2 S. 49
  • deme manne, so den dick under handen gehatt, sin hus afbrecken
    1579 JbOldenb. 17 (1909) 17
  • alle die fahrhab, so ihr bewusst und sy under handen hette
    1616 WaadtStat. 38
  • geld für die unter henden habende arbeit
    1690 HistBibl. 2 (1897) 46
  • [Übertragung von Gütern] usgenommen 12 morgen acker, die R. von B. under handen hat
    oJ. FriedbergUB. I 62
D III 34 b
  • alle gueder, die tho B. kurmodich synt, sullen schuldich syn eyn gesworen laet den heren to halden, ind der sall die manshant an der hant hebben [das heißt berechtigt sein, Güter an Männer zu verleihen]
    1426 SPantaleonUrb. 342
D III 34 c
  • soll der rector ob diesen statuten ... die handt haben [das heißt für ihre Beachtung und Durchführung sorgen]
    1578 OÖLSchulG. 136
D III 34 d habende Hand 

D III 35 halten 

D III 35 a mit einer Hand 
  • is id ok dat se suket edder kranck synt vnde mogen holden myt ener hant ene wachtscalen to wegende, so mogen se noch don eren erfkop
    1492 FlensburgStR. Art. 11 (S. 61)
D III 35 b die Hand (darauf) halten darüber wachen, Acht haben
  • ist unser gnädigster will, dass ihr diese unsere gnädigste resolution in vim pragmaticae aller orten publicieren und darauf feste hand gehorsamst halten sollet
    1704 Archiv český 24 (1908) 19
  • Gutzeit,Livl. I 482
D III 35 c einen in der Hand halten ihn schützen
  • GrRA.4 I 618
D III 36 a wegkaufen
  • wann einer dem andern in den kauf felt, das kaufgeld ersteigert, und etwas aus den händen kauffet, soll drey pfund straf zu geben schuldig sein
    1599 LauenburgStR. 327
D III 36 b Gegensatz zur Versteigerung
  • het dickwils gebuert, dat ymandt, tzij ter stocke tzij uyt er handt [französische Übersetzung: soit à l'enchère publique, soit à la main] ghekocht hebbende eenigh immeubel goedt
    1744 CoutBruges II 676
D III 37 die Hand kehren das Lager wechseln, die Partei ändern
  • die van Mechgelne willen die hant keren ende Brabant ontsecgen
    oJ. MnlWB. III 92
  • so soude tghemeente van Hollant herde sciere keren de hant 
    oJ. MnlWB. III 92
D III 38 zu der Hand kleben 
  • dat het en hanthaftich dat. dat enen so to ghehechtet is. alse eft id eme to der hant cleue
    1368/76 HerfordRB.(Normann) Art. 27
D III 39 kommen 
  • so drade se albeide weder bi de hand komende werden [zurückkommen werden]
    1447 HildeshUB. IV nr. 651
D III 40 lassen 

D III 40 a von Menschen

D III 40 a α aus der Abhängigkeit, Unfreiheit
  • wij adolph greve van Cleve maeken kunt allen luden ... dat wij Frederich deen kremer borgere van B. ... uter hant laeten ende quijt schelden van alsulken eygendomschap end ghehorichschap, als hie ons ... verbonden was
    1372 MittPreußArch. 14 (1909) 49
D III 40 a β aus Gefangenhaltung
  • die ... Grett ... ward ... vß vnd uon vnsern handen vnd gefangnuͥsse gelassen
    1448 BernStR. I 213
D III 40 b von Sachen
  • de dar len ane hebben, de scholen dat van der hant laten
    1349 MecklUB. X 315 nr. 7000
  • wo ein man ... geweldiglichen eyne sache uz der hant lest zu luten
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 370
  • muss man im die morgengab vnder handen lassen, diewil er lebt
    1455 Büron 111
  • die 5 1/2 kucks ... zu sinen handen gelaßen
    15. Jh. FreibergBUrt. 338
  • soll ihm dasselbe [Gut] noch ferners unter händen gelassen werden
    BernGS. 1762 S. 43, 5
  • so der gleubiger dem schuldner die geschätzt fahrend haab zue seinen hannden last
    oJ. Fischer,Erbf. II 256
  • DWB. IV 2 Sp. 350
D III 41
zu Hand legen verhaften, festsetzen
  • wo er den von E. ... in vnsers ... herrn obrigkeit betretten werde, [soll er den] verstricken vnd zu hand legen
    1565 Eberstein2 I 180
D III 42 unter die Hand leihen "auf Borg geben"
  • bis ostern nechstkoment hundert guldin rinscher vnder sin hend lichen
    1463 BernStB. 62
D III 43 Hand und Fuß lichten absehen von, verzichten
  • oft die woerden ende actie van handt ende voet te lichten importeren ende beteekenen eene actie reele? [französische Übersetzung: si les expressions et l'action de lever main et pied désignent et comportent une action réelle?]
    1645 CoutLooz I 301
D III 44 liegen 

D III 44 a in des kuniges hande ligen "Geisel sein"
  • GrRA.4 II 171
D III 44 b die Hand liegt unter dem Faß jemand ist machtlos, die Hände sind ihm gebunden
  • wenn inen sölicher gestalt die not an die hand stiesse und inen die hand under dem fass läge
    17. Jh. SchweizId. II 1388
  • du capitalist hast zehen und mehr per cento von leuten genommen, denen die hand in der oder dieser not unter dem fass gelegen
    1727 SchweizId. I 1048
D III 45 loskommen 
  • up börgers hand loskamen "auf Bürgschaft aus der Haft freikommen" 
    oJ. SchleswHWB. II 601
D III 46 nehmen 

D III 46 a an die Hand nehmen 

D III 46 a α das Recht an die Hand nehmen (den gerichtlichen Weg) beschreiten, (das Gerichtsverfahren) durchführen
  • daß das recht fürderlich an die hand genommen und nit gefarlicher wys ufzogen werde
    1572 SGallenOffn. II 130
-- in Anspruch nehmen
  • vermaint ... der ... brobst hierinn beschwerth zu sein, mag er derhalben das ordentlich recht an die hanndt nemen
    1557 Indersdorf II 290 (nr. 1985)
D III 46 a β (der Ausweisung) Folge leisten
  • so aber [er] das nit thäte, soll er die leystung wie obstadt an die hannd nemmen vnd nit wider in gesagte herrschafft M. kommen, vntzit sin gegensächer aller dingen vernuͤgt wol bezallt sye
    1566 MurtenStR. 318
D III 46 a γ (Huldigung) entgegennehmen
  • wann ... sie herrn commissarii oder deren delegirte nach den unterthanen fragen und huldigung an die hand nehmen wollten
    1630 FreibDiözArch. 23 (1893) 238
D III 46 a δ in Besitz nehmen
  • wann einer einen weingarten kauft, denselben alsobalten am dritten tag von dem pergmaister an die hant nehmben [soll]
    1669 NÖsterr./ÖW. VIII 150
D III 46 b
  • dieselben wol handthaben, schuczen und schirmen, damit desshalben die gemaindt uber sie nit handt neme
    oJ. SchwäbWB. III 1105
D III 46 c unter die Hand nehmen in Angriff nehmen, sich darum kümmern
  • da enzwischen nimpt ez der rihter vnd der rat vnder die hant vnd versůchent mit allem fleizz rehtiv frivntschaft vnde svͦn
    1294 MWittelsb. II 46
  • were das uffloufe und zweyunge wurden ... das sullen die zwo stede nemen undir hende und sullen ez richten
    1340 FriedbergUB. I 140
D III 46 d vor die Hand nehmen etwas vornehmen, erledigen
  • dhain sache anfachen, noch für hand neͣmen, daz wider den raͧt syg
    1414 SchwäbWB. III 1103
  • was der abschid, land-frid und cammer-gerichts-ordnung deswegen ordnen und setzen, vor die hand nehmen
    1549 Moser,KreisAbsch. I 15
  • dair ... im ersten termin de gantze sache vor de hanth genhomen
    1574 Engelke,GogerichtDesum 65
-- in Angriff nehmen, aufstellen
  • ob ein ordnong des breuamtz, gut uffrichtich beir zu haben, vur die hant zu nemen und wie die vermessene 2000 gl. jars inzuprengen
    16. Jh. BuchWeinsberg II 246
-- angehen, in Anspruch nehmen
-- überlegen, untersuchen
  • deß ubelthetters aigene urgicht und bekenntnus für handt nemen, bewegen und ermessen
    16. Jh. FrkZentb. 176
D III 46 e das Recht zur Hand nehmen eine (Rechts-)Sache zur Entscheidung übernehmen, erledigen
  • sal der [wegfertige] man recht thue, das recht sal man dae zu handt nemen oder sal warten, wan er wider kumpt zu den nechsten gerichte
    14. Jh. EisenachStR. 46
D III 47 (die) Hand obhalten Aufsicht führen (mit Amtsgewalt über etwas wachen)
  • er begehrte ein gesetz, dass hand obgehalten werde, dass ein jeglicher kantonsbürger in zukunft wenigstens 1000 fl. vermögen besitze
    oJ. SchweizId. II 1384
D III 48 pfänden bei der Hand seinen Schuldner festnehmen
  • gynge de ... ute der besate unde keme noch eyns weder in de stad, den mach he denne panden by der hand unde dar syner vruͤnde so vele to nomen dat he dat ghedon konde; aver syn gud mach he panden met dyngworden alse wontlik is
    1400 GöttingenStat. 95
D III 49 die Hand recken 
vgl. ausrecken

D III 49 a als Gebärde bei Auflassungen, Belehnungen
  • [wir] han dem gotshaus ze W. dev aigenschaft mit rechter furzicht vnd mit gerachter hant ledichleichen gegeben
    1335 OÖUB. VI 178
  • wir haben in die laeut und guͤt aufgeben und gefertigt datz unserm ... chaiser Ludwig von Rom, dann und si lehen sind und von seinen erben der in sein hant auch darum gerecht hat
    1344 Rockinger
  • daz sich der chauff vergangen hat ... mit unserm ... willen ... und haben auch dar umb hant gerecht
    1360 MittSalzbLk. 11 (1871) 92
D III 49 b
  • es suln di purger hirten erschhayen selb setzen und entsetzen, und swen si nement darzů, dem sol der rihter diu hant rechen [das heißt in seinem Amt bestätigen]
    1312 Ingolstadt/MWittelsb. II 209
D III 49 c
  • de den handdeder bote wollen helpen doen, schollen der seelen und aller christen seelen ein pater noster und ein ave Maria spreecken, dann schall man den handdeder de hand [Leibzeichen] over dat graff reeken und laten sie dan fallen in de erden, und geven dan dat erste geld o[v]er dat graff
    1536 Schreuer,RToten II 177
D III 50 die Hand reichen unterstützen, helfen
D III 51
von der Hand richten die Hand (als Strafe) abschlagen
  • ist dv bůse ein halp jar vurd stat vnd ein phvnt phenningen, es were denne, das imme von der hant gerichtet wrde
    1290 RheinfeldenStR. 10
D III 52 in eine Hand schießen an jemanden übertragen
  • Johan wer ein grebe zu Ditze worden, hette he gelebet; unde [die Grafschaft] wart in ein ander hant geschoßen
    um 1400 LimbChr. 56
D III 53 die Hand schlagen 

D III 53 a (körperlich) berühren
  • roerende van der dingtale ... als of die maghen van P.F. sculdich sijn haer hande aen die roede te slaen ende haer hoghe boeten te waghen, eer si di guede, die P.F. vorsz. aftergelaten heeft, aen moghen waerden
    1411 Fruin,Dordrecht II 18
D III 53 b jemanden verhaften
  • zoe wat vreempde man enen anderen vreempden man in der stat oft binnen der stadt vrijheit van S. sloege, ... daer zoude men die hant aen slaen ende ghevanghen houden
    1366 Stallaert I 556
D III 53 c beschlagnahmen, (auch sinnbildlich) sich eines Gegenstandes bemächtigen
  • sal der here syn hant slaen an die erftael
    1426 SPantaleonUrb. 342
  • wann einer ... in dem stettlin N. an einich lyberben abgan würt, das alsdann der burgermeister innamen des stettlins die hand öber desselbigen gut, es syge ligends oder farends, schlachen möge
    1548 NydauFrhB. 60
  • als ein lenman steirft und die erven iere hende an dat guet schlaent
    16. Jh. NrhAnn. 45 (1886) 167
  • dass ... die vogt- und lechensherren, wann ein priester ... stirbt, in die verlassenschaft ihre hendt schlagen
    1623 AktGegenref.2 II 747
  • über des schuldners gut ... die hand schlagen
    1746 Leu,EidgR. IV 502
  • er schlug die nächste händ über die stift und alles, so ihro zugehöret, im nammen der statt Bern
    oJ. SchweizId. II 1384
D III 53 d insbesondere daran, darüber schlagen 
  • das alle die, die inwendig und ußwendig der stat gesessen sind, den solche huser als rechten erben zugehoren, ire hant doran slahen sollen vor andern personen
    1423 Loersch,AachRdm. 123
  • daß wir ... gwalt haben wöllen, vnser hand darüber ze schlachen vnd darin ... ze handlen nach vnserm belieben
    1541 ArbergStSatzg. 45
  • so sie [die Hühner] nit bezalt wurden, sol man handt dar an schlagen und dem grundt eignen zum broell on hindernus wenden
    1542 LuxembW. 477
  • sal die besitter mede zijn handt daeraen mogen slaen
    1544 Amersfoort 325
D III 53 e
D III 54 die Hand schließen (jemandem die Tätigkeit) verbieten, ihn ausschalten, ihn machtlos machen
  • sich selbst und den nachkommen um etwas geldes willen die hand ze schliessen sei man nicht gesonnen
    1521 SchweizId. II 1386
  • [sollen] ihnen [den Verschwendern] vormünder gesetzet und dergestalt die hand geschlossen werden
    1610 Scotti,Sayn 625
  • die behoirlycke wete ende insinuatie rechtelyck gedaen zynde, soe is van dan voertaen denselven coopere zyn hant gesloten van dieselve leengoeden te mogen blooten, tzy boomen afhouwen oft eenige andere vruchten daervan te prouffiteren, totter tyt toe dat het vonnisse in de materie van naderschap is gegeven
    1613 Stallaert I 556
  • "der Vogtsrichter will einen Schäfer, der gefrevelt hat, gefangen nehmen und bürgerlich in den Turm stecken; der Schäfer aber ruft mit Mordgeschrei die Cent an, dadurch wird dem Vogtsjunker die hand geschloßen, und die Sache erwächst dem centherrn an"
    oJ. GrRA.4 II 514
D III 55 die Hände schmieren bestechen
  • dat de zarser ... wolden lichte gherne de hande ghesmered hebben
    1437 LübUB. VII 719
D III 56 von der Hand schreiben 
  • quod si Hinricus dicto termino dictos denarios non exposuerit vel persolverit Johanni Hersen, dicta hereditas stat tunc Johanni pro prosecuto pignere [!] et potest vendere dictam hereditatem ubicumque voluerit et describere i.e. van der hant to scrivene
    1380 KielRenteb. 172
D III 57 einem eine strafwürdige Tat in die Hand schwören 
  • besteit he oͤverst nicht, eer em de daͤdt in de handt geschwaren wert: so schoͤlen de næffninge schweren, darna kan he tho keinem eede mehr kamen
    1593 JütLow.3 II 40 § 9
D III 58 in die Hände sehen 
  • "endlich läßt die Herrschaft auch dann einen Bauern nicht wegziehen, wenn er keine Erben hat und daher sein Gut der Herrschaft in die hände sieht"
    oJ. Fuchs,Untergang d. Bauernst. 53
D III 59 sein 

D III 59 a bei der Hand sein anwesend sein, erreichbar sein
  • verkoften de eyn erve, dat wibbelde gud were, myt vulbort erer kindere, dey by der hant weren
    1300 DortmStat. 146
  • so gij an den edeln ... geschreven hebben, de itzunt nicht bij der hanth en is
    1486 OstfriesUB. II 233
  • were aber der, so beclagt werden solt, bei der handt, das jme also durch den püttel müst verkündet werden
    1536 Gobler,GerProz. I 9 a
D III 59 b vor der Hand sein 

D III 59 b α von Menschen
  • ist dann eim ein burger ... vor der hand [vorhanden] und bezahlt sollichen mist, wie ihn der frembd erkauft hat, so solle ihm der verkauf gestatt ... werden
    1557 Wiesloch 715
D III 59 b β
  • mus die volmacht des anwalden des beclagten vor der handt sein, denn sonsten wird er nicht zu gelassen
    1541 König,Proz. 22v
D III 59 c unter der Hand sein abhängig sein
  • die Frau eines Abwesenden erklärt einer Gerichtsabordnung "sie sei eine Fremde, der deutschen Sprache nicht mächtig und also ihren hiesigen Anverwandten under der hand"
    1667 SchweizId. II 1382
D III 59 d zur Hand sein 
  • daer bede partyen ter handt syn [am Gericht erschienen] zullen ghelicke zaecke verbalelick bedinght worden ende beslicht
    oJ. Stallaert I 554
D III 59 e auf seine eigene hand gewesen, dafür gestraft mit ... für sich gelebt, sich selbständig gemacht
D III 59 f
  • sa skelin hia al en hond wesa "sollen alle für einander stehen" 
    oJ. Richth. 170
D III 60 setzen 

D III 60 a an die Hand setzen 
  • he mot wol sine claghe ofte sin antworde eneme anderen manne an dhe hant setten [ihm übertragen, anvertrauen]
    oJ. StadeStR. 136
-- an seine Hand setzen an sich bringen, unterwerfen
D III 60 b in [die] Hand setzen 

D III 60 b α allgemein
  • den dy gnannte frouwe dat sulve erbe darvor weder in ore hand gesat heft
    1410 BernburgStB. 313
D III 60 b β wie an die Hand setzen (Hand D III 60 a)
  • is dat dis cleiger de clage in hant setzt eyme anderen
    1324 Ennen,QKöln I 181
  • de sake eynem anderen in de hant setten: compromitto
    1500 ZWortf. 15 (1914) 288
D III 60 b γ verpfänden
  • hat uns ... H.W. alle seyne gueter ... vor allen schuldigern in die hant gesattet und in unser stadtbuch inschreiben lassen vorheischen und gelabt
    1495 CDBrandenb. I 12 S. 190
  • sein haus und hoeff ... zu einem beständigen gerichtlichen unterpfandt kraft dieses hypotheciret und in die handt gesetzet
    1619 BrandenbSchSt. II 596
D III 60 b δ "kein Krüger soll für die zu verzapfende Tonne Bier von den Schenkmädchen bestimmtes Geld nehmen, sondern jeder soll sein Bier auf eigene Rechnung verzapfen"
  • [der Magd oder dem Knecht] dat beͤr in de hant nicht setten
    1411 WismarBürgerspr. 208
D III 60 c aus der Hand setzen 
  • daz die ... tumherren ... vnd burgere alle die ... sache mit unserm willen und geheizze uz der hant gesaczt haben; die ... tumherren ... zcu hern Th. ... vnd die ... burgere zcu ... vnserm marschalke
    1352 HMeißenUB. I 385
D III 60 d
  • es sol ... ein vogt einen bannwarten, dem der warheit zuo truwen sie, zuo sinem und des probstes handen [als ihren Beauftragten, Vertreter] setzen, der der wäld und hölzer warte
    15. Jh. Aargau/GrW. V 66
D III 61 sitzen 

D III 61 a auf eigener Hand sitzen (noch) nicht verheiratet sein
D III 61 b zu einer Hand sitzen "Witwer, Witwe sein" (Gegensatz Gesamthand)
  • so wat kunne testamente, vermechenisse ... van yemande zo eynre hant sitzende van varenden haven ind guden gemacht werden
    1385 Ennen,QKöln V 473
  • ter ener hand sitten
    oJ. Woeste,WestfWb. 91
D III 62 die Hand sperren die Hände binden; Eingreifen, Handeln unterbinden, verhindern
  • was jhrer mayestat, durch redlich fäll und rechtlich zustehen soll, ist der landschafften gemüet in kheinem weg, das jhrer mayestat die hand daran gesperrt sein soll
    1598 KrainLHdf. 1598 Bl. 32r
-- die Sache aus der Hand nehmen
  • uns ... in solchen fall die landsfürstl. hand gegen unsern verdienten und hierzu würdigen personen ungesperrt
    1572 CAustr. I 738
  • noch den richter ... auf deß klaegers unbeschaidenes anruefen ... gleich die hand sperren
    oJ. OÖLTfl. II 98
D III 63 die Hand stecken sich gegen jemanden erklären, Partei gegen ihn ergreifen
D III 64 stehen 

D III 64 a in der Gewalt, zur Verfügung von jemandem sein
  • czu phande vnd in kommers hant steen
    1387 GlatzGQ. IV 143
  • die wile die grafschaft ze K. in der gnedigen froͧwen K., graͤfin von M. handen stůnd
    1426 ZürichStB. II 375
  • do stuenden stet unde lant allez in der Beheim hant 
    15. Jh. EnikelFB. V. 2898
  • wenn so das korn zitig ist, so sol es der meyger drie tage jn ban tůn, vnd stot den drie tage jn siner hant 
    15. Jh. Elsass/GrW. IV 240
  • vnser hofmeister vnd canzler ... sollen all brieff vnd geschrifften (ausserhalb der brieff, so allein in vnser aigen hand stend [für uns persönlich bestimmt sind]) vnverzogenlichen aufbrechen
    1525 AmbergKzlO. 32
  • alzo langhe als zulck leen wezen ende hanghen zal an de roede ende in de handen van den heere staet
    oJ. Stallaert I 556
-- verpfändet sein?
  • J. von F. tenetur 111 ℔ gl. czur Slus, dovor stet uns czur hant czum Thamme czwey erbe
    1417 DOrdHandelsrechn. 73
D III 64 b auf einen beziehungsweise zwei Leiber verliehen sein
  • stirbt ain mayger vff ainem selhof, so ist der hoff ledig, wen er czu ainer hende stät
    1417 Schwarzwald/GrW. I 377
  • aller gueder kurmodige ind zynss gueder sullen staen aen twen handen, dat ys mansshant ind vrawenhant
    1426 SPantaleonUrb. 341
  • dat ich ... beleendt hebbe Metten W. und Hinrich oeren soen mallick mit eyner handt an eyne hoeve gelegen thom Steingraven
    1445 Essen/Wigand,Denkw. 274
  • alle undt itlich havesgutt sall stain tho tween handen, als eyn huldige manshand ... und ein unhuldige handt
    17. Jh. WerdenUrb. I 522
  • alle guet, dat verkouft wyrt ind neyt behandt ind stunde mit tween haenden 
    oJ. SPantaleonUrb. 341
D III 64 c
  • waer volbroederen ... syn ende halfbroederen ..., sterft daer enich van hem, soe sullen die volle broders ... mit twie handen in dat erfschip staen [von zwei Seiten erben] ende die halve broederen ... mit eenre handt 
    BolswardStB. 1455 Kap. 41
D III 64 d durch die Verpflichtung gegen einen andern gebunden sein
  • darüber denn die gemelte fraw Sk. durch ihren vormunden die gewehr gethan hat, und S.St. auch daselbst vor gerichte in ihren handen nicht hat weiter wollen stehn, sondern von ihr durch recht zukommen
    1493 SchlesDorfU. 67
D III 64 e helfen, unterstützen
  • selen die ... scepenen metten amman dat moeghen bringen by der ... stadt van Bruessele, ... ende die ... sal dan den amman moeten ter hant staen om die executie te doen geschien
    1431 Stallaert I 556
  • [der Käufer] den verkäuffer bey den grundbuch mit einem satz oder note zu versichern schuldig seyn, von dannen ihme an die hand gestanden und zur bezahlung verholffen werden solle
    1660 CAustr. I 440
  • wie nun dißfahls ihme auf alle etwo fürbringendte clag von der herrschaft auß iederzeit an die handt zustehen hiemit versprochen wirdet
    1662 BeitrSteirG. 26 (1894) 133
D III 64 f in jemandes Ermessen stehen
  • we seck vorgrypet an dess radess gesynde effte der stadt, des broke schal stan an des radess hant 
    1426 OsterwieckStB. 24
  • schwerdt er aber und wirdt darnach anderst befunden, und uberweiset, so sol er [so!] in des rades handen stahn zu straffen an leib oder gutte
    1597 PeineStat. 250
D III 65
stellen 

D III 65 a jemanden in die Verfügungsgewalt eines andern bringen
  • daz wir dheinen von M. heuptlute ... fingen ..., die solten wir dem konig R. antwerten und zu sinen handen stellen
    1401 RTA. V 225
  • sollen dieselben gefangene personen zu mein, des obersten, handen gegen zumlicher verehrung gestellt werden
    1567 Moser,KreisAbsch. I 483
-- reflexiv
  • wer inret dem zwing siczzet umb alle bussen, die ein herren antreffent oder gehoerent, der ir keiner vellig wird, der sol sich darumb an sines herren hand stellen und im in siben nehten gebessren
    1348 Argovia 9 (1876) 22
D III 65 b Sachen übergeben, jemandem ihren Besitz verschaffen

D III 65 b α
  • of das er denjhenen, den er is verkauft hait, furter zu eren handen stellen und geweren moge
    1454 Loersch,Ingelh. 391
  • overgegeven unde in ere hand gestalt ... 600 rinsche guldene
    1461 Engelke,GogerichtDesum 48
  • unß dy alden vorschreybungen wyder überantwert und zw unßern handen gestalt
    1518 FreibergUB. I 470
  • so im das gut nach verschinung des jars zu seinen handen gestellt
    RheinfeldenStR.(1530) 249
  • demselbigen soll das gericht sein gueter öffnen und in der herrschaft hand stellen
    1539 Wasserschleben,RQ. 272
  • das sie unns ... hoff und prediger closter zu T. ... widderumb zu unsern handen gestellet
    1542 ArchHessG.2 1 (1894) 273
  • in jahrßfristen einem andern verkauft und in weg an die handt gestelt
    1572 AdelsheimStR. 671
  • wann einer dem andern guͤter ... versetzt und zu seinen henden stellet
    1603/05 HambGO. II 4 Art. 9
-- als Gegensatz
D III 65 b β zustellen
  • da die gesuche ... denen supplicanten selbst ... zu haͤnden gestellet werden
    1736 CCHolsat. I 28
D III 65 b γ anheimgeben
  • und [ich] juw kenne als ein richter, in dem my recht weddervaren mach, unde [ich] myne sake genslich wolde stellen in juwen hande 
    1484 OstfriesUB. II 213
D III 66 an die Hand stoßen 

D III 66 a vorkommen, zustoßen
  • so dick dem lechenman von der gütern wegen span an die hand stoßt ... das sol er dem lechenheren anzeigen, der sols in sinem kosten ußfüren
    16. Jh. AnzSchweizG.2 10 (1906/09) 458
D III 66 b einfallen
  • da uns vielleicht ein gelegene aussred würd an die hand stossen
    1608 SchwäbWB. III 1102
D III 66 c antreffen
  • hand iederman angegriffen, wer in begegnet ist und an die hand gestoßen hat
    15. Jh. AugsbChr. II 115
D III 67 die Hand strecken als Amtsgebärde
  • die [Güter] mag das capitel wol besetzen ... und wann das beschiht, so sol uns das capitel ... bitten, das wir unser hand streken und das lihen
    1381 HStArchStuttgart
  • wenneer de entsetter den richter also beledet heft, so schal de richter demsülven up sodane tosage unde voreschinge de hant strecken unde darmede up de stöle edder bank des gerichtes sitten gan
    1533 Bunge,Rbb. 254
D III 68 die Hand tragen 

D III 68 a
  • dis ... gůt sol ... mit wan ein hant tragen [das heißt das Gut soll immer nur an einen Erben fallen]
    1298 BaselUB. III 219
D III 68 b als Interimswirt die Verwaltung des Hofes, der keinen großjährigen Erben hat, übernehmen
  • Herman to A. ... hefft die handt angenommen to dragen von Scholvermans und Bennen hoeve op maendagh na mey daghe
    1522 Rive,Bauerng. 463
  • der naemann W. soll die hand tragen für das kind bis solches mündig
    1541 Müller,Güterwesen 80
D III 69 tun 

D III 69 a (Frieden) versprechen, geloben
  • des landes site stêt alsô: wer dem andern tût die hant, wêr er uber daz dritte lant, der hette getrûwelîchen vride bie dem halse und der wide
    1300 LivlRChr. V. 4617
  • dat se scholden orer eyn den andren de hand don, unde zegghen dat van beyden partyen by truwen unde by eren ... wes wy en seden, dat se dat důn schollen
    1400 OstfriesUB. II 682
  • dat ihr eine deme andern de hand do
    1403 Wigand,Beitr. 149
D III 69 b verleihen
  • der schulte ensall gene hande an havesgude doen, daer en [by sin seven] geswaeren havesslude
    1480 Westfalen/KaufungenUB. II 119
-- zu freier Leihe vergeben
  • dat wie Elsken, H.G.'s hussfrauthe, eyne vry unhuldige hande gedaen hebben und vestlicte doen vermitz desen unsen oppen brief
    1478 Rive,Bauerng. 472
D III 69 c jemanden angreifen, (gewaltsam) gegen ihn vorgehen
  • so wie die sine hant doet an scepenen in evelen wille
    1281 Stallaert I 556
  • zoe wij [wie] aen die meester van der stadt, den scoutet oft aen scepenen, zijn hant doet in oxhuijn van hueren ampte, die sal gaen Sint-Jacops
    1366 Stallaert I 556
  • van vrouwen cracht te doene, van vredebrekene, van dootslaghe ende hant te doene an onse knapen
    oJ. MnlWB. III 91
D III 69 d keinen Anspruch mehr erheben, von weiterer Rechtsverfolgung absehen
  • dat die heer ende parthien haer hand sculdich waren te doene van N.
    oJ. AardenburgRbr. 283
  • do dede di baliu hier op sine hant daer of naer den tenore der cooplieder privilegen, midz datter noch liif noch let aen lach
    oJ. MnlWB. III 91
D III 70 die Hand umkehren 
  • sie achten der gebotten so wenig, das sie käumerlich die hand, wie man sprichet, deswegen umkehreten
    1666 SchweizId. II 1379
D III 71 auf die eigene Hand treten sich selbständig machen
D III 72 verdingen 
D III 73 die Hand verfüllen 
  • begheerden an de voors. weduwe dat zoe hemlieden haerlieder hant vervullen zoude van al dat den chaerter van den vōrs. testamente verclaerst [französische Übersetzung: ils réclamèrent de la veuve, détentrice des biens, garantie pour l'accomplissement des charges dictées par le prédécédé]
    1334 InvBruges VI 543
D III 74
mit der Hand verheißen 
  • so einer dem andern etwas verheißt mit der hand Übersetzung für actio ex stipulatu
    1436 (ed. 1516) Klagsp.(Brant) Bl. 65
D III 75 verkaufen, vertreiben 

D III 75 a von der Hand 

D III 75 a α im kleinen, ohne Markt
  • er mag ez aber von der hant wol vertreiben oder verfuͤren
    um 1365 MünchenStR.(Dirr) 421
  • swaz ze margt chuͤmpt und daz ein man wil selber verkauffen von der hant und vertreiben, daz suͤllen si nicht, pey der půzz
    um 1365 MünchenStR.(Dirr) 457
D III 75 a β ohne genaue Zählung, Abwägung oder Abmessung
  • solte alles dasjenige, es sein wahrn, gattungen, khüchl, speisen unnd anders nach rechter maß, eln, gewicht oder von der hanndt ... verkhaufft werden
    1581 MHungJurHist. V 2 S. 54
  • den jakobs-brüdern ist verbotten, in der engelweihung auf den strassen von hand paternoster zu verkaufen, wol aber stuck- oder dutzet-weis
    1631 SchweizId. II 1383
D III 75 b vor der Hand 

D III 75 b α ohne genaue Zählung, Abwägung oder Abmessung
  • alle fisch ... sollen nicht vor der hand, sondern mit dem gewicht, und in dem preisz, welcher in unser taxordnung vermeldet ist, verkauft werden
    oJ. DWB. IV 2 Sp. 360
D III 75 b β heimlich?
  • so mannichen hut sie aber nach solchem heirat und vorgegangenem angebotenen billigen wert deren meisteren vor der hand verkaufen wurde, so manche goltgulden soll sie zur straf geben
    1566 NrhAnn. 42 (1884) 137
D III 75 b γ unter der Hand "bei Gelegenheit, zu billigem Preis" Schirmer,KaufmWB. 79

D III 76 in die Hand verraten 
  • inen die stadt einantworten und in die hand vorraten
    16. Jh. ThornStChr. 152
D III 77 die Hand verwandelt sich Besitz(er)wechsel
  • swenne sich dû hant verwandelt, so git man uns zehen schillinge ze erschazze
    1273 BaselUB. II 107
  • die dorflüt geben ze erschatz ... von einer ieglichen kornschupposs ... fünf schilling Basler pfenning, so sich die hand verwandlet
    1352 Schwarzwald/GrW. I 321
  • wenn sich die hant verwandelt, dem meiger vnd den huͤberen einen viertel wins
    1354 Elsass/GrW. IV 21
  • alz oft sich die hant verwandelt
    1361 Kurz,Rud. 361
  • allss dick sich die hand verwandlet so sol der empfoher dem lichenden gen 1 sch.
    1417 Burckhardt,Hofr. 124
-- ähnlich
  • wenne sich die hant endert, so git er vier huͤnr
    1372 FarnsburgUrb. 20
  • als dick sich die hand endret
    1469 Eschi 78
D III 78 Hand vorhalten 
  • so einer dem anderen vornacher nit also hand fürgehalten ["ihm seine eigennützigen Pläne hätte verdecken, durchführen helfen"], dörfte es iez gegenwärtiger spänen nüt
    1470 SchweizId. II 1384
D III 79 an die Hand wachsen begegnen, vorkommen
  • [der Abt ist schriftlich zu erinnern], was uns an die hand wachst
    1655 SchweizId. II 1388
D III 80 die Hände wägen 
  • sumliche lute sagent, daz er dem herren die hende wegen sul; des ist niht; wan als der man gêt fur sinen herren, da er stêt oder sizzet, und der man fur in stêt oder kniet, so wegt sich aller sin lip: so wegent sich ouch die hende 
    1275/87 Schwsp.(R.) Lehnr. Art. 50
D III 81 die Hände waschen sich etwas unerlaubt aneignen, sich bereichern
  • wann ein landvogt in dem einzug der mittlen einer person seine händ wäschen (will)
    1713 SchweizId. II 1379
D III 82 von Hand werfen 
  • welcher ein stein sucht und nit von hand würft [also beim bloßen Versuch stehen bleibt], ist 5 pfd. verfallen; welcher aber den stein von hand wirft, soll nach dem schaden bezahlen
    1692 SchweizId. II 1380
D III 83 Hände winnen 
  • dat sy ter tyt dairan twee hande wynnen
    1507 Steinen,WestfGesch. I 1522
D III 84 ziehen 

D III 84 a eine Sache an sich nehmen, insbesondere auf Grund eines Rechtes
  • mag es [das Gut] ein genosz umb den pfandschilling, als es verkouft ist, mit dem rechten in sin hand ziechen
    1343 Bern/GrW. V 93
  • dasselb zinslehen ... zů sinen handen ziehen
    1376/1445 UlmRotB. Art. 260
  • so ziehe er und sin covent soliche gutter zu iren handen 
    1429 Sinsheim 421
  • sollen den [Acker] zu iren handen zihen, inne haben, nutzen, niessen, besetzen vnd entsetzen
    1452 FreibDiözArch. 2 (1866) 200
  • moͤgen die herren die guͤter zů iren handen ziehen und fúr wemm sy woͤllen und nach irem gevallen verlihen
    1488 FürstenbUB. VII 237
  • mag ein vogt das gůtt ziechenn zů sinen handen 
    15. Jh. Zürich/GrW. I 47
  • wer, das die selben guter ein jor absetze legenn, so sollen sy die herren zu jren handen ziehen an widerreden
    1510 Elsass/GrW. IV 41
  • soll das gotzhuß die güter ziechen inn sin hannd 
    1572 Zürich/GrW. I 61
D III 84 b beim Eid
  • GrRA.4 II 491
  • GrRA.4 II 555
  • GrRA.4 II 559
  • GrRA.4 II 560
D III 84 b α den Eid zuschieben
  • waͮ zwen am rechten gegen einandern stand, vnd einer an des andern hand sin sach ziechen wil
    1466 ArgauLsch. I 27
  • niemands mag an einer wybsperson hand syn sach züchen
    BernGS. 1615 Bl. 183
  • [er] staht von aller kundschafft und zeuͤchts an des antworteren hand 
    1721 BernBF. 108
  • worüber man an eineßen hand ziehen und den eyd thun möge
    oJ. MurtenStR. 507
  • [er] zoch das an ir beider hande, an Rúdenknechtz und an des kremers hende, wart erkent, wes Hertrer an Rúdenknechtz oder des kremers hende zuge, das er ime des jehen oder loͤigenen soͤlte
    oJ. ZürichWG. I 418
D III 84 b β die Hand (nieder-)ziehen den Eid wehren
  • herre rihter, mit iuwerm urlaube sô were ich im den eit, unde ziuhe im die hant von dem eide
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 88
  • wil der půrch herre des hauses er mit champf weren, so ziech ir aeinem di hant ab, die uber in da sweren wellent
    1300 Schwsp. Var./WSB. 80 (1875) 365
  • wil dejenige, de de losinge but, ene de hant afstriken und dregen dat isern
    14. Jh. Arbusow,LivlBR. 72
  • mag yn ... der cleger nit ußer dem gerichte triben noch die hende von den heilgen gezyhen
    14. Jh. Kohler-Koehne,Worms 29
  • ob aber yeman dem andern sin hand nider ziehen... wollt
    um 1430 RottweilHGO.(Irtenkauf) IV 3
D III 84 c bei der Urteilsschelte

D III 84 c α beim gerichtlichen Zweikampf
D III 84 c β
beim Zug an ein anderes Gericht
  • wir heizzen daz bescholten urteil: swer also sprichet: ich widerwirfe dise urteil, wan si ist unreht, unde ziuhe si dâ hin dar ich si mit rehte ziehen sol, daz ist an die hant von der der rihter daz gerihte hât
    1275/87 Schwsp.(R.) LR. Art. 108 § 5
D III 84 d Besitz aufgeben, abstehen, räumen
  • zal die gedaechde bij deerste deffault bij provisie gecondempneert worden zijn handt te trecken ende van den erven ende van den huysingen ruyminge te doen
    1550 UtrechtRBr. II 361
D III 84 e Kaufanspruch geltend machen
  • all had ymant huys vercoefft, ende die coeper dairin sat, ende beraudet hem dairnae, die coper mach sijn handt nae hem trecken, ende die den eygendoom hefft, die sal den scaey dairoff hebben
    1598 Wijk/Fruin,KlSteden II 117
D III 85 die Hände zusammenlegen 
  • sal der sun sin hende zo samine legin unde sal gan vor den herrin, unde bieten dem herrin sin manschaft umme sines vatir len
    14. Jh. GörlitzLehnR. 91
  • [si] leide te samen hare hande ende bat, dat hise uten lande mettem voere
    oJ. MnlWB. III 93
D IV Beispiele präpositionaler Verbindungen
-- in die Hand sofort
  • alse denne der rat uber geht, waz si denne da setcen unde benennen, daz muz vor sich gehn, iz si silber oder pfenninge, wi si daz setcen, in di hant oder zu tagen
    um 1300 FreibergStR. XIV § 1
-- nach der Hand nachträglich?
  • ist ... der hof R. nach der hand der richter halber von selbst abgestanden
    1755 SGallenOffn. I 64
-- Hand über Hand schnell?
  • die sel die ontschout doen mit sulcker hulpe als hem die scepenen towysen ende niet handt over handt
    1523 Amersfoort 202
  • MnlWB. III 97
-- von der Hand ohne Zwischenhändler
  • galt ein karg pipper zu Venedig 50 ducaten und 1 center imber 16 ducaten, woll von der hand 7 1/2 ducaten, woll von Zibelli 7 ducaten, und 1 centen chenell 16 ducaten
    15. Jh. AugsbChr. II 155
-- unter der Hand 
  • daß die ... unter der hand aus besondern ursachen errichtete pacta vor denen paciscenten ableiben iedermänniglichen kund werden sollen
    1717 Chorinsky,Mat. I 214
-- eine Hand um die andere formlos
  • soll man die pfand ufriefen drimal umb den brunen ... auch in jedem flecken drimal ufruefen ... kaufts in den zwaien flecken [B. und R.] niemand, so soll mans wider her gehn Mittelstat füren, so mags ein hand um die ander kaufen
    1570 WürtLändlRQ. II 415
D V in Rechtssprichwörtern
unter Ausschluss der Schreibform(en):