Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): handhaftig

handhaftig

I von der handhaftigen Tat

I 1 in der Verbindung handhaftige Tat 

I 1 a Erklärungen
  • de hantaftige dat is, so wor en man mit der openbaren schult ofte mit der vorvluchtigen dat vorwunnen wert, ofte mit deme eggewapene beseen ofte begrepen wert, unde echt, ofte he duue ofte roff an sinen weren heuet, dar he suluen den slotel to dreget
    1270 HambStR. 66
  • die hanthaftege tat ist daz, daz man einen man begrift daz swert in der hant oder andere wafen, da her den vride mite gebrochen habbe
    1304 Tzschoppe-Stenzel 453
  • wur en vredebrake ghescüt oder düve oder rof, wert en dar upgheholden oder in der vlucht, dat het hanthaftich dat
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStat. 34
  • hanthaftige tat hat gar verlich recht, und ist zu vornemen recht also, ab is an der hant haftet
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 421
  • hanthafftige tat ist do eyn man gefangen wirt mit gerüffte unde vor gerichte bracht
    14. Jh. GlogauRb. 27
  • dat het en hanthaftich dat, de eime manne so tu heftit is, als oft it eme tu der hant cleve
    14. Jh. RichtstLR. 193
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  • manualis factio handthafftige that
    1517 ZRG.2 Germ. 44 (1924) 315
I 1 b sonstige
  • swe so den anderen gerouet heuet, he sal ine vredelos leggen, so mach he ene verwinnen, oder mit dere hant hactigen dat
    1227 BrschwStR. § 32
  • um 1275 DspLR. Art. 130
  • wirdet einem manne sin gut oder sine habe verstoln unde he begrife den dip an hanthafter [andere Lesart: der handthafftigen] tat, unde wil sich der dip weren, also daz in der vorderer wundet oder zu tode slet, daz sal he denne kunt tun deme gerichte unde sal di dube zu im brengen
    um 1300 FreibergStR. XIX § 1
  • 1309 MagdebUB. I 34
  • omnes excessus ... qui hanthafteghe dat dicuntur proprie apud volgus
    1315 CDBrandenb. I 9 S. 12
  • dath he worde begrepen uppe dher hanthaftegen daͤt enes dotslages
    1323 BrschwUB. I 33
  • 1332 GoslarUB. III 606
  • were is hanthaftige tat, wurde he begriffin, da sal nicht genade zu gehorin
    1347 CDSiles. VIII 24
  • wy hebbet lude gepandet unde gevangen in eyner hanthaftigen dat
    1378 Richter,Paderb. I Anh. 64
  • 1387 BremUB. IV 88
  • gerichtet werden vor ore handteftige [so!] daet
    1395 BerlinStB. 45
  • 14. Jh. StendalUrt. 99
  • 1414 OstfriesUB. I 198
  • in hantheftiger waren dayt begrepen
    1439 HildeshUB. IV 256
  • vor 1440 Rothe,DürChr. 252
  • 1. Hälfte 15. Jh. DanzigWillk.(Günther) 16
  • 1494 DuderstadtUB. 307
  • 15. Jh. LeipzigSchSpr. 178
  • 1541 König,Proz. 71
  • 16. Jh. JCulmCorr. 24
  • 1612 CAug. I 1370
  • OYLR.1559 247
I 2 in der Verbindung handhaftige Schuld 
  • wan he [Beklagte] der vestinge edder der schuld vorsaket, de nicht handaftich ist
    1442 SspGl./WSB. 106 (1884) 230
II von dem auf handhaftiger Tat betretenen Täter
  • in welchir sachen der hanthaftige misseteter begriffen wird
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 315
III
  • were ok dat se iemand verunrechtigede edder hanthaftigen angrepe, des viande mochten se werden
    1392 HelmstedtStArch. nr. 181
  • umb alle hanthafftige that die do vor gerichte brocht werden mit geruffte und hanthafftig beclagit werdin
    14. Jh. DresdSchR. 110
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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