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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Heerschild

Heerschild

langob. arischild, nord. herskjöldr 
aus der Grundbedeutung Kriegerschild entstehen die übertragenen Bedeutungen:
I bewaffnete Schar, Bande, Heer

I 1 allgemein
  • non potuimus causam istam adsimilare neque ad arischild neque ad consilium rusticanorum, neque ad rusticorum seditione
    733 LLangob. 166
  • hoc ... prospeximus tam de disciplina quam de conpositione, quia non potuimus mulierum ... ad arschild consimilare
    8. Jh. LLangob. 171
  • ad arsgild id est asalin de uilla
    8. Jh. LLangob. 650
  • in eime uffne krige mit sime herschilde mit hulfe ... der stat zu E. angewunnen hat
    1350 ErfurtUB. II 273
  • were ... dat de stad mit heerschilde wunnen worde
    1451 LübUB. IX 43
  • da bisette ellick syn oerd ende syn eynd in Fraenkera gae mit een heerschilde 
    oJ. Richth. 439
I 2 insbesondere Gesamtheit der Lehnsleute eines Herrn
  • quod prefati cenobii homines, sive dicerentur herskilt vel aliter, a feodali iusticia hominum episcopii in nullo discrepare deberent
    1165 Dobenecker,Reg. II 51
II Heeresfolge, Kriegszug
  • sime den zins sit gâben und herschildes phlâgen
    13. Jh. Ernst V. 4882
  • ad militiae debitum, quod vulgo herscilt vocatur
    12. Jh. JbMittelfrk. 2 (1831) 29
  • in somariis et vectura curruum et herschilt et omnium quae ad jurisdictionem nostram pertinent
    1227 Westphalen,Mon. II 32
  • opera, que burchwerc vocantur, expediciones, que wlgo herscilt vocantur
    1235 MecklUB. I 435
  • expedicionis, urbani operis et a iure, quod herschilt dicitur ... exempti
    1257 CDPolon.3 I 311
  • L. dux Bawariae ... fatebatur, quod pro ... ecclesiis de suo ducatu obsequium illud quod dicitur herschilt ... exhibere deberent
    13. Jh. MGSS. XVII 370
  • alle land und stukke der land ewiclichin zcu besitczin, wider dy der orden mit herschilde volczüt
    1389 CDPruss. IV 90
  • wat he denne mit deme herschilde ghewunnen hefft in vpembarer veyde ... mach he mit rechte beholden
    1409 OstfriesUB. II 713
  • welche de D. mit wapender hand und herschilde gewonnen schölen hebben
    1500 Westphalen,Mon. III 1773
  • de Norder herdesmanne de legen dar binnen op deme moere mit grothem heerschilde [oder besser zu I 1 ?]
    16. Jh. Eiderstedt/StaatsbMag. IX 697 [oder besser zu I 1?]
  • sal domite frey sein, usgenommen die mit herschilde obirczogen werden
    oJ. HanseRez.2 I 435
  • êre ..., di unser vorderen unsich an brâhten unt si mit ir herscilte ervâhten
    oJ. Kchr. V. 13395
III Lehensfähigkeit

III 1 absolute Lehensfähigkeit

III 1 a geboren zu dem Heerschild
  • begift sich aver eyn man, die zu sînen jâren komen ist, ... sîne lên sint von yme ledich, wen her den herschilt ûph gegeben hât
    1224/25 Ssp.(Eckh.) LR. I 25 § 3
  • von getüge mach man sie verlecgen in lenrechte unde ordel to vindene alle die des herscildes darvet
    1224/35 (Hs. 1369) SspLehnr. Art. 2 § 1
  • [für eine Frau muß ein Mann das Lehen empfangen,] synt die frauwe des herschildes darbit; wenne der man hat den herschilt vnde die frauwe die were an dem gute
    1224/35 (Hs. 1369) SspLehnr. Art. 2 § 1 Gl.
  • 1224/35 (Hs. 1369) SspLR. I 25 § 4
  • dat nemen ordele vppe sy vinden en mach, he sy to dem herscilde geboren
    1251 CJBohem. I 125
  • um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 28
  • tu des marcgreven dinge mut neman ordel vinden, he en si tu deme herscilde geboren
    nach 1325 SspLR. Glosse zu III 65 § 1
  • quod hoc iure quod vulgo herschilt vocatur careant
    1340 Böhmer-Ficker 536
  • binnen den ver weken sculle we enen ammechtman dar setten, de en gud man si unde de to deme herscilde geboren si
    1364 WolfenbüttelLHArch.
  • uzgeczogen manlehen, die zcu dem herschild sin geboren
    1367 Schulze,Kol. 416
  • bewysen ... mach self sevede mit ses synen mannen, de to deme herschilde geboren sind
    1369 Richter,Paderb. I Anh. 49
  • so vindme met sessen des heren mannen de to dem herscilde geboren sin
    2. Hälfte 14. Jh. RichtstLehnr. 464
  • der herre sol niemans manschaft versprechen ane dez, der dez herschiltes darbet
    14. Jh. WSB. 79 (1875) 142 Anm. 9
  • ein man zum herschilde hat ein holz mit dem bodem zu lehn gehabt
    15. Jh. LeipzigSchSpr. 378
III 1 b
kirchlich
  • ne forte dignitas regalis abbatiae militari clipeo, qui vulgo dicitur herschilt, subtracto diminuatur
    1147 Ficker,Heerschild 100
  • nulli ecclesiarum prelato, ... qui non teneat clippeum, qui vulgariter dicitur herschilt, liceat possessiones ecclesie cui preest alicui infeudare
    1223 MGConst. II 118
  • swen men kûset bischoppe oder ebde oder ebdischen, die den herschilt habit
    1224/25 Ssp.(Eckh.) LR. III 59 § 1
  • 1224/35 (Hs. 1369) SspLR. I 26 § 1
III 1 c bürgerlich
  • dat he [Kaiser Ludwig] den borgheren van Gosler den herschylt gheve
    1340 BeitrGoslar XII 49
  • wen doch burger unde burgerskindere den herschilt entphan an ritterschaft vom riche
    nach 1358 Rb.n.Dist. I 20 Dist. 14
III 2 relative Lehensfähigkeit: Rangstufe in der Lehnsordnung
  • die hereschilde ... der die koning den êrsten hât; die bischopphe unde die abbate ... den anderen; die leyen vorsten den dritten, sint sie der bischopphe man worden sint; die vrîe herren den vierden; die schepenbâren lûde unde der vrîer herren man den fumften; ire man vord den sesten
    1224/25 Ssp.(Eckh.) LR. I 3 § 2
  • den sibenden herschilt hebt ein ieglich man, der niht eigen ist und ein êkint ist
    1275/87 Schwsp.(R.) LR. Art. 4 § 1
  • mus er sie benennen in herschildes gebort
    14. Jh. GlWeichb. 330
  • das do vry und echte geboren ist, das behelt seynes vaters recht und herschilt 
    1435/54 DanzigSchB. 12
  • hat beweist seine herschilde und wopen als eyn wolgeborner und wolherkomener edeler und erbar man
    1456 CDSiles. I 129
  • SspLehnr. 141
-- den Heerschild niedern 
  • wirt eyn man sînis genôten man, sîne bord noch sîn lantrecht ne hât her nicht gekrenket dâ mite, sînen herschilt hât her aber genederit
    1224/25 Ssp.(Eckh.) LR. III 65 § 2
  • ob daz kint sinen herschilt nederte, alz, ab is in eynen orden zoge
    14. Jh. GlWeichb. 313
  • sint din broder sik vorneddert heft an deme herscilde, so dat he sines genoten man geworden si
    oJ. RichtstLehnr. 28 § 4
IV Wappenschild
  • daß mir wissentlich, daß fürgelegter schild aller farben recht, meines freundes vatern angebohrner heer- und hauptschild ist
    1727 Lünig,CJFeud. II 273
  • samt ihren bluts-verwandten, so ihnen, und sie denselbigen wiederum mit her-schilden zugethan
    1727 Lünig,CJFeud. II 274
V Heergewäte
  • schall de vader enem itzlichen sohne dree marck goldes, schild, schwerd und speet, is dat guht darto, gevende: dit nömede de olden dat herreschild 
    1590 Westphalen,Mon. IV 1900
  • de soͤne ervet de styreß-haffne (dat is dat heer-schild) na dem vader, ock de vader na dem soͤne
    1593 JütLow.3 III 20 § 1
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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