1Hexe

ahd. hagazussa, hazus; ae. hægtesse, ne. hag; mnl. haghetesse; etymologisch zu hag Landgut, Feld, Flur und ae. tesu, teosu = damnum, interitus (M. Heyne/DWB. IV 2 Sp. 1299) oder von germanisch *hagat spottend, höhnend (J. Franck/Hansen,QHexen 661) oder zu hag Einfriedung, Verhau, übertragen Verhüllung, und ahd. zussa = lodix, stragulum (Güntert,Kalypso 117; Kluge²² 308) oder zu ae. tīenan schädigen (die von der Gehöfteinfriedung aus Verderben stiftet, R. Westermann/TrübnerWB. III 429)?
Frau, die Hexerei, Schadenzauber begeht; Unholdin; auch: Frau, die der Hexerei bezichtigt wird
bdv.: Drude, Hexenweib, Trude
I ältere Belege
I 1 dämonisches Wesen
I 1 a
I 1 b
I 1 c
I 1 d
I 1 e
I 1 f
I 1 g
I 1 h als Verursacherin des Hexenschusses
I 2 auf Menschen bezogen, meist abschätzig
I 2 a
I 2 b
I 2 c
I 2 d
I 2 e mit deutlicherer Beziehung auf dämonischen Charakter
  • sîe [antropofagi] ézent náhtes. tés sie síh táges scámên múgen. álso man chît. táz óuh hâzessâ hîer in lánde tûên
    um 1000 Notker(Sehrt-Starck) II 142
II spätere Belege
II 1 Begriff
  • die hexen, das sind die boßen teuffelshuren, die da milch stelen, wetter machen, auff boͤck und beßen reytten, auff mentel faren, die leutt schiessen, lemen und vordurren, die kind ynn der wigen marttern, die ehlich glidmaß betzaubern unnd desgleychen
    1522 LutherGesAusg. I 10, 1, 1 S. 591
  • ein zauberer / hex oder hexenmeister ist / der fuͤrsetzlich vnd wissentlich durch teuffelische mittel sich bemuͤhet vnd vnderstehet sein fuͤrnemmen hinauß zutringen / oder zu etwas dadurch zukommen vnd zugelangen
    1591 Fischart,Daem. 1 Faksimile
II 2 allgemein
  • daz vns div hexse ertorte und vnsir e zerstorte
    1293 Langenstein,Martina 90 V. 77 [zS. vgl. J. Franck/Hansen,QHexen 632f.]
  • do bist in wider zeme hegxse gar vngeneme
    1293 Langenstein,Martina 106 V. 40
  • du solt niht geloben an zober noch an luppe noch an hess
    13. Jh. SGeorgPred. 4
  • ob du ie geloubetost an hecse?
    Anf. 14. Jh. alemannisches (elsässisches?) Beichtbuch/Hansen,QHexen 633
  • des dauchten sich die häxen gmäit
    Anfang 15. Jh. Wittenweiler,Ring(Wießner) 7899
  • dis hat der vogt von G. all für hexen angeben
    1473 Bern/SchweizArchVk. 2 (1898) 60
  • dan ... etlich [Hebammen] ouch hechtzen und zoberin sien
    1483 Straßburg/Wachendorf,Frau 7
  • die alte heckcz
    1489 Steinhöwel, Äsop/Hansen,QHexen 644 [die Ausgabe Augsburg 1487 hat vettel]
  • de laniis [!] et phitonicis mulieribus, teutonice unholden vel hexen
    1489 Molitor,Unh. Titel
  • 1589 BuchWeinsberg IV 68 Faksimile
  • daß wann die mutter ein hechseen ist / gewißlich auch die tochter eine were
    1591 Fischart,Daem. 229a Faksimile
  • das gestern die alte hechse [im Gefängnis] ... verrekt
    1596 Schemnitz/Karpatenland 2 (1929) 60
  • eine öffentliche hecks vnd zauberische
    1629 Bach,HexprozEms 27
  • daß man sie für eine zauberin und hecksche angesehen
    1675 Lilienthal,HexprozBraunsberg 140
  • 1760 Hellfeld III 1852 Faksimile
  • wenn jemand aus boshaftigkeit ... sich für einen ... hexenmeister oder hex &c. ausgäbe, ... der solle mit der ... todesstraffe beleget ... werden
    1769 CCTher. 58 § 12, 1 Faksimile
II 3 insbesondere als Beschimpfung
  • welliche frow ... zu der andern ... spricht, si si ein hur, hex [etc.] ..., di sol ir ir ere widerthun
    1503 FreiburgÜStB. 19 Faksimile
  • da einer eine ehrliche person mit fuͤrgesetztem willen und ehrenruͤhrigen worten, als da sein schelm, dieb boͤsewicht, hure, hexe, und was dem mehr anhaͤngig, angreift, ... der verleumder und injuriant soll ... einen oͤffentlichen wiederruf fuͤr gericht thun
    1583 HadelnLR.(Pufendorf) IV 7