hohl

I innen leer; insbesondere von Würfeln, die zum Falschspiel verwendet werden
II konkav; insbesondere von hohlen Münzen, Brakteaten

Hohl

bair., tir. hôl, fries., ae. hol, ne. hole
ein von mehreren oder allen Seiten umschlossener Raum, natürlich oder künstlich entstanden
vgl. Höhle
I bei Hausfriedensbruch
  • ein holl also grot ... dat de sunne da dorch schinen mag, ... ein holl ... also grot dat men dar mit enem stalen handschen in tasten mag, ... ein holl ... also grot dat dar en man mag in geen mit einem langen schilde [mit gesteigerter Buße]
    oJ. Richth. 565 Faksimile
II im Deich
II 1
  • wen an dem diecke ... etwas to söden, und ein holhefft [= hol hefft?] ... den dieck mögen dieckgraven und schwaren tho wedde finden
    oJ. ArchStade 11, 62
II 2 übertragen: Schleuse
III beschädigte Stelle (Loch) in einer Urkunde
IV Wunde
  • hwersa thi mon oppa syn haud slayn werth, thet hym thet blod itta soghen holen runnen se
    oJ. Richth. 214 Faksimile
V (überdeckte) Abflußrinne
V – im Genus kontaminiert mit Höhle
  • [dem J.St. wird erlaubt, 1 Privet und 1 Wasserstein in dem gemeinsamen Winkel zweier anderer Bürger zu richten, so wie er es] hinnen mit einer zwivalten verdeckten holen ... bis an die straß steinen rennen [gemacht hat]
    1433 WürtGQ. XIII 133
  • alle erftlieden ... sullen hen holen vegen
    1605 Stallaert I 606 Faksimile
VI übertragen: Schlupfwinkel
  • er [Jesus] sprach daz iz [der Tempel] ware ein hol der scachere
    um 1130 FrauAva, Leben Jesu V. 1184 [(ZDPhil. 19)]
VII übertragen: Gefängnis
vgl. Loch
VIII von der Geheimhaltung einer Sache
  • zoe wij condighde enichderhande saecke buijten den raede, dat in den holen geleet weere
    1417 Stallaert I 605 Faksimile
IX in Verbindung mit Substantiven: Hohl und Hörne, von handhaftem Diebstahl