Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): kämpfen

kämpfen

schwaches Verb der I. Klasse (alter jna-Stamm), ursprünglich auch transitiv; Ableitung von der Wurzel kampf-; ahd. camphian, chemfan, mhd. kempfen, mnd. kempen, mnl. kempen, afries. kampa, ae. campjan; im Althochdeutschen und Mittelhochdeutschen noch seltener belegt als das Substantiv; im Mittelhochdeutschen weitgehend ersetzt durch strîten; vgl. die Anmerkungen zu Kampf 

A Austrag eines Zweikampfes im Rahmen eines Gerichtsverfahrens

A I zur Beweiserbringung

A I 1 allgemein
  • um 1265 Konr.v.Würzb.,Schwanr. (E.Schröder) V. 605
  • uf den tag sie kampen solten hatte ieglicher sine anzal siner fronde bi en
    um 1400 LimbChr. 100
  • kombt es zu einem kampf so sol man kempfen vor einem vogt und einem probst und die besserung, die hievon komment, sollent zween teil dem probst sin und der dritteil dem vogt mit dem lib als denn verfallen
    1450 Burckhardt,Hofr. 62
  • is hiu blat alsa thet hiu campa naut ne mughe and hira nen holdene stonde
    15. Jh. EmsingIIC. 41
  • der kleger wel in denne kemphen 
    oJ. ZGO.2 14 (1899) 275
A I 2 Verfahrensvorschriften

A I 2 a allgemeine Voraussetzungen für Zulassung und Durchführung eines Kampfes

A I 2 a α Vorliegen kampfwürdiger Delikte und Fehlen von Beweismitteln
  • der da angesprochen wirt, der gat mit sinem eide dervone, der clager welle mit im danne kenphen 
    11. Jh. Straßburg/Gaupp,StR. 57
  • sleht er in ze dode ez gat jme an das hovbet. beschiht aber ez nahtis, oder jn eime winhuz, es si nahtis oder dagiz so sol man in kemphen 
    1275 Schreiber,UB. I 77
  • umbe ander wunden die niht ze leme noch ze verhe gânt sol nieman kemphen 
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 178
  • ist daz er der ziugen niht gehaben mac, er mac in wol kemphen 
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 179
  • man sol nicht vmb klein wunden kempfen 
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 79 II B (S. 38)
  • sprichet ein man den andren an vmbe sine trivwe. vnde wil iener bereden daz er ein getrvͥwer man si ... vnde ist daz er nivt gezivge hat. er mag mit im wol kemphen daz selbe mag man wol tvͦn vmbe ein mein
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 99
  • vnd ist ioch daz ienr geniset der da gewvndet ist. als er gesvnt wirt si kemphent vmbe die wvnden als vmb den totslac
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 314 III
  • 1293 Schreiber,UB. I 126
  • send tha secna en half merc, sa skelma on suera; ist marra, sa skelma kempa, alra monnek mot baria hwene
    13. Jh.? Richth. 169
  • sachen, darumbe man kempfen sol; dz ist: vmb mord, verrätheryg, brand und ketzeryg
    1313 Argovia 9 (1876) 4
  • hie beschuldiget man eynen man drierhande, umbe eyn izliches stucke muste eyn man schuldig werden mit soben mannen eiden; mochte er do achzen gezeuge haben, so dorffte er nicht kemphen. wo er aber der gezeuge nicht en hat, mit den er sine unschult bewisen mag, darumme muste er kemphen
    14. Jh. GlWeichb. 336
  • in keiserrecht kemphet man abir umme keine andere sache mehir, wenne, ab man eynen zege, das er des riches vorreter were; sust nicht mehr
    14. Jh. GlWeichb. 337
  • wo gute beweisunge ist, do darf man nicht kemphen 
    14. Jh. GlWeichb. 401
  • der sachen und artickeln sind sieben darum man noch pflegt zu kempfen. -- das erst ist mort. das ander verrathernüss. das dritte ketzery. das vierd wölcher an sinen herrn trüloss wirt. das fümfft üm sancknüss in stritten oder sumfft. das sechst um valsch. das siebent da ainer junckfrowen oder frowen benotzogt
    1459 TalhoffersFechtbuch 21
A I 2 a β
Hinterlegung einer Sicherheit
  • swenne diu sicherheit getân ist, biutet jener sîne unschulde mit sînem eide, er nimet sînen eit ob er wil, ader er kemphet, ob er in ze rehte gevordert hât
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 173
A I 2 b allgemeine Voraussetzungen für die Verweigerung eines Kampfes

A I 2 b α Unebenbürtigkeit einer Partei
  • als lanng das er mit dem herczogen chempfet ... da wollt Otto als ein herczog mit Egione sam einem schachär ... nicht fechten
    1427/28 AndreasRegensb. 624
  • ist das ain man kempflich angesprochen wirt von ainem der nit als gut is als er, dem mag er mit recht ussgan ob er wil, ... spricht aber der edler den mindern an zu kempfen so mag der minder nich absyn
    1459 TalhoffersFechtbuch 22
A I 2 b β bei Magschaft
  • mac auch ein man sînen mâc bewaeren, ob si bêde sîne mâge sint, daz er daz selb sibende swer ûf den heiligen, daz si bêde alsô nâhen mâge sin, daz si durch reht mit ein ander niht kemphen sullen
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 174
  • wenn zween man gefrünt sind bis uf die fünfte sipp oder näher die mügent durch recht nit mit ainander kampfen und das müsse sieben man schweren, die vater und mutter halb mäge sind
    1459 TalhoffersFechtbuch 22
  • vnd spichet [sic!] einer den andern an zu kampff / vnd sind sie aneinander gesipt / so werdent sie wol vber / das sie miteinander nicht kempffent 
    1609 Schwsp./Goldast I 69
A I 2 b γ bei Ladung eines Eingesessenen durch einen Fremden
  • ein ussman sol nit kempfen mit einem burger denne nach / willen des burgers
    1258 BremgartenStR. 10
A I 2 b δ bei Ladung eines Bürgers durch einen Landmann
  • dekein lantman mac dekeinen burger kemphen niwan mit des burgers willen
    1293 Colmar/Gaupp,StR. 116
A I 2 c besondere Voraussetzungen für die Durchführung eines Kampfes durch die Parteien

A I 2 c α Beobachtung der Zeit, zu der gekämpft werden kann
  • thet wellath Brocmen, thet ma thria barie; skelma kempa, sa skelma tuiia kempa anda iera, a sunna ewenda bifara sente Maria letera dei, and a sunna ewenda bifara sente Liudgeris dei
    13. Jh. Richth. 169
  • hic staant wie man sich halten soll wenn die kempfer in den ring kommen sind uf die stund und uf die zit, sa man pfeediglich kempfen soll
    1459 TalhoffersFechtbuch 23
A I 2 c β Einhaltung einer Frist, die der Kampfvorbereitung dient
  • sal en [der kemplich angesprochen] der greue halden vnvirderfflich ses wochen vnd dry tage, vnd yeme eynen meister gewinnen, der en kempen lere
    1372 Mosel/GrW. II 457
  • wolt der abstosser alsbald nit kempfen u. lest darnach fragen, ob man ihm icht pillich schup gebe sechs wochen u. drei tag
    1447 WürzbZ. I 2 S. 1281
  • der da kempflich angesprochen wird ... so werden im sechs wochen ertailt zu seinem leertag und vier tag von dem gericht werden ihm auch ertailt daruf sie kempfen sollent
    1459 TalhoffersFechtbuch 22
A I 2 c γ Bestellung eines Vormunds oder sonstigen Stellvertreters (Lohnkämpfer oder Vorfechter)
  • were aber, das yeman für den andern kempfen wellt, der mag woll nemen einen siner fründen, oder ein sin lanndtman, der für in kempfe, allso mit der bescheidenheit: ist, das er schulldig wirt, so soll er den lib nit verlorn haben, wann das man in brennen soll, für den er da gekempfft hatt, an alle geuerde
    1365 SchwyzLB. 80
  • er mag auch durch einen unverleimbden mann kämpfen 
    1530 Schrötter,ÖStaatsr. I 227
  • 1767 HambGSamml. IV 193
-- besonders für Körperbehinderte (Lahme, Blinde usw.)
  • ob man ein lamen man ze kamphe an sprichet der nit vormvndes hat ... sol er dar bringen einen der fvr in kemphet ... hat ein man leme an handen oder an bein. die er bewisen mac ... ob er kemphen sol. er wirt mit rehte wol vberic daz er nit enkemphet. vnd ist er boser ovgen. er ist aber kamphes ledic
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 78
  • es mag auch der lam oder mit den bösen ougen wol ainem an jr staat gewinnen der für jro ainem kempfe 
    1459 TalhoffersFechtbuch 23
A I 2 c δ rechtlicher Status
  • kemphen die sien rechtloz ... das sien kemphen, die umme gelt vor die lute kemphen
    14. Jh. GlWeichb. 336
A I 2 c ε besondere Verfahrensbeobachtung beim Kampf mit einem offensichtlich Schwächeren
  • wir sprechen, ob ein man einen zwînleid einen champh an piutt und ob daz zwînleid den champf nemen wil, sô sol der, der in den champf an poten hât, newer mit ainer hant mit im chemphen und sol man im di andern hant hinder den ruk pinten
    1328 Ruprecht(Claußen) 312
A I 2 d Folgen der Niederlage
  • swer den andern ane sprichet umbe den tôtslac, sweder dâ sigelôs wirt, dem gât ez an daz haubet; ist ez umb eine leme, ez gât im an die hant. umbe ander wunden die niht ze leme noch ze verhe gânt sol nieman kemphen 
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 178
  • kemphent zwene vmb eine wvnden. der da sigelos wirt dem sleht man die hant ab
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 314 III
  • welcher kempfer uss dem ringe kumpt ee denn der kampf ain ende hat. er werde daruss geschlagen von dem andern oder fluche daraus ... den sol man sigeloss urtailen oder welcher den andern erschlegt und ertötet, der hat gesieget; den sol man aber richten ... darüm sie dann mit ainander gekempfet hat
    1459 TalhoffersFechtbuch 23
A I 2 e äußerer Ablauf und Begleitumstände; entsprechend Kampf (A I 1 f) 

A I 2 e α
Kirchgang vor dem Kampf
  • es sol auch der schyrm maister den jungkher nemen, der da kempfen wil, vnd sol in furen an ain haymlich stat alsz in ain kirchen vnd sol in hayssen nyder knyen vnd got pitten, das er im verleich ain glugkhafft stunde
    1459 TalhoffersFechtbuch 39
A I 2 e β Einheischen der Kampfgenossen durch den Fronboten
  • swer êrste in den rinc kumet under zwein die dâ kemphen sullen, der sol den vrônboten biten daz er im eische sinen kamphgenôz
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 179
  • der zů dem ersten in den ring kommet vnder den die kempffen sollen, der sol den buͥttel bitten, das er im heische seinen kampf genosz
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 79 IV a (S. 39)
A I 2 e γ Waffen
  • der rihter sol phlegen eines schiltes und eines swertes dem den man ane sprichet daz er kemphen sül
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 175
  • um 1300 HeinrNeustadtApoll. V. 20164ff. [Beschreibung der Ausrüstung]
  • were auch des pfaltzgraven dinstman kampffs anesprech, der rugrave soll vor ine kempffen mit kolben und mit schilde
    14. Jh. ArchHessG. 14 (1875/79) 712
  • [der Mann] soll ... kempfen gegen der frawen u. soll ein wer haben, nemlich einen stecken, forderlich zweier mansdaumen dick u. einer elen lank
    um 1447 WürzbZ. I 2 S. 1282
A I 3 Kampfaustrag zur Klärung der Schuldfrage
  • vnde ist daz ein mensche dem andren ratet, daz ez stele. [und ihm die Hälfte davon abtrete und man findet das gestohlene Gut bei dem Dieb] ... wie sol man daz rihten ... so mvͦz es got scheiden vnder in mit kamphe ... vnde kemphent mit ein ander
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 226
A I 4 besondere Arten

A I 4 a eine Frau gegen einen Mann
  • verste di urtail wol: wann ain weib kempfen sol mit ainem starcken mann, man dailt es geleich danne
    um 1300 HeinrNeustadtApoll. V. 20164
  • wie ein man mit ainer frauenn kempfenn sol
    1328 Ruprecht 293
  • ez well dann die fraw mit willen mit im [dem der Notzucht Beschuldigten] chempfen 
    1346 BairLR. 1346 Art. 56
  • chlagt ain frau, si sey genotzogt ... und chümpt er [der die notnuft getan hat] dann hin für daz recht, so sol man sein recht darumb nemen, daz er sein nicht getan hab ... ez well dann die frau mit willen mit im chempfen 
    1347 MünchenStR.(Auer) 73
  • das man dem man mitten in kreis ein gruben mache ... dorin soll er sten u. daraus kempfen gegen der frawen
    um 1447 WürzbZ. I 2 S. 1282
A I 4 b Geistliche vor Gericht
  • er [Friedrich II.] liez die pfaffen in manigerlai weiz betwingen und chestigen, wan si niht alain vur werltlich geriht gefurt und gezogen wurden, sunder si musten mit einander chempfen 
    14. Jh. SächsWChr. 1.Bair.Fs. 323
  • her liess ouch die monche unde phaffen zihn vor wertlich gerichte mit yren sachen ... unde musten kempfen 
    vor 1440 Rothe,DürChr. 400
A I 4 c gegen oder für einen Toten
  • hât er einen mâc der tôte man, der für in kemphen wil, der verleget die siben geziuge
    um 1275 Dsp.(Eckh.) 181
  • hat aber der tote man einen mag von sinem vater. vnde wil der mit im [der in Notwehr getötet hat] kemphen. dez mag er im nvͥt geweren. er si danne sin genoz nvͥt
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 79
  • unde ist daz ein man einen bovm da ze walde hovwet ... sleht der bovm ein mensche ze tode ... hat aber der tote mensche einen frivnt. der sin mag ist. der mit im kemphen wil. der wert im sin eines eit mit kamphe
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 183
  • niemand kann kämpfen, denn um die todte hand
    oJ. Graf u.Dietherr 467 [hochdeutsche Übs. von MühlhsnRb.2 6]
A II Kampfverbote und Privilegien

A II 1 unter dem Einfluß der (fränkischen) Kirche und zunehmend seit dem Einsetzen der Landfriedensbewegung im Hochmittelalter wird der Austrag eines Kampfes als Mutwille und Sünde oder Verbrechen verboten und aus dem Gerichtsgebrauch verdrängt; entsprechend Kampf (A II) 
  • geenen man en machmen campen binnen Stavoren
    1292 Schwartzenberg I 126
  • von ganczen gatlichen rechte so finden wir nergen, daz eyn mensche daz ander kemplichen angesprechen moge ... unde wel mit eyme fechten in obirmute sines libes, ... so vorlust her lip unde sele ... so sin kempphen herkomen mit willekor, unde in fracheyt unde in obirmute
    nach 1358 Rb.n.Dist. IV 22 Dist. 1
  • der kamphe ist ein mutwille vnwiszenhafter lute, vn en ist kein recht nit, ... do gebot der keiser bi dez riches gebote, daz man nicht me sal kemphen 
    1372 (Hs.) KlKaiserr. II 69
  • irloubet denne das recht kemphen, so ist kemphen nicht sunde, noch unrecht [Ausnahme vom Verbot]
    14. Jh. GlWeichb. 337 [ebd. 334]
  • dÿ cempfen ader stechenn in wider sagung. was eynem von seÿnem torniren vnnd stechenn wider fert, daß hat nit recht
    Anfang 15. Jh. OfenStR.(Mollay) 171
  • niemant gern sin eer laat abschneiden mit worten ainem der sin genoss ist, er wolte lieber mit im kampfen, viewol es doch mit recht wol von im käm, ob er wolte, und darum ist kampfen ein mutwille
    1459 TalhoffersFechtbuch 21
A II 2 Kampfablehnung nach Aufforderung als Privileg
  • voert so wil wy, so wye poerter is tot Zautbomel, die en mach men niet kempen 
    1327 Nijhoff,Ged. I 216
  • wir bestetigen in [den undirdanen] auch die friheit, daz sie nieman kempen mag
    1348 Worms/MGConst. VIII 491
  • enkein burger kemphet, ob er nüt kemphen wil
    1410 FreiburgÜÜbers. 121
  • ob ain Khaͤrndter den andern umb ichte anspricht / da sol er nicht vmb kaͤmpffen 
    1444 KärntLHdf. 25
  • 1598 KärntLHdf. 9
A II 3 Kampf am privilegierten Kampfgericht (III); entsprechend Kampf (A III) 
  • die herrschafft deß burggrafthumbs zu Nuͤrnberg [ist] gefreyt / ... daß das ambt zu Furth / die schrancken vmb den kraiß / den man jhn anzeigt / do man kempffen soll / den vmbschrencken zu rechter notturft / doch nuͤndert anderst dan zu Furth
    1410?/1613 Ordnung des Kampfgerichts zu Nürnberg/Goldast II 90
  • wie das nun sy das die decretales kempf verbieten so hat doch die gewonheit herbracht von kaisern und kungen fürsten und herrn noch gestaten und kempfen lassen und darzu iglichen schierm gebeüt
    1459 TalhoffersFechtbuch 21
  • Hall ist vor anndern reichsstetten hohes Teutschland das ritterlich spil des kampffs den begerenden uff dem fischmarckh daselbst zu kempffen gestatten gefreyhet
    1541 Herolt,HallChr. 94
  • 1544 Münster,Cosmographie III 808
B
außergerichtlicher Kampfaustrag; offener Zweikampf (auch mit ritterlichen Waffen und Pferden), Duell oder Turnier; entsprechend Kampf (B II oder III; C und E)
  • ein riter der sol varn kempfen einen frumen man
    um 1185 Hartm.,Erec. V. 8643
  • daz die besten gesellen ein ander kempfen wellen
    nach 1200 Hartm.,Iw. V. 6958 [ebd. V. 6975 u. 4823]
  • nach 1220 Stricker,Karl V. 11818
  • mit scharpfen swerten wart ûf in sô gekemphet 
    1257/58 Konr.v.Würzb.,TurnierNantes V. 851
  • sô wolt man für sî kempfen 
    nach 1291 Reinfried V. 6870
  • de hertog en de bisshop komen te Luyk om te kampen 
    13. Jh. Lodewyk van Velthem/Schaer,Fechter 147
  • dâ nâhet ... künec Gunther ... und hinder im dâ rîtet ein helt ûz Hiunen lant ... und solt du zwêne kempfen hie wider rehten sîte?
    13. Jh. Waltherlied 42
  • ruft aus, wer mit ihm kämpfen wolt / um leib, um leben
    1517 Teuerdank 184
  • die ritterliche, mannliche kunst vnd handarbeyt fechtens vnd kempffens. auss warem vrsprünglichem grund der alten, mit sampt heymlichen geschwindigkeyten, in leibes nöten sich des feindes tröstlich zu erwehren
    1558 TalhoffersFechtbuch 8 [substantiviert]
  • vil helt kempfften in freyem feldt vnd ritten zamb in finstre wäldt ... theten ein ander kampf gewern als zu erlangen preiß vnd ehr dergleich vor kurtzer zeit noch mehr war nach der brauch beim teutschen adl
    1589 Dresden/Wassmannsdorff,Fechtschulen 49
  • an den grentzen ist ein gewonheit auffkommen / das ihr zwene / einer den andern zu kempffen / auf die pletz fordern/ solchs sol auch nicht mehr gestattet / vnd einer den andern zutoͤdten / mit nichten nachgelassen werden
    2. Hälfte 16. Jh. Goldast,Reichshandl. 274 [substantiviert]
C in der Schlacht (auch im Einzelkampf stellvertretend für das Heer); entspr. Kampf (D) 
  • ich wil, ... selb ander kempfen hiute vür al die werden liute, die sich ze strite hânt bereit. wirt unser einer tôt geleit ûf den clê von touwe naz, diz ist doch waeger, denne daz vil manic werder ritter hie naeme ein ende bitter
    1275/87 Konr.v.Würzb.,Troj. V. 3547
D regelloser Einzelkampf im Rahmen eines Krieges; entsprechend Kampf (D) 
  • durch den dz kempfen 
    1170/1190 Veldeke,Eneide(Behaghel) 477 Anm.
  • wiederum kaͤmpfte / einer von der clevischen partey / namens O. / mit einem aus Oesterreich: von dem ward er uͤberwunden / und ins lager gefuͤhret. sonsten fuhren / etliche soldaten von Sluyß / bey nacht zu einem englischen schiff [plündern]
    1668 Fugger,Ehrensp. 1049
E Verschiedenes; entsprechend Kampf (F) 

E I wie Kampf (F I) 
  • Jesus, der sol den kristen mit helfe ir kempfen vristen
    1240/50 Ulr.v.Türheim,Rennewart V. 1368
  • natiure tuot der sele leit; man unde vrouwe, dine hohen menscheheit kan sie mit sturme in viur der helle schikke ... als[o] mich von Babilonie Salvelon beschiet, die mit ir[s] selb[e]s natiure kempfen dicke
    nach 1250 Wartburgkrieg/HMS. III 177
  • ir bosheit und ir ubermuͤt. kempfte din unschuldig bluͤt umb drissig phennige. ach welich ein krank gedinge da Judas Jhesum umb gab
    um 1300 HeinrNeustadtZukunft V. 2282
  • ich hab ejnen gutten kampff gekempfft 
    1546 LutherGesAusg. III 7 S. 280
  • vor 1547 Luther/W.Grimm,KlSchr. III 544
  • [wir] müezzen des endekristes bîten daz wir mit im kemphen und strîten
    oJ. Predigten(Grieshaber)/W.Grimm,KlSchr. III 544
E II im Sängerwettstreit
  • sein kempfen und sein streitten im selb nit hailes gan
    15. Jh. Germania 3 (1858) 315
  • ist yemand hie der singen well ... wer kemphen well in ainem ringe
    um 1500 Wiltener Meisterliederhandschrift/Schaer,Fechter 124
E III Auseinandersetzung mit der Minne
  • sôfürht ich, wir müezen beide / kempfen swie wir vür gerihte komen
    13. Jh. Hugo von Werbenwac/NjblBadHistK. 11 (1908) 68
  • ich wil kempfen vor dem rîche mit ir [der Minne] sicherlîche
    oJ. Winli/SchweizMinnes. XV 1, 47
E IV Kampf mit Tieren oder von Tieren gegeneinander

E IV 1 in der Tiererzählung
  • ik essche yw to kampe to desser tyd, ik spreke, dat gy eyn vorreder vnde morder syd. ik wyl myt yw kempen lyff vmme lyff
    1498 ReinekeVos V. 6123
E IV 2 Kampf mit einem Tier
  • sît ir ein rehter rihter sît, sô rihtet hie ze diser zît. die vürsten wizzen alle wol, wie man mit hunden kempfen sol
    um 1500 GesAbenteuer I 179
  • katzen ritter waren leute, die fuͤr geld mit thieren kaͤmpften, welches ihnen zum schimpf gereichte
    1762 Wiesand 616
E V allgemein
  • historisch merkwuͤrdig ist fuͤr Hamburg der kampf, den die zulassung von juden zu maklern gekaͤmpft hat
    1828 Pöhls,HR. I 111
F
  • durch den dz kempfen 
    1170/90 Veldeke,Eneide(Behaghel) S. 477 Anm.
  • Jesus, der sol den kristen mit helfe ir kempfen vristen
    1240/50 Ulr.v.Türheim,Rennewart V. 1368
  • ritter, kneht gelîche, ... kæmen zuo gerihte hin für die stat ûf den plân dâ daz kempfen solt ergân
    nach 1291 Reinfried V. 8330
  • sein kempfen und sein streitten im selb nit hailes gan
    15. Jh. Germania 3 (1858) 315
  • die ritterliche, mannliche kunst vnd handarbeyt fechtens vnd kempffens. auss warem vrsprünglichem grund der alten, mit sampt heymlichen geschwindigkeyten, in leibes nöten sich des feindes tröstlich zu erwehren
    1558 TalhoffersFechtbuch 8
  • 1735 Gerhard,Kampfgerichte Kap. III, XI Anm. e
unter Ausschluss der Schreibform(en):
unter Ausschluss der Schreibform(en):