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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Kaiser

Kaiser

ahd. keisar (von lat. caesar: imperator), as. kêsar, kesur, kiesur, an. keysari, ae. câsere, afries., mhd., mnl. keiser; vgl. im übrigen zur Etymologie Kluge22 347

I in Glossen
  • a caesare f[ona] kheisure 
    8. Jh. AhdGl. I 730, 9
  • imperator cheisar vel herisari
    oJ. AhdGl. II 451
  • imperator ... tuus meusque mîn endi thin kiásur is he
    oJ. AhdGl. II 581
  • perezilinz imperator keiser 
    oJ. AhdGl. III 395
  • imperator, uel Caesar, uel Augustus: casere 
    oJ. Wright-Wülcker I 155, 14
  • that he bedi thena kiesur 
    oJ. Gallée,Vorstud. 172
II Inhaber höchster weltlicher Macht

II 1 Antike und Ostrom
  • in themo finftazehenten iâre thes rîhtuomes Tiberii thes keisores 
    835 Tatian 394
  • wir eigun kuning einan, ándaran hiheinan, joh wanen waltan wolle ther keisor ubar alle
    9. Jh. Otfrid IV 24, 22
  • tánnân geskáh pi des cheiseres zîten Zenonis, táz zuêne chuninga uordenân chómene
    um 1000 Notker I 5, 12
  • her Claudius se kasere com to Brytlande
    oJ. AgsChr.(Plummer) 7
  • þa se câsere heht
    oJ. BiblAgsPoesie2 129, 42
  • von Krichen der keyser 
    13./14. Jh. Ernst(v.d.Hagen) V. 153
II 2 römischer Kaiser als weltliches Haupt der (abendländischen) Christenheit

II 2 a allgemein
  • von Róme keiser hêre
    1190/1230 WaltherVogelw. 84, 30
  • der chrisma ioͮhc daz oleum beceichenent den spiritum sanctum ... da werdent auh alle cheisere mit gewihet
    12. Jh. Diemer 345
  • die phaht machten mit wîsem rât die keiser 
    1215/16 Thomasin V. 9169
  • in des keiseres kore scal de erste sin de biscop von Trîre
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. III 57 § 2
  • heileger keiser, durch got und durch sînin groesten gebot rihter witwen unde weisen
    vor 1230 Stricker,Karl V. 12099
  • ob er ein keiser waere, sô kunde er nimmer gar vliziclîcher werden
    Mitte 13. Jh. Kudrun 27 V. 1403
  • weder babst noch kaiser die enmugen daz recht nimmer gegeben daz si ir mage geerben mugen
    um 1275 DspLR. Art. 45
  • er wart ze Rôme keiser sider
    um 1300 HeinrNeustadtApoll. V. 20813
  • des römischen kaysers vogt
    1302 GlarusUrkS. I 103
  • wir Ludowig ... römischer keiser ... veriehen
    1329 Indersdorf I 59 (nr. 125)
  • umb die sache als uns unser herre der cheyser si heiz angrifin
    1331 MühlhsnUB. 401
  • urchunde, als im von paͤbsten, chaisern und chunigen ... sind gegeben
    1332 OÖUB. VI 60
  • ich R.v. Homburg ... mines herrn kaiser Karelen amptman ze tütschen landen
    1361 SGallenUB. IV 9
  • fur den keiser sal man nieman laden mit den gesatzten tagen, er habe dan den lib virwirkit
    1372 (Hs.) KlKaiserr. I 36
  • waz das kaisirrecht uzwisit, daz mussin alle land lidin und ... haldin, wan der keisir ist ein vatir des rechtin
    Ende 14. Jh. EisenachRb. 689
  • also do eyn bischoff were, der sien regal von dem riche nicht emphangen hette, und ouch lichte kein gecroneter keiser were, so mag der stat rat ... schepphin kisen
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 252 [Art. 16]
  • bi sceltata bonne and bi keyseres orloui
    14. Jh. Richth. 27
  • zu Breslaw uffs keysers hoff
    1499 Bellerode,BeitrSchlesRG. I 60
  • welker lübesch recht ock in sulker gestalt von keyseren to keyseren confirmeert seyn schal
    1509 Hach,LübR. 177
  • die keyserliche wirde von adel ist ... der höchste ... vnd heisset auch daher der keyser nobilissimus
    1591 Spangenb.,Adelsp. I 219
  • ist ... herr Matthias ... in Franckfurth ... zum roemischen kayser erwoehlet ... worden
    1619 Lazius,Wien IV 59
  • missi dominici waren ehedem angesehene personen, welche von den kaysern in die provinzen abgeschickt worden, um verschiedene wichtige geschaͤfte zu verrichten
    1762 Wiesand 745
II 2 b im Verhältnis zum Papst: Kaiser als Träger der defensio ecclesiae Romanae, mit dem Recht der Herrschaft in Rom und der Designation bei Papstwahlen; die Kaiserkrönung in Rom durch den Papst galt (nach römisch-kirchlicher Tradition) während des Mittelalters als rechtsetzender Akt der Übertragung des Imperiums
  • hêr bâbest, ich mac wol genesen: wan ich wil iu gehôrsam wesen. wir hôrten iuch der kristenheit gebieten wes wir dem keiser solten pflegen, dô ir im gâbent gotes segen, daz wir in hiezen hêrre und vor im knieten
    1190/1230 WaltherVogelw. 11, 6
  • twei swert let got in ertrike zu bescermene de kristenheit; deme pavese ist gesat dat geistleke, deme keisere dat werltleke. deme pavese is ok gesat to ridene to bescedener tit op eneme blanken perde unde de keiser sal eme den stegerep halden, dorch dat de sadel nicht ne winde
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. I 1
  • den keiser ne mut de paves noch neman bannen seder der tit dat he gewiet is
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. III 57 § 1
  • daz ander [swert] sol ein keiser nemen: stuol unde swert und ouch daz rîche mac im wol gezemen
    2. Viertel 13. Jh. Reinmar v. Zweter 214, 4-6
  • daz ist das îsenîne swert des werltlîchen vesten gerihtes. daz sol der bâbest dem keiser lîhen
    um 1275 Berth.v.Regensb. I 362
II 2 c Verhältnis zum König: traditioneller Anspruch des deutschen Königs auf die Kaiserwürde (vielfach Bezeichnung mit dem Kaisertitel schon vor der Krönung in Rom), aber keine Begründung jurisdiktionaler Oberhoheit über andere christliche Königreiche oder einer Universalherrschaft des Kaisertums
  • dô riet er den unwîsen daz si den keiser liezen haben sîn küneges reht und got swaz gotes waere
    1190/1230 WaltherVogelw. 11, 27
  • hêr keiser sît ir willekomen. der küneges name ist iu benomen: des schînet iuwer krône ob allen krônen
    1190/1230 WaltherVogelw. 11, 30
  • den koning kuset men to richtere over egen unde len ... de keiser ne mach aver in allen landen nicht sin, unde al ungerichte nicht richten ...; dar umme liet he den vorsten gravescap
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. III 52 § 2
  • nû mac des keisers swert niht alle die werlt umbereichen, dâ von sint künige, herzogen, grâven, frîen
    um 1275 Berth.v.Regensb. II 238
  • lât der künic daz ungerihtet, sô habe ich zum keiser muot
    13. Jh. NjblBadHistK. 11 (1908) 68
  • damit si von romischen kaysern und chunigen unsern vorvordern begnadet und von ieren eltern an si chomen sind uber alle ir recht, freyhait, genad und guten gewonhait
    1331 OÖUB. VI nr. XVI
  • freyheiten ... die sie von ... keysern und kuͤngen haben
    1350 FriedbergUB. I 182
  • [Rechte,] die ein pfalczgraf bei Rein hat ... an der wal undt chure eines romischen khüniges, eins khunftigen khaisers 
    1351 ZRG.2 Germ. 24 (1903) 386
  • is die keyser offte de romessce konynk des plichtich dat hie deme bisscope myt sinen regalien ... dat gantze stichte vryget
    um 1360 BremGQ.(L.) 58
  • so man die kur dun sal eyns römischen konigis zu eyme kunfftigen keisir 
    um 1360 GoldBulle 110
  • abschrift unsers brieves, der wir eynen als eyn romischer konig und eynen andern als eyn romischer keyser gegeben hatten
    1364 NeußWQ. I 346
  • sze he van keyseren unde konyngen ... myt den landen belenet
    1495 OstfriesUB. II 485
  • wer sach, dasz noch ein mächtiger houpt, ein römischer keiser oder ein römischer künig im land were
    15. Jh. Argovia 4 (1864/65) 249
  • auch daselbst regierent kaiser und khunig vil und lange zeit dem römischen reich zu friden, aufnemen und merung gemaines nutz
    1528 ZeigerLRb. 5
II 2 d
Kaiser als Träger höchster Rechte und Herrschaftsbefugnisse, die er in seiner Eigenschaft als König inne hatte

II 2 d α in geistlichen Sachen (Bestätigung von Kirchen und Klöstern, Verleihung von Panisbriefen, Entscheidungen in Glaubenssachen)
  • wir Ludweich ... römischer chayser ... veriehen ..., daz ...
    1329 Indersdorf I 62 (nr. 129)
  • 1332 Indersdorf I 65 (nr. 138)
  • wann uns ... unser liben getrewen fuͤrgelegt haben, wie etwenn Ludoweich von Bayrn, der sich cheyser nant, die vogtay des chlosters ze Elchingen ... mit gewalt an recht abgezogen und genumen hatt
    1347 MGConst. VIII 321
  • item ain brief von keyser Carl, der dem bischoffen und dem stifft zu Chur all ir freyheiten bestät hat
    um 1400 Foffa 62
  • item ein bestetigungsbrief von keisser Heinrich dem dritten, uber das closter Halden
    1540 MansfeldKlUB. 508
  • send ouch mandaten von richstagen, ouch vom kiser usgangen [gegen die Lutheraner]
    1545 FreibDiözArch. 9 (1875) 149
  • sollchs gottshaus sammt dem prelaten ein standt des hl. röm. reichs und vom stift Bamberg vermög der donation von den alten röm. kaisern herrührend
    1554 FreibDiözArch. 16 (1883) 204
  • findet man nun spuren von laienpraͤbenden, welche als ein bestaͤndiges allmosen beduͤrftigen weltlichen personen gegeben werden. auf diese praͤbenden ertheilten nachher die kaiser ihre panisbriefe
    1792 Herchenhahn,Reichshofrat I 153
II 2 d β in weltlichen Sachen

II 2 d β αα Gesetzgebung
  • alss wuͤr das nach sag unserer handtvest und briefe die wuͤr von alten keysern und roͤmischen kuͤnigen haben wol mugen aufgenemen
    1363 OÖUB. VIII 134
  • was der keyser durch ein brieff geschrifftlich vffsetzt oder erkent, oder mit ußruff gebüt, ist wyssentlich ein gesatz vnd die nennet man ein constitution oder ein vffsatzung
    1520 Murner,Inst. 4
  • wie wir dan zu merer vergewisung desselben allen und jeden bäbstlichen, keiser, könig, chur und furstlichen satzungen, constitutionen, ordenung, geboten und verboten, auch allen andern funden und behelfen ... verziehen thun
    1599 BrandenbSchSt. II 280
  • wie dann, auch was diesfalls von den kayseren, königen und anderen potentaten und staaten verordnet seye
    1730 Leu,EidgR. III 8
  • was der kayser, als oberhaupt des teutschen reichs, in staats- policey- u.d. sachen durch edicte in das ganze reich bekannt machen und befehlen will; darzu bedienet er sich derer craysausschreibaͤmter
    1773 Moser,KreisVerf. 763
-- Stellung im Reichstag
  • ehemals schriebe ein roͤm. kayser reichstaͤge aus, wie offt, wann, und wohin er wollte, ohne daß er genoͤthiget gewesen waͤre, jemanden deßwegen zu befragen ... die neueste wahlcapitulationen ... lauten [dagegen] ... also: "ferner sollen und wollen wir ..., wenigst alle 10. jahr, und sonsten, so offt es die sicherheit und zustand des reichs, oder einiger crayse [Reichskreise] nothdurfft, erfordert, mit consens der churfuͤrsten einen allgemeinen reichstag halten"
    1764 Moser,Reichstage I 35
-- Recht und Gewohnheit
  • die kaiser vnd die chunige haben ditz zu gemeinen reht gemachet
    um 1275 DspLR. Art. 51
  • vort mer hefe wi des keiser recht
    1294 Hach,LübR. 296
  • sachin oder rechten, ... dy wir itzunt han odir nach gewinnen mochtin von bebistin, keyserin odir kunyngen
    1342 DuderstadtUB. 50
  • da sall na gestlichen beschreven recht und der keiser recht syn sake verlaren hebben
    1428 OstfriesUB. I 334
  • welker lubesch recht ock in sulker gestalt von keyseren to keyseren confirmeert seyn schal
    1509 Hach,LübR. 177
  • und is darbeneven desulve morgensprake mit dussen gnaden begavet, dat se mit und neven allen privilegien und stadfriheiden ... eine gude olde und to rechte bestendige gewonheit, wo ok noch im dachliken gebrucke durch keysere koninge, ok unsere landesfursten ... confirmert und bestediget worden
    1554 LünebZftU. 205
-- Stellung zum Kreiskonvent (I) 
  • der kayser verlangen kan, daß craystaͤge ausgeschriben werden, um auf selbigen uͤber die von ihme an den crays thuende propositiones zu beratschlagen
    1773 Moser,KreisVerf. 763
II 2 d β ββ oberste Gerichtsgewalt
  • der keiser an daz gerihte saz
    nach 1275 ProsaKaiserchr. 205, Z. 6
  • 1372 (Hs.) KlKaiserr. I 36
  • disse zweitracht wurden gezogen vor den keiser, daz er sie underwise, wer an dem gute besser recht hette
    14. Jh. GlWeichb. 322
  • dise entzweiunge entschit der keiser und sprach
    14. Jh. GlWeichb. 400
  • darüber sie auch dieselbe gerechtigkeit in koeniglichen gerichten ufs kaysers hoff gelautbart
    1494 SchlesDorfU. 68
  • dass als dann der oder dieselben das recht gegen gedachten von D. ... für uns selbst, als regierenden römischen kaiser und könig [suchen mögen]
    1570 Wigand,Denkw. 98
  • der röm. kais. ... [hat] vnsern ... lfürsten auf ansinnen die ... 3 obere stände 27,000 ... an der ... verglichenen gränizbezallung ... verwilligt
    1693 Indersdorf II 354
-- Verleihung der Gerichtsbarkeit
  • das ein probst, der probst ist derselben kilchen ... hat alle gerichte vnd zwing vnd benn von des keisers gewalt
    1338 Schweiz/GrW. I 5
-- Verhängung der Reichsacht
  • wart in des keisers ahte getan
    nach 1275 ProsaKaiserchr. 136
  • das her yn des keissers achte qwam unde das her vorteilet wart alle seyner lehnguter
    vor 1440 Rothe,DürChr. 395
  • szo soldenn vnd mouchte man sey in de hoͤsten achten des keisers thun
    1474 Fidicin IV 210
  • des kaisers acht und den paͤpstlichen bann ... wieder die Walliser aufschlagen
    1768 Balthasar 69
II 2 d β γγ
Aufbietung des Heerbanns
  • de bischop W. ... sammede ... de vorsten to Goslar van des keiseres halven ... de sworen ene herevard vor Bruneswic
    um 1260 SächsWChr. 234
  • thio tiande kest is, thet wi fresan ne thoren nenes herabonnes farra plegia tha kayser to hilpe than aster to ther Wisere and wester to tha Fli
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoR. 32
II 2 d β δδ Vergabung von Lehen
  • swar men biscope oder ebbede oder ebbedischen nicht ne kuset binnen ses weken, dar de leninge an den keiser geit, he liet it sweme he wel, de sek redeleke gehandelet hevet
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. III 59 § 2
  • de keiser leit alle geistleke vorstenlen mit deme sceptre, al werltleke vanlen liet he mit vanen
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. III 60 § 1
  • das ir fürstlich gnad gern darumb das ordenlich ... lechengricht (darzu sy von keisern und künigen loblich gefryet) walten ... lassen wellen
    1599 SGallenOffn. II 386
II 2 d β εε Verleihung von Freiheiten, Privilegien, Standeserhöhungen
  • swaz der keiser vnd die fvrsten den steten rehte hant gegeben, vnd div si selb gemachet hant mit ir gvnst, daz ist reht, ob ez ioch niht gesriben ist
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 44
  • die van Bremen sint ghepriuilegieret vnde werdich gemaket van keyseren vnde van romesschen conyngen golt vnde bund to dreghende ghelyck ritteren
    um 1360 BremGQ.(L.) 121
  • und mit ir fryheit, die si hettint von bürgen und von kaysern 
    1373 SchrBodensee 28 (1899) 82
  • niessen alle friheit und gute gewohnheit so wir oder sy haben von keisern, von köngen oder von unser gnedigen herrschafft von Oesterreich
    1381 FreiburgÜRec. IV 151
  • wir auch des von romischen keysern und konigen loblich begnadet und gefreyet sind
    15. Jh. NürnbPolO. 48
  • wo aber jemands ... von uns, oder unsern vorfahren am reich, roͤmischen kaysern ... einig gnad oder freyheit, indult oder zulassung / dieser unser fuͤrgestellten [muͤntz] ordnung zu entgegen / ausbracht haͤtt
    1559 RAbsch. III 199
  • kayser Rudolf II. erhube Gronsfeld zu einer grafschafft
    1773 Moser,KreisVerf. 147
  • wohl aber kan der kayser dergleichen aufnahm [als craysstand] dadurch befoͤrderen, wann er ein land oder gut in einen hoͤheren stand erhebt, oder es fuͤr unmittelbar erklaͤrt
    1773 Moser,KreisVerf. 156
  • kam z.b. dem kaiser alleine das recht der zoͤlle, der muͤnze, der standeserhoͤhungen zu, so daß diese rechte in ganz Teutschland niemand als der kaiser auszuuͤben hatte
    1790 Pütter,Reichspost 6
II 2 d β ζζ als Regalherr für Markt, Zoll, Münze; Postregal umstritten
  • es gepevt uns allergnedigister herr, der römisch kayser, daz yedermann, welcher frömbde münss hat, die zwischen hinnen, und sannd jorgentag ausgeb und anwerde
    1459 Herrgott,MAustr. II 1 S. 262
  • [die neuen niederländischen] daler [so jetzt in der Stadt kursieren, soll man zu altem Wert annehmen, indem der Stadtrat den Wert nicht feststellen könne, das sei Sache ihrer] ... majestät, dem kayser und der reichsstennd
    1566 ChrKaiserslautern 10
  • 1751 Buder 614
  • das dorf K. erhielt schon 1361 ... vom kaiser Karl IV. die freyheit, zwey jahr- und zwey wochen-maͤrckte zu halten
    1789 Krünitz,Enzykl. 48 S. 434
  • solche anstalten seyen im reich die posten; also muͤßten sie durch das ganze reich unter der allerhoͤchsten aufsicht des kaisers stehen und ein kaiserliches regal sein
    1790 Pütter,Reichspost 89
  • kam z.b. dem kaiser alleine das recht der zoͤlle, der muͤnze, der standeserhoͤhungen zu, so daß diese rechte in ganz Teutschland niemand als der kaiser auszuuͤben hatte
    1790 Pütter,Reichspost 6
  • oJ. Gönnenwein,Stapelr. 353f. [Verleihung des Stapelrechts]
II 2 d β ηη Zinserhebung
  • mit deheinen ... sturen der bebeste, keiser, kuninge, fürsten, here, landes
    1388 RappoltsteinUB. II 264
  • gezimt den zins ze geben dem kaiser oder nit?
    2. Hälfte 14. Jh. CTepl. Matth. 22, 17
II 2 d β θθ Territorialhoheit
  • all vesten, lant und gůt, ... in Franchen ... als die vnser ... vater kaiser Lud(owig) von Rôm selig gelazzen vnd an vns braht hat
    1351 MWirzib. IX 171
  • an des keisers strazze in dem vorgenannten dorffe
    1. Hälfte 14. Jh. KlKaiserr. II 119
  • her ist komyn bynninyn weichbilde in des keysirs strasse vnd hat den gotis vrede an ym gebrochin
    14. Jh. MagdebBresl. 51
  • unser kaysers Ferdinandi, und deß heiligen reichs stadt Augspurg
    1559 RAbsch. III 199
II 2 e übertragen

II 2 e α für kaiserliches und Reichsgericht
  • vam keyser kam ein ernstlich gebot, vorwahr von irer maiestat, dem graven den schaden zu keren
    oJ. DWB. V 38
  • de questie quam voir den kayser, ende hij sprac uuyt
    oJ. Stallaert II 51
  • men ginc dairomme voir den keyser, ende de keyser seyde
    oJ. Stallaert II 51
II 2 e β für feststehende Rechtsvorschrift
  • wat dese seven eendrachteliken met malkanderen wysen, dat sal vaststaen ende keysers doem wesen
    1456 SneekStB. Art. 34
II 3 sonstige
  • Eadred caning and casere totius Britanniae
    955 Birch,CartSax. III 70
  • es ist ein erschroͤcklicher reicher herr der grosse mogol, er wird als keyser ... dort tituliret
    1697 Reuter,Schelmuffsky 70
  • die souverainen fürsten und freien städte Deutschlands mit einschluß ihrer majestäten des kaisers von Oesterreich und der könige von Preußen
    1815 Zeumer,QS.2 540
III formelhaft

III 1 Titel

III 1 a von Gottes Gnaden
  • wir Ludowig von gots genaden romischer keiser ze allen ziten merer des richs
    1342 Zeumer,QS.2 185
  • Karle der firde mit gunste gotlichir miltekeit romischir keisir allezit merer [lateinischer Text: Karolus quartus divina favento clementia romanorum imperator semper augustus]
    um 1360 GoldBulle 108
  • wir, Friderich von gottes gnaden roͤmischer keyser, zu allen zeitten merer des reichs
    1466 SGallenOffn. I 9
III 1 b erwählter römischer Kaiser
  • wollen uns ietzo ... des titels eines erwehlten römischen kaysers angenommen haben
    1508 Zeumer,QS.2 307
  • wir Ferdinand der ander, von gottes gnaden erwählter römischer kayser 
    1581 HagenLR. 30
  • von weyland unserm ... ahnherrn Ferdinando III. erwelten römischen kayser 
    1710 CAustr. III 615
III 1 c angehender römischer Kaiser
  • nachdem wir bey lebzeiten des durchleuchtigsten fuͤrsten und herrn ... durch unser und des heil. reichs churfuͤrsten einhellige wahl zum roͤm. koͤnig und angehenden roͤm. kayser ordentlicher weiß erkohren
    1566 RAbsch. III 211
III 1 d
zukünftiger Kaiser
  • nachdem wir ... durch vorsehung des allmaͤchtigen, auch durch einhellige wahl, unser und des h. reichs churfuͤrsten, zum roͤmischen koͤnig, und zukuͤnfftigem kayßer ordentlicher weiß einhelliglich erkohren, verkuͤndet und gecroͤnet worden
    1613 RAbsch. III 521
III 1 e großmächtiger / unüberwindlicher Kaiser
  • allerdurchleichtiger groszmechtiger unuberwindtlicher röm. herr khayser 
    1561 MansfeldKlUB. 87
  • grosmächtigster und unüberwindlichster römischer kaiser 
    1783 Scheidemantel,Repert. II 574
  • dass ist das zeychen hern Friedrich romschen keysers unuberwindtlich
    oJ. (undat. Übs. e. Urk. von 1237) Böhmer-Ficker 269
III 2 Kaiser und König 
  • swaz ouch die rômischen keiser und kunge lantrecht ... geboten habent
    1275/87 Schwsp.(R.) LR. Art. 3
  • von den ... roͤmischen keisern und konigen mit iren bullen ... gefryet sint
    1362 MansfeldKlUB. 447
  • freiheyte ... die sy von unsern vorfarn an dem riche romischen keysern und kůngen erworben ... haben
    1418 QuedlinbUB. I 248
  • fryheiten, darinnen wir vneeliche ze erben von keiser vnd koͤnigen hoch gefryet sind
    1486 Obersimmenthal 147
  • wy synt dair mede van keyseren ind konyngen geprivilegieret
    15. Jh. DortmStat. 286
III 3 Kaiser und Reich 
  • davon sol der chaiser und das reich die leczten urtail uͤber in geben
    1278? ÖLR. Art. 2
  • wer ess, daz eyn keyser und daz riche wulde ober bergk und iz den furstemeyster manete, ... so solde er yme dienen myt eyme wissen ross off dez riches koste
    1380 Wetterau/GrW. III 426
  • 1465 Beheim,Wiener 367, 28
IV Volkskundliches

IV 1 Sprichwort und Redensart
  • wo nichts ist, da hat der kayser sein recht verloren
    1692 Beier,Meister 80
  • neben her hatten unsere kerls noch das gefundene fressen, über den alten kayser [ohne Unterlaß] zu plündern
    1781 Schiller, Räuber II, 3
  • wenn der kaiser stirbt, setzt sich der koͤnig in den sattel
    1792 Eisenhart 617
  • ein jeder herr ist kaiser in seinem land
    1792 Eisenhart 625
  • der kaiser kann sterben, aber nicht das reich
    oJ. Weizsäcker/Aus Verfassung und Landesgeschichte. Festschrift ... Theodor Mayer dargebracht ... I (Konstanz 1954) 311 Anm. 28
  • sie sind nicht alle gleich, die mit dem kaiser reiten
    oJ. DWB. V 38
  • lât der künec daz ungerichtet, sô habe ich zem keiser muot
    oJ. Graf u.Dietherr 426
  • muschen [grollen] bis in den alten kaiser hinein
    oJ. SchweizId. III 514
  • ist er fällig, dem kaiser ... eine wette auszustehen [eine Strafe zu erleiden]
    oJ. Wigand,Beitr. 172
  • der scharfrichter sagt, er [der Angeklagte] solle mit dem kaiser eine wedde ausstehen er wolle ihm mit dem schwerdt vom leben zum dode bringen
    oJ. ZNdSachs. 1854 S. 157
IV 2 Schütze, der dreimal den Königsvogel abgeschossen hat
IV 3 großer Stein in Königsberg, der von den neuen Kaufburschen zu grüßen war
vgl. kaisern
  • daß jeder vor dem kayser im vorbeigehen den hut abziehen und ihn also grüßen müssen
    1724 HessBlVk. 43 (1952) 34
V als Name

V 1 Familienname (zu IV 2?)
V 2 "im allgemeinen ... auf Rollenträger in Volksschauspielen zurückzuführen" HistONLexOÖ. ErgBd. 265; Hausname
V 3 Flurname, möglicherweise vom Familiennamen abgeleitet
VI Gefängnis
  • anno 1526 ...: do ward her Thomas Malthessen, so als hey was eyn pape, so wart hey geworpen in den keyser umme syner undat wyllen
    1526 KielVarb. 81
VII übertragen

VII 1 auf Gott und Christus
  • si enphiengen in mit eren den cheiser aller herren
    11./12. Jh. Diemer 250
  • der chunich beceichenote den ... got cheiser aller chunige
    11./12. Jh. Diemer 349
  • scephâre aller thinge keiser aller kuninge
    um 1130 PfaffeKonrad V. 2
  • wie den vergât des himeleschen keisers solt
    1190/1230 WaltherVogelw. 13, 8
  • unser herre der heilge krist, der keiser über alle künege ist
    1230 Stricker,Karl V. 2567
VII 2 auf den Teufel
  • wahr, daß inquisita nachdeme auffm dantzplatze zur kayserinne gemachet worden, daß ihr kayser allemahl mit der guttschen für ihre thür kommen
    oJ. Rautert,Hexproz. 35
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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