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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): kalt

kalt


I allgemein
  • warmes fleisch sal ... keiner ufhawen es were dan kaldes gebroch [Mangel] bei 6 buße
    1492 KahlaUB. 116
II im Strafrecht

II 1 im kalten Bad ertränken als Todesstrafe
  • die dâ ... ir guot verwüestent ... die buoben sol man ... in secke vazzen und ... im kalten bad ertrenken
    um 1300 Beringen,Schachged. V. 8607
II 2
beim Gotturteil 

II 2 a allgemein
  • fan wrwinningha dis stridis. hweer soe enes mannes kempa hawen wirth ende mei stride wrwonnen, soe aegh hi self dine mena eed ti bikannane sonder wroginghe ende di decken ti moniane zijnre banne; hwant Dauid ende Golijas dyn aersta kamp fiochten om twira koningha wilkere; aldeerom aegh allermannick zijn seluis deda ti wetane, omdat di kamp nis dera fijf godisordela nen, dera trira hetenera ende dera twira kaldera [Vom Sieg im Zweikampf. Wenn der Kämpe eines Mannes niedergeschlagen und im gerichtlichen Zweikampf besiegt wird, so soll letzterer selbst den Meineid gestehen ohne (vorhergehende) Rüge, und der Dekan soll seine Bannbuße einfordern. David und Goliath trugen nämlich den ersten Zweikampf kraft der Verfügung zweier Könige aus; deshalb soll ein jeder seine eigenen Taten eidlich bezeugen, weil der gerichtliche Zweikampf keines der fünf Gottesurteile, der drei heißen und der zwei kalten, ist] 
    10. Jh.? (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 188
II 2 b kaltes Wasser
  • auff blosse bekantnuß [beim Verhör] ist nicht zubauen. es soll auch die erforschung durch das kalte wasser als ein ungewiß betruegliches ding nicht gebraucht werden
    NÖLGO. 1656 II 60 § 4
II 3
  • [das Fischen in den Bächen] unter dem schein des kalten badens [ist verboten]
    1604 Thudichum,Wetterau I 108
III kalt und warm, zB. bei der Leibzucht
  • [wenn] man den sönen einen vorteil ... [gibt] an hüsern [oder gütern] ... sollend die sön der můter [vnd] tochteren kalt vnd warm [spätere Korrektur: herberig vnd platz im haus] zůgeben schuldig sin
    1601 Zürich/GrW. I 99
  • kalt und warm, ist eine clausul, welche die eltern, wenn sie denen kindern ihre guͤter uͤbergeben, mit einfluͤssen lassen, dadurch sie sich ihre alimenta auf ihre lebens-zeit vorbehalten
    1737 Zedler XV 1333
  • kalt und warm unter und uͤber: bedeutet kost und kleidung
    1762 Wiesand 615
IV kaltes Holz minderwertiges Holz (Ggs. zu Nutzholz)
  • daz tal Eberspach ... haben reht zu haüwen kalt holz vnd brunne holtz
    1326 ArchUFrk. 23 (1875/76) 157
  • sullen auch hawen kalt holz, vnd dez nicht verkeufen. es ward auch allez daz fuͤr kalt holcz geteylt, daz zů bawenn nicht tauge, one eychin holcz
    1377 MWirzib. IX 195 [oder vielleicht ein Wort Kaltholz?]
V kalte gwanten Flurname
VI substantiviert drei Kalte 
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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