Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Kampferwunde

Kampferwunde

, Kämpferwunde

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zur Wortbildung vgl. Kampferstich 
wie kampfbare und kampfwürdige Wunde; eine rechtswidrig zugefügte Fleischwunde, deren Weite und Tiefe über der Zulassung des gerichtlichen Zweikampfes entschied
bdv.: Kampfwunde
Sachhinweis: Brinckmeier I 1078f.; Nordhausen/ZRG.2 Germ. 41 (1920) 110; Böhmen u. Mähren/ebd. 111; Baiern/ebd. 121; Schröder-Künßberg7 837f.
  • den totslac sol man richten nach gewissen, dasselbe sol man tun umme kamperwunden 
    1325 CDMorav. VII Suppl. nr. 231
  • wlnerum, que camperwunden wlgariter dicuntur
    1346 StArchBresl.
  • wert eyn man ... gewundit eynir campirwunden ... vnd kumpt der gewundete ... man ... vor recht unde betit vmme gerichte, so sullin dy scheppfin dem cleger ... bescheydin obir dy twere nacht
    Mitte 14. Jh. MagdebBresl. 15
  • [Überschrift:] von campirwundyn 
    Mitte 14. Jh. MagdebBresl. 56
  • vmme eyne camperwunde, dy gestochin wirt mit eyme messir ader mit eyme andirn mortwofin, sal der vredebrecher antwertin vor den hals
    Mitte 14. Jh. MagdebBresl. 58 [ebd.ö.]
  • N. proser. est pro vulnere legali, videlicat kampferwundin 
    1355 OlmützStB.(Bischoff) 292
  • wer den andern seet ane kampherwunden ... wirt der gevangen mit gerufte fur gerichte bracht, da vorburt her wider den lip noch kein gesunt
    nach 1358 Rb.n.Dist. IV 40 Dist. 2
  • eines vorsprechen recht ist ... von einer kamperwunden 8 groschen
    1370 Zips Art. 39
  • campirwunde unde pluͤtrunst vulnus mortiferi
    1392 Schröer,UngWB. 277
  • dy den andern eyne kamperwunde sleit oder stecket, di verbutet soven pund
    um 1395 BerlinStB. 151
  • werden eynem manne drey, vyer oder mer champerwunden geslagen, vnd czeihet derselben wunden als manigen man, also vil als her wunden hat ... eyn jckleycher mus ym vm kamper wunden antwurten
    um 1400 IglauOberhof 91 [ebd.ö.]
  • vmb eyne kamperwunden gefallen x mark [wandel]: syben mark dem selbscholen, czwo mark dem richter, vnd eyn mark den scheppen
    um 1400 IglauOberhof 103
  • wyl eyn ungeweyeter leye, der eyn schuler ist, gewundet von eyme andern ungeweyeten schuler, eyne kampferwunde clagen, das sullen sy thun vor eynem wertlichen richter unde nicht vor geistlichem gerichte
    um 1400 MagdebFr. 56
  • das derr selbig man, derr an gestriten wird, er oder sein hausgesindt ein kampferr wundt empfahet vnd dÿ haimsuechung mit gezeugen verfolgen wil, der sol haben sechs frum man
    1413 OfenStR.(Mollay) 116
  • nobis dumtaxat ad arbitrium capituli nostri supremo iudicio in iis, quae ultimum supplicium aut membri ablationem, aut mutilationem aut vulnerationem ad membri profunditatem, vulgariter kampferwunde concernunt, nostro iudicio, causis et correctionibus ac poenis reservatis
    1451 HMeißenUB. III 96
  • ist er [der Verletzte] komenn zcu rechte vor eine gehegkte bangk. vnd hat vormant denselben scheppin der sein vngemach vnd seine smertzen hat besehin. der hat bekant funff campher wunden, ... dy sich zcur lembde zcihen vnd eins tevls allreyt lam sein, vnd hat doruff gesprochin ein scheppin spruch: dy funff campher wunden von weme er dy habe, zcu deme mag er clagen
    1468 Neumann,MagdebW. 85
  • begebe sich eine freuelthat mit kampffer oder fleischwunden ... fürsetziglich ... so ist des beclagten busse die handt
    1541 König,Proz. 158
  • do eyn eynwohner den andern wundet, wasserley wunden das were, doch beynschrotige vnd kampferwunden ausgeschlossen, der sol vns geben drey gulden vnd deme rathe auch souil vnd die stadt eynen monat reumen
    1559 KönigseeStR. 280
  • wo blutrunst, kaͤmpffer wunden, laͤhmte und dergleichen thaten seyn, und peinlich geklagt werden moͤgen, soll dem richter gebuͤhrlich zu straffen fuͤrbehalten seyn
    Zeitz 1573 Art. 67
  • von einer kaͤmpfer wunden zu besichtigen, gebuͤhret dem richter 4 gr. und dem bothen 1 gr.
    Ende 16. Jh.? BautzenStat. 62
  • welke dreger de do breket ein an dem andern, dat schölen de olderlude richten, wo id nicht kamperwunden sind
    16. Jh. StettinTräger 287
  • die fleisch- kämpfer- beinschrödige und dergleichen -wunden ... sollen durchaus uns der obrigkeit hingewiesen werden
    1601 ZWirtFrk. 4 (1856/58) 93
  • fleisch - sive kampferwunden / dicuntur vulnera, dvae habent profundidatem ungvis & longitudinem articuli digiti, qvando adhuc sunt recentia, necdum intumuerunt
    1691 Stieler 1388
  • excessen, als da seynd so wohl verbal als real-injurien / wann sie nur nicht atroces seyn / und das nicht nur wann civiliter, sondern auch / wann auf eine geld-straffe deßwegen agiret wird / dergleichen delicta seynd nur die kleine freveln / und bruͤche / als braun oder blau stossen / schlagen / rauffen / messer zucken / blut-ruͤstig machen / doch ohne fleisch- oder kaͤmpfer-wunden 
    1705 KlugeBeamte I2 712 [ebd. 800]
  • kampfferwunden vulnera longitudine unguis. kampfferwunden de jure saxon. seynd, welche des mittelfingers nageltieffe, und desselben fingers laͤngsten glieds lang seynd
    1740 Besold,Thes. I 505
  • kaͤmpferwunden. die tief in das fleisch gehen, dergleichen die kaͤmpfer einander zufuͤgen
    1762 Wiesand 615
unter Ausschluss der Schreibform(en):