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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Karrenstrafe

Karrenstrafe

, f.

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im ausgehenden 17. Jh. an Stelle von Leibesstrafen eingeführte und im 18. Jh. verbreitete Arbeitsstrafe (aM.: F. Merzbacher/HRG.1 II 659: kaum praktische Bedeutung im 18. Jh.) vor allem für Vergehen gegen das Gemeinwesen, bei der der Straftäter an die Karre (II) gekettet oder geschmiedet wird und schwere körperliche Arbeit bei Festungs- und Straßenbau (Männer) oder Straßenreinigung (Frauen, besonders Dirnen) verrichten muß
  • 1691 HannovPolG. 37 [für wiederholte Trunkenheit]
  • 1722 Lünig,CJMilit. 1072 [bei heimlicher Eheschließung von Soldaten]
  • 1738 Moser,ForstArch. V 211 [Forstdelikt]
  • 1741 CCHolsat. I 203
  • 1749 ArchFischG. 4 (1914) 61 [Fischdiebstahl]
  • ein jedweder landes-einwohner ... bey vermeidung unausbleiblicher karren-, leib- und lebens-strafe schuldig seyn soll, ... jemand, der den geringsten verdacht eines fremden werbers wider sich hat, ... seiner obrigkeit ... anzuzeigen
    1754 Rostock/Faber,Staatskanzlei 110 S. 196
  • 1757 CCHolsat. Nebenbd. II 1848 [Forstdelikt]
  • 1763 Strube,RBed. II 424 [Ehebruch]
  • 1763 VerordnAnhDessau I 53 [Verstoß gegen Meldepflicht]
  • [wer einen Fund unterschlägt,] ist ... nach dem werth der gefundenen sachen ... mit einer resp. karren- oder zuchthaus strafe ... bis drey monaten zu belegen
    1765 v.Berg,PolR. V 196
  • 1769 HalberstProvR. 278 [Forstdelikt]
  • derjenige, welcher seine obrigkeit mit schlaͤgen bedroht, ... mit sechsmonathlicher karrenstrafe belegt werden soll
    1775 NCCPruss. V 3, 2 Sp. 367
  • 1776 HalberstProvR. 369 [Widerstand gegen die Obrigkeit]
  • 1777 Strube,RBed.2 III 124 [Ehebruch]
  • in den chur-braunschweigischen landen durch die verordnung vom 18ten decembr. 1717 die staubbesenstrafe in eine karren- oder zuchthaus strafe verwandelt worden
    1777 Strube,RBed.2 III 125
  • 1783 Landwehr,HannovLGer. 84 [Zuständigkeit für den Ausspruch der Karrenstrafe]
  • 1783 Moser,ForstArch. XVII 49 [Forstdiebstahl]
  • karrn-strafe ... die strafe des großen karrns eine infamirende strafe ist
    1785 BrschwWolfenbPromt. VI 226
  • die karrenstrafe, eine art der verurtheilung zu den oͤffentlichen arbeiten, wodurch der endzweck der strafe am sichersten erreicht und der nutzen des gemeinen wesens zugleich mit befoͤrdert wird
    1785 Krünitz,Enzykl. 35 S. 161
  • 1790 Kleinschrod,Wilddiebst. 72 [Ersatzstrafe]
  • 1790 SammlVerordnHannov. I 213 [Urkundenfälschung]
  • 1796 NCCPruss. X 726 [Aufwiegelung]
  • 1796 v.Berg,PolR. V 46 [Beherbergung landesfremder Personen ohne Konzession]
  • 1798 Hagemann,PractErört. I 150 Anm. c
  • 1799 RepRecht IV 230 [Blutschande]
  • zehnjaͤrige [zuchthausstrafe] ... und landesraͤumung ... statt lebenswieriger karrenstrafe 
    1821 StaatsbMag. I 107