Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): 2Kebse

2Kebse

, f.

mnl. auch m. u. n.
ursprünglich rechtlich anerkannte nebeneheliche, "durch einseitige Verfügung des Mannes über seine Unfreie begründete, auf Dauer angelegte Geschlechtsverbindung" (HRG.1 II 695), bereits in ahd. Zeit (chebisson ... chebissun ... pellicatus 12. Jh. Graff IV 358) eine zwar noch geduldete, aber unrechtmäßige eheähnliche Geschlechtsgemeinschaft, nachmittelalterlich allgemein ein dauerndes nichteheliches Verhältnis
vgl. Bastardei, Beischlaf (II), Beiwohnung (I 3), Buhlschaft (I), Ehebrecherei, Ehebrechung, Ehebruch, Eheschande, Hurenfall, Hurenwerk, Hurerei (I), Hurheit, Hurtum, Hurung, Kebsehe, Kebsheit, Kebsod, Kebssitzung, Kebstum, Kebsung, Kebsweiberei, Nebenehe, Überspiel, Unehe, Unehelichkeit, Uneheschaft, Unkeusche, Unkeuschheit, Unwette, Unzucht, Winkelehe
Sachhinweis: HRG.1 I 809, 816f., 819, 1293 - 96, II 695f.
  • vor 1254 R.v.Ems,Weltchr. V. 7003
  • das si niht waren unehaft von kebesce als andir heidinschaft
    vor 1254 R.v.Ems,Weltchr. V. 7015
  • vor 1254 R.v.Ems,Weltchr. V. 18936
  • ez ist hie niht gescheiden die kone minne noch kebse 
    um 1270 JüngererTiturel V. 1870
  • datmen gave trike dien tween gebroedren gemeenlike, die Louwijc [d. Stammler] in kevese [aL.: kese, kevesie] wan
    Ende 13. Jh. Maerlant,SpHist. III S. 237
  • ein kind zu der kebs gebären
    1424 SchwäbWB. IV 299
  • wer der ist, der offennlich zů der keps sitzt, denselben mag auch ain raut straͧffen nach erkanntnus ains rauts
    um 1500 RottweilStR. Art. 284
  • die muter zů der keps oder vnehren ... gesessen
    1574 Frey,Pract. 410
  • 1781 Scherz-Oberlin 769
unter Ausschluss der Schreibform(en):