1Keller, m.

aus lateinisch cellarium (vgl. Kluge²⁰ 363f.) zu as. kelleri, ahd. kellari, mhd. keller, kelre (woraus alemannisch kerr, schwäbisch kern und schweizerisch kêr wird), mnd. keller, kelder, mnl. kelre entlehnt
oberirdisches selbständiges Vorratsgebäude oder (überwiegend, später ausschließlich) unterirdischer (Vorrats-) Raum eines Hauses
vgl. 1Kellner
I allgemein als Gebäude und Teil des Hauses (Veräußerung, Bauvorschriften, Besteuerungsgrundlage in Schleswig-Holstein)
II mit besonderer Nutzung
II 1 Verkaufsraum
II 3 privater, genossenschaftlicher oder (vorwiegend) städtischer (Rats-) ¹Keller als Schankstätte
  • des de win was schal gheuen der stat ere kelrehure ane weder rede. van deme vate liker wis alse dat vat hadde leghen inder stades kellere to tappen
    Ende 13. Jh. LübMndStR. 142
  • 1306 OtterbergUB. 270 Faksimile
  • wanne dat wine in den keller sint to leghere bracht, so is en iewelich vat ... sculdich to gheuende ses unde twintich penninghe ... alle wine, de man tappen scal van der heren weghene, de scal tappen ... de heren kemerere, in welkereme kelre de winheren to rade werdet
    vor 1372 LübUB. IV 128 Faksimile
  • wenne der wyn vorkouft werd, wer dor noch mer wyne her furd oder kouft, wel her dy schenke, dy sal her schenke in der stad kelre vnde sal von deme vudere gebin dry schillinge von deme halben
    1381 WeimarStB. 268 Faksimile
  • 1416 Reval/A. Lübben, Mnd. Grammatik (1882) 171f.
  • 1421 Danzig(Hirsch) 288f. Faksimile
  • daß man den sweidnitschen keller ... in zukunftigen czeiten nymandes umb gelt ... vormietn sal, sundern das den die stat furbasmer arm und reich zu gute und zu fromen, den nucz und genyes selbis davon zu nemen, halden sal ewiglichen
    1428 Stein,SchweidnitzKeller 50
  • 15. Jh. NürnbPolO. 254 Faksimile
  • 1554 SammlVerordnWürzb. I 4
  • SaalfeldStat.(1558) 141
  • sollen die rete in stedten jemand verordnen und denselben mit dem eide beladen, der unterweilen in und für die keller gehe, die maß besichtige und das bier ... messe
    1577 Preußen/QNPrivatR. II 1 S. 404
  • setzen ..., daß ein gemeiner keller, darin fremd bier geschenket, und ein haus, welches man zu einem rathhause gebrauchen koͤnne, darauf gebauet werden, und die einkuͤnfte des kellers zu dem gemeinen besten angewendet werden moͤgen
    1582 HadelnPriv. 58 Faksimile
  • 1739 ArchBern 26 (1922) 84
  • 1739 ArchBern 26 (1922) 86f.
  • 1741 Zedler 30 Sp. 991 Faksimile
II 4 als Gefängnis, häufig formelhaft in den K. legen oder setzen
III
III 1 als herrschaftlicher Vorratsraum beziehungsweise -gebäude zur Abgabe und Lagerung der Gefälle
III 2 zur Bezeichnung des Gerichtsorts
  • es sollen ... alle amtmänner, die man nennt die hausgenossen, vor dem keller sein an st. Martins tag in dem bruderhof
    1312 ArchUFrk. 56 (1914) 130 [zu Kellergericht (II)]
  • der abbt mag ovch von ... sinen dinghöffen sine recht ziehen gen sant Märien für den kelre oder von dem kelre in den dinghoff
    1397 Schwarzwald/GrW. I 338 Faksimile
  • wurde ouch ain sach angefangen, die nit volbracht möchte werden vff den selbigen gerichten, das sol man ziehen gen R. für den keller
    1515 Rheinau/Schauberg,Z. 1 (1844) 160 Faksimile
  • 1650 ArchUFrk. 58 (1916) 9