Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Kleid

Kleid

, n.

zur Etymologie vergleiche Kluge20 375f.
Oberbekleidung von Mann oder Frau
vgl. Gewand

I als berufliches Kennzeichen im Rechtsleben, als Amtstracht
  • wi sullen hem [dem neu angenommenen clerc] clederen geven gheliken onsen andern clerken
    1356 Haltaus 1097
  • die ... kayserlichen kleider ... bestehen in einem mantel, ... in einer dalmatica, ... in einer alb, ... in einer stola, ... in struͤmpffen und sandalen, ... in handschuhen, ... sodann in 2 guͤrteln
    1738 Moser,StaatsR. II 429
  • in dem kur-brandenburgischen muͤssen die scharfrichter ... dunkelgraue kleider ... und rote huͤte ... tragen
    1757 Estor,RGel. I 431
II in verschiedenen Rechtshandlungen als Rechtssymbol für die Person, die es trägt
  • liker wis also ne sal men to Nogarden den dutschen of den goten don, noch schelke uppe ene setten, noch bi dem clede nemen (et nullus alium accipiet per vestem), dat schal an iewedher siden vorderen des hertogen bode
    1269 LivlUB. I 1 Sp. 522
  • so sal he uregen eins urteils, wi he in an sulle grifen. so sal man teilen mit zwen vingern in sin obirste kleit 
    um 1300 Freiberg/Schott III 231
  • L. ... heet ghegheven metten monde ende metten clede den ... J. B. ... dit ... goet
    1337 Stallaert II 74 [ebd.ö.]
  • daer men beset op erve, gelt of coren, dat sal men noemen metten monde op dat erve, ende besetten metten cleeden den pacht of gelt
    Ende 14. Jh. Uccle/CoutDiv. 8
  • wa ein herolt vernem von einem fürsten ader herren ..., was unzuht oder unrehte ding sint, die dem adel nit zůgehoͤrent, dem sol der herolt ein zeichen slahen, vor im das dischlachen rissen oder ein kleid slitzen, und solt nit me zůsamen genegit werden
    Mitte 15. Jh. RefSigm.(Koller) 257
  • die scout ... eyschede hem eenen vrede ... dien hy weygerde ..., daer die scout den vrede nam an syn cleyderen ende seyde, desen vrede leg ic an u lyff
    1452 Dordrecht/ZRG.2 Germ. 33 (1912) 172
III
als Teil der Abgaben an die Leibherrschaft im Todesfall
  • welhu ze G. sesshaftu fraw stirbet, da nimpt ir libez herr daz obrost klaid, als si an dem hailigen tag ze wihenaht ze kirchen gestanden waͤr
    1405 WürtVjh.2 5 (1896) 370
  • ein haubtrecht ist das best haupt viehe vons manns wegen und von der frauen wegen das anderbest kleid 
    1555 BadW. 64
  • von alle dem gesin dez gozhus lude, williches da stirbet, daz soll daz bestheubt geben von sim vihe oder daz best kleit 
    oJ. Pfalz/GrW. V 600
IV Oberbekleidung von Mann und Frau in unterschiedlichen rechtlichen Zusammenhängen
  • wann eine frau ihren mantel oder pater noster auf ihres hauswirths seel. grab fallen laͤst, und nicht mehr dann ein kleid anhaͤlt, ungefaͤhrlich, und das mit dem eyd berecht, ob sie darnach wohl zur nahrung kaͤme, so ist sie nicht schuldig zu zahlen die schulden
    1744 AnmFrankfRef. 2. Forts. 108
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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