knien, v.

I als vorgeschriebener Akt bei Rechtshandlungen zum Zeichen der Untertänigkeit, Demut und Ergebenheit
I 1 bei Huldigung, Lehnsempfang, im höfischen Zeremoniell
I 2 vor Gericht
  • vff freitag ... sein C. vnd C. von C. gebrudir ausgefurt, beschrieen ... kniende vnd zuletzt mit dem schwert gericht worden
    1510 GörlitzRatsAnn. I/II 24 Faksimile
  • E. ... kniet nider, diemutiglich bat, sie wolt verhoͤren die klag sein
    1517 Teuerdank 108, 6
  • also als oft eyn burger ... nicht von stund an offenlich an der stat, da der schwur oder fluch bescheen, auf bede knye auf der erden kniet und eyn p[ater] n[oster] spricht, wann einer solichs nit thette, soll der yeder ... eyn greytzer ... bezalen
    1521 Segall,RPO. 84
  • der thäter [soll] kniend die ... verlesung der ... klag des fiscalen und seines fürsprechs antwort anhören
    1757 BernStR. VII 1 S. 405 Faksimile
  • ein gantz kniend vnd sitzend gericht
    1758 Haltaus 1106 Faksimile
  • unterthanen, dienstboten, kinder, lehrlinge und untergebene muͤssen wegen der ihren vorgesetzten zugefuͤgten beleidigungen nach bewandniß der umstaͤnde und schwere der beleidigung den richterlichen verweis kniend empfangen
    1794 PreußALR. II 20 § 598
II verwandt sein, den Verwandtschaftsgrad angeben
  • tha knapa mitha fonnem kniaija witha half sibbe
    1345 EmsingIIC. 46