Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Koberung

Koberung

, f.

"Erraffung", hier als Bezeichnung des nicht mehr für zulässig gehaltenen Verhaltens eines Klägers, der mit Hilfe des im Ingelheimer Recht und anderswo üblichen Rechtsinstituts der Schadensklage mit aufgemessenem Schaden (vgl. G. Gudian, Ingelheimer Recht im 15. Jh. (1968) 258ff.; ders., Zur Klage mit Schadensformel/ZRG.2 Germ. 90 (1973) 121ff.) vom Beklagten einen fiktiven, über den tatsächlich erlittenen Schaden oft weit hinausgehenden Betrag verlangt
zu kobern
  • wer uf koberunge ader ufgemessen schaden tedinge, dem sulle der schultheiss keins rechten helfen
    1441 Loersch,Ingelh. 117
  • habe sie ie keine reddeliche ansprache an ine, und ire ansprache diene nit anders dann uf koberunge 
    1441 Loersch,Ingelh. 117
  • sich keins ufgemessen schadens uf koberunge zu vermessen
    1441 Loersch,Ingelh. 119
  • S. habe solicher ordenunge ... als ein burger selbs gnossen und gebrucht ... und sich keins ufgemessen schadens uf koberunge zu vermessen
    1441 Loersch,Ingelh. 119
  • die heren koberunge selber haben verboden
    1456 Loersch,Ingelh. 423
unter Ausschluss der Schreibform(en):