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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Kompanie

Kompanie

, f., Kumpanei, f.

mhd. kumpânie, kompânie, gumpenie, campanye, mnd. kumpani(e), kumpeny(g)e, compani, mnl. compangie, compai(n)gnie, frnhd. kumpani, company, compagnie, compagnei, komponeye, componia, compa(g)nia; K. ist durch Vermittlung d. Afrz. aus mlat. companium "Gesellschaft" (urspr. "Brotgenossenschaft") entlehnt u. entfaltet sich im Bürgertum zu bes. Bedeutungen; in nhd. Kumpanei haben sich d. weitreichendste Eindeutschung u. d. älteste Bed. erhalten, während Kompanie als Wort d. Kaufmanns- u. Militärsprache fremdem Einfluß stärker unterliegt (neben d. Frz. läßt sich gebietsweise d. Ital. dafür nachweisen: Schulz,FremdWB. I 367; Schirmer,KaufmWB. 102; Kluge20 391)

I
I 1 abstrakt: hilfreicher Beistand durch die Genossen, Geselligkeit, Gasterei
I 2 konkret: eine lockere Gruppe Gleichgesinnter, die sich zusammenfindet zu Geselligkeit, Reise, Turnier, Kriegszug und als polit. Interessengemeinschaft, auch abwertend gebraucht als Bande, Gesindel; später wird die allgemeine Bedeutung "Gesellschaft, Versammlung" häufiger
I 3 die zu einer Synagoge gehörigen Juden mit eigener Gerichtsbarkeit
I 4 Bruderschaft, Gilde, Zunft
  • item so shalme neinen nemen an disse kumpenie, hie en sy echte unde rechte gebaren unde sy fredesam unde sy ein gut knape siner handlunge, unde shal drie drinken up der kumpenie, ehr hie broder wert, uppe dat men sehe, wat mannes hie sy
    1330 HansUB. II 214
  • Mitte 14. Jh. HansUB. III 91
  • so wanne eyn der kumpanie beghert, den scal men entfan mit vulbort der mener kumpanie
    1354 HansUB. III 465
  • der nicht eren wert ys, et sy man efte wif, de sal mank de kumpanye nicht gan
    1377 Danzig/Lasch,NdStB. 35
  • 1390 Stieda-Mettig 422f.
  • so welk gud knape ofte man unser cumpanye unde bruderscoph unses amptes begerende unde eschende is ..., den schal me entfangen, wo hee echte geborn unde unberuchtit sy, unde dee man schal hebben 4 mark rig. eygens gudes
    1397 Stieda-Mettig 379
  • hebbe wy smede unde smedeknechte tho F. ene kumpanye uppe ghenamen van sunte Marien Magdalenen wegen unde umme der elenden smedeknechte willen
    Mitte 15. Jh. FlensburgSchmiede 13
  • de der kremere ampt unde kumpanie winnen wil, de schal dat bewysen, dat he echte unde rechte boren is unde van guter handelinghe; de schal de kumpanie esschen to dren verndel jars
    15. Jh. Greifswald/AnzGMus.2 6 (1859) 453
  • unse leven vrowe kumpani in dat schomaker ampt
    1508 Kraack,FlensburgGildew. 163 Anm. 424
  • 1596 PommJb. 1 (1900) 127
  • 2. Hälfte 16. Jh. MünsterGQ. III 42
  • 1700 Wehner,Obs. 1700 S. 75
  • der kramhandel wird ebenfalls durch eine kompagnie getrieben, die vier alterleute und einen advokaten hat
    1786 Stralsund/Gadebusch,Staatskunde I 65
II
abstr.: gemeinschaftlicher Handel; dann konkr.: Handelsgesellschaft oder Gewerbsgemeinschaft auf Vertragsbasis
  • so we deme anderen schult ghift vor richte, de schal deme anderen benomen de schult, wyl he des nicht enberen: weder it sy van kumpanye, ofte van schaden, ofte van medegift, ofte van welken stucken it sy
    1270 HambStR. 38
  • si geboden jewelikeme dydeschen kopmanne, dat he nien gůt in kumpanie hebbe mit den rucen
    1295 Nowgorod(7 Fassungen) 68
  • Ende 13. Jh. LübMndStR. 348
  • welk unser werken hedde eynen knecht, de mit eme werchte an kumpenye eder mit siner witscop werchte sin eghene werk, de herre, de des stadede, de scal den werken ver scillinge gheven
    um 1320? BrschwUB. II 518
  • ock ne schullet de underkopere neyne kumpenye maken met neynes mannes gelde to erer nut to kopene eder to vorkopene
    1320/30 BrschwUB. II 517
  • 1347 Wittenborg,Handlungsb. 12
  • voret en gast enes borgheres gut in kumpenye ofte van siner weghene allene, de gast ghift vor sin gut tollen vnde nicht vor des borgheres gut
    1348 LübLatStat. 222
  • 1354 HansUB. III 348
  • 1408 ScrRBrunsv. III 460
  • um 1470 MagdebSchweidnitz 194
  • nemant in de henze behoͤrende mach selschop edder kumpanye hebben mit jemande buten der henze noch schepesparth
    1472 HansUB. X 51
  • 1509 Greiff,RemTagebuch 12
  • 1550 Strieder,Notariatsarch. 262
  • zween machen compania 
    1616 Schirmer,KaufmWB. 103
  • da zwey oder mehr in compagnie seyn, und rechnung in banco auff ihre nahmens gehalten wird, was einer von denenselben abschreibet, soll also gehalten und angenommen werden, gleich als wann der zettul von ihnen allen unterschrieben waͤre
    1639 Hamburg/P.J. Marperger, Beschreibung d. Banquen ... (Halle-Leipzig 1717) 145
  • die mäkler sollen keine conterey oder compagnie unter ihnen zu gebrauchen bemächtigt seyn, besondern ein jeglicher soll selbst alleine vor seinen profit solches thnn
    1642 Hamburg/Beukemann,HambMäklerR. 544
  • compagnie ... ist eine maschopey oder gesellschafft, so bestehet aus zwey, drey oder mehr personen, dergleichen die kauffleute unter sich aufzurichten pflegen
    1733 Zedler VI 856
  • 1776 Krünitz,Enzykl. VIII 259f.
III eine Abteilung Soldaten
  • die maur so weit eroͤffent, das man mit neun compagnien volcks leichtlich zum sturm kommen koͤnnen
    1581 M. Eyzinger, Relationum historicarum pentaplus ... (Köln 1597) I 119
  • neun compagnia krüegsvolck ..., unnd sein düe fahnen nicht iber 150 mann starck
    1589 BiblLitV. 86 S. 440
  • ein jeder lütenandt [d. Bürgerwache] schall ... under syk hebben ... eine gewisse compagnie oder fendell
    1605 VeröfflBrem. 37 S. 11
  • ein company reuter
    1608 Schulz,FremdWB. I 368
  • 1733 Zedler VI 857
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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