Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Krönung

Krönung

, f.


I im engeren Sinn das Aufsetzen der 1Krone (I) als Zeichen der Einsetzung in ein Herrschaftsrecht, insb. bei Kaisern und Königen, allg. die feierliche Amtseinsetzung, auch von Päpsten und Bischöfen
  • Ende 13. Jh. BrschwRChr. V. 5025
  • unser [Kaiser-] croͤnůng ze Rome
    1328 MGConst. VI 1 S. 317
  • gegin Rome, do wir zu unser chroͤnunge dar furin
    1329 MGConst. VI 1 S. 538
  • daz di purger czu diser czeit czu unser chronung in der stat von ierem guet besunderlaich und ausserthalb der stat von ierem guet gemainen pern, der auf daz gantz lant waz geslagen, uns habent gegeben
    um 1330 BrünnRQ. 378
  • 1346 MGConst. VIII 69
  • wann wir etlichen liuͤten unser erst bet von unsrer kronuͤng in ir closter geben haben
    1348 MGConst. VIII 526
  • die kure und kronunge zu eynem romischem kunge
    1374 RTA. I 34
  • von der cronunge wegen der kunigynne, die er auch tun wil uff weinachten
    1399 Janssen,RKorr. I 496
  • daz ir uns gehorsam werdent als eime romischen konige und uns in unser und des richs stad Achen inließent, unser romische konigliche cronuͤnge da zuͤ enphahen
    1400 RTA. IV 209
  • daz wir [Ruprecht] uns erheben, uber berge gein Lamparthen zu ziehen, unser keiserlich cronunge zu emphahen
    1401 Janssen,RKorr. I 87
  • 1412 Janssen,RKorr. I 247
  • dy kronunge des bisschoffes von Samelant
    1417 MarienburgAusgabeb. 255
  • 1439 RTA. XIV 240
  • sante der konigk Sigemunt ... den bischouf von Agrim, der was des koniges kentzeler, unde herzogen Ernsten von Ostirreich ... zogen zu dem herzogen Witolde, den sulden sie kronen zu eyme konige, der wolde cristen werden unde was ouch vor dreiweit getouft. den sulden sie bestetigen zu eyme guten gloubin mit der kronunge 
    vor 1440 Rothe,DürChr. 670
  • brochten se den hertigen in Denemarken mit groter ere unde werdicheyt unde leten en kronen in al dren ryken ... unde in syner kronynghe sloch he vele riddere
    Mitte 15. Jh. Grautoff,LübChr. II 80
  • 1452 DiplPortusn. 263
  • 1458 Breslau/UrkGeschBöhm. 150
  • 1486 AachenZ. 64/65 (1951/52) 79 [ebd. 79-99 Beschreibung der Krönung König Maximilians]
  • 1486 Goldast II 173
  • an der cronunge het der keiser Ludwig einen habich auf sinre hant, als er wart gekronter und confirmirter keiser von pabest Johanne
    15. Jh. SächsWChr. 3.Bair.Fs. 344
  • wo wir [Maximilian I.] gleich die crönung vom pabst ... dißmal nicht erlangen möchten, ... daß darum wir und die löblichen teutschen des röm. kayserthums nicht beraubt seyn sollen
    1508 Zeumer,QS.2 307
  • 1511 GörlitzRatsAnn. I/II 85
  • confirmation brieff, von vns in ... Aach nach vnser roͤmischen koͤniglichen croͤnung als erwehlten roͤmischen kayser, ertzhertzogen zu Oesterreich vnd Khaͤrndten ... außgangen
    1530 KärntLHdf. 178
  • acta von kroͤnung vnd salbung der koͤnigen ...
    1609 Goldast,Reichshandl. 260
  • die stadt Coͤlln jezo per errorem zur croͤnung beschrieben worden [ist]
    1690 Moser,KlSchr. V 240
  • die churfuͤrsten ... lassen ihnen bey der kaͤyserl. croͤnung die chur-schwerter als ein zeichen der souverainitaͤt durch ihre erb-marschalle vortragen
    1700 Zwantzig,CeremBrandenb. 2
  • die feierliche proklamation und kroͤnung des landesherrn als koͤnig in dem souverainen herzogthum Preußen
    1701 Scotti,Cleve II 719
  • vom ceremoniel bey kaͤyser-, auch roͤmischen koͤniglichen wahl- und croͤnungen ...
    1719 Lünig,TheatrCerem. I 1138
  • in Hungarn ist die croͤnung ein solch nothwendig stuͤck, daß ein koͤnig ohnmoͤglich etwas guͤltiges verrichten kan, wofern er nicht mit der hungarischen crone gecroͤnet ist
    1720 Lünig,TheatrCerem. II 55
  • beschreibung, mit was vor ceremonien die croͤnung eines pabsts verrichtet wird ...
    1720 Lünig,TheatrCerem. II 174
  • den natuͤrlichen rechten nach pflegt zwar die croͤnung der koͤniglichen wuͤrde nichts zu geben noch zuzueignen, sondern sie wird in den wahl-reichen erlangt durch die wahl und in den erb-koͤnigreichen durch die succession, inzwischen ist sie doch vor eine declaration der koͤniglichen dignitaͤt anzusehen
    1729 Rohr,Zerem. 584
  • die croͤnung wiederfaͤhret auch der kayserin, und verrichtet solche der abt von Fulda als ihr ertz-cantzler
    1738 Hayme 411
  • so zeiget es sich auch daran, daß die croͤnung nichts nothwendiges seye, weil die roͤmische kayser in mehr dann 200 jahren die eigentliche kayserliche croͤnung von dem pabst nimmer empfangen, dessen ohnerachtet aber sich dannoch propria autoritate roͤmische kayser nennen
    1743 Moser,StaatsR. VIII 362
  • 1750 Moser,Kanzlei 563
  • werden bey einer kayserlichen croͤnung folgende cleinodien gebraucht, welche theils von Aachen, theils von Nuͤrnberg durch einige deputirte nach der croͤnungs-stadt gebracht werden. und zwar von Aachen 1) das schwerdt kaysers Caroli M. 2) ein uraltes mit goldenen buchstaben geschriebenes evangelien-buch. 3) eine sehr kostbare capsul mit den reliquien des heil. Stephani. von Nuͤrnberg: 1) Caroli M. crone ... 2) dessen schwerdt, 3) das schwerdt st. Mauricii ... 4) der scepter ... 5) der reichs-apfel ... 6) das pluviale oder kayserl. mantel ... 7) die dalmatica, 8) die alba, 9) die stola, 10) die struͤmpfe, 11) die sandalia, 12) die handschuhe, 13) die cingula oder guͤrtel
    1751 Buder 230
  • 1751 Buder 620
  • von der römischen kaiserin ... ihre krönung ist nicht schlechterdings notwendig und geschieht größtenteils mit den nämlichen zeremonien wie des kaisers seine
    1757 RechtVerfMariaTher. 454
  • die wahl und krönung eines römischen königs wird ... mit allen den zeremonien vollzogen, die bei der kaiserwahl herkommens sind
    1757 RechtVerfMariaTher. 459
  • die kroͤnung [u.] ...die huldigung ... sind bloß aͤußerliche ceremonien, die man erfunden hat, um die unterthanen auf die schuldigkeit der treue desto aufmerksamer zu machen
    1758 v.Justi,Staatsw. I 378
  • 1765 MIÖG. 71 (1963) 387
  • 1770 Kreittmayr,StaatsR. 85f.
  • vor der krönung in Deutschland heißt er erwählter römischer könig, nach dieser erwählter römischer kaiser
    um 1795 StaatsRHeilRömR. 44
  • der kaiser bestimmt den tag zur krönung, welche nun gleich an dem orte geschieht, wo der wahlkonvent gehalten worden
    um 1795 StaatsRHeilRömR. 89
  • der kayser gelangt zur regierung des reichs durch die wahl und kroͤnung, welche letztere die feyerliche rechtshandlung ist, da der erwaͤhlte kayser durch die salbung, aufsetzung der krone und uebergebung der reichsinsignien inaugurirt ... wird
    1801 RepRecht IX 117
  • der gewählte soll ... nach der goldnen bulle und neuern gesetzen förderlich die krönung empfangen
    1804 Gönner,StaatsR. 135
II
Regierungszeit
  • in dem fünften jare der cronunge vnszs herren hern Urbans des sexsten romeschen babistes
    1383 Eltville/GrW. I 544
III
unter Ausschluss der Schreibform(en):