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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): 2Kunde

2Kunde

, f.

ae. cŷdde, afries. keed, kede, kethene, ahd. chundí (vgl. dazu unchundí bei Graff IV 419), mhd. kunde, künde, mnd. kunde, mnl. conde 

I Kenntnis (I), bestimmtes Wissen, Bekanntheit, sichere Nachricht
  • manslagan ⁊ mánswaran, hâdbrecan ⁊ æwbrecan gebugan ⁊ gebétan, oððe of cyððe mid synnan gewítan
    1027/34 Liebermann,AgsG. 312
  • scham tilget menge sivnde e daz si kam zekvnde vnd si dem rihter werde gesagt so hat si scham vor gote veriagt
    1293 Langenstein,Martina 49
  • so wor en man wat coft vnde de ghene det vor coft sprecht hie ne hebbe iuwer nene kunde 
    Ende 13. Jh. LübMndStR. 152
  • suam notitiam, videlicet yr kunde 
    1393 Ennen,QKöln VI 145
  • 1399 MnlWB. III 1752
  • chlagt iener nicht umb chunt und umb gewissen, so spricht man chain urtail darumb, wann man auch chlagt hintz einem umb chunt und umb gewissen, und gehilt iener dem anchlager nicht, so nymmt er sich mit sein ains ayd davon und wirt von im ledig
    wohl 14. Jh. RegensbStat. 48
  • ind hâint vort gebeden den vurgenant R., dat he zô konden der wôirheit deser sachen ... sin segel mit an desen brîef hâit gehangen
    1411 Aachen/Loersch-Schröder 204
  • 1411 MnlWB. III 1751
  • 1433 MnlWB. III 1751
  • 1438/52 NÖsterr./ÖW. VIII 13
  • 1457 HanseRez.2 IV 397
  • 1480 Westfalen/GrW. III 87
  • dat men godis ordil nich dune ne scole, me ne cunne anderes der warheit in cunne nicht comen
    15. Jh. SspLR. Glosse zu III 21 § 2
  • 1510 GörlitzRatsAnn. I/II 21
  • 1520 BeitrNRh. 4 (1889) 100
  • in vnserm landtrecht zwingt der richter niemand, das die zu gezeug komen, die in seinem gericht nicht gegenwertig sein. es ensey denn, das man der warheit anders inn keine kunde kommen moͤcht als hie
    1553 SspGl.(Dresden 1553) p. 185v (zu LdR. III 21 § 2)
  • 1620 ArchGDBuchh. 13 (1890) 166
  • 1691 Stieler 951
  • 1741 Frisch I 556
II von 2Kunde (I) ausgehend u. davon tw. schwer zu trennen: das auf 2Kunde (I) beruhende Zeugnis, Beweis
  • van eenre conde ende waerheyt van den rechte, dat dese stat heeft in den lande van H.
    1360 Stallaert II 91
  • dye vorgnant kunde gevraget ... und getueget wart
    1392 Kleve/DRWArch.
  • dat ic R., scoutheit ..., eenrehande conde, waerheyt ende ghetugenisse gehoort hebbe
    1407 MnlWB. III 1753
  • sollen von beyden herrn iglicher sine undersassen ... uff ihre eyde dun bevelen, ware kond na ihren besten sinnen zu sagen
    1409 Hontheim II 351
  • 1411 MGroning. IV 758
  • 1417 Haltaus 1142
  • 1448 KaiserswerthUB. 452
  • conden te doene met sinen meyer ende scepenen ... over de gebreke van chijse ende anders
    1449 CartSTrond II 279
  • een konde, wairheit ende onderscheit
    1453 Nijhoff,Ged. IV 262
  • so wie van eerfnisse ter konden gewijst wurt, dair sullen de scepen toe nemen xii of xiii personen, die dairby geëerft siin, ende die willen die scepen dairup eden
    1470 HarderwijkRbr. 20
  • versoicht ons richtlich, dat wir konde ind woirheit darover verhoiren ind irvaren wulden, of't ein guit testament were of neit, ind ir darop ein ordel ind recht geven
    1474 AachenZ. 1 (1879) 173
  • clage ... ane kunde und beweißunge
    1476 FreibergUB. II 306 Anm. 4 c
  • manigherhanda wys mey ma sprecka to jenst dat instrument jeffta breeff. in't arst, to jenst dyn keed, to jenst da hand dat is scrift
    1480/81 JurFris. I 126
  • 1482 Gratama 349
  • inhalts yrer briefe ader ander redelichen kund 
    1483 WeimarRotB. 137
  • von kunde. etzliche stellen vor, wer sich nit in siner schuldige kunde beruffe unde dan mit in tzihe, der en sul ir sich namals nit gebruchen geyn en. geistlich ader werntlich keyßers ader lantrecht settzt deß nicht. wanthe mirglich ist, wer kunde in siner clage in tzuhit, das man dem kein nein zu wiß, unde die kunde bilche vorgehet. darumbe hait der cleiger noch macht namals ym das neyn zu brechen. jener hait oich macht, ob he mag, die kunde ym zu verwerffin ader mit andirer kunde die stummeln; so settzin die rechte mit namen Justinianus in institutis
    1493 Schmincke II 737
  • ihr ... vvolt bei eurem eid ... beteuren ..., daß der bericht und die khund, so ir gegeben, vvarhafftig ... sei
    1494 Senckenb.,Sel. II 457
  • 15. Jh. CleveStR./ZRG. 9 (1870) 426
  • 1500 LimbWijsd. 84
  • Anf. 16. Jh. NijmegenStR. 409f.
  • geloeven ich [Schöffe] ..., honne archste te warnen ende hon beste voertz te stellen, alle conden ende heymelicken raet, dye ich helpe hoeren, heelen ende heymelicken halden totter tyt tou dat aldt genoech is
    1528 LimbWijsd. 79
  • 1554 WiesbadenGB. 54
  • soe hierbevorens tott desen dage toe alhyer in den gericht gewonnt ... ijs, dat men tegen konden, handtschrifften ende eigen segele hefft moegen sweren ende mijt ede toe annihiliren, twelck doch tegen gott, keyserlick ende geestelick rechten ijs
    nach 1558 NijmegenStR. 322
  • der heisscher mach voer den eydt eine konden begeren ende bewysen. item der schuldener mach ouch einer konden begeren sinen eydt te staeden
    1571 LimbWijsd. 7
  • 16. Jh. UtrechtRBr. II 141
  • van brieflycke schyn ende bescheyt ende liggende konde [urkundl. Zeugnis]
    1619 GeldernLR. 901
  • 1766 BelgMus. 5 (1841) 433
III
Vorladung, Einberufung, öffentliche Bekanntmachung, Abkündung (I), (Urteils-)Verkündung
  • hwasa thene thruchthingath let, sa resze hi tha liudem tua merc and tha sithum ene halwe; thi, ther tha kethene nauwet ne halt, alsa stor
    Ende 13. Jh. BrokmerR. 74
  • van der stadt rechten te halden, van konden ende bevelen. oft enighe bevelen bij der stadt boden gedaen werden, ende die boede gestoende hij den schulder ofte sijnre huijsvrouwe die conde mondelijck gedaen hebbe, op seven scillingen, als dat gewoenlijck is te gescijen
    1502 Stallaert II 91
  • aengaende van der konde te doen van den daghemente, soo observeren wij, sooverre die erffmann van den gronden binnen B. woonachtich sijn, dat men die konde doet aen heuren persoon; ende sooverre sij buijten den lande woonachtich zijn van B., soo doet men die konde aen de klocke, ofte aen den helder van den gronden
    1546 Stallaert II 91
  • 1548 CoutLooz I 10
  • alle intimatien van mandaten, citatien ende conden op sondaegen ende heylige daegen gedain en syn niet volstandich
    oJ. Stallaert II 91
IV Weinprüfung durch den Kunder (II) 
  • sal der tranck und dass vass vor der konde von den kondern besichtiget werden, und so das vass voll ist, alsdan soln sy dass kiesen und setzen
    1506 Hessen/GrW. III 377
V Lebenskreis, Ort, wo jemand aufgewachsen und bekannt ist (Heimat II und III)
  • ja muget ir michel gerner sin in vremede ein richiu künigin, dan in der künde arm unde swach
    um 1210 GottfrStraßb.(Weber) V. 11595
  • beduncket aber H.v.M., das im darann vnrecht gescheen sy, darumb mag er den schultheißen zu S. ... mit gerichte vnd recht in der künde anlangen
    1447 RheinfeldenStR.(SchweizRQ.) 84
  • der wolde ûz dem lande, wan er mit schande in siner künde lebte
    oJ. Lexer I 1771
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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